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183 Abgeordnete, 1075 Nebenjobs Spitzenverdiener durch Nebenjobs bei ÖVP, FPÖ und NEOS

Abgeordnete haben fast 1100 bezahlte und ehrenamtliche Nebenjobs gemeldet - Viertel aller Abgeordneten und fast Hälfte der Grünen ohne Nebeneinkünfte - Kaum Frauen unter Spitzenverdienern.

In Summe haben die 183 Abgeordneten 1.075 Nebenjobs gemeldet
In Summe haben die 183 Abgeordneten 1.075 Nebenjobs gemeldet © APA/ROLAND SCHLAGER
 

Fast die Hälfte der Grünen Abgeordneten übt neben dem Nationalratsmandat keinen bezahlen Nebenjob aus. Das zeigen die vom Nationalrat veröffentlichten Einkommensdaten für 2019. Anders die ÖVP, wo jeder Abgeordnete im Durchschnitt 1,8 bezahlte Nebenjobs meldet. In den Reihen der Kanzlerpartei gibt es auch die meisten Spitzenverdiener, gefolgt von FPÖ und NEOS. Frauen sind aber kaum darunter.

Abgeordnete erhalten 9092 Euro brutto vom Staat. Wer weitere bezahlte Jobs ausübt, muss das melden. Die genaue Höhe der Zusatzeinkommen wird zwar nicht veröffentlicht. Allerdings wird einmal jährlich die Gesamtsumme annäherungsweise (in fünf Kategorien) offengelegt. Diese Meldefrist für 2019 ist am Dienstag abgelaufen.

1075 Nebenjobs gemeldet

In Summe haben die 183 Abgeordneten 1075 Nebenjobs gemeldet, davon etwa ein Viertel (254) bezahlt. Der überwiegende Rest entfällt auf ehrenamtliche Tätigkeiten, insbesondere in der Partei oder in parteinahen Organisationen.

Spitzenreiterin ist die ÖVP-Mandatarin Elisabeth Scheucher Pichler mit 22 Funktionen in der ÖVP, im Seniorenbund sowie im Kärntner Hilfswerk und dessen Tochterfirmen. Dahinter folgen ihre Parteikollegin Carina Reiter mit 21 und Petra Bayr von der SPÖ mit 17 Funktionen. Zu den Spitzenverdienern im Parlament zählen die drei Abgeordneten damit allerdings nicht, denn den Großteil ihrer Funktionen üben sie ehrenamtlich aus.

Am oberen Ende der Einkommens-Skala im Parlament sind Frauen dagegen rar: Insgesamt zehn Abgeordnete (davon eine Frau) geben an, im Vorjahr zwischen 7000 und 10.000 Euro monatlich dazuverdient zu haben (Kategorie 4). In die höchste Einkommenskategorie 5 mit mehr als 10.000 Euro monatlich fielen zwölf Mandatare (davon zwei Frauen).

Die meisten Spitzenverdiener gibt es bei der ÖVP - darunter Karlheinz Kopf als Generalsekretär der Wirtschaftskammer und Martin Engelberg, Geschäftsführer mehrerer Immobilien- und Consultingunternehmen sowie Hans Stefan Hintner als Bürgermeister von Mödling und (damals noch) Mitarbeiter der NÖ Bau- und Siedlungsgenossenschaft. Bei der FPÖ gibt es traditionell einige gut verdienende Freiberufler wie den Rechtsanwalt Christian Ragger, den Apotheker Gerhard Kaniak und den Notar Harald Stefan. Und bei den NEOS sind die Spitzenverdiener der frühere "Kurier"-Herausgeber und Autor Helmut Brandstetter sowie Dell-Managerin Karin Doppelbauer. Die neben ihr einzige Frau in der höchsten Einkommenskategorie ist Rebecca Kirchbaumer von der ÖVP - Unternehmerin und Wirtschaftskammer-Funktionärin.

Etwa ein Viertel (43 Abgeordnete) hat angegeben, über gar kein Nebeneinkommen zu verfügen. 28 beziffern ihr Einkommen mit bis zu 1000 Euro (Kategorie 1), weitere 46 mit bis zu 3500 Euro (Kategorie 2) und 33 Abgeordnete haben im Vorjahr bis zu 7000 Euro monatlich dazuverdient (Kategorie 3). Zahlreiche Nebenjobs haben freilich Bezug zur politischen Tätigkeit - etwa die vielen Funktionen auf Gemeindeebene. Vielfach erhalten die Abgeordneten aber auch ein Zusatzeinkommen von ihrer Partei: so etwa die Parteimanager Alexander Melchior (ÖVP) und Michael Schnedlitz (FPÖ) oder die SPÖ-Abgeordnete Bayr, die für die Wiener Landespartei arbeitet.

Kommentare (21)

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PiJo
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Unterschiedlicher Lebenslauf

Die Schwarzen , Blauen und Neos kommen zum Großteil aus der Wirtschaft oder mit Bezug dazu und haben ein Vorleben mit Einkommen aus Arbeit oder Unternehmen, das über den Zeitraum als Politiker nicht versiegt.
bei Spö und Grünen war meistens die Gewerkschaft das Trittbrett und wie da die Tantiemen verteilt werden hat man die letzten Jahre gesehen. Ein paar Granden haben viel aber viele bekommen wenig oder nix.

isogs
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Jetzt

wissen wir auch warum die Türkisen so gegen eine Vermogends und Erbschaftssteuer sind!

gehtso
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man kann nicht

die Abgeordnetentätigkeit und bis zu 22 "Nebenfunktionen" richtig und professionell ausüben, da bleibt zwangsläufig einiges auf der Strecke.

dieRealität2019
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aus meiner Sicht stellt sich jedoch zur Sache die Frage,

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wie ist es möglich, dass im Nebenjob (welche Leistungen sind hier gefordert?) mehr verdient wird als im Hauptberuf und wie ist es möglich, ob bezahlt oder nicht, verantwortungsbewusst im Nebenjob (ich lese 5-20 Jobs) zu handeln?
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Ich kenne ua. als Selbstständiger mit einer zeitweise verbundenen Auslandstätigkei,t durch nahezu 50 Jahre, was bis zu 80h Stunden per Woche bedeuten. Wann schlafen und essen diese Menschen? und wie schaut das Familienleben mit/ohne Kinder aus?

dieRealität2019
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die liebe SPÖ hat in den letzten Jahrzehnten um keinen "Posten" egal welcher Art auch immer weniger genutzt als die ÖVP.

anscheinend sind hier einige Beitragsschreiber uninformiert und unwissend?
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die liebe SPÖ hat in den letzten Jahrzehnten um keinen "Posten" egal welcher Art auch immer weniger genutzt als die ÖVP. Heute sind noch immer die Postenschacher sichtbar.
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In der gemeinsamen Machpolitik der letzten Jahrzehnte haben sie sich die Posten in allen Netzwerken und Institutionen usw. zugeschanzt. Das ist Tatsache und Realität.
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Natürlich, wer in der Regierung ist wie früher auch die FPÖ, versucht hier seine "Personen" einzubringen. Die Grünen haben auch in der Opposition gedealt und sind noch zu kurz in der Regierung um maßgebliche Posten zu besetzen.
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Daher ist der Wirbel um Ibiza lächerlich, da einerseits der Vizekanzler nicht in der Lage ist Posten noch zu vergeben, noch zu besetzen. Jeder Depp konnte sehen das hier dumme angeberische Menschen anwesend waren. Die Schaumschlägerei die hier der unnötige U-Schuss produziert ist dümmlich und trottelhaft.
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Auf Deutsch, sogar menschlich verständlich, da die FPÖ und SPÖ jetzt vom direkten Futtertrog weg ist versuchen sie halt mit allen Mittel wieder zum Trog zu kommen.
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Ich hoffe. Es schaut so aus, dass die Grünen mit der ÖVP auch die nächsten Wahlen für sich entscheiden werden. Bei einer vorsichtigen Gangart step by step könnte es dieser Regierung gelingen maßgebliche Reformen/Änderungen durchzubringen auf die die Bevölkerung schon seit Jahrzehnten wartet.

FerdinandBerger
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Ihr Trolle und Neider hier im Forum!

Gehts was arbeiten und leistets mal was, dann reden wir weiter!

Für die Schnellchecker: Ironie off!

SoundofThunder
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Oje,da habt ihr es Schwarz auf Weiß wer die meisten Doppelverdiener stellt

Die Schwarz/Blauen Bonzen denen das Gehalt eines NR-Abgeordneten zu wenig ist.Ist ja praktisch wenn die Raiffeisenbank ein paar NR-Abgeordnete in petto hat.Wenn die Roten es wären würden so manche User hier anders argumentieren 😏

Trieblhe
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@sound

Der Donnergrummler hat Recht, die einzige Partei die diesbezüglich erhaben ist, ist seine SPÖ. Hat der Kern nicht sogar auf einen Teil seines Gehalts verzichtet, oder wie war das damals? 🤔

Balrog206
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Sound

Die roten waren nur in der Bawag und beim Konsum tätig , und in der damals verstaatlichten Stahlindustrie usw !
Was gibts davon noch ?

SoundofThunder
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😏

Eurofighter?

SoundofThunder
5
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😏

Die Hypo?

Klgfter
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man könnte auch sagen .....

a. de övp'ler stehen halt gut im Geschäft und sind begehrte Arbeitskräfte ….

b. de spö'ler werden maximal von der Partei zusätzlich gefüttert durch Anstellungen weil sonst keiner sie braucht oder ihnen was zutraut ….

c. bei den gehalt den's vom Staat / Steuerzahler beziehen nicht zu 100% sich um ihre aufgaben zu kümmern is eigentlich a Frechheit egal welcher Partei man angehört ….

san eh alle gleich hirnlos und frech …. aber wir wählen sie uns ja, also net aufregen !

Ragnar Lodbrok
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Der Tag hat auch für Politiker nur 24 Stunden!

Dieser unersättlichen Gier muss ein Riegel vorgeschoben werden! 1 Mio sind in Österreich armutsgefährdet und unsere Politiker können das Maul nicht voll genug bekommen???!!! die Armut wird deswegen nicht sinken - aber die Vorbildwirkung von Politikern sollte eine andere sein.

walterkaernten
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parlament

1.
Was die abgeordneten verdienen ist eigentlich egal.
Wenn sie ihren job gut machen, dann ist es ok.

2.
Was aber für uns steuerzahler schlecht ist:
Wir haben 183 personen die im parlament herumsitzen,oder sowieso durch abwesenheit glänzen.
DEUTSCHLAND hat bei 80 mill einwohner ca 700.
Für ÖSTERREICH würden ca 70 genügen.

Das wäre eine ersparnis, die den steuerzahlern was bringen würde.

Trieblhe
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@walter aus Kärnten

Absolut, Ihre Idee würde uns richtig viel Geld bringen. Mit dem Geld könnten wir jedes Jahr 1 (einen) Kilometer Autobahn bauen. Das wäre was! 👍🏻

ronny999
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Dieser

Meinung kann man nur zustimmen. Ist die SPÖ und FPÖ dann noch im Parlament vertreten?

Klgfter
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deswegen sinds dauernd am handy und laptop und mosern nach W-Lan ...

sie arbeiten ja doch ….. aber in den eigenen sack nicht für ihren AUFTRAGGEBER - DAS VOLK !

jg4186
9
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Spitzenverdiener

Ist vielleicht gar nicht so schlecht, dass unsere Abgeordneten auch noch einen Beruf ausüben. So verlieren sie hoffentlich nicht den Bezug zum Alltag der meisten ÖsterreicherInnen. Aber ganz sicher kann niemand zwei Berufe gleichwertig ausüben. So sollte der Abgeordnetenbezug um den Nebenverdienst gekürzt werden. Das würde wohl eher dem tatsächlichen Aufwand entsprechen. Wohl niemand geht wegen des Geldes in die Politik, oder?

klickme
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Spitzenbezüge der Zeit anpassen

Wann werden endlich die Spitzenbezüge aller Politiker den Zeiten angepasst, in denen immer Menschen immer weniger Geld zur Verfügung haben - aus vielerlei Gründen? Jetzt ist diese Zeit! Und dann noch Spitzen-Nebeneinkünfte und sonst noch Gelder, man weiß ja nie.

Ragnar Lodbrok
3
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die üben keinen Beruf aus...

bei irgendeiner Firma im Vorstand zu sitzen - da könnte man jeden Arbeitslosen hinsetzen. Solche Posten werden ausschließlich aus Lobbyinggründen angeboten.

ad93994a74a32b7eb4632a6e357a2262
5
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"Wohl niemand geht wegen des Geldes in die Politik, oder?"

Meinst wirklich @jg4186...... ;-)