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Androsch zur Rolle der Regierung„Eine Scharade von inhaltslosen Pressekonferenzen"

Der einstige SPÖ-Vizekanzler und heutige Industrielle Hannes Androsch spricht mit Peter Pelinka über den Zustand seiner Partei, kritisiert die Maßnahmen der Bundesregierung, geht mit Donald Trump ins Gericht und mit der Politik Chinas.

 

Hannes Androsch, Industrieller und langjähriger SPÖ-Spitzenpolitiker, gibt sich in der Gesprächsreihe "Was zählt" mit Peter Pelinka in der Wiener Redaktion der Kleinen Zeitung kämpferisch. Er beklagt den Zustand seiner Partei, die Schäden an der Wirtschaft, die Politik der Bundesregierung, des US-Präsidenten und Chinas.

Gefragt nach der SPÖ, sagt er resigniert: „Man kann nicht viel sagen über einen im Tiefschlaf Befindlichen. Mit 16 Prozent in den Umfragen müsste man ein Masochist sein, wenn man zufrieden sein wollte, wenn man aus einer Zeit kommt, wo man 51 Prozent bei Wahlen hatte und 720.000 Mitglieder. Jetzt hat man 160.000.“

Um Schulterschluss bemüht

Zur Feststellung, die ÖVP setze im Kampf gegen Arbeitslosigkeit manche Maßnahme, die auch von der SPÖ sein könnte, sagt Androsch: „Man muss ihr konzedieren, dass sie schamlos opportunistisch ist.“ Zur Corona-Bekämpfung der Regierung fällt dem ehemaligen Finanzminister und Vizekanzler Bruno Kreiskys auch nichts Gutes ein. Er bezweifelt die Aussagekraft der Daten, „weil wir verdammt wenig testen und noch weniger die Infektionsnachfolge betreiben“. Ihn stört an der Regierung, was er „selbstbelobigendes Eigenmarketing“ nennt und „eine Scharade von inhaltslosen Pressekonferenzen“. Was er getan hätte? „Ich hätte früher gehandelt.“ Auch hätte er sich um einen Schulterschluss mit allen Kräften bemüht, der sei bis heute ausgeblieben.

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Ob die Krise auch Positives bewirke, etwa eine Entschleunigung? „Das ist eine lächerliche Weisheit: Wenn du Zahnweh hast, setz dich auf eine heiße Herdplatte, dann spürst du das Zahnweh nicht.“ Natürlich würden sich Konsumverhalten und unternehmerische Dispositionen ändern und manche medizinische Ausstattung künftig in Eigenproduktion hergestellt. „Aber wenn man glaubt, man kann in einem alpinen Schrebergarten den Wohlstand und die Wohlfahrt aufrechterhalten, dann ist das eine Illusion, wie die Behauptung des Kanzlers, wir werden nach der Krise stärker sein als vorher. Das ist entweder Unwissen oder Unverschämtheit.“

In manchen Bereichen hofft Androsch geradezu auf „überfällige Änderung“: Überbürokratisierung, Überbesteuerung, Regulierungswahn und das „rückständige Schulwesen, das noch in der Kreidezeit lebt“, nennt er konkret. Videokonferenzen? „Das soll man nicht überschätzen, das sind Hilfs- und Notmaßnahmen, die nicht wirklich dauerhaft sind, weil sie für die meisten Berufe nicht möglich sind.“ Digitale Fiaker, Operationen oder Gasthäuser gebe es eben nicht.

Dringend notwendig findet Androsch eine hohe CO2-Steuer. An einen Umstieg auf E-Mobilität glaubt er nicht, wegen der ungelösten Batteriefrage. Auch nicht an Wasserstoffantrieb. Die Emissionen müsse man in den Griff bekommen, das sei beim sauren Regen oder bei FCKW auch gelungen.

Besorgniserregend findet Hannes Androsch die Konfrontation zwischen den USA und China, die sich zur Feindschaft auszuwachsen drohe. „Das kann beiden nicht helfen und schadet der gesamten Welt. Wir haben eine Weltunordnung und niemand ist da, der bereit wäre, eine Führungsrolle anzunehmen.“ Er hofft auf eine Wahl Joe Bidens zum US-Präsidenten und eine Wiederannäherung der USA an die EU. „Altmeister Henry Kissinger hat vor Kurzem gesagt, entweder finden Amerika und Europa wieder – so wie nach 1945 – zusammen, oder Amerika wird eine Insel und Europa wird ein Appendix von Eurasien.“

Kommentare (64)

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gonde
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Androsch kommt mir vor wie einer der Alten der Muppet-Show, die vom Balkon herunter kepeln!

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miedjose0
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naja

Wir alle kennen seine Vergangenheit!

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duerni
12
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Österreichs Politik liegt ZUR GÄNZE im Tiefschlaf, denn ...

es genügt NICHT, dass ein fremdgesteuerter BK Kurz die potentiellen Virusträger wegsperren lässt. Wo das Potential fehlt, kann keine Spannung = Infektion entstehen - aber auch der Strom nicht fließen, der die Wirtschaft am Leben hält.
Mir fehlt der Masterplan - "Österreich 2050" - den hat auch die schwarz-grüne Ansammlung von expertengesteuerten Politikern nicht.
Vision Österreich 2050:
- alles was regional möglich ist, wird auch regional verwirklicht
- alles was die EU kann , wird in dieser EU verwirklicht
- alles was Europa (noch) nicht kann, wird mit Hochdruck in dieser EU verwirklicht.
Das bedeutet
- so wenig wie möglich global
- so wenig wie möglich "brüsselgesteuert"
- so VIEL wie möglich regional
Covid19 ist keine Gottesstrafe - aber die Wirkung könnte hilfreich für das Verhalten der aktuellen Menschheit sein.

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klickme
7
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Vernünftig

Ich finde das sehr vernünftig, was Sie schreiben. Die Schönwetterorganisation namens EU muss sich von den tausenden Lobbyisten und Konzernmächten distanzieren, denn die Mitglieder der EU bestehen hauptsächlich aus Menschen, die sehr gern bereit sind, ihren Anteil zu leisten. Wie es jetzt ausschaut, werden viele Menschen einfach auf die Seite gestellt, brauchen wir nicht mehr, machts euch unsichtbar. Menschen geht auf die Straße und kämpft für Euch!

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orbil
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Rendi erinnert an eine Organtransplantation


das Immunsystem muss komplett heruntergefahren werden damit das neue Organ nicht abgestoßen wird. Genauso ist es mit den QuereinsteigerInnen in einer Partei.

Der Tiefschlaf kommt von dem Herunterfahren der Kritiker!

Das neue Organ bleibt trotzdem ein Fremdkörper.

Nur weil die Mutter arm und alleinerziehend war wird man kein Sozialdemokrat!

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mindspring
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wieso nur?

ein politiker aus dem vorigen jhdt? echt jetzt?

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kaagee44
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Wo sind

die Grazer Studenten? Lassen sich die alles gefallen? Die Jungen müßten auf die Strasse! Ein 76 jähriger.

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schadstoffarm
14
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Alt ist er geworden

Aber da sich in Österreich nichts wesentliches geändert hat kann man auf seine Erfahrung zurückgreifen. Die Bundesregierung tut es mit ihren exzessiven keynesianischen Programmen ohnehin.

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armstrong
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Die gute alte Zeit !

Die Medien leben von solchen "Konfrontationen".
Das ist wie in der kath. Kirche, wenn sich der alte Ratzinger wieder einmal zu Wort meldet, bzw. zu Wort gemeldet wird.

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rochuskobler
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Kz bitte korrigieren auf „Großindustrieller“

Kreisky hat ihn durchschaut! Ein brutaler Kapitalist, der mit Manchester Kapitalismusmethoden unermesslich reich geworden ist, heute nur mehr an sich und seinen Familienclan denkt, der die Sozis, als sie an der Macht waren, über den Tisch gezogen hat und damit ihr „reicher Onkel“ geworden ist, dieser Krakeeler will jetzt die SPÖ belehren! Normal gehören solche Pharisäertypen sofort aus der Partei ausgeschlossen. Das ist so ein typischer Fall, wo die Sozialdemokratie in Österreich unglaubwürdig ist.

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gab65
18
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in der politik

hat er gezeigt wie es NICHT geht und will jetzt die große klappe reisen. kreisky und er haben eine schuldenpolitik betrieben die heute ihre fortsetzung findet. koste es was es wolle ...

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bimsi1
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Was sollte man heute auch anders machen?

Wir wollen ja alle dass die Wirtschaft wieder auf Touren kommt. Nur das sichert nämlich Arbeitsplätze

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Matze100
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Alte "Sozialdemokraten"

Wo haben sie den wieder ausgegraben. Gleich unnötig wie unser Bundesheinzi. Androsch ist mit seiner Firma nach China gegangen um Steuern zu sparen. Dafür hat er gesagt, dass die Österreicher bis 70 Arbeiten müssen. Wirklich ein toller Typ.

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Lodengrün
18
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Vielleicht nachdenken

AT&S ist nach China gegangen da man HIER nicht zu den Kosten produzieren kann die es braucht um im Wettbewerb zu bleiben. Dort wird aber nur die Massenware hergestellt. Hier werden immer noch die sensiblen Produkte gefertigt. Auch die Entwicklung ist nach wie vor in Österreich. Auf alle Fälle hat er nicht wie Strache Österreich feil geboten.

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Matze100
10
23
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Alte "Sozialdemokraten"

Wo haben sie den wieder ausgegraben. Gleich unnötig wie unser Bundesheinzi. Androsch ist mit seiner Firma nach China gegangen um Steuern zu sparen. Dafür hat er gesagt, dass die Österreicher bis 70 Arbeiten müssen. Wirklich ein toller Typ.

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schadstoffarm
6
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Matzes

eher bitter nötig. Lausche ihnen und lern von ihnen. AT&S ist Zulieferer der lokalen chinesischen Elektronikindustrie, keiner der seine 7 Zwetschken beinander hat glaubt das aus Österreich bewerkstelligen zu können. Und vom Heinzi kannst Geschichte lernen. Zugegebenermaßen die Info vom Androsch ist seit einigen Jahren konstant und redundant, aber nur weil sich auch nicht viel geändert hat und die Probleme die selben sind.

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limbo17
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Kreisky s Schuldenkaiser

soll endlich mal Ruhe geben!
Was der EX Schuld... ahh Finanzminister soll sich um seine privat Geschäfte kümmern und uns in Ruhe lassen!

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schadstoffarm
36
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Bemerkenswert

glaubt man den werten Protestpostern spielt da Androsch in der selben Liga wie Gates, der Androsch hat Österreich ruiniert und Gates die Welt.

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schadstoffarm
26
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Und Soros

das Universum.

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Reipsi
6
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Der Androsch

hätt natürlich alles besser gemacht , ist e kloar .

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hermannsteinacher
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Aber nur,

wenn er KH Grasser als engsten Mitarbeiter gehabt hätte!

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beobachter2014
16
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Wunderknabe Androsch

Ein Sozialdemokrat, Steuerberater und von Kreisky entlassener Finanzminister (warum wohl?), hat es danach zu großem Reichtum gebracht (nur mit Arbeit?)! Jetzt ist er der Experte für alles, hat alles früher und besser gewusst!

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zweigerl
3
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Ein Kryptoturbokapitalist?

Aber vor allem kommt einem bei diesem wendigen und Politiker, der wahrlich seine Spuren hinterlassen hat, der Verdacht, er sei schon immer ein in der Wolle gefärbter Turbokapitalist gewesen. Nennt man dann in der SPÖ, deren Maifeiern Androsch stets mit schmerzverzerrtem Gesicht bestritten hat, einen "Pragmatiker".

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Frohsinnig
16
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Kreisky wusste schon warum ...

Androsch der 'leider nein (Schilling)-Millionär' von damals und gottseidank verhinderter Kronprinz drängt sich halt gerne in die Öffentlichkeit. Er kritisiert dann alles was er als Politiker exakt so gemacht hat und rechnet mit der Vergesslichkeit der Menschen.

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crawler
11
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Peter Pelinka

hat es in einem anderen Beitrag ausgedrückt: Die SPÖ hat keine Chance in lichte Höhen der Kreisyzeit aufzusteigen. Die Zeiten haben sich geändert. Das wird wohl auch auf Androsch zutreffen, dass sich die Zeiten geändert haben. Um vor der Wienwahl die SPÖ wieder irgendwie ins Gespräch zu bringen, meint halt Pelinka, alte Recken aus der Ganzzeit könnten die Wähler wieder nostalgisch werden lassen. Was er aber vergessen hat, Androsch zu fragen wieviel er den an sogenannter Reichensteuer zu Gunsten der Allgemeinheit vorstellen könne.

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schadstoffarm
25
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ein Konservativer, Solzialdemokrat

und Kapitalist. Ich bin mir sicher er hat was zu sagen aber 39:22 ist zu lang. Ich lass mir die Welt lieber vom Kurz erklären, das geht viel schneller.

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