Wien, NÖ, BurgenlandHandel schließt von Gründonnerstag bis nach Ostern, Woche danach Distance Learning

Lockdown, Schließungen, Distance Learning: In Niederösterreich, dem Burgenland und in Wien kommen über die Osterfeiertage harte Einschränkungen. Weitere Länder könnten folgen.

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LH Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne), Bgm. Michael Ludwig (SPÖ) und LH Hans Peter Doskozil (SPÖ)
LH Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne), Bgm. Michael Ludwig (SPÖ) und LH Hans Peter Doskozil (SPÖ) © 
 

"Wir haben in Ostösterreich die stärkste Ausbreitung der britischen Mutation", sagt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) - und sie sei schwieriger als erwartet. Die Folge: Die Intensivbetten in Wien werden knapp. Daher habe er mit den Landeshauptleuten von Wien, Niederösterreich und Burgenland "ohne Streit, ohne harte Auseinandersetzung" ein Paket vereinbart, um dem Virus entgegenzuwirken. "Ich bin froh, dass wir die Öffnungsschritte abgesagt haben", so Anschober: "Das wäre die völlig falsche Zeit gewesen".

Stattdessen kommt ein vorläufig kurzfristiger "Wellenbrecher" zwischen 1. und 6. April:

  • Handel und körpernahe Dienstleister schließen (ausgenommen lebensnotwendige Geschäfte). Nach Ostern, ab 7.4., soll der Handel nur mit Eintrittstest wieder aufmachen
  • Ausgangsbeschränkungen von 0-24 Uhr wie vor Weihnachten
  • Der Kontakt zu anderen soll auf eine enge Bezugsperson beschränkt werden
  • Auch die Museen in den drei Ländern schließen in dieser Zeit

Von 1. bis 11. April gilt zudem:

  • FFP2-Pflicht in geschlossenen Räumen, wenn mehr als eine Person anwesend ist
  • FFP2-Maske auch im Freien, wo Menschenmassen zusammenkommen
  • Arbeitspendler (etwa aus Tschechien und Ungarn) sollen statt einmal nun zweimal pro Woche getestet werden
  • In Betrieben muss einmal die Woche getestet werden oder alternativ im Homeoffice gearbeitet werden

Die Schulen in den drei Bundesländern werden in der Woche nach Ostern (bis 9. April) im Distance Learning geführt. Danach sollen Schulen mit PCR-Tests wieder starten.

Kommende Woche will sich Anschober abermals mit den Landeshauptleuten beraten. Der Gesundheitsminister befürchtet, dass solche Maßnahmen auch in anderen Bundesländern nötig werden könnten. „Meine Befürchtung ist, dass diese Situation im Osten auch bald die anderen Bundesländer ereilen könnte.“

Kurz schaltete zu, um bei Schließung zu bremsen

Der Entscheidung waren zähe Verhandlungen vorher gegangen. In der Nacht auf Mittwoch diskutierte man bis in die frühen Morgenstunden, untertags wurden die Details festgezurrt. Gesundheitsminister Rudolf Anschober verlangte strenge Maßnahmen.

Mit ihm argumentierte Bürgermeister Michael Ludwig, der unter dem Eindruck der vollen Intensivstationen in Wien in die Verhandlungen ging. 176 Menschen liegen derzeit mit Corona auf einer Intensivstation in Wien. In zwei Wochen - so berechnen es die Modellierer - werden es bis zu 320 sein.

Ludwig plädierte für einen harten zweiwöchigen Lockdown in der Karwoche. Johanna Mikl-Leitner argumentierte, dass der Handel unbedingt geöffnet bleiben müsse. Die dahinterliegende Sorge: Die Bevölkerung würde einen harten Lockdown nicht mehr mittragen. Mikl-Leitner wurde unterstützt von Bundeskanzler Sebastian Kurz, der bis Mitternacht per Telefon zugeschaltet war.

Hans Peter Doskozil, der am Dienstag noch Thermen im Burgenland öffnen wollte, vertrat eine Position dazwischen. Er verwies auf das Meinungsspektrum der Experten und pochte auf ein klar formuliertes Ziel, damit die Bevölkerung mitmacht.

Für Ärger bei den Landeshauptleuten hat gesorgt, dass Experten beim Gespräch am Dienstag mit dem Gesundheitsministerium die Lage plötzlich viel dramatischer geschildert hätten als noch am Tag davor beim Bund-Länder-Gipfel im Kanzleramt. Da sei noch mit keiner Silbe von einem Lockdown gesprochen worden: "Es braucht mehr Verlässlichkeit", hieß es aus Länderkreisen zur APA.

Insgesamt sah man aber das Gespräch mit Anschober, in das auch das Kanzleramt eingebunden war, als sehr konstruktiv an. Eine enge Zusammenarbeit scheint auch wichtig, denn Experten schilderten beim "Ost-Gipfel" die Situation an den Wiener Spitälern als "äußerst kritisch". Im Wiener Rathaus wurde am Mittwoch auch nicht ausgeschlossen, in einem zweiten Schritt die Maßnahmen zumindest in der Bundeshauptstadt zu verschärfen. Dies wird laut APA-Informationen dann überlegt, wenn die Infektionszahlen weiterhin so stark ansteigen wie bisher.

 

Kommentare (99+)
shaba88
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Kommentar

Bitte auf der Pack und der Turrach Einreisetests für Wiener

ebox
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und Kärntner 🔙⛔

wg. Kärnter Mutantenflüchtlinge nach St.Eiermark.

benkoe
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Schulferien oder distance learning?

In meinem Verständnis nicht dasselbe

Ch.Gschiel
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Distance Learning oder Ferienverlängerung???

Sind zwei ziemlich verschiedene Sachen.
Mich würde interessieren, was im Osten kommt, denn wenn bei uns die Zahlen auch weiter steigen, droht uns das auch.

shaba88
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Kommentar

Vor allem wenn alle Wiener jetzt nach Kärnten kommen und sich an nichts halten

Enib3
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Danke...

Super für die Verallgemeinerung, ich will sicher nicht nach Kärnten, mit den Kommentaren überlege ich mir auch den nächsten Urlaub wo anders zu verbringen. Da Wiener ja eh nicht erwünscht sind.

rebuh
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Glaube nicht das es Sinn macht den kleinen "Fetzenladen" oder Baumarkt

zu sperren, aber ein SOFORTIGES Verkaufsverbot für alkoholische Getränke würde den meisten Privatpartys den Hahn abdrehen. Scheinen ja die Quelle der meisten "Krankheitsfälle" zu sein, vor allem bei den Jungen.

floecking
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Osterruhe

Machen sie es nur in den 3 Bundesländer wird gesudert das ist ein Fleckerlteppich, machen sie es Österreichweit wird gesagt bitte nur regional. Passen tut sowieso nix. Ich habe nix gegen die Restriktionen aber nicht bei uns.

MuskeTiere4
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Gegenfrage: wer verhindert die Busladungen von unmaskierten Demonstranten

aus den westlichen und südlichen Bundesländern, die wohl auch zum weiteren Anstieg der Erkrankungen in Wien führen?
Es bringt gar nichts die Länder gegen die Städte auszuspielen! Umgekehrt auch nicht!
Es gibt ein paar grundlegende Verhaltensregeln, die sich schon während früherer Viruspandemien bewährt haben.
Die sind nicht sexy, haben keinen Spaß-Faktor, weil die neue Virusfamilie auch keinen Spaß versteht!
Man kann die Zeit bis zur Impfung nur mit diesen Maßnahmen einigermaßen gut überbrücken. Niemand steht über dem Virus. Niemand sollte über dem Gesetz stehen. Niemand ist ohne gemeinsames Beherzigen der Maßnahmen halbwegs sicher vor der Möglichkeit eines schweren Verlaufs.
Zum Polemisieren oder gar für Total-Verweigerung ist grad nicht der richtige Zeitpunkt!

ChihuahuaWelpe56
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Aber nicht vergessen

die Schilifte müssen über die Osterferien offen haben!! 🙃

Enib3
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Ja sicher,

Sonst verdienen ja Basti's Kumpel nichts.

Stubaital
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Osterruhe?

Diesen Schwachsinn kannst gleich vergessen. Jetzt wird die östliche Bevölkerung nach OÖ und in die Steiermark kommen, um einzukaufen.
Seiersberg kann sich bereits freuen. Oder sperrt man den Wechsel ab?😂
Jetzt wäre es an der Zeit, dass sich Anschober zurück zieht.

eleasar
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Schon wieder werden die Kinder und Jugendlichen

zum Handkuss gebeten. Obwohl bereits durchgedrungen sein sollte, wie schädlich sich Schulschließungen auf die Psyche der jungen Menschen auswirken. Leider haben sie keine Lobby, die sie bei den Verhandlungen vertritt...

Die Verantwortlichen mögen sich den österreichischen Dokumentarfilm "LOCKDOWN KINDERRECHTE" ansehen, der vor 3 Tagen auf youtube erschienen ist. Dort kommen junge und auch ältere Leute sowie Experten zu Wort, die die fatalen Auswirkungen der Lockdown-Politik auf Kinder und Jugendliche thematisieren.

Enib3
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Selbstverantwortung

Ich hab auch ein Kind das noch zu Schule geht, nur auf seine Psyche wirkt sich das ganze nicht aus. Vielleicht sollten die Eltern auch ein bisschen mit den Kindern Unternehmen. Meine Tochter ist Kindergärtnerin, wenn ich dann von ihr höre, das eine Mutter die in Karenz ist sagt, sie kann keine 2 Kinder zu Hause haben das ist zu viel. Ich glaub da läuft was falsch. Warum hat sie dann 2 oder 3 Kinder wenn es ihr nicht möglich bist sich um diese zu kümmern. Ich weiß das es geht ich hab 3. Es hängt viel auch von den Eltern ab. Aber das soll so sein. Sie wollten Eltern werden.

altbayer
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youtube Wahrheiten

Bitte hört endlich einmal auf an die vielen, vielen, vielen "youtube Wahrheiten" zu glauben.
Hinter diesem Beitrag steht ICI
- Impfverweigerer und Corona-Demonstrations Veranstalter!

Stubaital
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Eleasar

Schon einmal nachgedacht wie es Kinder in der Kriegszeit bzw. Nachkriegszeit ergangen ist.
Die ständige Jammerei ist schön langsam 🤮.

eleasar
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@ Stubaital: Also wenn ich Sie richtig verstehe,

meinen Sie, den Kindern und Jugendlichen kann es heute psychosozial ruhig schlecht gehen, weil es Kindern früher im Krieg auch schlecht gegangen ist. Tolle Argumentation!

Stubaital
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Elesar

Sie sollten ihre Kinder richtig erziehen, damit sie kein Trauma haben.
Ich kenne hunderte Familien mit Kindern, die nicht jammern.
Und wenn sie nicht zurecht kommen, ist es ihr Problem.
In einer Pandemie gibt es Sonderregeln, damit sollten Sie auch klar kommen.

scionescio
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@elesar: die türkisen Trolle übernehmen diese absurde Argumentation von unserem LH Schützenhofer ...

... der hat ja auch gemeint, es ist ja keine "Not", weil es schon einmal noch schlimmer war.

Wie man an der Zustimmung erkennt, trifft so ein Schwachsinn bei bestimmten Bevölkerungsschichten tatsächlich auf Zustimmung - und leider kann man damit sogar gewählt werden.

lieschenmueller
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Gefühlsmäßig ist man immer auf dem Stand, den man selbst seit Kindheit an kennt,

also auf einem doch hohem Niveau bei fast uns allen.

Aber nachdenken, wie es gewesen sein muss, hungrig, im kalten Zimmer, unter Bombenangst, ohne Nachricht, ob der Vater, Ehemann oder Sohn überhaupt noch lebt, kann man. Zumindest ab Teenageralter sollte man ein gewisses Vorstellungsvermögen haben, wie furchtbar nur der Gedanke dran ist.

Handy nehmen, darüber mit seinen Freunden reden, danach eine Stunde Netflix, bevor die Mama zum Abendessen am voll gedeckten Tisch ruft.

Im warmen Bett kann man sich hinterher noch immer bedauern.

Es ist auch kein ganzes Jahr, wo man Einschränkungen hatte. Von Mai bis November war vieles "fast normal" und die vier Monate seitdem, diese "Not" würden sich Bevölkerungen auf bestimmten Teile der Erde als Normalzustand herbeisehnen.

Und so gut kennen wir uns scionescio, dass ich kein türkiser Troll bin oder nur irgendwem in dieser Partei nach dem Mund rede.

scionescio
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@lieschenmueller: du hast mit dem was du schreibst natürlich Recht ...

... aber es hilft Betroffenen genau gar nix, ihnen zu erklären, dass es früher noch schlimmer war oder es anderen noch schlechter geht.

Ohne es selbst erlebt zu haben, kann sich auch niemand wirklich hineinfühlen und es komplett nachvollziehen - wir machen Fastenkuren um ein paar überflüssige Kilos runterzubringen - kann ich jetzt das Gefühl, das ich beim Fasten habe, mit dem Gefühl des Hungerns vergleichen?
In dem einem Fall, kann ich jederzeit abbrechen und zum Kühlschrank gehen (mit der Konsequenz, dass ich mir vielleicht einen neuen Anzug kaufen muss, weil der Alte nicht mehr richtig sitzt), im anderen Fall habe ich die Todesangst und Ungewissheit, in ein paar Tagen zu verhungern.

Ist es ein Trost für eine Frau mit Brustkrebs, ihr zu sagen, dass es ihr eh noch gut geht, weil sie mit Bauchspeicheldrüsenkrebs in ein paar Monaten sterben müsste?

Meiner Meinung nach ist es Aufgabe der Politik, dass es der Bevölkerung so gut wie möglich geht und Vergleiche mit anderen schlimmen Zeiten sind da unzulässig, weil man beliebige Vergleiche bemühen kann - in beide Richtungen!

Meine Kinder genießen viel mehr Luxus als mir je geboten wurde, weil es sich meine Eltern einfach nicht leisten konnten - gibt es irgendeinen Grund, warum ich jetzt meine Kinder gleich einschränken sollte, obwohl es mir nicht weh tut und ich ihnen gerne eine Freude mache, wenn sie es verdient haben bzw. ich für richtig halte?

Stubaital
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Scion

Auch ein 🧠 loser.

eleasar
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Danke Stubaital für deine differenzierten Einzeiler

inklusive Emoticon. So stelle ich mir Diskussion vor! Hast wohl nicht viel Sonne abbekommen im Stubaital?

shaba88
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Kommentar

Was ist DAS für ein bescheuerte Argument, unsere Großeltern, Elterngeneration hat über vieles nie gesprochen, aber viele Traumata wurden an Nachfolge Generationen weitergegeben. Wenn A springt, ist es normal, daß B auch springt???

Gartenfuchs22
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geh bitte....

....ist ihnen lieber, dass einer Ihrer Lieben mit den Worten:" leider kein Bett mehr verfügbar" im Gang abgestellt wird und sich selbst überlassen stirbt? Die Psyche der Kinder wird bei guter elterlicher Betreuung hoffentlich ein paar Tage unbeschadet überstehen....

Amadeus005
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Wer verhindert nun die Massen an Wienern in Kärnten?

Österjause und Schifahren werden zu viel als Ausrede benutzt werden. Oder wird das auf dem Semmering und Pack geprüft.

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