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Jobverlust, KurzarbeitMückstein will mehr Mittel, um Delogierungen vorzubeugen

Mit Ende März sind die Mietstundungen ausgelaufen, Expertinnen und Experten rechnen mit einer Delogierungswelle.

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© APA/GEORG HOCHMUTH
 

Die Coronakrise hat für viele Menschen durch Jobverlust oder Kurzarbeit finanzielle Probleme gebracht, die Zahl der Delogierungen und Räumungsklagen war dank der Corona-Mietstundungen 2020 allerdings geringer als in früheren Jahren. Mit Ende März sind die Mietstundungen ausgelaufen, Expertinnen und Experten rechnen mit einem Nachholeffekt und einer Delogierungswelle. Das Sozialministerium will deshalb nun mehr Mittel für die Delogierungsprävention zur Verfügung stellen.

Konkret kündigt Sozialminister Wolfgang Mückstein (Grüne) 24 Mio. Euro an, mit denen Projekte der Initiative Wohnungssicherung in Österreich - einem Zusammenschluss unterschiedlicher gemeinnütziger Organisationen in diesem Bereich - finanziert werden sollen. Die gesetzliche Grundlage dafür soll am 1. Juli im Sozialausschuss beschlossen werden, hieß es am Sonntag aus dem Ministerium zur APA. Nähere Details liegen noch nicht vor.

Sache der Länder

Wohnungssicherung ist zwar eigentlich Sache der Länder. Doch angesichts des wegen der Coronakrise prognostizierten Anstiegs "müssen wir jetzt gegensteuern", betonte Mückstein in einer Stellungnahme. Mit dem zusätzlichen Geld solle die Delogierungsprävention österreichweit aus- bzw. aufgebaut und zusätzlich eine Ergänzung zu bestehenden Angeboten geschaffen werden. Ausgebaut werde die finanzielle Soforthilfe, etwa die Übernahme von Mietzinsrückständen im Zusammenhang mit der Coronapandemie, sowie die Beratung zur Sicherung von Wohnraum.

Obdachlosigkeit ist eine der schlimmsten Formen von Armut in Österreich. Wir wissen, dass Betroffene um 20 Jahre früher sterben

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein

"Obdachlosigkeit ist eine der schlimmsten Formen von Armut in Österreich. Wir wissen, dass Betroffene um 20 Jahre früher sterben", betonte Mückstein. "Neben den menschlichen Schicksalen, die wir so verhindern können, sind auch gesamtgesellschaftlich die Kosten für Prävention deutlich geringer als die Kosten der Wohnungslosigkeit."

EU-Konferenz zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit

Am morgigen Montag kommt Mückstein zu eben diesem Thema virtuell mit seinen Amtskollegen der Europäischen Union zusammen. Im Rahmen der ersten EU-Konferenz (online) zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit soll eine entsprechende EU-Deklaration angenommen und unterzeichnet werden mit dem Ziel, Obdachlosigkeit bis 2030 zu beenden. Um die internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich zu vertiefen, soll bei der Konferenz eine "Europäische Plattform zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit" ins Leben gerufen werden.

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Danke für Ihr Verständnis.

Patriot
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Er soll sich das Geld von dem 1 Prozent holen, das 40% des Nettovermögens besitzt!

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WSer
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Hääää ....

Sie meinen: Hol' dir, was dir zusteht?

Die meisten, die jetzt wegen möglicher Delogierung schreien, hatten das Problem schon vor der Pandemie.

Die Wirtschaft sucht Leute. Sie sollen schauen, dass sie in den Arbeitskreilauf kommen.

MuskeTiere4
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Wie sieht denn das Mietgesetz aus?

Da wäre auch noch Handlungsbedarf!
Was in den letzten Jahren am gesetzlich noch gerade zulässigen Rand des Mietgesetzes möglich war, schikanös aber scheinbar nicht zu ahnden, ist vollkommen untergegangen im krisenbedingten Pushen der Bauindustrie. Da wird ausspioniert, überwacht (wo sind die eifrigen Demonstranten gegen die "Staats-Verschwörung", wenn es um diesen Aspekt der Einengung der Persönlichkeitsrechte geht?), denunziert und einiges mehr.
Diese Grauzonen sollten einmal dahingehend durchleuchtet werden, was aufgrund eines verschachtelten Mietrechts und einer wuchernden Bauwirtschaft gesetzlich nicht stimmig oder zu unübersichtlich ist.
Vielleicht würden ohne teilweisem Mietwucher dann mehr Menschen ihre Miete aus eigener Kraft zahlen können!
Dann müsste man sie nicht pauschal als Unwillige diffamieren. Diese Denkungsart hat viel von einer gewissen Gesinnung, die noch aus der Zwischenkriegszeit der 1920er/30er Jahre stammt, dann wurde der zerstörerische 2. Weltkrieg ausgerufen.

CIAO
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Sehr geehrter Herr Minister

... aber wie verhalten Sie sich gegen Zahlungsunwilligen?
ich könnte diese Frage sehr ausweitenj.

Die bösen Vermieter
die unbösen Mieter