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"Pakt für Kinder"Caritas fordert einheitliche Kindergrundsicherung

Mit Anna Parr wurde heute die neue Generalsekretärin der Caritas vorgestellt. Bei den Themen Kinderarmut und Pflege möchte sie Schwerpunkte setzen, sie fordert einen "Pakt für Kinder".

Anna Parr ist die neue Generalsekretäring der Caritas. © (c) APA/WILKE
 

Anna Parr ist seit 1. Oktober die neue Generalsekretärin der Caritas Österreich – damit übernimmt erstmals eine Frau diesen integralen Posten.

Bei einer Antrittspressekonferenz betonte die 46-jährige Managerin, dass ihr die Themen Kinderarmut und Pflege sehr am Herzen liegen. Auch die Digitalisierung von Angeboten im Sozialbereich möchte sie in ihrer neuen Funktion weiterbringen. Anlässlich des Welttags zur Überwindung der Armut am Samstag fordert Parr einen "Pakt für Kinder". Dieser soll sich auf die drei Säulen materielle Absicherung, Bildung und Gesundheit stützen. Es brauche eine bundesweit einheitliche Kindergrundsicherung, die die tatsächlichen Kosten der Kinder berücksichtige. Zudem sei ein Ausbau von kassenfinanzierten Psychotherapieangeboten notwendig.

Längerfristige Maßnahmen der Regierung

1,1 Millionen Menschen seien in Österreich armutsgefährdet, davon 231.000 Kinder, erinnerte Parr. Corona habe die Situation verschärft. "Die Corona-Krise ist ein Stresstest für viele Menschen", betonte auch Caritas-Präsident Michael Landau, "die Hilfe der Caritas wird an allen Ecken und Enden gebraucht", verwies er etwa auf alarmierende Arbeitslosenzahlen.

Die Maßnahmen der Regierung hätten zwar kurzfristig geholfen, aber es brauche auch langfristige Lösungen. Dementsprechend begrüße man den angekündigten Nationalen Aktionsplan des Sozialministeriums. Eine konkrete Ausgestaltung präsentierte die Caritas nicht - man sei offen für verschiedene Lösungen, es brauche einen konzentrierten politischen Dialog dazu, erklärte Parr.

Ausbildungsoffensive in der Pflege

Zweiter Schwerpunkt ist für die neue Generalsekretärin der Pflegebereich, wo man mit einem massiven Fachkräftemangel konfrontiert sei. Bei der anstehenden Pflegereform brauche es einen "großen Schritt", darunter eine Ausbildungsoffensive. Ausbildungen müssten flächendeckend und kostenlos für alle möglich sein, forderte Parr. Wichtig sei auch, das Image des Berufs zu verbessern.

„Es muss uns gelingen, künftig durch viele verschiedene Ausbildungswege einen Zugang zu den Pflege- und Sozialberufen zu schaffen.", betont die neue Generalsekretärin.

Die logische Wahl

In vielerlei Hinsicht war Parr eine logische Wahl für den Posten der Generalsekretärin der Caritas. Die 46-Jährige war bereits seit 2012 Mitglied der Geschäftsleitung der Vinzenz-Gruppe, einer der größten privaten Träger von gemeinnützigen Gesundheitseinrichtungen in Österreich. In dieser Funktion waren die Angebote in den Bereichen Rehabilitation, Pflege und ambulante Dienste ihre Agenda.

Davor fungierte die studierte Volkswirtin bereits als Verwaltungsdirektorin im Wiener Krankenhaus Göttlicher Heiland und Geschäftsführerin der Pflegehäuser der Vinzenz-Gruppe. Die „Neue“ folgt Bernd Wachter nach, der Ende September auf eigenen Wunsch nach über zehn Jahren die Caritas in seiner Rolle als Generalsekretär verlassen hat.

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