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Ausgaben verdoppeltBundesregierung gab im Vorjahr 47,3 Millionen Euro für Werbung aus

Alleine auf das Kanzleramt entfallen Ausgaben in Höhe von 21 Millionen Euro. Ausgaben der öffentlichen Hand belaufen sich insgesamt auf 222 Millionen Euro.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Die öffentliche Hand hat im Vorjahr 222 Mio. Euro für Werbung ausgegeben. Das ist - beeinflusst auch durch die Inseratenkampagnen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie - so viel wie noch nie seit der Ausweisung der Medientransparenzdaten im Jahr 2012.

Der bisherige Rekord aus 2013 (201 Mio. Euro) wurde um rund 21 Mio. Euro übertroffen, gegenüber 2019 steigerten sich die Ausgaben um rund 44 Mio. Euro, wie aus den am Montag von der RTR veröffentlichten Daten hervorgeht.

Die Bundesregierung warb um rund 47,3 Mio. Euro. Das ist mehr als doppelt so viel wie noch im Jahr 2019 mit 19,3 Mio. Euro und vor allem den Corona-Inseraten geschuldet.

Mit Abstand am meisten gab dementsprechend auch das Kanzleramt mit rund 21 Mio. Euro (2019: 1,4 Mio. Euro) aus. Dahinter folgt das ebenfalls ÖVP-geführte Finanzministerium (2020: 8,9 Mio. Euro; 2019: 7,4 Mio. Euro).

Sehr sparsam ging das Grüne Gesundheitsministerium bei seinen Werbeausgaben vor: Es kommt auf 369.000 Euro. Ein Großteil der Werbeausgaben der Regierung entfällt auf ÖVP-geführte Ministerien
(44,3 Mio. Euro bzw. 93,7 Prozent).

Auch die Stadt Wien verzeichnete im Jahr der Gemeinderatswahl einen Anstieg an Werbeausgaben von rund 19,2 Mio. Euro im Jahr 2019 auf 24,2 Mio. Euro. Rechnet man die Beteiligungen der Stadt Wien hinzu, erhöht sich der Betrag auf rund 35,2 Mio. Euro.

Die Wirtschaftskammer kam auf 16,3 Mio. Euro Werbeausgaben, der ORF auf rund 10 Mio. Euro. Die Arbeiterkammer senkte entgegen dem Trend ihre Ausgaben von 5,5 Mio. Euro 2019 auf rund 5 Mio. Euro 2020. Firmen mit Bundesbeteiligung inserierten um 16 Mio. Euro.

Großer Teil der Summe an Boulevardmedien

Ein großer Brocken der Gesamtsumme ging an Boulevardmedien samt deren Online-Portalen und Beilagen. Die "Kronen Zeitung" (inklusive online) generierte rund 25,9 Mio. Euro aus öffentlichen Inseraten
(2019: 19,1 Mio. Euro). "Heute" (noch mit Netdoktor) kam auf rund 16 Mio. Euro (2019: 12,2 Mio. Euro) und "Österreich" (inklusive oe24.at) auf 15 Mio. Euro (2019: 11,5 Mio. Euro). Der ORF erzielte 24,3 Mio. Euro aus Werbeeinnahmen der öffentlichen Hand (2019: 20,4 Mio. Euro).

Die Bundesregierung ließ sich Inserate in der "Kronen Zeitung" (samt Beilagen und Online-Portale) rund 8,4 Mio. Euro kosten. Bei "Heute" warb sie um rund 5,5 Mio. Euro. "Österreich" erhielt 5,3 Mio. Euro. Der ORF kam auf 834.000 Euro Werbeeinnahmen durch die Bundesregierung. Die Stadt Wien inserierte um 3,7 Mio. Euro in "Heute", 3,5 Mio. Euro in der "Kronen Zeitung" und 2,7 Mio. Euro in "Österreich". Beim ORF warb die Stadt Wien um rund eine Mio. Euro.

Auch die Werbeausgaben der öffentlichen Hand an internationale Plattformen stiegen passend zum jahrelangen Trend weiter an. Bei Google (inkl. Youtube) warben Regierung, Länder und Staatsfirmen im Vorjahr um 8,1 Mio. Euro (2019: 7,1 Mio. Euro). Facebook erhielt 4,9 Mio. Euro (2019: 3,3 Mio. Euro).

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leserderzeiten
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Na?

Samma sprachlos?
Ich verstehs, 47,3 Millionen Euro rein für Werbung in eigener sache, in einem Jahr.
Jeder normal denkende schluckt da einmal.

schteirischprovessa
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Als einer, der sich mit Werbung und Marketing beschäftigt,

höre ich mir Radiospots bzw. schaue ich mir Inserate, Plakatwerbung und TV Spots bewusster als andere an.
Bei mir ist nur Werbung zur Einhaltung der Coronamaßnahmen hängen geblieben, wie Abstand halten mit Babyelefant, Maske, Hygiene, Impfung, keine einzige Werbung zur Beweihräucherung der Regierung, wie sie vor allem unter Faymann Hochkonjunktur hatte.
Daraus ein Theater wegen erhöhter Werbeausgaben zu machen ist nicht korrekt und kann man getrost als miesen politischen Schachzug bezeichnen.

Gedankenspiele
3
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@schteirischprovessa

Als jemand, der sich Inserate, Plakatwerbung und TV Spots bewusster als andere ansieht, ist Ihnen sicher auch aufgefallen, dass in besagten Werbeschaltungen bewußt mit der türkisen Parteifarbe der Kurz-ÖVP gespielt wurde!?

In fast jedem Werbespot wurde ein türkises (manchmal auch zusätzlich grünes) Accessoire der Szenerie beigemischt.
Ob es die türkise Kerze im Hintergrund der Oma war, die türkis-grünen Leibchen im Hintergrund der Kinder, die türkise Vertäfelung in der Küche, türkise Ordnermappe im Büro, der türkise Pullover einer Frau, usw....

Lustigerweise war die einzige Regierungswerbung, die in starkem rot gehalten war jene, die uns sagte "Bleiben Sie ab jetzt wieder zuhause. Es gelten wieder die Ausgangsbeschränkungen!"

An soviele Zufälle glaube ich nicht.

Das PR-Team rund um Kurz macht seinen Job gut. Im Vordergrund steht die Botschaft der Maßnahmen. Im Unterbewußtsein wird die Parteifarbe als die rettende Botschaft mitgeliefert.

Lodengrün
2
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Es kommt mein Freund

aber auch darauf an worauf man den eigenen Fokus richtet. Dir fiel, auch dem Gag geschuldet, der Babyelefant, auch spontan von Dir beschrieben, auf. Um wirklich eine wahre Aussage zu machen, müsste man dies einer eingehenden Untersuchung unterziehen. Und das tun wir uns beide, da so viele Parameter eine Rolle spielen, wirklich nicht an.

leserderzeiten
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Ich warte

auf die Rechtfertigung dieser Verschwendung, von den Türkisen Wählern hier.
Denn wenn diese Regierung ja so tolle Arbeit leistet (speziell Kurz und Blümel), wozu dann soviel Geld für eigen Werbung?

bam313
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Narzissten

müssen sich täglich selbst bewundern können.

bam313
1
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Wenn sie dann jedoch

überdimensional von einem Karikaturisten an einer Hauswand dargestellt werden, ist das Geplärre groß.

Gedankenspiele
4
21
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Da wird auch klar...

...warum die österreichische Bundesregierung dann beim Impfstoff ein bisschen sparen musste.
Impfstoff für die Bevölkerung UND Werbung in eigener Sache - man kann nicht alles haben. Da muss man einfach Prioritäten setzen!

bam313
1
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Ja sicher!

Weil die Regierung als ersten Schritt auch sofort die Verantwortung ablehnte.
Ein Schelm, der dabei Böses denkt ...

UHBP
2
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Bundesregierung gab im Vorjahr 47,3 Millionen Euro für Werbung aus

Koste es was es wolle!
Da hat sich der Basti wohl was vom HC abeschaut. Kaufen geht nicht - aber wer beißt schon die Hand die ihn mit Steuermillionen füttert?

SoundofThunder
3
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🤔

Der Kanzlerdarsteller schmeißt das Geld der Steuerzahler für seine Imagepflege breitbeinig zum Fenster hinaus.

schteirischprovessa
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Sie haben keine Ahnung, wofür geworben wurde.

Es geht Ihnen nur auf unseriöse Weise darum, schlechtes über die Regierung und vor allem über Kurz zu schreiben.
Fragen Sie mal Frau Rendi Wagner, wie sinnvoll sie die Werbung zur Einhaltung von Abstand, zum Tragen von Masken oder zur Teilnahme an Impfungen sieht.
Die ist nämlich nicht ein so unsachlich und ignorant wie Sie. Sie sind einfach nur lächerlich, gleiches gilt auch für Herrn UHP.