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Formel 1 in SpielbergRegierung genehmigt Saisonauftakt ohne Zuseher

Die Würfel sind gefallen: Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat dem Sicherheitskonzept des Formel-1-Trosses für ein Doppelrennen im obersteirischen Spielberg zugestimmt. Ohne Publikum.

FORMULA 1 - GP of Austria 2019
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Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat grünes Licht für die Formel 1 in Spielberg gegeben. Aus Sicht des Ministeriums entspricht das überprüfte Sicherheits-Konzept "den Erfordernissen in der Corona-Zeit", hieß es am Samstag in einer Aussendung. Damit wäre ein WM-Auftakt Anfang Juli mit zwei Rennen am 5. und 12. Juli unter Ausschluss der Zuschauer ermöglicht.

Die vom Grünen-Minister für nach Pfingsten angekündigte, endgültige Beurteilung wurde schon am Samstag offiziell. "Für das Gesundheitsministerium erfüllt das Konzept, nach detaillierter Überprüfung durch die FachexpertInnen des Hauses, die Anforderungen zur Unterbindung der Ausbreitung des Corona-Virus - entscheidend ist die enge Abstimmung zwischen Veranstalter und regionalen und lokalen Gesundheitsbehörden", wurde Anschober zitiert. Er sprach von einer "Regelung mit einem hohen Schutzniveau".

>>>Marko, Schützenhöfer und Co: Hier lesen Sie die ersten Reaktionen<<<

Anschober in einer ersten Reaktion: "Der Veranstalter hat ein Konzept zur Durchführung vorgelegt, das auf die speziellen Erfordernisse des Formel-1-GP und den erforderlichen Schutzmaßnahmen gegen eine Ausbreitung des Corona-Virus abstellt. Das Konzept sieht neben strengen Hygienemaßnahmen auch regelmäßige Testungen und Gesundheitschecks für die Teams und alle weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ein konkretes medizinisches Konzept vor. Für das Gesundheitsministerium erfüllt das Konzept, nach detaillierter Überprüfung durch die FachexpertInnen des Hauses, die Anforderungen zur Unterbindung der Ausbreitung des Corona-Virus – entscheidend ist die enge Abstimmung zwischen Veranstalter und regionalen und lokalen Gesundheitsbehörden."

Marko mit Schlüsselrolle

Der Zustimmung gingen teils intensive Gespräche voraus. Eine Schlüsselrolle spielte dabei auch Red-Bull-Motorchef Helmut Marko, eine lange Aussprache mit Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler am Karsamstag in Graz sowie Gespräche mit Sportlandesrat Christopher Drexler brachten Bewegung in das Vorhaben. Dem Vernehmen nach mussten die Formel-1-Veranstalter mehrfach ihr Konzept adaptieren bzw. ergänzen.

Die Entscheidung könnte eine mit Signalcharakter sein. Denn die Formel 1 hat wegen Covid-19 in diesem Jahr noch kein Rennen ausgetragen. Vielmehr wurden die zehn WM-Läufe vor Österreich entweder abgesagt oder verschoben. In Österreich könnte der aktuellsten Entwicklung folgend nun endlich ein WM-Start mit gleich zwei Läufen über die Bühne gehen, weil man sich am Red Bull Ring bereit erklärt hatte, eine Woche nach dem für 5. Juli angesetzten Grand Prix von Österreich auch noch einen zweiten WM-Lauf auszutragen. Erstmals in der F1-Geschichte seit ihrer Gründung 1950 werden in einer Saison und noch dazu binnen einer Woche zwei Rennen am selben Ort stattfinden.

Das Gesundheitskonzept sieht unter anderem vor, dass sich Piloten und Formel-1-Personal vor der Einreise nach Österreich testen lassen. Auch vor Ort sind umfangreiche Maßnahmen, die eine Verbreitung von Covid-19 verhindern sollen, vorgesehen. F1-Sportdirektor Ross Brawn erklärte zuletzt, dass der Tross in einer Art "Biosphäre" isoliert werden soll, um die Risiken zu minimieren.

Da keine Zuschauer erlaubt sein werden, handle es sich nicht um eine Veranstaltung nach Paragraf 10 der Covid-19-Lockerungsverordnung. Rein rechtlich seien die Rennen als Sportstätte zu werten, hieß es vom Ministerium.

Das Ministerium forderte zudem eine enge Abstimmung des Veranstalters mit den Gesundheitsbehörden ein. Das sind laut Epidemiegesetz die Landessanitätsdirektion Steiermark sowie die Bezirkshauptmannschaft Murtal. Auch die finale Entscheidung über die Durchführung liegt bei der Bezirksverwaltungsbehörde, der BH Murtal. Mit einem Einwand ist eher nicht zu rechnen.

Der stellvertretende Bezirkshauptmann Peter Plöbst bestätigte, dass seine BH als Gesundheitsbehörde erster Instanz für die Abwicklung zuständig sein wird. Man werde mit den Betreibern das Konzept noch einmal durchgehen und Detailfragen klären: "Wenn das Grundsätzliche geklärt ist, werden wir den beiden Grand Prix keine Steine in den Weg legen", sagte Plöbst. Die Abläufe müssen passen, dann stehe man den Rennen nicht entgegen. Das medizinische Konzept des Projekt Spielberg kenne er und auch dieses könne die BH jedenfalls "mittragen".

Ob Rennen in Spielberg der "Türöffner" für den überfälligen WM-Ersatzkalender sind, wird sich bald zeigen. Grundsätzlich haben die Formel-1-Verantwortlichen vor, 2020 noch bis zu 15 Rennen auszutragen. Dabei will man zunächst offenbar in Europa bleiben. Nach Österreich könnte am 19. Juli in Ungarn (Budapest) gefahren werden, danach in Silverstone (2. und 9. August), wo die aktuellen Einreisebestimmungen aber eher dagegen sprechen. Danach kämen Barcelona (16. August), Spa (30. August) und am 6. September Monza, ehe es nach Übersee geht.

Die Formel-1-Läufe in Spielberg wären das erste globale Sport-Großereignis nach dem Corona-Lockdown, hatte Marko kürzlich gesagt. "Das wäre ein ungeheurer Werbewert für ganz Österreich als Tourismusland und auch für die Regierung, die es schafft, in Österreich so ein Ereignis über die Bühne zu bringen - und wie es ausschaut auch unter strengsten und alle Eventualitäten abdeckenden Sicherheitsvorkehrungen", erklärte Marko, der in den vergangenen Wochen quasi als Chefvermittler zwischen den Behörden, Promoter Red Bull und der Formel 1 agiert hat.

 

 

 

 

 

Kommentare (36)

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heri13
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Wieviel wird das Schmutzschleuder Theater ,

Den Steuerzahler kosten?

Patriot
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Am Wochenende der Lärm vom Red Bull Ring, unter der Woche von den Eurofightern!

Sind das die Bilder und Signale, die in die Welt hinausgehen und den Tourismus im Aichfeld ankurbeln sollen?
Da lügen sich einige wohl selbst etwas vor!

fon2024
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Andaman

Patriot bist du arm mir kommen die Tränen,denn du weist nicht was Lärm ist.

duerni
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. und es wird auch in zehn Jahren noch Motorsport geben, denn ......

……. die Freude der Menschen, sich schnell zu bewegen - ist natürlich - ist SPORT! Ob das "Formel 1" heißen wird - egal. Schneller, weiter und höher birgt in sich den menschlichen Drang - INNOVATIV zu sein, denn das hat die Menschheit "von den Bäumen geholt".
Die Verbannung von Zusehern bei den Formel 1 Rennen ist schlichtweg doof und würde auch dazu führen, dass die Rennställe 2021 ihre Teilnahme an diesen "Geisterrennen" einstellen. Dann gleich Computerspielen und Verblödung der Menschen. Computerspiel sind m. M. gefährlich, weil es da den Esc- und Reset-Knopf gibt - der fehlt aber im wirklichen Leben!
Vorschlag an die Industrie:
Macht Autorennen mit freier Wahl der Antriebsenergie mit vergleichbaren Werten - kW etc.. Dann können die Hersteller die "Möglichkeiten der Zukunft" gegeneinander antreten lassen und sie wissen endlich, was Sinn macht.
Die Akkuautos in der Formel E sind völliger Schwachsinn und nur das Sammelbecken gescheiterter Fahrer.

Aleksandar
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Ich fürchte, du hast Recht!

SPORT heißt für mich, Bewegung ohne Motorkraft. Motorsport ist sinnlos, gefährlich und schadet der Umwelt. Ich denke, jede/r, die/der klaren Verstandes ist, sieht ein, dass Verzicht angesagt ist. Natürlich nicht nur bei Motorsport. Aber der gehört zu den ersten Dingen, die ersatzlos gestrichen werden müssen.
Die Behauptung, dass Zusehen beim Motorsport tatsächlich eine intelektuelle Leistung ist, während diesbezügliche Computerspiele zur Verblödung führen, entbehrt jeglicher Grundlage und ist m. E. bloße Polemik.
Der Einsatz von Akkus ist auch nicht "das Gelbe vom Ei" (Produktion der Akkus und Energie sowie Versorgung).

duerni
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@Aleks..."Die Behauptung, dass Zusehen beim Motorsport tatsächlich eine intelektuelle Leistung ist ..."

habe ich nicht behauptet. Können sie sich die Welt OHNE Motoren vorstellen?
"Zusehen" ist auch beim Springreiten, Fußball oder Dart!.. keine.
…….. über den Wert von Computerspielen lässt sich streiten, denn ich kenne mehrere Jugendliche, die daran leiden, wie an einer Krankheit!

Aleksandar
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Anmerkungen

"Dann gleich Computerspielen und Verblödung der Menschen." Dieser Satz implizert, dass Formel -1-Schauen nicht zur Verblödung der Menschen führt und somit eine den Geist fördernde Tätigkeit ist.
Eine Welt ohne Motoren? Auf viele Motoren kann man verzichten; somit geht es nicht darum, alle Motoren gleich zu verbannen; zunächst sollte man diejenigen verbannen, die nicht unbedingt gebraucht werden. Und das sind sehr viele.
Im Grunde stehen Computerspiele und deren Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche hier nicht zur Debatte.

Aleksandar
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Interessant

Wenn man die Kommentare hier durchsieht, erkennt man, dass die Mehrheit für Formel 1 ist.
Interessant: Wegen Covid-19, einem Virus, das zwar für einzelne Individuen schrecklich sein mag, jedoch niemals die gesamte Menschheit ernsthaft bedrohen wird, macht man fürchterliches Tam Tam. Der Klimawandel, der die ganze Menschheit ernsthaft bedroht, scheint aber in den Oberstübchen der meisten Menschen nicht wirklich angekommen zu sein. Man tut, als wäre alles in bester Ordnung ...
Ich denke, eine grundsätzliche Änderung der Einstellung zur Umwelt ist angebracht. Und dazu gehören auch das Einstellen solcher Veranstaltungen, die die Umwelt schädigen, der Wirtschaft sowie der Sensationsgier dienen.

sunny1981
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Einstellen

Das heißt kein Schifahren kein Fußball kein Motorsport keine Olympiade keine Weltmeisterschaften mehr denn diese Veranstaltungen mit vielen Zusehern die motorisiert anreisen schädigen die Umwelt

Aleksandar
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Tja ...

so könnte man es sehen. Alles, was die Umwelt schädigt, muss stark eingeschränkt bzw. gestrichen werden. Oder wüsstest du eine Möglichkeit, die Auswirkungen der Unweltzerstörung anders zu stoppen? Denk nach, dann rede!
Klar ist: Verzicht tut weh. Aber anders wird es wohl nicht mehr gehen.

FerdinandBerger
43
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ich liebe diese Doppelmoral.

Auf der einen Seite gängeln sie Betriebe bis zur Insolvenz, verursachen die höchste Arbeitslosigkeit seit dem 2. WK und isolieren uns auf Europäischem Boden auch noch mit der Schwachsinnigen Einzelgängen in punkto Wiederaufbauhilfe und dann machen Sie wieder einen Bückling vor dem internationalen Großkapital. Hauptsache der edle "Gutmensch und Gönner" Marko kriegt seine Hotels voll.

shaba88
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seit

Wann hat denn Marko einen Ruf als Gutmensch, da muss wir was entgangen sein

sunny1981
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Denk nach

Vielleicht machen Gastronomiebetriebe in dieser Region mehr dringend benötigten Umsatz mit Formel 1 als ohne Formel 1

shaba88
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Ohne Besucher

Aber net wirklich, das ist ein reines inzuchtevent sozusagen.

Enrique76
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Österreich ist nicht allein

Dänemark, Schweden und Niederlande wollen auch nicht

bam313
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Wieso denn nicht

Ich habe zwar keine Ahnung wer außer Matteschitz daran verdient, aber wenn es z.B. für die Wirten und Beherrberger im Raum Spielberg etwas bringt, dann spricht für mich nichts dagegen.
Ist dann auch gleich eine Lockerungsübung für den Grazer Flughafen.

Die werden doch nicht alle in Zeltweg landen - oder doch?
Und haben die ihre eigenen Caterer dabei?
Wenn ja schauts natürlich für die Spielberger schlecht aus.
Obwohl das wahrscheinlich auch nicht eintreten wird, denn wie viele Leute hat solch ein Formel 1 Tross.
300 pro Team?
Das sind dann schon alleine 3000 Teammitglieder und wahrscheinlich unzählige Journalisten.
Wenn die am Ring einen Lagerkoller kriegen, werden sie auch flüchten.
Ich wünsche es den Rattenbergern, die sonst nur ihre landwirtschaftlichen Betriebe und ein paar Gasthöfe haben.

Wäre echt interessant zu erfahren, was heuer dort für ein Umsatz gemacht wird.

Patriot
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Dummheit, dein Name ist Formel 1!

.

fon2024
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Andaman

Patriot soviel Dummheit was du schreibst ist auch selten.

hfg
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Komplett ohne Zuseher

Ist wieder falsch - wenn bei anderen Veranstaltungen ab Juli bis zu 1250 anwesend sein können.
Auf dem riesigen Gelände und im Freien könnten durchaus mehr Zuseher sein.
Nur zur Klarstellung ich persönlich gehe nicht einmal gratis dorthin, aber die Anordnung ist wiedereinmal unsinnig.

scionescio
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Der Formel 1 Tross besteht aus ein paar tausend Menschen aus aller Herren Länder, die jetzt nach Österreich ein- und ausreisen dürfen ...

... aber die Österreicher dürfen nicht einmal ans Meer.
Wir werden nach Strich und Faden verarxxt!

UHBP
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@sc..

Du willst doch nicht den kleinen, einfachen Österreicher mit den F1 Menschen vergleichen. Wäre ja gerade so, wie wenn man Basti für die Babyelefanten-Abstandsverletzung bestrafen würde.
Es gibt die und dann das Babyelefanten-Stimmvieh.

posmotrim
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kann mir, bitte

jemand irgendeinen politiker oder eine partei nennen, die für macht und geld nicht nur ihre ideen, sondern auch die eigene mutter nicht verkaufen würden? in meiner jugend sind die marxisten in nerzmantel und porsche zur klassenkampf-demo gefahren, heute propagieren die grünen formel 1. - wenn sie wieder aus der regierung draußen sind, werden sie auf die erderhitzung zurückkommen (30. mai - 14 grad celsius), vielleicht mit den bewährten experten von corona...?

bam313
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Geld regiert die Welt

Überlege dir einmal die Werbe- und Medieneinnahmen.
Blöderweise fließen diese Gelder nicht an den Veranstalter, sondern an den Formel 1-Inhaber.

Mezgolits
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Grüne geben grünes Licht für Geister-Rennen

Ich meine: JAWOHL - und ohne Treibstoffe für
fehlendes Publikum - werden diese Doppel-
Benzin-Verschwendungen - weniger umwelt-
schädlich. Erfinder Stefan Mezgolits Draßburg

Lamax2
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Ich sehe es ein,...

...wenn so was erlaubt wird und dadurch eine ganze Region etwas davon hat. Es müssten aber auch viele andere schwachsinnige Verordnungen überdacht werden. Die schon wieder beginnenden Autokolonnen verurschen übrigens mindestens so viel Abgase, wie das eineRennen.

metropole
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Umfaller

Die Grünen entwickeln sich zur Umfallerpartei und Anhängsel der türkisen par excellence !Da sieht man dass die Umwelt sicherlich das höchste Gut der Grünen ist.Man akzeptiert alles nur um am Troge mitfressen zu können.

 
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