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DurchbruchLehrergewerkschaft stimmt Unterricht an Fenstertagen zu

Unterrichtsminister Faßmann und die Spitzen der Lehrergewerkschaft appellieren in einem gemeinsamen Brief an alle Lehrer, aus freien Stücken an den beiden Fenstertagen nach Christi Himmelfahrt und Fronleichnam zu unterrichten.

Kimberger, Faßmann
Kimberger, Faßmann © APA/HANS KLAUS TECHT
 

Der Streit zwischen Bildungsministerium und Lehrergewerkschaft um den Unterricht an den Fenstertagen nach Christi Himmelfahrt und Fronleichnam ist beigelegt. Der Kleinen Zeitung liegt ein von Bildungsminister Heinz Faßmann und den Lehrergewerkschaftern Paul Kimberger, Roland Gangl und Herbert Weiss unterzeichnetes, mit 1. Mai datiertes Schreiben vor, in dem alle Pädagogen gebeten werden, an den beiden Tagen regulären Unterricht freiwillig abzuhalten. Von gesetzlichen Änderungen wolle man Abstand nehmen.

Kommentare (45)

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FLMÜ
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Wundern muss sich die Behörde über die zurückhaltende Reaktion der Lehrer nicht ...

Um nur ein paar Gründe zu nennen:

1. Hatten nicht frei und alle anderen, die in der Krise arbeiteten, werden auch nicht aufgefordert, jetzt zusätzlich kostenlos zu arbeiten.
2. Der Arbeitgeber hat für die Jungen ein ganz schlechtes neues Dienstrecht eingeführt und das Praktikum für Berufseinsteiger abgeschafft. Da sah ich kein Entgegenkommen und keine Wertschätzung. Also warum sollten die Lehrer jetzt entgegenkommend sein?
3. Der Arbeitgeber pocht auf genaue Einhaltung der Gesetzte. Gibt man eine Rechnung einen Tag zu spät ab, geht nichts mehr. Warum sollten die Lehrer nicht auch genau nehmen?
4. Der Arbeitgeber ist auch sonst sehr sparsam. ZB keine Dienstreisen mit PKW, in der Bahn nur 2. Klasse (wie ein Bundesheerrekrut und dabei gehört die Eisenbahn eh dem Staat...). Nur als ein Beispiel von vielen... Auch von daher spricht nichts für gratis Zusatzarbeit.
5. Bei den Jungen wird die die maximale Zeitspanne für befristete Anstellungen von 5 Jahren auch ohne Vorliegen von Gründen voll ausgekostet. Insofern auch hier null Wertschätzung.
usw. usw.

Und die Ferien? Ok, aber dafür ist der Gehalt niedrig. Einstieg (AHS) mit 300€ brutto mehr als eine Kindergärtnerin...

checker43
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Welche

Berufsgruppen bekommen denn ein 1. Klasse-Ticket für Dienstreisen mit dem Zug?

Es ist auch kein kostenloses Arbeiten, weil diese Tage für die Lehrer immer Arbeitstage waren und die Stunden dieser Tage immer in die Jahresarbeitszeit eingerechnet wurden. In den nächsten Jahren sollte man vielleicht kontrollieren, ob da auch niemand auf Kurzurlaub fährt.

limbo17
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Was Heist da immer kostenlos?

Die bekommen ein Gehalt mit Zulagen laut Bundesbeamtengesetz!
Und wenn Wandertage , Schwimmkurse usw usw sind arbeiten sie auch nicht wirklich!
Die Lehrer sollten endlich aufhören auf sehr hohen Niveau zu Jammern!

SagServus
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1. Hatten nicht frei und alle anderen, die in der Krise arbeiteten, werden auch nicht aufgefordert, jetzt zusätzlich kostenlos zu arbeiten.

Haben sie uns nicht letztens erst erklärt, dass diese Tage keine freien Tage für die Lehrer sind sondern sehr wohl arbeiten müssten?

Unter anderem auch diese Tage zur Weiterbildung genutzt werden sollten?

FLMÜ
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Und ich habs dir auch neulich schon erklärt ...
50% Vor- und Nachbereitung, 50 % Unterricht

d. h. ein unterrichtsfreier Tag ist ein zusätzlicher Tag für Vor- und Nachbereitung. Fällt dieser weg, ist nicht nur die zusätzliche Zeit für Vor- und Nachbereitung weggefallen, sondern es sind auch noch zusätzliche Unterrichtsstunden vorzubereiten und zu halten. Das ist eine Mehrarbeit, die unbezahlt gemacht werden müsste.

limbo17
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Wieviel Vor bzw Nachbereitung brauchen sie denn nach zig Jahren im Job?

Kennt man doch aus eigener Erfahrung das einmal Aufgaben erstellt dass die immer wieder her genommen werden!
Also machen sie endlich einmal Schluss mit der jammerei!

SagServus
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Das ist eine Mehrarbeit, die unbezahlt gemacht werden müsste.

Wieviel bleibt denn auf Grund der jetzigen Situation an Vor- und Nachbearbeitung übrig?

Keine Schularbeiten, weder zum Vor- noch Nachbearbeiten. Keine Weiterbildungsseminare weil wohl alle abgesagt.

Hausaufgaben? Muss man keine geben.

Balrog206
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Ich

Beneide keinen Lehrer , aber bitte was fällt alles unter diese 50% Vorbereitungszeit , vor allem für viele Fächer wo sich doch am Stoff nicht andauernd etwas verändert !

Mein Graz
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@FLMÜ

"...zurückhaltende Reaktion der Lehrer ..."
Nicht die Lehrer sondern deren Vertreter haben hier große Töne gespuckt, haben dann allerdings ihren Schwanz wieder eingezogen.

Auf jeden Punkt will ich nicht eingehen, einer ist mir ins Auge gestochen, u. zw. Nr. 4, Dienstreisen:
M.W. kann man für Dienstreisen (Öffentlicher Dienst) den eigenen PKW benützen, man kann dann das Fahrgeld rückfordern, es wir in der Höhe eines 2.-Klasse-Tickets refundiert.
Was ist an der 2. Klasse bei der ÖBB auszusetzen? Auch in der 2. Klasse kann man mit Platzreservierung einen Tisch, einen bestimmten Platz erhalten!
Diesen Punkt finde ich unnütz und kontraproduktiv, da er den Anschein erweckt, Lehrer halten sich für "etwas Besseres", was bestimmt nicht der Fall ist!

Hildegard11
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Die Häme geht weiter

Also gleich auf freie, unbezahlte Tage bestehen. Die Neider kapieren eh nix. Nur kein schlechtes Gewissen, was ohnedies Recht und Gesetz ist.

retepgolf
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Die Wirtschaft ist

am Boden, viele Existenzen wackeln und die Lehrer und ihre Standesvertretung streitet sich um „Freizeit“.
Kommen eh bald die großen Ferien mit doppelten Gehalt fürs „Nixtun“!
Dieses ewige Gejammere von und um die Lehrer nervt.
Null Verantwortung, kein Regulativ oder Evaluierung nur Forderungen! Hat sich wenig geändert in den letzten Jahrzehnten.

Patriot
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@retepgolf: Ihr Neid und Hass müssen Ihnen direkt körperlich wehtun!

Sind Sie mit Ihrer persönlichen Situation so unzufrieden, dass Sie sich zu so einer Aussage hinreißen lassen? Sie können einem wirklich leidtun!

retepgolf
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Oh ja, Neid!

Ich verdiene viel mehr wie ein Lehrer, habe aber auch einen wesentlich höheren zeitlichen Aufwand - finde ich soweit okay.
Aber, am Ende des Jahres/Zeugnis müssen auch meine Zahlen und die meiner Mitarbeiter passen. Sonst gibts keine Prämien, Boni oder sonstige Bonifikationen.
Und da kann es dann auch schnell gehen, dass das (zugegebenermaßen hohe Grundgehalt) auch schnell sinkt oder der Vertrag aufgelöst wird.
Und wie ist das bei den immer noch teilweise beamteten Lehrern. Laut Pisastudie verfehlen die Lehrer, nicht alle!!!!, aber viele, in den letzten Jahren ja regelmäßig in Österreich ihren „Lehrauftrag“!?!?!
Oder sind da ausschließlich die Schüler daran schuld?

Patriot
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@retepgolf: Schule ist ganz einfach so zu erklären:

Wenn der/die Schüler/in keine Probleme in der Schule hat, sehr gute Noten nachhause bringt, ist dafür die - meistens vom Vater - vererbte Intelligenz verantwortlich.
Sind die Noten nicht so gut bis schlecht, sind die Lehrer schuld.
So einfach ist das für sie und alle übrigen einfach Gestrickten.
Es ist nur zu hoffen, dass keine/r der Pädagog/innen Sie und Ihresgleichen ernst nimmt!

Mein Graz
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@retepgolf

Hast du noch immer nicht mitbekommen, dass das NICHT die Lehrer waren, sondern ein einziger Vertreter der Gewerkschaft?

Die Lehrer haben sich für diese Aussagen teilweise geschämt, erklärt dass sie nicht zu den Worten dieser Person stehen, sich distanziert.

Bitte hier kein Lehrer-Bashing betreiben, sondern der Verursacher dieser Aktion angreifen!

Aleksandar
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Noch einmal

In der Steiermark sind diese beiden "Zwickeltage" nicht "schulautonom" gewählt, sondern gesetzlich geregelt. Ich weiß nicht, warum das offenbar niemand kapiert.
Ein schulautonom gewählter freier Tag ist ein Tag, den die Schule schulfrei erklärt hat - unabhängig von dem, was an diesem Tag in anderen Schulen passiert.
Eine solche Schulfreierklärung ist sicherlich ohne besondere Probleme zurückzunehmen, da "schulautome" Tage keine Zwangsveranstaltungen sind. Keine Schule muss Tage schulfrei erklären, sie darf das aber.

kropfrob
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Soweit ich weiß, ...

... sind die landesweiten, "schulautonomen" freien Tage nicht durch Gesetz, sondern durch Verordnung der Bildungsdirektion festgelegt (§8 (5) Schulzeitgesetz). Weiters steht in Absatz 8 des gleichen Paragraphen:
"Die Einbringung" (von Tagen, die wegen einer Katastrophe schulfrei erklärt wurden) "kann durch Verringerung der im Sinne der Abs. 2, 4 und 5 schulfrei erklärten Tage geschehen."
D.h. es ist in einem Bundesgesetz genau das vorgeshen, was Herr Faßmann jetzt auch durchführt.

Aleksandar
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Schulzeit - Ausführungsgesetz i.d.g.F.

§ 2 Abs. 7a!

kropfrob
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Stimmt, das habe ich nicht gefunden, aber ...

... gleich danach in Abs. 8: ''Wenn die Zahl der schulfrei erklärten Tage" (wegen Katastrophe etc.) "mehr als sechs beträgt, so hat die Bildungsdirektion zu verordnen, dass die entfallenden Schultage durch Verringerung der in Abs. 7a vorgesehenen schulfrei erklärten Tage einzubringen sind''.
Man beachte: sie "hat zu verordnen" und nicht "sie kann verordnen"

Aleksandar
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Ja,

aber die Tage jetzt waren nicht "schulfreie" Tage. Die Schüler/innen hatten Unterricht - "distance learning". Außerdem ist die Rede von "freiwilligem Unterrichten". Wenn die Bildungsdirektion die schulfreien Tage streicht, ist die Freiwilligkeit nicht mehr gegeben.

kropfrob
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PS: derartiges zu recherchieren ...

... hätte ich mir eigentlich vom Kl.Z.-Redakteur erwartet.

Aleksandar
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Stimmt,

hätte ich mir auch erwartet.

jun
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Handshake

Hände schütteln? Sehr vorbildhaft! Setzen 5 !

Aufgelesen
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Foto ist Archivbild aus Juni 2018

Standard hat vorbildlich dazu geschrieben, hier fehlt das leider.

hexe2015
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Fenstertag

Hoffentlich müssen da nicht noch still und heimlich Überstunden oder eine Prämie bezahlt werden! Würde mich nicht wundern, die Lehrer haben bis jetzt nichts umsonst gemacht, die haben schon seinerzeit bei 2 Stunden Mehrarbeit laut geschrien.

checker43
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Glaube

ich nicht, weil diese Tage nur unterrichtsfrei, aber nie arbeitsfrei (zumindest auf dem Papier) waren.

 
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