Mutations-HotspotRegierung kann Land nicht überzeugen: Tirol bleibt vorerst offen

Keine Einigung bei Gesprächen über verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung der Südafrika-Variante.

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++ THEMENBILD ++ CORONA: INNSBRUCK / TIROL
Innsbruck. © APA/EXPA/ERICH SPIESS
 

Vertreter der Bundesregierung und des Landes Tirol sind in der Nacht auf Montag ohne Ergebnis auseinandergegangen, was die Frage betrifft ob das Land ganz oder zumindest teilweise isoliert werden soll. Damit treten heute auch in Tirol sämtliche Lockerungen in Kraft, Handel, Dienstleistungen und Museen dürfen aufsperren - wie auch der Tiroler Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser Sonntagabend in der ZiB2 bestätigte.

Aus dem Landhaus hatte es gegen Mitternacht gelautet, die Gespräche seien vertagt worden, der weitere Fahrplan stehe noch nicht fest. Dieser werde vom Bund bestimmt und voraussichtlich am Montag besprochen. Der Verhandlungsmarathon dürfte sich mehr als gespießt haben und kontrovers verlaufen sein. Ein Streitpunkt soll allein schon die Faktenlage gewesen sein - etwa was die Verbreitung der südafrikanischen Mutation angeht. 

Zuletzt war sogar eine Isolation bzw. Quarantäne oder eine Lockdown-Verlängerung für Tirol im Raum gestanden. Seitens Anschobers hatte es geheißen, dass bis Sonntagabend "Bilanz" gezogen und dann eine Entscheidung bekanntgegeben wird.

Wie das Land mitteilte, lagen mit Stand Sonntagabend weiter nur acht aktiv-positive Fälle der "Südafrika-Mutante" vor. Die Gesamtzahl der zum Großteil im Nachhinein festgestellten Südafrika-Mutationen in Tirol lag bei insgesamt 165 bestätigten Fällen. Diese Zahlen wurden auch bereits am Samstag kommuniziert. Bei 230 weiteren Fällen liege ein Mutationsverdacht vor - davon seien 118 Fälle bereits teilsequenziert. Der Verdacht wird laut Land gemäß den von der AGES vorgegebenen Standards weiter abgeklärt. Bei den restlichen 112 Fällen liege der Verdacht aus einer PCR-Testung vor, wurde der Bericht der ZiB2 am Sonntag bestätigt. Dieser Verdacht ergebe sich aus einer Vorsequenzierung, so das Land. Bei den 118 teilsequenzierten Fälle sei die Sequenzierung jedoch bereits etwas detaillierter erfolgt.

Tiroler Politik machte sich gegen Abschottung stark

Indes wuchs der politische Druck aus Tirol am Wochenende - und vor allem am Sonntag - stetig an. Die schwarzen Präsidenten von Arbeiter-, Landwirtschafts- und Wirtschaftskammer sowie alle Tiroler ÖVP-Nationalratsabgeordneten machten mobil, sprachen sich gegen Verschärfungen aus und forderten dieselben "bedachtsamen Öffnungsschritte" für Tirol analog zum Bund. "Die Zahlen geben weder eine Verlängerung noch eine Abschottung Tirols her. Es kann doch nicht sein, dass man die Tiroler bestraft, weil wir hier schneller und vorsichtiger als andere agiert haben. Wir waren die ersten, die zu sequenzieren begonnen haben und nun darf uns daraus kein Strick gedreht werden", erklärte Landwirtschaftskammerpräsident Abg. Josef Hechenberger.

"Die Menschen im Lande haben über Monate alle Maßnahmen geduldig über sich ergehen lassen - jetzt ist aber wirklich genug", meinte AK-Chef Erwin Zangerl in Richtung Türkis-Grün in Wien. Und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser, der bereits am Samstag Gesundheitsminister Anschober scharf attackiert hatte, ließ wissen, eine Abschottung wäre ein "Schlag unter die Gürtellinie" und würde das Vertrauen in die Entscheidungsträger zerstören. "Wir dürfen und werden uns das nicht gefallen lassen", so Walser, schließlich liege man bei allen Zahlen unter dem Bundesschnitt.

Walser: "Wir sperren auf"

In der ZiB2 legte Walser nach. "Wir sperren morgen auf", meinte er. Tirol wolle einfach nur gleich behandelt werden wie alle anderen Bundesländer. Hinsichtlich der Corona-Zahlen warf er dem Gesundheitsministerium ein falsches Spiel vor: Er glaube, dass "massiv falsch informiert" bzw. mit falschen Daten gearbeitet werde, so Walser und wies auf die lediglich acht aktiv positiven Fälle hin.

Tirols WK-Präsident drängt auf Öffnung
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Und schließlich stimmten am Sonntag auch die Tiroler ÖVP-Nationalräte Kira Grünberg, Alexandra Tanda, Rebecca Kirchbaumer, Franz Hörl und Hermann Gahr in den Chor ein und ließen die Parteifreunde und den Koalitionspartner im Bund wissen: "Wir stehen zu unserem Land und lehnen überschießende und sachlich nicht begründbare Schikanen ab. Die Betrachtung darf nicht nur aus virologischer Sicht passieren, sondern muss gesamtgesellschaftlich erfolgen. Diese Position werden wir auch in Wien in aller Klarheit vertreten."

Die Verschärfungs-Debatte ins Rollen gebracht hatte die Innsbrucker Virologin Dorothee von Laer, die sich für eine Isolation sowie einen verlängerten Lockdown ausgesprochen hatte. Landeshauptmann Platter erteilte solchen Maßnahmen jedoch eine Absage, man setze stattdessen auf die mit dem Bund abgestimmten Maßnahmen wie etwa flächendeckende Tests und intensiviertes Contact-Tracing.

Kommentare (82)
UHBP
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Eines muss einmal klar gesagt werden.

Tirol macht immer alles richtig. Sollte sich das Südafr.. Virus doch in ganz Österreich und noch weiter ausbreiten, waren sicher nicht die Tiroler oder gar die Politik daran schuld.
Parteifreunde gehen halt doch vor dem Gemeinwohl oder gar der Gesundheit der Österreicher.

frogschi
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Das SAvirus war bereits im Dezember 2020 in Wien.

Was soll dann das Tirol Bashing?

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@frogschi, das ist ja noch schlimmer!!!

Wenn die Mutation schon im Dezember in Wien war (Belege darüber sind dir bekannt? Bitte um Quellenangabe) und die Regierung reagiert erst jetzt darauf?
Jo wos sogst denn dazu!?

frogschi
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Weder das Eine noch das Andere ist schlimmer.

Dieses Virus mutiert ständig. Da wo es zu einer Mutation kommt, welche sich besser verbreitet (länger unbemerkt, oder weniger tödlich, oder auf vielen Wegen...) tritt es dann halt gehäufter auf.

Quelle zur Bemerkung seit 12.2020 in Wien:
"Die bereits im September in Großbritannien aufgetretene Coronavirus-Mutation wurde erstmals auch in Österreich nachgewiesen. In vier am Flughafen Wien-Schwechat genommenen Proben fand sich das Erbgut der Virus-Variante. Bei einer weiteren Person wurde überdies jene markante SARS-CoV-2-Variante nachgewiesen, die vermutlich in Südafrika entstanden ist." (vienna.at; 4.1.2021)

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@frogschi, hast du wissentlich falsch informiert? !

Abgesehen ist der 4.1.2021 nicht Dezember 2020 und die Proben wurden von Rückreisenden aus GB genommen, die aber nicht zwangsl. in Wien wohnen müssen, oder.
Aber viel wichtiger ist der Umstand, dass die GB-Mutation nicht gegenstand des Problems ist.
In Tirol handelt es sich um die Südafrika-Mutation und diese wurde NICHT im Dez.2020 in Wien nachgewiesen.
Deine Behauptung ist daher falsch!
Gegen GB wirkt Pfizer-Impfstoff, gegen Südafrika leider nicht so gut und Astra fast überhaupt nicht.
Daher ist das KEIN Tirol-Bashing!

rb0319
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Na eh

Wusste gar nicht dass der Flughafen Schwechat in Wien liegt. Seit wann gehört Schwechat nicht mehr zu Niederösterreich?

Mein Graz
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@rb0319

Ich versteh ja, dass man manchmal versucht ist, einfach IRGEND WAS zu schreiben.
Trotzdem sollte man sich ein bissl schlau machen, bevor man was postet.

Der offizielle Name des Flughafens lautet:
"Vienna International Airport"

Auf deutsch wird vom "Flughafen Wien" bzw. "Flughafen Wien Schwechat" gesprochen.

So wie der Flughafen von Graz eben "Flughafen Graz Thalerhof" heißt, obwohl er nicht zu Graz gehört.

Mein Graz
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Ergänzung:

Somit wird wohl alles, was am Flughafen Wien-Schwechat so anfällt, Wien zugerechnet.
Hoffe ich halt.

frogschi
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Treffer und versenkt

:-) Das kommt davon, wenn ein Provinzler wie ich kommentiert.

frogschi
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Dennoch gilt das restlich Geschriebene

ohne Berücksichtigung meiner geografischen Unkenntnis

gluca
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Die Kira Grünberg

Ist scheinbar aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und zeigt Position. Ich würde mich neben einem Hörl nicht "hinstellen" wollen.
Die restlichen Klugschwätzer sind eigentlich nur Gehaltsempfänger ohne Inhalt

koeflach
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Ja,Ja

Warten wir bis wieder alles verschleppt ist. Dann kommt das große Jammern.

selbstdenker70
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..

Jetzt mal ganz realistisch. Laut letzten Meldungen gibt es derzeit weltweit ca 5000!! Mutationen. In Österreich haben wir derzeit zwei oder drei davon. Explodieren deswegen die Zahlen in Tirol? Nein. Wir halten uns konstant bei ca 1400 täglich. Was allerdings spannend ist, die 1400 haben wir bei 20.000 Tests oder bei 40.000. Als ob man mit der Eingabe der Daten aufhört sobald man die 1400 erreicht hat und den Rest für den nächsten Tag "aufhebt". Aber egal. Fakt ist auch, weltweit hat man bisher ca 100 Mio infizierte gehabt. Dunkelziffer wahrscheinlich höher. D.h zwischen 98 und 99% der Bevölkerung hatte es über einen Zeitraum von einem Jahr nicht. Früher war eine Wahrscheinlichkeit von 99% ein totales Ausschlusskriterium um etwas mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit NICHT zu bekommen. Soviel zu de Fakten. Allerdings, aufpassen, mit Augenmaß, sollte man trotzdem. Ich geh auch nicht im ärgsten Gewitter im Freien tanzen obwohl die Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden bei 1:6 Millionen liegt...

rb0319
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Waren Sie

im 4. Quartal 2020 zufällig im künstlichen Tiefschlaf? Anders kann ich mir Ihre Argumentation nicht erklären.

Mouette
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Wie lange braucht ihr noch?

Ich frage mich, wer in Österreich überhaupt regiert! Es ist kein Wunder, wenn die Bevölkerung nichts mehr mitträgt. Ich empfinde das alles schon als fahrlässig!

Stadtkauz
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Geld oder Gesundheit

Seit Ischgl wissen wir wofür sich die Tiroler entschieden haben. Im Gegensatz zur Bundesregierung agieren die Tiroler klar, eindeutig und ohne wenn und aber. Sie haben sich fürs Geld entschieden. Beispiele werden hier genügend genannt. Ich frage mich nur, wie kann eine so rückgradlose Regierung aufrecht bei einer der vielen, nichtssagenden Pressekonferenzen stehen. Ja, Herr Bundeskanzler, jetzt sehen Sie es einmal, was es bedeutet wenn man mit den (Geld-)Haien schwimmt. Sie haben keine Chance und unsere Gesundheit auch keine.

Immerkritisch
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Wer hat jetzt das Sagen?

Das Gesundheitsministerium oder Platter? Herumeiern, so wie immer!

tannenbaum
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Jetzt

ist der Zeitpunkt gekommen, wo die Grünen das Gesundheitsministerium an die ÖVP abgeben sollten. Das „Sagen“ haben eh die Tiroler. Also sollte der Gesundheitsminister auch aus Tirol kommen.

Bootsfahrer
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Schnell , entschlossen handeln

Gratuliere dieser Bundesregierung: das Leitmotiv „ schnell und entschlossen handeln“ ist am Beispiel Tirol bestens festzumachen :
O vor vielen Wochen wurde eine gefährliche Virusmutation nach Tirol eingeschleppt
O seit damals wird diskutiert , beraten , abgewartet .....
O das südafrikanische Virus , ist zwischenzeitlich von der Regierung aufgefordert worden stillzuhalten ( angeblich in Englisch und Afrikaans - damit das Virus auch die Anordnung der Regierung versteht )
Ein Trauerspiel sonder gleichen - wozu haben wir diese Regierung eigentlich !?!?!?!

vati60
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Abschotten

gibt es eine noch schwächere Regierung?
Es ist ein Skandal. Der Basti kann sich gegen seine Parteifreunde nit behaupten.

MoritzderKater
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Wer hat eigentlich das letzte Wort?

Ist jetzt der BUNDES-Minister die höchste Stelle in Gesundheitsbelangen oder hat der LANDES-Hauptmann mehr Macht?
Wie muss man das, als gelernter Österreicher verstehen?

Sehr eigenartig, denn schon im Frühling 2020 - nach der Ischgl Affäre - hat die Bundesregierung keine Maßnahmen gesetzt, den Verantwortlichen in Tirol die ROTE KARTE zu zeigen. Partei ist ALLES - Gesundheit ist NICHTS?

Willi128
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Es ist schon traurig und schwer nachvollziehbar,

dass den Experten nach über 1 Jahr Pandemie nicht anders einfällt als "wegsperren". Protestmärsche andersdenkender Menschen ist aber auch keine Lösung. Ignorieren der vorgeschriebenen Massnahmen aber auch nicht. Eine Sch........ Situation. Aber ist es normal, dass ich meine Enkel seit Weihnachten nicht mehr gesehen habe und trotzdem medial und seitens der Regierung beschimpft werde, weil ich zum "bösen" Volk gehöre, die oft nicht nachvollziehbare Verodnungen nicht einhalte?

jwind
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100 % Unterstützung

Dauerndes Wegssperren und Isolieren ist KEINE Lösung! Das schafft nur neue Probleme!

Ein Lockdown ist sicher sinnvoll, wenn es wirklich viele schwere Fälle gibt. Aber haben wir das? Bei aktuell vielleicht 25 - 30 % Krankenhaus-Auslastung`?

Und mit jedem zusätzlichen Lockdown wird die Akzeptanz (und damit auch die Wirkung) geringer.

SANDOKAN13
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Tarvis hat die Lokale wieder offen!!

DA geht s ich nach einer Skitiur in den Julischen Alpen wieder eine Nudelplatte bei Stefano aus!! Jawoll.

jwind
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und schuld...

und schuld sind die Tiroler. :-) Daher müssen wir schnell Tirol wieder zusperren. :-)

Nur Tiroler machen Fehler, andere Bundesländer sind ja auch so perfekt.

SoundofThunder
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🤔

Die Viroler sind nur Touristen oder wie?

peter80
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..

Ich will ja nix sagen aber im Deutschland schüttelt man schon den Kopf warum Tirol nicht zumacht.. auf was warten wir den wieder?? Bis es sich ausbreitet und dann erst zumacht wenn es eh zu spät ist?.. Mla wieder sinnlos wie man das in die Länge zieht.

jwind
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Deutschland schlechtes Beispiel

Gerade Deutschland ist ein ganz schlechtes Beispiel. Die kriegen ja ihre Probleme auch nicht in den Griff. Da gibt es einige Hardliner, die am liebsten alles für Monate zusperren würden (Stichwort "zero covid") ohne Rücksicht auf Verluste, als ob es nur Covid-19 gibt und sonst keinerlei Krankheiten mehr.

Und beim Impfen sind sie auch nicht besser als wir.

Warum soll Tirol als Sündenbock herhalten für etwas, was auch in anderen Bundesländern geschieht?

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@jwind, wie informiert bist du?

"Warum soll Tirol als Sündenbock herhalten für etwas, was auch in anderen Bundesländern geschieht?"
Im Burgenland hast wenig offene Skipisten und auch keine Skilehrer aus GB, sowie Hoteldirektoren, die sich mit 80% vom Vorjahresumsatz abfinden lassen, OHNE dafür arbeiten zu müssen und weil man nichts zu tun hat nach Südafrika Golfspielen gehen und die Mutation mitbringen.
In welchen anderen Bundesländern hat man das?
Die Tiroler sollten ihr Lieblingssprichwort überdenken.
Bischt a Tiroler bisch a Mensch, bischt ka Tiroler (Alt)
Bischt ka Tiroler bisch a Mensch, bischt a Tiroler (Neu)
Es reicht, liebe Adlerrunde, es reicht wirklich. Die anderen Bundesländer bezahlen EURE Rechnung mit. Es reicht Herr Kurz, es reicht! Auch wenn die Herren sehr viel an sie spenden ist's einmal genug!

selbstdenker70
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..

Im Burgenland hast eigentlich immer wenig offene Skipisten :-)

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@selbstdenker70, wie bist du zu dieser Erkenntnis gelangt?

;-)

jwind
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gut informiert

Was ist mit Salzburg? Was ist mit Vorarlberg? Was ist mit Kärnten? Gibt es dort keine offenen Hotels`? Und keine Skipisten? Und fährt von dort niemand auf Urlaub?

Im Herbst war es umgekehrt: da war Ostösterreich Hot-Spot mit Wien als Mittelpunkt.

Allein der Gedanke, Wien bzw. Ostösterreich abzuriegeln und die anderen Bundesländer vorm Lockdown zu bewahren, wurde schon als unmachbare Ketzerei abgetan. Alle Bundesländer müssen gleich behandelt werden, nur keine Fleckerlteppiche bei den Maßnahmen... hatte es damals geheißen.

Und jetzt, wo es umgekehrt ist, soll Tirol auf einmal schon abgeriegelt und schlechter behandelt werden als andere Bundesländer´?

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@jwind, du bist augenscheinlich nicht gut informiert.

Alleine, wenn du Wien als Hotspot beschreibst bist du vollkommen daneben.
Wien hat immer eine andere Teststrategie ausgeführt, hat nicht wahllos ins Blaue getestet, sondern erstens sehr viel getestet und auch dort getestet, wo Cluster vermutet wurden. Daher hat man viel gefunden. Trotzdem war Wien immer, immer unter den Großstädten führend bei der Coronabewältigung. Der türkisen Regierung hat das nicht gepasst, daher haben sie Wien schlecht geredet, doch das Ergebnis sieht man jetzt!
Weiters geht es jetzt um Mutationen, diese gab es im Sommer und Herbst noch nicht.
Du vergleichst Äpfel mit Birnen, doch eines ist Fakt. Tirol mit ihrer Adlerrunde hat schon genug Schaden verursacht. Einmal reicht es aber wirklich!

shaba88
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Kommentar

Also ich kenne in Kärnten keine offenen Hotels und sehe völlig leere Skigebiete, geschweige Ausländische auszubilden Skilehrer, bei uns gibt's NUR Garagensaufereien und Illegale Wirtshaustreffen, lei lei...

tupper10
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Österreich verschärft die Grenzkontrollen

Kann man Tirol nicht zum Ausland erklären? Würde vieles einfacher machen. Und die Regierung in Wien müsste nicht mehr auf Zuruf von dort agieren.

Immerkritisch
3
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Mit

VISUMPFLICHT:-)

Luitpold
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Geldgier

Für die geldgierigen Tiroler Hoteleigentümer und Lifteigner spielen eben ein paar hundert zusätzliche Tote und tausende Erkrankte keine Rolle. Hauptsache der Golfurlaub in Südafrika wird finanziert.

jwind
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Und die anderen Bundesländer?

Haben nur Tiroler Lifte geöffnet? Auf Kärnten vergessen?
Und wie ist es mit den vielen dubiosen Zweitwohnsitzmeldungen in Kärnten/Steiermark (auf der Turrach gleich 36 Personen am selben Zweitwohnsitz?)
Gibt es nicht auch in anderen Bundesländern Hotels, die offen haben für berufliche Gäste (welche zufällig auch ihre Kinder mithaben?)

Wer auf Tirol schimpft, der muss auch auf andere Bundesländer schimpfen!

shaba88
2
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Kommentar

Das sind alles die Wiener, die es sich richten, sind bei uns in Oberkärnten auch derzeit die einzigen Ausländer...

leserderzeiten
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Also,

bis zur nächsten Wahl merken, und dann trotzdem türkis wählen.
Liebe möchtegern Bürgerliche, EPU, noch nicht geimpfte Senioren - die zwar eh schon einen Schwiegersohn haben, aber türkis wählen, weils der perfekte Schwiegersohn wäre (sowie KHG), und semi Ausländer feindliche.

C19 wirds euch danken.

jwind
34
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Tirol offen lassen

Auch wenn ich sonst schon für Einschränkungen bin, so muss ich jetzt einmal für Tirol sprechen (als Kärntner). Wenn Tirol zugesperrt wird, dann werden in Kürze wieder auch andere Bundesländer zugesperrt: Kärnten und Salzburg wäre als Spitzenreiter bei der 7-Tages-Inzidenz (wesentlich schlechter als Tirol!) dann die nächsten. Wollen wir das? NEIN! Ich sicher nicht.

Waren nur in Tirol die Skilifte offen? Nein.
Sind durch die Skilifte irgendwelche Mutationen zu uns gelangt? Nein. (Ausgenommen dubiose angebliche Skilehrer, die es aber nicht nur in Tirol gibt...).
Fahren nur Tiroler ins Ausland? Nein!
Glaubt irgendjemand, dass sich eine Mutation aufhalten lässt, wenn Tirol wieder in den Lockdown geht? Nein! Da müsste schon Tirol militärisch abgeriegelt werden und ausnahmslos NIEMAND dürfte rein/raus - auch nicht Tiroler, die vielleicht in anderen Bundesländern arbeiten und umgekehrt.

Nach der südafrikanischen Mutation steht auch schon die brasilianische Mutation ante portas. Wollen wir uns jetzt die nächsten 5 Jahre uns in den Dauerlockdown begeben, nur weil es sein könnte, dass irgendeine Mutation zu uns kommt?

Welche schweren psychologischen Schäden werden bei unseren Kindern angerichtet`, wenn es dauernd zu Lockdowns kommt mit Schul- und Kindergartenschließungen?

Es wäre viel besser, wenn die Regierung endlich mit dem Impfen in die Gänge kommt! Nicht der Tirol Sturkopf ist das Problem, sondern die Schwäche der Regierung mit dem Impfprogramm.

georgXV
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bitte langsam

LEIDER müssen wir zur Kenntnis nehmen, daß unsere Politiker (ALLER Parteien in ganz Europa) NICHT zaubern können.
Es dauert LEIDER seine Zeit bis Impfstoffe entwickelt, getestet, geprüft, zugelassen und dann produziert werden.
NIEMAND war auf diese Pandemie vorbereitet. So braucht es mindestens 6 Monate (eher 1 Jahr) bis man hierfür Produktions- und Abfüllanlagen für wirklich nennenswerte Stückzahlen in Betrieb hat.
Der Fehler, den man der Politik vorwerfen kann, ist, daß NICHT rechtzeitig (vor über 6 Monaten) mit dem Bau dieser Anlagen begonnen wurde und wir dadurch wertvolle Zeit verloren haben.
N U R, auf welches Pharmaunternehmen hätte man da setzen sollen ?

Stadtkauz
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@georg

Ich erlaube mir eine kleine, aber sehr wesentliche Korrektur. Ich bin der vollen Überzeugung, dass niemand SO SCHLECHT vorbereitet war wie die EU. Und leider haben diese Leute bis heute nichts dazu gelernt. Sehen Sie sich einfach Durchimpfungsraten und vorbestellte Impfdosen im Vergleich an.

jwind
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Stimme großteils zu

...aber warum schaffen es andere Länder besser mit dem Impfen?

Warum hat man nicht schon vor einem Jahr dafür gesorgt, dass innerhalb der EU genug Produktionskapazitäten geschaffen werden`?

Warum will Kurz nun Sputnik & Co bei uns produzieren lassen und nicht die bereits zugelassenen Impfstoffe von Pfizer + Moderna, die auch millionenfach bereits verimpft wurden?

Und wieso soll deswegen ausgerechnet Tirol büßen?

erstdenkendannsprechen
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die sache ist die:

mit dem impfen würde man die sache jetzt bald in den griff kriegen.
es sei denn, die südafrika-mutation (die in tirol bei glaub ich 168 fällen nachgewiesen wurde) breitet sich aus. da wirkt die impfung dann nur begrenzt...

jwind
3
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Korrekt

Aber wenn man auf den falschen Impfstoff setzt (AstraZeneca wurde in Südafrika mangels Wirkung mittlerweile wieder eingestellt...), dann darf man sich nicht wundern, wenn es in die Hosen geht....

Es gibt genug Leute, die sich sofort impfen lassen würden (mich eingeschlossen), wenn es denn eine Impfmöglichkeit geben würde (mit einem anderen Impfstoff als AstraZeneca).

Ogolius
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Regierung kann Tirol....

..... Es gibt so etwas wie das Verursacherprinzip! Und es stellt sich die Frage, wann diese Regierung begreift, dass sie ihre Glaubwürdigkeit restlos verliert. Die Tiroler Wirtschaft hat sich den BK angefüttert, einige ihrer Kapazunder davon in den NR gesetzt - und jetzt? Dem jungen Mann in Wien fehlt die Lebenserfahrung, leider hat er auch noch die falschen Einflüsterer. Im vorigen Frühjahr war noch von unverantwortlichen Lebensgefährdern die Rede - jetzt hört man nichts mehr davon. Möglicherweise wird es mit diesem (nicht vorhandenen) Rückgrat noch ein böses Erwachen geben, denn die Geduld der Bevölkerung ist nicht unendlich dehnbar. Nur die Annahme, es werden keine wichtigen Maßnahmen getroffen, ein Unbeteiligter erkrankt und verstirbt und es findet sich jemand aus dessen Familie,der .. (Selbstjustiz?) Hoffentlich gehen den Verantwortlichen bald die Augen auf, die Menschen befinden sich seit einem Jahr in einer Ausnahmesituation und die Nerven liegen blank...

Hapi67
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Was bleibt von gestern

Ein überforderter Moderator Thür kriegt den Amok laufenden Walser nicht in den Griff
Bund und BK kapitulieren vor selbstherrlichen arroganten präpotenten Tirolern
Ein Imageschaden für Tirol- haben Sie sich hart erarbeitet und redlich verdient
Öffentliche Brüskierung des Koalitionspartners Rudi durch Walser

Aber vielleicht auch die längst überfällige gesamtgesellschaftliche Betrachtung der Situation-damit haben die Tiroler halt auf plumpe tirolerische Art ausgesprochen, was längst überfällig ist und von vielen durch Umgehung und Nichteinhaltung von Verordnungen täglich gelebt wird

Im Gegensatz zu Virologen, die fernab von der Lebensrealität vieler Menschen ganze Bereiche abriegeln möchten bzw. bis hin zu NoCovidStrategien plädieren.

Sozusagen Leben mit Risken gegen Stoff für Lehrbücher/mathematische Berechnungen, etc.-Die Mehrheit der Menschen hat ohnehin schon entschieden.

Untersberger
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Fallzahlen

Nun wäre es interessant zu erfahren, ob die Tiroler Interpetation, oder die des Gesundheitsministerums näher an der Wahrheit liegt. Die Differenz beider Ansichten ist enorm, eigentlich unglaublich. Entweder ist ein zweites Ischgl programmiert oder wir werden vom Gesundheitsministerium bzw. der Regierung nach Strich und Faden belogen.
Die Wahrheit erweist sich hoffentlich bald.

paulrandig
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Untersberger

Die Sache mit der Sequenzierung ist nicht ganz so simpel, wie sich das viele vorstellen.
Es gibt bestimmte Gensequenzen, die bei unterschiedlichen Mutuationen unterschiedlich vorhanden sind. Nun kann man beispielsweise mit schnellen Tests feststellen, dass die Sequenz XY fehlt. Das zeigt dann, dass sie beispielsweise aus Südafrika ODER Brasilien stammt. Oft kann man logisch eine der beiden vernachlässigen, weil sie an diesem Ort noch nie aufgetreten ist, ein BEWEIS ist das aber noch nicht, bis sie fertig sequenziert ist und auch der restliche Fingerabdruck feststeht.
Bis dahin können die einen sagen, das ist ein ziemlich sicherer Verdacht und diese Fälle der Südafrikavariante hinzurechnen, die anderen aber ignorieren die Fälle, bis die Sequenzierung einige Tage später den Beweis erbracht hat.
Mit "Anlügen" hat das nichts zu tun, eher mit Taktieren.

duesentrieb1
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Wie nur?

Ich frage mich, wo und wann und wie die Tiroler derart angerannt sind?

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