Ex-KanzlerinHöchster Orden der Republik für Brigitte Bierlein

Bierlein erhielt am Mittwoch das Große Goldene Ehrenzeichen am Bande. Sie habe Österreich "in einer sehr schwierigen Situation einen sehr großen Dienst erwiesen", sagt Bundespräsident Van Der Bellen.

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Brigitte Bierlein mit dem Bundespräsidenten und dem Bundeskanzler
Brigitte Bierlein mit dem Bundespräsidenten und dem Bundeskanzler © (c) HBF/Peter LECHNER
 

Ex-Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein ist am Mittwoch mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen am Bande ausgezeichnet worden.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen überreichte den höchsten in Österreich zu vergebenden Orden an die erste Bundeskanzlerin der Republik - und wies dabei auf deren "außergewöhnliche Laufbahn" hin. Bierlein habe Österreich in einer "sehr schwierigen Situation einen sehr großen Dienst erwiesen", sprach er ihr seinen Dank aus.

An der Zeremonie in der Präsidentschaftskanzlei nahmen neben Bierlein und Van der Bellen u.a. auch VfGH-Präsident Christoph Grabenwarter, Kultur-Staatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) teil, der den Antrag auf die Verleihung des Ordens um die Verdienste der Republik Österreich gestellt hatte.

"Ich darf Ihnen nun heute, da wir zum vierten Mal gemeinsam vor Maria Theresia auftreten, für Ihre langjährige Tätigkeit im Wirkungsbereich der Justiz, insbesondere im Verfassungsgerichtshof sowie für Ihr Wirken als Bundeskanzlerin, das Große Goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich überreichen", sagte Van der Bellen.

Auch erinnerte der Präsident an die drei bisherigen gemeinsamen Auftritte von ihm und Bierlein in der Hofburg - das erste Mal am 23. Februar 2018, als Bierlein zur Präsidentin des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) angelobt wurde. Das Staatsoberhaupt betonte, dass mit ihr erstmals eine Frau diese Funktion bekleidete und dass Bierlein zuvor schon die erste Vizepräsidentin des VfGH war sowie die erste Generalanwältin in der Generalprokuratur beim Obersten Gerichtshof.

Van der Bellen blickte auch auf die Vorstellung von Bierlein als designierte Bundeskanzlerin am 30. Mai 2019 zurück: Damals wurde sie - nach dem Platzen der türkis-blauen Koalition infolge des Ibiza-Skandals - von ihm mit der Führung der Übergangsregierung beauftragt. Bierlein habe damals erklärt, sie sehe es als ihre "staatspolitische Verantwortung, in dieser bisher einmaligen Situation in der Geschichte der Zweiten Republik" ihren Teil beizutragen.

Bierlein: "Es ist für mich eine Sternstunde"

Und wenige Tag später - am 3. Juni 2019 - erfolgte dann die Angelobung, so Van der Ballen. "Die innenpolitische Situation war extrem aufgeheizt. Sie hat sich - nicht zuletzt durch Ihr Wirken - binnen kurzem beruhigt. Und Ihre Bundesregierung war in der Bevölkerung beliebt und anerkannt. Sie haben unserer Heimat damit in einer sehr schwierigen Situation einen sehr großen Dienst erwiesen. Dafür bin ich Ihnen als Bundespräsident und auch ganz persönlich sehr dankbar."

Bierlein selbst zeigte sich berührt: "Es ist für mich eine Sternstunde, die mir nahe geht - vor allem als Österreicherin, die unser schönes Land liebt, von diesem Land und den hier lebenden Menschen Chancen, Zuspruch und Sympathien erfahren hat", sagte sie.

"Das Vertrauen, das Sie in mich gesetzt haben, bleibt für mich die größte Ehre meines Lebens", sagte sie zu Van der Bellen mit Blick auf ihre Designierung zur Kanzlerin 2019. "Nie im Traum" hätte sie gedacht, "dass mir die Gelegenheit geboten würde, unserem Land in der konkreten Weise dienen zu dürfen" - ebenso wenig wäre es ihr "in den Sinn gekommen, für die heutige Auszeichnung in Erwägung gezogen zu werden".

Die Ex-Kanzlerin brachte auch ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass ihr Weg als Beispiel für Frauen dienen könnte: "Selbstständig und selbstbestimmt leben zu können - das war immer mein Ziel. Und ich war und bin überzeugt, dass das für alle Frauen eine Selbstverständlichkeit sein sollte."

Auch erinnerte Bierlein an Van der Bellens berühmten Worte zur "Eleganz" und "Schönheit" der Bundesverfassung: "Sie haben in den letzten Monaten und Jahren zu Recht den unschätzbaren Wert unserer Bundesverfassung hervorgehoben. Weitsicht und Qualität einer Verfassung können aber nur dann zum Tragen kommen, wenn sie jene, die sie repräsentieren, respektvoll mit Leben füllen und die Menschen die Verfassung verstehen. Nur dann kann die Verfassung ihre große Bedeutung für das Allgemeinwohl entfalten und Beständigkeit, ja Zeitlosigkeit beweisen."

Kommentare (19)
Hainer
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Birlein

Finde ich ganz toll, denn sie hat die Türkisen vertreten. :-(

Luger13
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An die Redaktion!

„ An der Verleihung nahmen außer dem Bundespräsidenten und der Geehrten auch der VfGH-Präsident, die Kulturministerin und der Bundeskanzler Teil ". Auch wenn die Kleine Zeitung eine gewisse Abneigung gegenüber dem Bundeskanzler empfindet, sollte er der Rangfolge nach wohl sicher vor dem VfGH-Präsidenten und der Kulturministerin angeführt werden ! Auch in Ihrem Medium wird wohl der Chefredakteur vor dem Kulturverantwortlichen genannt werden . Ordnung und Respekt sollten auch in unseren Zeiten noch gelten !

KleineZeitung
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@Luger13

Danke für Ihre Anmerkung, aber ich kann Sie beruhigen, dass wir keine Abneigung gegen unseren Bundeskanzler empfinden. Uns wurde von Usern durch Nachrichten und Kommentare bereits unterstellt, dass wir gegen bzw. für jede politische Partei "schreiben" und das können wir ganz klar zurückweisen. Wir sind redaktionell Unabhängig und versuchen objektiv über aktuelle Geschehnisse zu berichten. Dass Herr Kurz als letztes in der Aufzählung vorkommt hat keine "tiefere Bedeutung".
Liebe Grüße!

Luger13
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Antwort auf Ihre Erklärung

Sehr geehrte Redaktion ! Ich lasse mir nicht gerne und unberechtigt „Wortklauberei“ vorwerfen . Dass „keine böse Absicht“ hinter der von mir kritisierten Reihung liegt, nehme ich gerne zur Kenntnis. Warum Sie aber nicht eingestehen können, mit dieser Reihung falsch gelegen zu sein , ist mir gerade bei Betonung Ihrer christlichen Werteordnung schleierhaft. Mit freundlichen Grüßen

KleineZeitung
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@Luger13

Da Sie so genau auf eine Reihung achten und uns deshalb beschuldigen, dass wir dem Bundeskanzler gegenüber deshalb Abneigung empfinden, lassen wir uns nicht vorwerfen.
Und die Betonung auf die christliche Weltanschauung hat nichts mit Ihrem Kommentar zu tun, sondern war eine Antwort auf den Vorwurf von @Heiner.
Liebe Grüße und noch einen schönen Abend!

Luger13
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Replik

Fein ! Sie lassen sich nichts vorwerfen - ich habe Sie nicht beschuldigt, sondern nur eine Annahme geäußert , deren Gegenteil ich zur Kenntnis genommen habe ! Sie werfen mir weiterhin ( zu Unrecht ) „Wortklauberei“ vor ! Genau so geht man mit Kunden um ! Genau das ist der fehlende Respekt und die mangelnde Fehlerkultur, die ich kritisiere ! Mir kommt zuletzt nur mehr ein altes Sprichwort -in Assoziation mit einem Fliessgewässer- in den Sinn ! Gruß!

Hainer
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Unabhängig

Die Zeitung gehört der Kirche, dem Bischof und das ist unabhängig.
Der Chefredakteur ist auch Geschäftsführer!!!

KleineZeitung
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@Hainer

Ja das ist richtig, einer der zwei Geschäftsführer ist auch Chefredakteur. Die Entscheidung was, wie veröffentlicht wird erfolgt nach journalistischen Standpunkten. Hier auch unsere grundlegende Richtung: "Die Kleine Zeitung ist eine von allen politischen Parteien und Interessenvertretungen unabhängige Tageszeitung. Sie steht auf dem Boden christlicher Weltanschauung, tritt für eine plurale, demokratische Gesellschaftsordnung, die Eigenständigkeit der Bundesländer und die völkerrechtliche Unabhängigkeit der Republik Österreich ein und begrüßt den europäischen Einigungsprozess."

@Luger13
Wir geben Fehler zu, wenn sie passiert sind. Jedoch sehen wir Ihre Unterstellung als "Wortklauberei". Es steckt keine "böse Absicht" hinter der Reihenfolge bei der Nennung.

Liebe Grüße an Sie beide!

Hainer
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Unparteilich

Den letzten Absatz verstehe ich leider nicht.
Aber Sie wollen mir nicht weiss machen, dass Ihre Zeitung absolut ÖVP nahe ist.
Ich denke noch an die Ergüsse eines Herrn Zankl, der leider auch jetzt noch glaubt, seine Ideen zum Besten geben müsse.
Herrn Patterer schätze ich sehr und bewundere seine Ausdruckskraft, speziell die, zwischen den Zeilen.

Luger13
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Kann man einen….

…..Fehler nicht zugeben ?

gobox
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Ich hab mir gedacht

er gibt ihr den Führerschein zurück.

unfassbar
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Für welche Leistung ?

Sie hat ihren Namen hinhalten, aber keinerlei
Entscheidungen fällen müssen....
Da müsste jedem aktiven Politiker die Ehrung 10x eher verliehen werden,
gerade mit den Herausforderungen im vergangenen Jahr !

gobox
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Und sie hat es auch nicht selbstlos gemacht,

sondern für € 22.327 pro Monat.
Eine Auszeichnung würden sich vielmehr jene verdienen, die ehrenamtlich den Dienst an der Gesellschaft leisten.

tomtitan
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Das ist doch glatt

ein Bierlein wert! ;-)))

Lodengrün
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An was mich das Foto erinnert

Der alte Bundeskanzler Kohl wurde geehrt. Frau Merkel trat ans Rednerpult. Kohl wandte sich zu seiner Frau und sagte für jeden im Saal hörbar: „Tuts doch diese böse Frau weg“. Bei diesem Bild: „Tuts doch den jungen Mann weg!“. 😆

mtttt
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Sichtweisen

Das einfache Volk sagt Hitze und Kälte sind die gleiche Wahrnehmung, nur am jeweils anderen Ende der Skala. Gleich der Personenkult oder Ablehnung, gleiche Wahrnehmung, gleich leer oder gehaltvoll, wo eben jemand steht. Lodengruen, Sie schwächeln. Es kamen schon Inhalte, Standpunkte. Sie ähneln der Opposition derzeit, Pfeile fliegen, aber Antworten auf Zukunftsfragen ? Gleich rar wie Wasser in der Wüste Gobi.

Lodengrün
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Das hat @mttt

hohe literarische Qualität. Deine Worte nehme ich mir zu Herzen und werde versuchen höhere Schlagzeilen zu erreichen.

Hiasenbichler
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Bravo

Na dann Prost Frau Bierlein und schön aufpassen beim Heimfahren

Balrog206
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Bitte

Ein Bierlein 😉😂