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Sondersitzung im Nationalrat Anschober: 70 Verdachtsfälle der Virus-Mutation, kommende Wochen werden schlimm

Laut Anschober gebe es bereits 70 Verdachtsfälle des britischen Virus im Land. Rot Kreuz-Chef Foitik spricht von einer möglichgen "Katastrophe im März".

 

Der SPÖ geht es mit dem Impfen gegen Corona zu langsam. In einer Sondersitzung des Nationalrats heute, Mittwoch, forderte SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner in einer "Dringlichen Anfrage" Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) auf, das "Impf-Chaos und Schneckentempo" zu beenden. 

Rendi-Wagner: "Habe 110.000 Impfungen selbst verimpft"

Rendi-Wagner begann mit scharfer Kritik am "zögerlichen" Impfstart, für den die Regierung verantwortlich sei. Menschen, aber vor allem Ärzte und Apotheker "brauchen Klarheit", bereits jetzt seien sie Anlaufstelle für die Fragen der Bevölkerung. 110.000 Impfungen habe Rendi-Wagner "selbst verimpft, ich rede nicht nur darüber". Von Gelbfieber bis Masern und Grippe sei viel dabei gewesen. "Und die Menschen haben viele Fragen." Diese gelte es kompetent und ehrlich zu beantworten. Nur so könne eine freiwillige Impfentscheidung getroffen werden.

Jeder Tag, der nun vergeht, komme dem Virus zu gute. Es könne sich verändern und noch schädlicher werden. Deshalb sei das aktuelle Chaos gefährlich, dies führe zudem zu Misstrauen in der Bevölkerung. Das Abwarten bei der Verimpfung sei somit nicht tolerierbar. Dies sei "ein grober Kunstfehler". An Gesundheitsminister Anschober (Grüne) gerichtet sagte Rendi-Wagner: "Das mag ungewohnt klingen von einer Oppositionspartei aber ich möchte, dass Sie Erfolg haben." Alles andere könne man sich nicht leisten. 

Anschober: Kommende Wochen werden noch schlimmer

Anschober meldete sich im Anschluss zu Wort und begann mit einer schlechten Nachricht: "Ich glaube, dass wir in den nächsten Wochen eine noch schwierigere Phase haben werden." Die britische Mutation sei hochansteckend, das werde die Zahl der Infizierten in die Höhe treiben. Deshalb sei es nun essentiell, die Impfung voranzutreiben. Diese laufe gut an, seit Lieferung der Impfstoffe habe sich viel getan, der Weg sei aber noch weit. Andere Länder kämpfen nun ebenfalls mit der neuen Variante, so Anschober, der Irland als Beispiel nennt.

Zudem werde in den nächsten Tagen verstärkt geprüft, wie verbreitet die britische Mutation bereits im Land verbreitet ist. Von anfänglich vier Fällen sei man aktuell bei 70 Verdachtsfällen.

Bei der Beantwortung der an sein Ministerium gestellten Fragen wiederholte Anschober unter anderem einmal mehr, dass man gut im Zeitplan liege und die Lieferung der Impfstoffe gut vorangehe. "Jetzt haben wir den Impfstoff, nützen wir gemeinsam diese große Chance", erklärte Anschober zum Ende seiner Ausführungen.

Anschober hatte der SPÖ zudem vorgeworfen, "nicht besonders korrekt" und populistisch zu argumentieren. Das Tempo der Impfung in Österreich und europaweit werde alleine durch Zulassung und Lieferung von Impfstoffen bestimmt. Aussuchen werden sich die Betroffenen ihren Impfstoff allerdings nicht können, wie Anschober betonte. 

"Ja spürt's ihr euch noch?"

"Ja spürt's ihr euch noch, so zu agieren und von einer großen Chance zu reden?", fragte SPÖ-Abgeordneter Philip Kucher in Richtung Regierung. Es gehe Türkis-Grün nur um Fotos und Pressekonferenzen und nicht um die notwendige Planung. FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl (FPÖ) erklärte die Regierung zu "Lockdown-Fetischisten".

Auch Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger übte Kritik an der "Inszenierung" der Regierung und ihrem "mangelhaften Führungsstils", der sich in der Pandemie offenbare. "Je länger Sie schwadronieren, desto mehr ist schiefgelaufen in Ihrem Ressort." "Es gibt einen Impfplan", betonte ÖVP-Gesundheitssprecherin Gabriela Schwarz, jetzt seien zunächst Hochrisikogruppen und das Gesundheitspersonal dran. Alle, die sich impfen lassen wollen, bekämen die Gelegenheit dazu, versicherte sie. 

"Katastrophe im März"

Der Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes, Gerry Foitik, hat im Gespräch mit der APA die dramatischen Folgen der britischen Corona-Mutation aufgezeigt, falls nicht rasch Gegenmaßnahmen getroffen werden. "Der Babyelefant ist auf zwei Meter gewachsen", meinte er auch im einem Tweet. Foitik plädierte für FFP2-Masken, regelmäßige Gratis-Tests, gezieltes Contact Tracing und Impfung. "Wenn wir nicht jetzt Maßnahmen ergreifen, haben wir im März die Katastrophe", sagte er.

 

Kommentare (99+)
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Miraculix11
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@ scio

Überrascht mich auch. Sorry

siral1000
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Und....

...als nächstes impft sie Österreich dann ganz alleine.
Angesichts der hochansteckenden Virusvariante sind die SPÖ-Forderungen nach Wirtshaus ohne Testung und offenen Schulen ja äußerst schlau.

hermannsteinacher
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Wirtshäuser

sollte man doch testen!?;-)

fans61
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Es wird immer schlimmer werden

vor allem für diese Bundesregierung.

Civium
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Gibt es im Parlament keine

Maskenpflicht!! In öffentlichen geschlossenen Räumen gilt doch Maskenpflicht!
Die ganze freiheitliche Fraktion sitzt ohne Maske in ihren rechten Reihen, wie ist das möglich!

hortig
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Antwort

Die kriegen keine Impfung

vanhelsing
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110000 Impfungen selbst durchgeführt????

Bitte auf das Berufsleben zurückrechnen, das geht sich aber sehr schwer aus!!!!

scionescio
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@vanhelsing: wie wäre es mit ein bisschen Kopfrechnen, bevor man so eine lächerliche Behauptung erhebt?

Selbst wenn man für eine Impfung eine ganze Minute annimmt (vermutlich wären 10 Sekunden angemessener) ergibt das bei einem 8h Arbeitstag weniger als ein Arbeitsjahr (229 Tage zu 8h) - warum soll sich das schwer ausgehen?
Bei angenommenen 10 Sekunden wären es sogar nur mehr 38 Tage ...

GanzObjektivGesehen
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Die Milchmädchenrechnung in Reinkultur.

Und selbst wenn man diese sinnlose Diskussion ernst nehme wollte.
Sehe so die Arbeit einer guten Ärztin aus ? Das sie ja wahrscheinlich eine gute Ärztin ist, wird sie sich wohl eher in der Zahl geirrt haben, die sie, warum auch immer, so vehement zu verteidigen versuchen.....

rehlein
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Um in 10 Sekunden zu impfen (oder zu spritzen)

braucht man eine Helferkette, also Assistenz, die die Injektionen schon aufzieht, für jeden Patienten die Desinfektionstupfer vorbereitet, usw.
Wenn man als Arzt die fertige Spritze nur mehr angereicht bekommt, und injiziert, dann kann man in weniger als 10 Sekunden spritzen.
Nach dem injizieren wird die Impfstelle nochmals desinfiziert, und noch ein Pflaster draufgeklebt.

Muß man diese ganzen Handgriffe aber allein machen, dann geht es sich nicht aus.
Hat man eine Assistenz, die alle Handgriffe, außer dem injizieren macht, dann ist es machbar.
Aber es ist jetzt völlig egal wie lange man für eine Injektion braucht....

Wobei ich der Meinung bin, dass es nicht darum geht, wieviel PRW selbst geimpft hat, sie hat sicher viel geimpft, warum sie aber überhaupt eine Zahl Ihrer Impfungen in den Raum schmeißt, erschließt sich mir nicht.
Wir wissen dass sie Ärztin ist, dass sie in ihrem Beruf gearbeitet hat, und somit auch geimpft - sie hat also Ahnung von der Marterie.

Hat jetzt aber mit der dztigen Problematik dass nicht genug Impfstoff geliefert werden kann, und das Impfen langsam vonstatten geht, nichts zu tun.

Zeit für Strategien war genug, die Umsetzung hakt jetzt an mehreren Stellen.

Wieviele Impfungen man in welcher Zeit schafft ist aber Erbsenzählerei;)

Ich weiß, dass es genug freiwillige Ärzte gibt, die sich bereit erklärt haben, bei der Impfkampagne mitzuhelfen - viele Hände, schnelles Ende;)
Es fehlt nur ausreichend Impfstoff dzt.

vanhelsing
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Aus Erfahrung weiß ich.....

Dass man länger als 10 Sekunden pro Impfung braucht, wenn man die ordentliche Hautdesinfektion und Händedesinfektion beachtet!!!!
Ausserdem hat die Rendi sicher auch sonstige ärztliche Tätigkeiten gemacht. Nicht nur impfen.

wiesengasse10
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Ja Scio, sag ich ja ! Das geht sich leicht aus....

Auch bei uns in der Firma hatten wir für die Tätigkeiten, für die man nicht unbedingt große Fähigkeiten braucht, die am wenigsten qualifizierten Mitarbeiter herangezogen.

wiesengasse10
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Doch, das wird (muss sogar) schon irgendwie passen....

Heisst dann, dass Sie ihr ganzes Berufsleben nur eines gemacht hat: impfen, impfen, impfen !! Und so ists halt das einzige geblieben, das sie kann.....jetzt haben wir die Erklärung gefunden.

scionescio
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@wiesengasse: aber nur wenn man nicht Rechnen kann ...

... und gerne polemisiert hat man scheinbar eine Erklärung für Leichtgläubige gefunden.

Expat
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Das ist ganz offensichtlich die Unwahrheit.

.

GanzObjektivGesehen
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Endlich einmal eine Zusammenstellung der bestellten Impfdosen.

Unten genannter Artikel könnte als Basis für eine ordentliche Recherche, womöglich sogar durch die Kleine Zeitung (?), dienen. Dann würde man endlich einmal wissen, wer was wann bestellt hat, wie viel die einzelnen Unternehmen liefern wollen und können. Vor allem auch wann.

Und wenn diese Zahlen vorliegen und man erkennt, das die gelieferten Impfstoffe nicht verimpft werden, dann kann. man von Chaos sprechen.
Mit normalem Maßstab gemessen sollte eigentlich noch gar kein Impfstoff entwickelt sein.
Jetzt gibt es ihn. Warum es diesmal so viel schneller ging wurde schon mehrfach erklärt.

Jetzt fordert man Impfen, Impfen, Impfen, und beschwert sich trotzdem das die Entwicklung zu schnell ging. Her damit so viel geht, und zwar schnell. Für alle die daran glauben (und in Wirklichkeit auch für die, die ihn ablehnen) ist der Impfstoff ein wichtiger Faktor in der Bekämpfung der Pandemie und eine Chance für alle Menschen.

Also sollte man wirklich einmal erheben, wie viele Menschen sich impfen lassen wollen, und dann bedarfsgerecht bestellen. Spätentschlossene kommen dann eben auch später an die Reihe.

Was man an Impfstoff nicht wirklich braucht sollt für andere zur Verfügung stehen und nicht gehortet werden, bis er abläuft...

Artikel zum Nachlesen:
https://www.vienna.at/eu-bestellt-bei-biontech-pfizer-300-millionen-impfdosen-mehr/6858801

Miraculix11
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Dir fehlt die Recherche, nicht der Kleinen Zeitung

Denn die Kleine Zeitung hatte genau das bereits am 7.1. berichtet

GanzObjektivGesehen
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Die bekannten Tatsachen fehlen weder mir noch der Kleinen Zeitung.

Mir fehlt nicht der mehrfach veröffentlichte Wunsch oder Plan, mir fehlt das, was davon wirklich umgesetzt wurde. Beziehungsweise wie es mit der Umsetzung weitergeht.

Miraculix11
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Das hat die Kleine Zeitung schon längst berichtet

Andere Medien auch :-)

fans61
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Fakt ist, die SPÖ ist umgefallen

und opfert sich der ÖVP-Grünen Bundesregierung: Eintrittstest statt Pflichttest.

Ein Trauerspiel .....

selbstdenker70
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..

Die brauchen sich aber auch nicht melden. Wenn jemand in solchen Zeiten Plakate mit dem Slogan "350.000 neue Arbeitsplätze schaffen" propagiert, dann ist das purer plumber Populismus.

voit60
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ÖSTERREICH IMPFT

ist das die richtige Massage Herr Selbstdenker?

GanzObjektivGesehen
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Wenn wir die durch die Pandemie verlorenen Arbeitsplätze retten...

....und 350.000 neue schaffen dann haben wir bald 0% Arbeitslosigkeit. Guter Plan. Ich bin dafür....

Nixalsverdruss
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Das wird den ....

... rund 150 bis 200.000 "Langzeitarbeitslosen" gar nicht gefallen!
Die intern geführten Statistiken des AMS und des Ministeriums gehen davon aus, dass mindestens 150.000 Menschen in Österreich weder arbeitswillig noch an einer Vermittlung interessiert sind.
Zieht man die rund 200.000 - im AMS "geparkten" Menschen ab, bleien rund 200.000 Arbeitslose übrig - die es zu vermitteln gibt.
Wenn Menschen rund 900 bis 1200 Euro netto vom AMS bekommen wird man sie kaum dazu motivieren können, um 1400 Euro einer Beschäftigung nachzugehen.
Hier sind konstruktive Lösungen gefragt.

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