CoronavirusDebatte entbrannt: Wird die Covid-19-Impfung zur Pflicht?

Der Start der Corona-Impfung im Jänner lässt schon jetzt die Debatte um eine mögliche Verpflichtung aufflammen. Die Regierung gibt sich unbeeindruckt – noch.

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© AP
 

Der Ansturm auf die Covid-19-Impfung, die laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) im Jänner starten soll, dürfte ausbleiben. Wie eine aktuelle Umfrage von Meinungsforscher Peter Hajek zeigt, will sich nur knapp jeder Fünfte im Land (17 Prozent) „ganz sicher“ gegen das Virus impfen lassen. Ganze 29 Prozent wollen es „sicher nicht“ tun. Laut Hajek dürften sich aus jetziger Sicht etwa 30 Prozent zur Impfung mobilisieren lassen. Von einer notwendigen Durchimpfungsrate von 50 Prozent wäre man damit aber weit entfernt.

Angesichts dieser Aussichten ist nun eine Debatte über eine mögliche Verpflichtung zur Covid-Impfung entflammt. Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) preschte vor und forderte eine solche Pflicht, sein Kärntner Amtskollege Peter Kaiser (SPÖ) lehnt das hingegen entschieden ab. In Wien zeigt man sich indes wenig glücklich über den Vorstoß aus der Steiermark. „Von der Bundesregierung wird keine Impfpflicht verordnet“, heißt es auf Anfrage aus dem Gesundheitsministerium. An diesem Vorsatz habe auch die aktuelle Debatte nichts geändert, wird betont.

Verpflichtung "light"

Bei den Massentests, deren Beteiligung ebenfalls weit unter den Erwartungen blieb, wird hingegen schon mit teilweisen Verpflichtungen gearbeitet. Bestimmte Berufsgruppen müssen sich künftig regelmäßig testen lassen, wer sich in Corona-Hotspot-Gemeinden frei bewegen will, muss sich „freitesten“. Eine dem ähnliche Impfpflicht „light“, bei der die Impfung als Voraussetzung für Berufsausübung und Co. festgeschrieben wird, wäre deutlich realistischer. Die Regierung gibt sich hier jedoch weiterhin bedeckt. Man wolle jedenfalls die Bereitschaft der älteren Bürger zur Impfung im Jänner abwarten, bevor man über weitere Schritte nachdenken will, heißt es. Denn man hoffe auf mehr Nachfrage, sobald die ersten Impfungen gut verlaufen sind. Zusätzlich soll eingehend über Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffes informiert werden.

Die Opposition spricht sich geschlossen gegen eine verpflichtende Impfung aus. Die SPÖ setzt auf ein Schaffen von Vertrauen, die FPÖ befürchtet eine „Corona-Diktatur“. Auch von den Neos kommt ein klares Nein zur Pflicht, eine Impfung für manche Berufsgruppen werde aber wohl notwendig sein.

Mit ihrem aktuellen Nein sind Regierung und Opposition auf Linie mit der Bevölkerung. Denn laut aktueller Hajek-Umfrage lehnen 83 Prozent eine Impfpflicht entschieden ab.

Anschober: Keine Pflicht

Die Regierung ist am Montag weiterhin gegen eine Verpflichtung, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, und das trotz geringer Bereitschaft in der Bevölkerung, dies freiwillig zu tun. "Wir haben keine Notwendigkeit", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Montag in einer Pressekonferenz. Stattdessen werde man auf "ehrliche, transparente Informationsarbeit" setzen. Mit der Teilnahme an den Massentestungen zeigte sich Anschober trotz der niedrigen Zahlen zufrieden.

Was sich der Gesundheitsminister aber wünscht, ist eine "noch deutlichere, noch breitere Teilnahme" an den nächsten Massentestungen. Dabei wolle man auch Gruppen erreichen, die diesem Angebot bisher ablehnend gegenüber gestanden sind, wie er sagte. Wie das konkret geschehen soll, sei derzeit Gegenstand von Beratungen. Trotz des relativ geringen Zuspruchs bei der ersten Runde der Testungen sprach Anschober von einer durchaus beachtlichen Zahl. Die zusätzlichen Tests seien übrigens auch der Grund, warum die Sieben-Tage-Inzidenz wieder leicht gestiegen ist.

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Danke für Ihr Verständnis.

bacunp
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Meines Erachtens

ganz einfach, von manchen Dinge (Annehmlichkeiten und anderes mehr) sind Mitmenschen ohne Impfung, nach vorhergehender nachvollziehbarer Information, ausgeschlossen. Punkt.
Und ALLE „Regierer“, die uns bisher mit Verordnungen belegt haben, gehen mit guten Beispiel voran.

Flogerl
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Impfplicht ?

Also ich werde mich so schnell wie möglich impfen lassen, bin aber trotzdem gegen eine Impfpflicht ! Das sollte in einer so freien Gesellschaft schon jeder für sich entscheiden dürfen bzw. können.

Ich bin aber auch dafür, dass jene, die sich nicht impfen lassen, unterschriftlich zur Kenntnis nehmen, dass sie im Falle einer Erkrankung selbst für sämtliche Behandlungskosten, Medikamente etc. aufkommen müssen. Es ist nicht einzusehen, warum Impfunwillige mit meinen Beiträgen behandelt werden sollen, wenn die Erkrankung hätte verhindert werden können. Ich wünsche allen viel Gesundheit 1

paul.lang
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Meine Beträge

Es ist aber auch nicht einzusehen warum meine Beträge für Folgeschäden von Personen verwendet werden die bis jetzt nicht auf ihre Gesundheit geachtet haben (Rauchen, trinken, Übergewicht...). Die ansonsten kein Problem mit dem Virus hätten und jetzt sollte eine Impfung alles überspielen statt auf seinen Körper zu achten -> ich bin für freiwillige Impfung und Empfehlungen für alle Risikogruppen! Etwas mehr Eigenverantwortung bitte!

Klgfter
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eigenverantwortung ?

das hatten wir schon ein paarmal ..... DIE gibts bei uns nicht diese eigenverantwortung sonst wären wir nicht da wo wir jetzt grad sind .....

Flogerl
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Ja eh....

... bezüglich Rauchen, Übergewicht usw. gebe ich Ihnen recht. Es gibt da halt nur einen kleinen Unterschied. Die von Ihnen aufgezählten Ursachen sind halt weniger ansteckend !

paul.lang
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Ansteckung

Ich denke Sie verstehen den Zusammenhang zwischen Gesundheit und Virus nicht. Außerdem schützt eine Impfung gegen Übertragen nicht!

Balrog206
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Flogerl

Ist die jährliche Grippe Impfung dann auch Pflicht ?

35319cd1ae6eda8de8aa5653d48c495c
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Debatte ist gut

aber Pflicht nicht. Gleich vorweg - ich selbst werde mich impfen lassen (nur um nicht gleich nach der 1. Zeile in eine Schublade gesteckt zu werden...).
Allerdings scheint mir diese Debatte schon wieder irgendwie abzulenken von den Dingen, die schon längst hätten passieren sollen. Beispielsweise durchgehende und regelmäßige Testungen in Alten- und Pflegeheimen. Warum ist das noch immer nicht passiert? Jetzt im Ernst - ein Großteil der Todesfälle und Kapazitätsengpässen auf den Intensivstationen wäre vermeidbar gewesen, hätte man hier ein bisschen früher und mit dem gleichen Ehrgeiz wie bei den Massentestungen reagiert. Stattdessen gibt man uns wieder "was zu diskutieren, das alle spaltet".
Ich verstehe es nicht, aber vielleicht kann mir das ja doch jemand plausibel erklären...
Wir diskutieren hier über etwas, das noch in der Zukunft liegt - während das, was aktuell schon machbar wäre, nicht gemacht wird. Sehr super....

redlands
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ist nur mit einem Wort erklärbar: INKOMPETENZ

Sie haben einfach recht. Niemand versteht das, der wirklich denken kann!

ichbindermeinung
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EU-weit einheitlich per Verordnung

wenn, dann müßte dies EU-weit über all die 27 Länder hinweg gelten wegen der EU-Gleichbehandlung und wegen der Nichtdiskriminierung der Bürger in Österreich

Ragnar Lodbrok
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Da die Österreicher zu dumm sind um Abstand zu halten, Maske zu tragen

und sich die Hände zu desinfizieren - wird eine Impfpflicht unumgänglich sein.
Ich kann mich noch an das Geheule in den 70 ern erinnern, als die Gurtenpflicht und die Helmpflicht eingeführt wurden.... "Eingriff in meine persönliche Freiheit ... blablabla".
Ich gehe sogar soweit: wer sich nicht impfen lässt und erkrankt - soll die Kosten für die Behandlung selbst tragen! Wie kommt die Allgemeinheit dazu, für die Dummheit von ein paar Besserwissern blechen zu müssen??? Das selbe sollte für Mumps, Masern, Röteln gelten! Hier haben die Eltern die Möglichkeit ihre Kinder vor einer schweren Infektionskrankheit zu schützen und einige tun es nicht - das grenzt schon an absichtliche schwere Körperverletzung!

schermann
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Nun gut

Dann sollten aber diejenigen, die sich impfen lassen mit einem Impfstoff der in aller Eile (normalerweise dauert dieser Prozess JAHRE) erzeugt wurde und dessen Nebenwirkungen (In einem ZDF Interview wurde darüber gesprochen) bei der Impfwelle an allen erforscht und erhoben werden, die Kosten für die Behandlung der Nebenwirkungen selbst tragen.

schermann
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