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NationalratBesserverdiener haben vom Konjunkturpaket mehr

Der Budgetdienst des Parlaments hat die Verteilung von Lohnsteuersenkung und Einmalzahlungen berechnet und kommt zu dem Schluss: Das oberste Fünftel der Haushalte erhält 624 Mio. Euro, das unterste Fünftel 364 Mio. Euro.

THEMENBILD: BARGELD-ABSCHAFFUNG / BARGELDLOSES BEZAHLEN / KREDITKARTEN / BANKOMATKARTEN
© APA/HANS KLAUS TECHT
 

Vom Konjunkturpaket der Regierung haben Haushalte mit den höchsten Einkommen mehr als Geringverdiener. Sie erhalten fast ein Viertel des gesamten Entlastungsvolumens von 2,6 Mrd. Euro. Das zeigt eine Verteilungsrechnung des Budgetdienst im Nationalrat. Dies deshalb, weil Gutverdiener von der Senkung des Eingangssteuersatzes profitieren, während Geringverdiener vor allem Einmalzahlungen erhalten.

In Summe beträgt das Entlastungsvolumen durch das Konjunkturpaket 2,6 Mrd. Euro. Der Löwenanteil entfällt auf die Dienstag beschlossene Senkung des Eingangssteuersatzes von 25 auf 20 Prozent (1,7 Mrd. Euro inklusive höhere Negativsteuer). Am Mittwoch beschließt der Nationalrat darüber hinaus noch Einmalzahlungen bei der Familienbeihilfe (700 Mio. Euro) sowie beim Arbeitslosengeld (200 Mio. Euro).

Wie der Budgetdienst errechnet hat, ist die "relative Entlastung" durch die Konjunkturmaßnahmen im unteren Einkommensbereich zwar höher als bei Gutverdienern. Dies liegt allerdings daran, dass bei einem niedrigen Einkommen auch geringe Summen eine prozentuell hohe Entlastung bewirken. Sortiert man die österreichischen Haushalte nach ihrem verfügbaren Einkommen, dann steigen die Einkommen im untersten Fünftel durch das Konjunkturpaket also um 2,3 Prozent, die Einkommen im obersten Fünftel dagegen "nur" knapp ein Prozent.

Größere Vorteile in absoluten Zahlen

In absoluten Zahlen profitieren aber die Haushalte mit den höchsten Einkommen deutlich stärker. Sie erhalten 24 Prozent des gesamten Entlastungsvolumens (624 Mio. Euro). Zum Vergleich: Die Haushalte mit den niedrigsten Einkommen erhalten nur 14 Prozent des Gesamtvolumens (364 Mio. Euro). Dies deshalb, weil es im oberen Einkommensfünftel weniger Kinder und mehr Erwerbstätige gibt und weil vor allem Gutverdiener von der Senkung des Eingangssteuersatzes voll profitieren.

Das untere Fünftel der Haushalte hat wegen des geringen Einkommens von der Lohnsteuersenkung wenig. Und die Anhebung der Negativsteuer kompensiert das nur teilweise, wie der Budgetdienst schreibt. Haushalte mit niedrigen Einkommen erhalten vorwiegend Einmalzahlungen: sie profitieren am stärksten von den Zuschüssen zur Familienbeihilfe sowie zum Arbeitslosengeld.

Belebungseffekt unklar

Wie stark das Konjunkturpaket die Wirtschaft tatsächlich beleben wird, konnte der Budgetdienst wegen der kurzfristigen Vorlage nicht berechnen. Er verweist allerdings darauf, dass der Konsum vor allem durch Zuschüsse an Haushalte mit "geringen liquiden Mitteln" angekurbelt würde. Und er warnt, dass die derzeit hohe Unsicherheit auch das "Vorsichtssparen" von Haushalten verstärken könnte. In diesem Fall würde das Geld also nicht in den Konsum fließen und keine konjunkturbelebende Wirkung auslösen.

Kommentare (32)

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spainman
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Bitte sachlich informieren

Sehr geehrter Herr Autor, sie schreiben: "vor allem Gutverdiener von der Senkung des Eingangssteuersatzes voll profitieren." ALLE mit Einkommen von brutto 18000,- pro Jahr profitieren voll. Das entspricht netto € 1.084,98 pro Monat. Wenn sie das als Gutverdiener bezeichnen, dann haben sie nicht Information im Sinn sondern Schüren von Ressentiments! Und ob die oberen Gehaltsstufen prozentual mehr vom Gesamtpaket haben oder nicht die Steuerersparnis bleibt bei genau € 350 pro Arbeitnehmer nicht mehr und nicht weniger.

harri156
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Klatschen wir bitte für die Leute, denen die Steuerreform nichts bringt....

Die sind eh so genügsam! Sie waren die Helden!!! Wer einmal Applaus erntete braucht keine finanzielle Hilfe.... (Satire off)

HannesK
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Gutverdiener?

Was ist ein sogenannter Gutverdiener ? Brutto oder Netto?

stadtkater
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Prozentuell bekommen ja eh die Schlechterverdiener

am meisten!

harri156
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Besserverdiener haben vom Konjunkturpaket mehr

Gibts ja nicht! Wo die Türkisen nur für die Arbeiter sind! Die Grünen haben wohl gebremst, denn sonst wäre alles anders!

Henry44
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Es liegt in der Natur der Sache,

dass eine Steuersenkung nur jenen nützen kann, die Steuern zahlen. Eine Steuererhöhung trifft ja auch nur diese und es ist sehr wahrscheinlich, dass es zur Sanierung des Budgets eines Tages dazu kommen wird.

rontin
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Nagel auf den Kopf getroffen ...

... Thema auf den Punkt gebracht .... meine Denke ... Daumen hoch ...

Lodengrün
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In welchen Dimensionen denken Sie?

Wenn Sie also nicht in den Kreis von Mateschitz und co fallen dürfen Sie sich als wertlos betrachten. Wenn Sie auch gut verdienen mögen was ich Ihnen gönne so fallen Sie nach Ihrem Sndatz doch nur in die Kategorie Pizzabote.

Lodengrün
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War als Antwort

von @harri gedacht.

harri156
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Und wer hält die Wirtschaft in der Krise aufrecht?

Der der viel Steuern zahlt, oder doch die Supermarkt- Kassiererin, die Pflegekraft, die Verkäuferin, Regalbetreuerin, Paketauslieferer, Pizzabote uvm........

stprei
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Alle

Vielleicht alle gemeinsam? Oder ist das total undenkbar? Weil auch Pizzabote, Pflegekraft und Verkäuferin haben nur deswegen Arbeit, weil ihr Dienstgeber ein wirtschaftliches Risiko trägt und Jobs schafft. Und auch alle anderen, die "bessere" Jobs haben oder mehr Steuern zahlen. (Übrigens fallen da etwa Schichtarbeiter oder die Metaller mit sehr guten KVs auch drunter).

Aber ich lade sie herzlich ein, weiter diese gegen jene zu spielen und mit unsachlichen Argumenten die eigene ideologische Basis zu verteidigen. Damit wird gesamtgesellschaftlich alles besser. Bestimmt.

Balrog206
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Harri

Jeder ! Einer mehr andere weniger.

stprei
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Steuer

Dadurch, dass es sich um eine Steuersenkung (auf der untersten Steuerstufe!) handelt, ist irgendwie klar, dass diejenigen, die tatsächlich auch Steuern zahlen, davon profitieren.
Die anderen hingegen, die keine Steuern zahlen, erhalten dafür Transferleistungen aus dem Steueraufkommen der anderen (= Negativsteuer).

Und ab der Steuerstufe 3 (auch die profitieren schon voll von der Senkung, bei einem Bruttolohn ab 18.000 jährlich) von Gutverdienern zu reden, ist etwas übertrieben.

Aber man muss die Umverteilungsdebatte am köcheln halten...

Gedankenspiele
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@stprei

Wenn die Regierung bei ihren Unterstützungsmaßnahmen nur an Steuersenkungen denken kann, die logischerweise den "Besservedienern" zu Gute kommt, ist klar, dass es am Ende des Tages zu Ungerechtugkeiten kommt.
Über Steuersenkungen entlaste ich immer jene, die es weniger brauchen, als jene, die gar keine Steuern bezahlen. Was sollen Leute mit einer Negativsteuer von 100 Euro in 356 Tagen anfangen? Wahrscheinlich am Leben bleiben, damit sie sich am nächsten Tag wieder ausbeuten lassen können?

Ich hoffe die Umverteilungsdebatte bleibt am köchelnn denn wir brauchen sie dringend!

stprei
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Sonst

Wie sonst soll man Steuerpflichtige (also die Leistungsträger der Republik) entlasten? Über ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1700€, das keiner zahlen kann? Eine Erhöhung der Mindestsicherung auf ein Maß, dass man sich überlegt, arbeiten zu gehen? Wie kommt ein Steuerpflichtiger dazu, weniger Entlastung zu erhalten, als einer der eh schon keine Steuern zahlt? Wieso braucht jemand, der 18000 brutto verdient im Jahr weniger Entlastung?
Ich lese nur ideologisches Umverteilungs-Kampf-Blabla, keine Argumente.

Gedankenspiele
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@stprei

Um es klar zu stellen. Ich habe kein Problem mit Steuersenkungen.
Ich habe nur ein Problem damit, wenn es keine wirklichen Entlastungen für Leute gibt, die so wenig haben, dass sie nicht einmal Steuern zahlen. Was sollen diese Leute mit 100 Euro Negativsteuer pro Jahr anfangen? Das ist doch keine Entlastung! Und auch kein Paket, das sich sehen lassen kann (Zitat Kogler).

GordonKelz
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Die EINKOMMENSSCHERE macht...

...in der Zwischenzeit schon den SPAGAT...
Gordon

stprei
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Rechnen

Es geht aber klar um eine Entlastung kleiner Einkommen. Das stünde sogar im Artikel: "Sortiert man die österreichischen Haushalte nach ihrem verfügbaren Einkommen, dann steigen die Einkommen im untersten Fünftel durch das Konjunkturpaket also um 2,3 Prozent, die Einkommen im obersten Fünftel dagegen "nur" knapp ein Prozent."

Die Einkommensschere schließt sich sogar.

Aber, Hauptsache Empören und unreflektiert Hinhauen.

Gut so, weiter so, Gordon.

Gedankenspiele
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Von der ÖVP ist man diese Klienetelpolitik ja gewohnt, aber...

...dass sich die Grünen von der ÖVP derart über den Tisch ziehen lassen und Kogler dann auch noch frech behauptet, das Paket könne sich sehen lassen, ist schon mehr als enttäuschend.

stprei
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Richtig

Welch geharnischter Vorwurf: Die ÖVP macht Klientelpolitik für Familien und Personen, die Steuern zahlen.

Wem soll man denn mit einer Steuersenkung helfen, außer jenen, die Steuern zahlen? Außerdem ist die Reform (Steuerstufe von Brutto 11.000-18.000 jährlich + die Negativsteuern für alle darunter) klar auf die "kleinen" Leute (so ungern ich dieses Wort verwende) ausgerichtet.
Den Entlastungseffekt kann man dann auch ganz einfach nachvollziehen, wenn man das Ganze mit Arbeitsmarktdaten und einem Bevölkerungsspiegel unterlegt und berücksichtigt, dass der Budgetdienst den Entlastungseffekt der Lohnsteuer auf mehrere Jahre berechnet hat.

Ein bisschen weniger ideologische Empörung, ein bissl mehr kritisches Überlegen, das wär schon was.

Gedankenspiele
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@stprei

Und, wieviel Negativsteuer gibts von der Regierung im Vergleich zur Entlastung der Besserverdiener? Eben!
Das Ganze Paket nennt sich Entlastungspaket und sollte eigentlich jenen zugute kommen, die es am dringensten brauchen. Also jene Leute, die so wenig verdienen, dass sie gar keine Steuern bezahlen. Diese werden eben genau am wenigsten bedacht mit dieser Regelung.

Das hat genau nichts mit Ideologischer Empörung zu tun. Es ist nun mal Faktum, dass die ÖVP stets auf ihre Wähler schaut und nicht auf jene, die am dringensten Unterstützung bräuchten, Steuerzahler hin, Steuerzahler her!!!
Die, die keine Steuern bezahlen, weil sie zu wenig verdienen, wählen sowieso nicht die ÖVP. Deshalb werden sie auch nie ihrem Bedürfnis nach von der ÖVP bedacht! Sie sollen einfach am Leben bleiben und morgen in der Früh wieder in der Arbeit erscheien. ÖVP-Denken, ebenso leider ein Faktum!

crawler
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Na, da hat die KlZ

den "Umverteilern" wieder einen fetten Knochen zugeworfen. Da gibt es wieder lang zu kauen.

ChihuahuaWelpe56
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Umverteilung von Arm nach Reich

und die Blauen haben wieder eine Möglichkeit, das den Ausländern und Asylanten in die Schuhe zu schieben 🙃

spainman
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Besserverdiener = Höhersteuerzahler

Auch wenn´s den meisten nicht schmeckt: man sollte statt immer nur Besserverdiener oder Gutverdiener auch mal Höhersteuerzahler sagen, das ist die Kehrseite der Medaille. Der Mittelstand verdient nicht nur "besser" oder "gut" (was auch immer "besser" oder "gut"sein soll), sondern zahlt brav und viel Steuern, was der Allgemeinheit zugute kommt. Das generelle medienwirksame Draufhauen auf "Besserverdiener" ist zwar populär aber wenig differenziert.

melahide
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Ich

gratuliere jeder Person in Österreich die hohe Steuern bezahlt. Es heißt ja auch dass man viel verdient.

Das die Einkomnenssteuer für ALLE zu hoch ist das wissen hoffentlich alle. Man könnte die Einkomnenssteuer auch auf 0 setzen und dafür Vermögen mit 10 % besteuern. Weil wer sagt, dass nur der Steuern zahlen soll, der dafür arbeitet? Oder einen Mittelweg finden: Einkommenssteuer senken, Vermögen- und Kapitalmarktgewinne rauf - warum nicht?

huckg
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"Mehrbezahltbekommer" nicht automatisch Besserverdiener

Auch wenn dem Einzelnen vielleicht nicht schmeckt "verdient" z.b. ein Manager aus der Autoindustrie oder aus dem Bankberei wirklich mehr als eine Altenpflegerin oder ein Bauarbeiter?
Ich sehe es nicht als "Draufhauen" wenn ein Mehrgeldbezahltbekommer auch entsprechend mehr in den allgemeinen Topf einzahlt.
Wenn nämlich das Netto wieder hauptsächlich in die eine (große) Geldtasche wandert ist das für die Gesellschaft schon ein Problem und der soziale Ausgleich bleibt (vielleicht von der Politik sogar gewollt um Abhängigkeiten zu schaffen) auf der Strecke.

 
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