PensionenKluft zwischen Männern und Frauen wurde 2020 noch größer

Frauen bekamen 2020 nur 56 Prozent der Pensionshöhe der Männer. Die Männer profitierten von der "Hackler-Pension", die Frauen wegen des Pensionsanspruchs schon mit 60 nicht in Anspruch nehmen konnten. Beim tatsächlichen Pensionsantrittsalter liegen Frauen und Männer nur zwei Jahre auseinander.

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Seite an Seite im Leben, aber in der Pension zieht der Mann davon
Seite an Seite im Leben, aber in der Pension zieht der Mann davon © Patrizia Tilly - Fotolia
 

Der Unterschied zwischen den Pensionen der Frauen und jenen der Männer ist (Gender-Gap) ist im Vorjahr noch größer geworden. Frauen, die 2020 ihren Ruhestand angetreten haben, haben nur 56 Prozent der Pension der Männer erhalten. 2019 hatte die durchschnittliche Pensionshöhe noch 60 Prozent davon betragen.

Die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) nennt als Grund die „Hackler-Regelung“. Von der 2020 wieder eingeführten und heuer auslaufenden, abschlagsfreien „Hackler-Regelung“ haben nur Männer profitiert. Die Regelung, mit der man mit 62 nach 45 Beitragsjahren ohne Abschläge in Pension gehen kann, haben 11.060 Männer, aber nur drei Frauen in Anspruch genommen, weil das Regelpensionsalter für Frauen noch bei 60 liegt. Gerechnet hatte man ursprünglich mit insgesamt 7.000 Fällen.

Der durchschnittliche „Gewinn“ durch die Abschlagsfreiheit betrug im Vorjahr 308 Euro. Deshalb ist die durchschnittliche Pensionshöhe der Männer um 14,7 Prozent auf 2.588,77 Euro gestiegen, für Frauen hingegen nur um 5,3 Prozent auf 1.457,35 Euro (Neuzugänge in die Alterspension).

Antrittsalter blieb fast gleich

Kaum eine Veränderung gibt es beim Pensionsantrittsalter. Die Frauen haben ihre Pension 2020 wie schon in den beiden Jahren davor im Schnitt mit 59,3 Jahren angetreten. Bei den Männern ist das Antrittsalter um 0,2 auf 61,3 Jahre wieder auf das Niveau von 2018 leicht angestiegen. Insgesamt ist das Pensionsantrittsalter seit 2009 um gut zwei Jahre angestiegen, bei den Männer von 58,9 auf jetzt 61,3 und bei den Frauen von 57,0 auf 59,3 Jahre.

Bemerkenswert ist ein Sinken der Anträge auf Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspensionen um 13,9 Prozent. Im Vorjahr haben 44.318 Personen eine solche vorzeitige Pension aus gesundheitlichen Gründen beantragt, 2019 waren es noch 51.454. In der PVA sieht man den Grund dafür vor allem in der starken Nutzung der Home Office-Möglichkeiten und der Kurzarbeit, durch die die Belastungssituation offenbar geringer geworden sei.

Höherer Anteil an Pensionisten

Die Corona-Pandemie wird auch dafür verantwortlich gemacht, dass die Zahl der Pensionisten pro Versicherten um 3,7 Prozent gestiegen ist. Im Vorjahr kamen auf 1.000 Versicherte 594 Pensionisten, 2019 waren es 572 Pensionisten. Durch die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist die Anzahl der Versicherten gesunken, hingegen ist die Anzahl der Pensionen durch die geburtenstarken Jahrgängen angestiegen.

Kommentare (5)
franzreiter8612
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Logische Folge

Männer sind länger im Berufsleben sind meistens in Vollbeschäftigung also keine Teilzeit. Das wird für die Frauen noch ein großes Problem werden da die vielen Jahre in Teilzeit fast Null Leistung für die Pension bringen. Aber unsere Nationalräteinnen sind die größten diskriminierer in diesem Land. Beschließen Gesetze wo sie ca. 49000 Pensionisten benachteiligen. Die Regierung ändert aber wieder das Gesetz und gibt den neuen Pensionisten ein Zuckerl, berücksichtigt aber die 49000 Pensionisten wieder nicht.

UHBP
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auf 1.000 Versicherte 594 Pensionisten

Und wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Pension gehen, wir es dann wohl 1: 1 stehen. Dann wird es wohl zu "Pensionsanpassungen" kommen müssen. Da kann man nur froh sein, wenn man gesicherte Ruhensbezüge hat :-))

pescador
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Dritte Säule

Wichtig ist, sehr früh mit dem Aufbau der dritten Säule zu beginnen. Ohne private Vorsorge wird man keine finanzielle sorgenfreie Pension genießen. Die größten Fehler sind:
1. Keine Vorsorge
2. Zu spät beginnen
3. Den Kapitalstock während der Aktivphase immer wieder zu entnehmen weil man Geld braucht.
Finanzbildung in der Schule wäre mehr als notwendig.

walterkaernten
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@UHBP

Wenn sie gesichere ruhensbezüge haben, dann sie sie einer aus der PRIVILEGIEREN KASTE.

Genau das ist das problem für das pensionssystem und die jugend.

Laut FINANZ.At
Durchnittspension in der ASVG ca 1 100,00
PRIVILEGIENPENSION ca 3100.00

Das kann sich NIE und nimmer ausgehen, ausser dass ALLE steuerzahlen immer kräftiger für die PRIVILEGIERTEN zaheln MÜSSEN
TOTAL ungerecht.

Hildegard11
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Die Jungen sollen nicht jammern, ....

...sondern Kinder bekommen. Wir Geburtenstarken haben unseren Beitrag geleistet ' und auch 40!! Beitragsjahre und mehr. Was braucht man heute 3 Mag-Titel und dgl ?