Präsenzunterricht im LockdownWiener Lehrer wehren sich gegen unverständliche Lockerung

Paralleles Angebot von Präsenzunterricht in der 4. und 8. Schulstufe, Fernunterricht für alle anderen Jahrgänge und Betreuung an der Schule sei nicht durchführbar, betont die Lehrervertretung.

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Appell an Christoph Wiederkehr
Appell an Christoph Wiederkehr © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Mit der Verlängerung des Lockdowns wurde in der Ostregion zwar die Umstellung auf Fernunterricht bis 16. April ausgedehnt. Das Bildungsministerium plant allerdings, dass ab Montag Schüler der Abschlussklassen und jene, die vor einem Schulwechsel stehen, trotzdem in die Klasse kommen können. Auch Schularbeiten und Förderunterricht sollen stattfinden. Von der Wiener Lehrervertretung kommt nun Widerstand, sie fordert die Rücknahme dieser Maßnahmen.

Größte Verwirrung

Der ständige Wechsel zwischen Distance Learning und Präsenzunterricht im Schicht- oder Vollbetrieb sorge nicht nur für "größte Verwirrung", heißt es in dem Schreiben des Zentralausschusses der Wiener Pflichtschullehrer. Es ist u.a. an Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP), Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) gerichtet.

In der Sekundarstufe I (im Pflichtschulbereich vor allem Mittelschulen) sei es wegen des Fachlehrersystems auch gar nicht möglich, dass gleichzeitig Schichtbetrieb für die 8. Schulstufe und Fernunterricht für die 5. bis 7. Schulstufe sowie zusätzlich noch Betreuung in der Schule angeboten wird. Ähnliche Probleme gebe es auch an den Volksschulen bei Lehrern, die in mehreren Klassen eingesetzt werden.

Lockerungen unverständlich

Überhaupt seien Lockerungen beim Schulbetrieb zur gleichen Zeit, zu der Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres einen Lockdown für ganz Österreich fordert, unverständlich. "Das konterkariert die aktuellen Maßnahmen gegen die Verbreitung der Covid-19-Mutationen in Ostösterreich." Die Ankündigung der Bildungsdirektion, dass es trotz des strengen Lockdowns in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland ab Montag in bestimmten Situationen Schulbetrieb vor Ort geben soll, habe deshalb "für viel Wirbel gesorgt". So der oberste Wiener Pflichtschullehrer-Personalvertreter Thomas Krebs (FCG) zur APA.

Der Zentralausschuss fordert deshalb, dass die Ankündigungen für den Pflichtschulbereich vom Bildungsministerium nicht verordnet werden

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Hapi67
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Vollkommen gerechtfertigt,

eine Abweichung vom System bzw. Umstellung im Jahr 2021 ist einfach nicht durchführbar.

Macht auch keine andere Sparte bzw. Privater und ist dem Personal schlicht nicht zumutbar.

Hier muss entschlossen gehandelt werden, es geht dabei ausschließlich um die Gesundheit und das Wohlergehen von ...

Vielen Dank

AloisSteindl
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An alle Besserwisser

Die mir bekannten Lehrer wollen alle in den Präsenzunterricht. Aber so wie ihn sich das Ministerium vorstellt, ist er schlicht technisch unmöglich: Man kann nicht zB. von Montag 8-9 in der Klasse stehen, dann von 9-11 online unterrichten, dann wieder in die Klasse. In den Schulen fehlt schlicht die technische und räumliche Ausstattung. Bei kleinen Schulen könnte man ja noch irgendwie den Stundenplan umschichten, damit die Lehrer, die auch eine Abschlussklasse haben, nur an einigen Tagen präsent sind und sonst von zuhause auch online unterrichten. Aber wer schon einmal einen größeren Plan entworfen hat, kennt die Probleme.
Und natürlich spielt auch die epidemiologische Situation eine wichtige Rolle: Sonst heißt es zurecht immer, die Leute sollen Abstand halten, aber in der Schule dürfen 20-30 Leute stundenlang in einem Raum miteinander verbringen und auch sprechen. Da weiß die eine Abteilung nicht, was die andere anordnet.
Übrigens, von Faßmann hat man seit mindestens Palmsonntag nichts gehört; gestern verkündet er plötzlich die neue Regelung. Bezüglich Ferienhalten ist er im Land mit Abstand der Eifrigste.

HansWurst
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Kaum zu glauben,

aber wahr: Ich kenne Lehrer, die schaffen das problemlos.

lucie24
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Die sollen mal aufhören zu jammern und

an die Kinder denken.