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Neuer FPÖ-ChefParteitag in Wiener Neustadt, interne Kritik an Kickl wird leiser

Auch Oberösterreich und Vorarlberg deuteten Unterstützung für Kickl an. In seinem ersten Interview als FPÖ-Chef schließt Kickl nicht aus, mit der ÖVP zu koalieren, sollten dort "Selbstreinigungskräfte" wirksam werden. Ein klares "Nein" zur Zusammenarbeit mit Rechtsextremen gab es nicht.

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© APA/Georg Hochmuth
 

Der für den 19. Juni angekündigte Sonderparteitag mit der offiziellen Kür Herbert Kickls zum neuen FPÖ-Chef wird in Wiener Neustadt stattfinden. Das Treffen startet um 11.00 Uhr in der Arena Nova, gab die FPÖ am Dienstagnachmittag bekannt. Unterdessen wurde die von Oberösterreichs Landesparteichef Manfred Haimbuchner innerparteilich geäußerte Kritik leiser. Auch Vorarlbergs FPÖ-Chef Christof Bitschi kündigte - vorsichtig - Unterstützung für Kickl an.

Man habe bei der Präsidiumssitzung am Montag in Wien "einige Dinge zur zukünftigen Entwicklung der Bundespartei ganz klar angesprochen". Wenn es diesbezüglich bis zum Parteitag positive Signale gebe, "dann sehe ich keinen Grund, dem neuen Bundesparteiobmann die Zustimmung zu verweigern", sagte Bitschi in einer Stellungnahme zur APA.

Bitschi und Haimbuchner hatten am Montag die Präsidiumssitzung in Wien noch vor der letztlich einstimmigen Designierung von Kickl zum Bundesparteiobmann verlassen. "Die Bundesländer Oberösterreich und Vorarlberg haben ihre bekannte Haltung und ihre Anliegen zur zukünftigen Entwicklung der Freiheitlichen Partei in der Sitzung des Bundesparteipräsidiums klar angesprochen", teilte Bitschi auf APA-Anfrage schriftlich mit. Dabei gehe es vor allem darum, die FPÖ auch in Zukunft als regierungsfähige Partei zu positionieren, die den Anspruch stelle, "unsere Heimat positiv mitzugestalten und unser Land wieder voranzubringen".

Haimbuchner "froh"

Oberösterreichs blauer Parteichef und Landeshauptmannstellvertreter Haimbuchner wandte sich Dienstagmittag via Facebook an "seine Freunde". Dabei stellte auch er klar, "dass neben der wichtigen Aufgabe, Kontrolle in der Opposition zu üben, unsere FPÖ insgesamt nur dann eine Daseinsberechtigung hat, wenn sie für die konkreten Alltagsprobleme der Menschen auch Lösungsansätze bietet und bereit ist, diese in Regierungsverantwortung umzusetzen. In Oberösterreich ist uns das in den vergangenen sechs Jahren gelungen. Wir sind eine klar rechte Partei, zu der sich die Leute auch öffentlich bekennen."

Auch wenn er nicht an Kickls Wahl teilgenommen hat, sei er "froh, dass wir die Designation von Herbert Kickl zum Bundesparteiobmann ohne große Querelen meistern konnten, denn das war bei uns nicht immer selbstverständlich. Es war wichtig, dass wir intern in unseren Gremien unsere Meinungen beherzt vertreten und letztlich sachlich diskutiert" haben, meinte er. So wünscht er Kickl "alles Gute bei der Arbeit für unsere Gesinnungsgemeinschaft" - wohl nicht ganz ohne Wink darauf, dass zu dieser auch das gemäßigte Lager zählt. Zudem habe sich lediglich "unsere Partei an der Spitze einmal mehr erneuert", Politik müsse jedoch "von unten nach oben gedacht und gemacht werden, wenn man es ernst meint."

Kickl selbst wandte sich am Dienstagnachmittag mittels Posting noch einmal an seine Facebook-Fans und dankte für deren "Zuspruch". Sein erstes Interview als designierter FPÖ-Chef hatte er am Dienstag dem Ö1 Morgenjournal gegeben. „Es ist kurz nach sieben und sie schwingen mal wieder die Nazikeule“, kalgte er. Zuvor hatte er selbst aufgebracht, dass ihm vorgeworfen würde, „radikal und extrem“ zu sein und wiederholt die Frage gestellt werde, ob die FPÖ „im rechten Eck oder gar rechtsextrem“ sei. Für Kickl ist „Nazikeule“ aber ohnehin ein „wirkungslos und stumpf gewordenes Instrument“. Ob sich die Freiheitlichen unter ihm klar von Rechtsextremismus abgrenzen und etwa Identitären nicht in politischen Funktionen dulden würden? „Die Freiheitliche Partei braucht sich nirgendwohin abzugrenzen“, sagte er.

Für die FPÖ sei nun „Opposition das Gebot der Stunde“ und Kickl sieht auch Verbindungslinien zu anderen Oppositionsparteien. Das zeige sich etwa im Ibiza-U-Ausschuss, dem für Kickl „erfolgreichsten, den es in der Zweiten Republik jemals gegeben hätte". Eine Rückkehr zu Türkis-Blau schließt er erneut aus: „Mit den türkisen Karrieristen kann keine Form der Zusammenarbeit stattfinden.“ Nach den nächsten Wahlen würden aber die Karten neu gemischt. Womöglich gäbe es „Selbstreinigungskräfte in der ÖVP“.

Politische Hygiene

Als größte politische Aufgabe sieht Kickl „für politische Hygiene zu sorgen“. Hier sehe er Gemeinsamkeiten mit anderen Parteien, wobei er der SPÖ die Strategie attestiert „im Zweifelsfall den Steigbügelhalter für die ÖVP zu machen“.

Dass die FPÖ sich mit seinem politischen Stil und seiner Positionierung den Weg in künftige Regierungen verbaue, glaubt Kickl nicht: „Jede Partei muss immer so aufgestellt sein, dass sie sowohl regierungs- als auch oppositionsfähig sei“, sagt Kickl: „Das Problem entsteht nur, wenn sie versucht, beides am selben Ort zur selben Zeit zu sein.“

Beim Bundesparteitag am 19. Juni wird Herbert Kickl offiziell zum neuen FPÖ-Chef gewählt.

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Danke für Ihr Verständnis.

rouge
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Bemerkenswert

immer mehr outen sich jetzt als Kickl-Fans. Das Gedächtnis der Menschen ist kurz.
Das Aufwachen schmerzhaft.

mtttt
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Potential

für den Mann ist gross. Die vom Leben enttäuschten, Verlierer, Krisengeschaedigten sind nicht wenige. Ich dachte, mit den Altnazis und Coronaleugnern vielleicht 8-10% der Wähler aber die enttäuschten Krakeler werden es verdoppeln. Sehen wir.

derdrittevonlinks
3
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Nau schau ma moi, ...

.... vielleicht fühlt sich ja da Kickl für das Vakzin Sputnik zuständig, der Kanzler hat ja gecancelt.

PiJo
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"das Recht hat der Politik zu folgen"

Status Quo
Diesen Zustand erleben wir ja derzeit.
Sind wir doch froh das es die Freiheitlichen gibt sonst hätte der Mesias die Absolute und dann möchte ich mir die Posting hier ansehen.
Eine Demokratie lebt von Gegensätzen und es muss in Österreich möglich sein sich kritisch gegen rechts aber auch gegen links zu äußern ohne gleich als "radikal" abgekanzelt zu werden.
Als" radikal " sind wohl einige Postings zu verstehen die andere Meinungen absolut nicht zulassen sowohl von links und rechts.

Ragnar Lodbrok
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Wer für alles offen ist,

ist nicht ganz dicht...

pprimus
22
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Kickl wird...

...der nächste Landeshauptmann Kärntens sein.

ordner5
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Hoffentlich.

Damit nicht weitere Brücken und Straßen verfallen.

joektn
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Sicher nicht

So Dämlich ist Kärnten kein zweites Mal. Einmal Haider hat gereicht und die Folgen spüren wir immer noch.

Mein Graz
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@pprimus

Sollte es eine höhere Macht geben so würde ich sehr darum bitten, dass dieser Krug an den Kärntnern vorbei geht.

Und den Kärntnern selbst würde ich dringend raten, ihre sicherlich mehr als ausreichend vorhandenen Denkfähigkeiten zu nutzen und sich nicht einlullen zu lassen.

feynman
41
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Kickl

Kann mir jemand erklären, warum Kickl als IM abberufen wurde, bzw was hat er angestellt? Weil er versucht hat im BVT aufzuräumen? Bin auf die derzeitige Regierung stink sauer, mein Betrieb ist am Sterben, musste bis auf einen MA alle entlassen.......Die Maßnahmen die zur Pandemiebekämpfung getroffen wurden, haben sich als Farce entpuppt und wenn sie uns als Pöbel und Tiere bezeichnen, kommt mir der Kakao von der Firmung hoch! Hoffe die FPÖ kann sich stabilisieren, meine Stimme habt ihr für ewig.

DannyHanny
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Feynman

Immer dann im Forum, wenn es gilt für die FPÖ in die Presche zu springen!! Ein Schelm der sich gewisses dabei denkt!
Und wenn Sie sich von dem Wort " Pöbel " angesprochen füllen, würde ich vielleicht empfehlen Ihre Ejgenwahrnehmung einer Überprüfung zu unterziehen!

feynman
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Ich springe für niemanden

in die Presche! Mir ist es auch egal was sie von mir halten, ich habe meine eigene Meinung und zu dieser stehe ich.

wintis_kleine
5
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Es gibt ein Sprichwort.

Wer nach allen Seiten hin offen ist,
Kann nicht ganz dicht sein.

GustlSepp
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Adieu

das wars mit der FPÖ! GSD

DergeerderteSteirer
9
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"FPÖ braucht sich nirgendwohin abgrenzen"


Braucht sie eh nicht, sie hat es doch schon lange,........ abgegrenzt - ausgegrenzt....... usw........... ;-)

melahide
9
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Leider

Werden die ein Auffangbecken für Coronaleugner im ersten, und Klinawandelleugner. Für Ausländerhasser sowieso. Und im nächsten Schritt für due Verlierer in Corina und Verlierer in der Digitalisierung. Und natürlich von Eliten, die mit Türkis nichts anfangen können. Ich seh eine schlimme Zukunft

rochuskobler
9
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Nirgendwo abgrenzen?

Wer so eine Ideologie vertritt, braucht sich wirklich nirgendwohin abgrenzen. Der wird nämlich von allen anderen ausgegrenzt und hat damit ein einzigartiges Alleinstellungsmerkmal. Jetzt hat es diese Chaotentruppe, die mit ihrer Coronaverweigerundsstrategie viele Kranke und Tote zu verantworten hat, endlich geschafft, dass niemand mehr etwas mit ihnen zu tun haben will. Spät aber doch.

pippo1988
19
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und nicht zu vergessen

die vielen kranken und Toten bzw. psychischen Langzeitschäden, die die aktuelle Regierung zu verantworten hat....

GUKU
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Mit

Kickl ist die FPÖ dort angekommen wo die Partei sich nie sehen wollte.
Reif für die Auflösung!

seierberger
1
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Angekommen

Die Partei ist dort, wo sie immer war. Rechts vom rechten Rand.

Aber nicht erst oder wegen Kickl.

MichaelWFP2312
8
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Dieser Artikel strotzt vor Fehlern...

Bitte kann man den Artikel etwas ausbessern und besser leserlich machen? Hier sind echt komische Fehler drin, die das Lesen unmöglich machen. Ebenso ist laut der FPÖ der Parteitag nicht am 18. sondern am 19. Juni...

KleineZeitung
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Korrektur

Danke für den Hinweis, wir werden den Artikel nochmals kritisch lesen. Lieben Gruß aus der Redaktion

SoundofThunder
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🤔

Er braucht das Klientel sonst ist er bei 10% oder weniger. Rechtsextreme wie die Identitären allein sind zu wenig. Notgedrungen MUSS er "Kante" zeigen um enttäuschte Wähler von der ÖVP zurück zu gewinnen. Denen war der Hofer zu Weich. Man muss nur in einem gewissen Forum einer gewissen Zeitung nachlesen: Da jubeln die Menschen über Kickl. 😏

HoellerP
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Genau...

....politische Hygiene; der war gut....

Stubaital
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Kickl

Der blaue Giftzwerg wird seinen Weg machen.
Er führt noch weiter nach rechts, und wird Österreich 🇦🇹 noch mehr spalten.
Das Wählerpotential von Kickl wird sich wieder im Festzelt treffen, und Hassparolen gegen die Regierung anstimmen.

pippo1988
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viel mehr spalten....

als aktuell von der Regierung "freiwillig" erzeugt wird geht eh nicht mehr

 
Kommentare 1-26 von 33