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Causa IschglPlatter schnürt Hilfspaket, Gesundheitslandesrat wehrt sich gegen Kritik

Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter kündigt 400 Millionen schweres Maßnahmenpaket für die Tiroler Wirtschaft an. Der Tiroler Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg sowie die Landessanitätsdirektion wehren sich gegen Kritik, sie hätten mit der Eindämmung des Coronavirus zu lange gewartet.

CORONAVIRUS - TIROL BEENDET WINTERSAISON FRUeHZEITIG
© APA/JAKOB GRUBER
 

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hat am Montag ein 400 Millionen Euro schweres Maßnahmenpaket für die Tiroler Wirtschaft angekündigt. Dabei handle es sich um ergänzende Maßnahmen zum Bund, sagte Platter bei einer Videopressekonferenz. Bei den Ausgangsbeschränkungen appellierte er indes an die Bevölkerung, den "Tiroler Weg" - also keine Spaziergänge - einzuhalten.

Mit dem Maßnahmenpaket soll einerseits ein Härtefonds für unter anderem Tourismus, Kultur, Vereine aber auch Arbeitnehmer eingerichtet werden. Dabei gehe es um unbürokratische und schnelle Hilfe, um Insolvenzen zu verhindern, so der Landeshauptmann. Zudem soll es Zinszuschüsse für staatlich garantierte Haftungen geben und auch zusätzliche Subventionen für Institutionen für Veranstaltungsabgaben sind angedacht.

"Es wird noch weiterhin Anpassungen geben müssen", stellte Platter noch weitere Mittel in Aussicht. Man warte jedoch auf den Bund und werde dann anpassen. Das von Tirol bereits seit Jahren eingehaltene Nulldefizit werde jedoch nicht mehr haltbar sein. "Diesen Kurs müssen wir verlassen", meinte der Landeshauptmann.

Obwohl auch am Montagvormittag noch relativ viele Personen in Innsbruck unterwegs waren, wollte Platter nicht gleich mit rigorosen Strafen vorgehen. "Ich appelliere zuerst an die Eigenverantwortung, diese fordere ich massiv ein. Wenn aber manche glauben, man brauche sich nicht an die Verordnung zu halten, dann sind Strafen notwendig", so der Landeshauptmann.

Wie lange die Ausgangsbeschränkungen tatsächlich aufrecht bleiben, wollte Platter noch nicht festlegen. Man werde Ende der Woche die Situation analysieren. "Ich kann jetzt nicht sagen, dass es nach einer Woche die Verordnung nicht mehr gibt", sagte der Landes-Chef.

Einmal mehr betonte Platter indes, dass in Ischgl alle Maßnahmen rechtzeitig getroffen wurden. Die Gäste hätten erst zu Hause bemerkt, dass sie infiziert sind und hätten sich deshalb auch erst später gemeldet. Außerdem wisse man nach wie vor nicht, wie der Virus überhaupt erst nach Ischgl gekommen sei.

Das Land Tirol weist die Kritik an zu späten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zurück. Es wurden jeweils sofort nach Vorliegen gesicherter Daten umfassende Erhebungen durchgeführt und umgehend restriktive Maßnahmen gesetzt. Damit setzen sich der Tiroler Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg sowie die Landessanitätsdirektion in einer Aussendung gegen Kritik zur Wehr.

"Was Ischgl betrifft wurde am Sonntag, 7. März, bekannt, dass der Test eines Barkeepers im „Kitzloch“ – ein 36-jähriger Deutscher mit norwegischem Namen – positiv ausfiel. Vonseiten des Landes wurde die Öffentlichkeit umgehend nach Vorliegen der gesicherten Informationen darüber informiert, dass es eine Coronavirus-Erkrankung in Ischgl gibt. Die betroffene Person wurde umgehend isoliert." Auch alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien in Quarantäne genommen worden, "und das Lokal vorübergehend gesperrt."

Chronologie der Ereignisse aus Sicht des Gesundheitslandesrats: Die Behörde hätte zudem öffentlich dazu aufgerufen, dass sich Personen, die sich im Zeitraum von 15. Februar bis 7. März  in der betroffenen Bar „Kitzloch“ befunden haben, an die Gesundheitshotline 1450 wenden sollen.

"Über das Netzwerk der europäischen EpidemiologieInnen  bzw. das österreichische Bundesministerium erreichten Tirol am 5. März erste Meldungen, dass 15 isländische Gäste in ihrer Heimat positiv auf das Coronavirus getestet wurden und diese sich auch in Ischgl aufhielten. Konkrete Namen oder Angaben waren zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt", heißt es in der Aussendung weiter.

Auf aktive Rückfrage vonseiten der Tiroler Gesundheitsbörde bei einer Ärztin in Island sei am 8. März die Bestätigung eingetroffen, dass sich die erkrankten isländischen Gäste auch im „Kitzloch“ aufhielten. Die Erhebungen zu weiteren Testungen hätten ergeben, dass drei weitere positiv getestete Personen – von insgesamt 51 Gästen – sich ebenfalls in Ischgl aufgehalten haben.
 
Nach dem Vorliegen der verifizierten Informationen vonseiten der isländischen Epidemiologie sei dann am Montag 9. März das Après-Ski-Lokal „Kitzloch“ behördlich gesperrt worden. Einen Tag später, am Dienstag den 10. März, wurden sämtliche Après-Ski-Lokale in Ischgl geschlossen. Zudem hat das Land Tirol per Verordnungen über die Bezirksverwaltungsbehörden mit 15. März eine Ausgangssperre im Sinne einer Verkehrsbeschränkung für alle Personen verfügt. Ohne triftigen Grund darf niemand mehr seine Wohnung verlassen.

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Danke für Ihr Verständnis.

redniwo
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Obszön und frech

Platter will jetzt noch den tourismustycoons , seinen financiers und Freunden geld hinterher schieben. Ich finde es wäre an der Zeit, dass man die Frage stellt, ob 1. Nicht auch Privatvermögen dieser superreichen lift und hotelbetreiber verwendet werden kann um Liquidität zu sichern, und 2. Ob diese Betriebe überhaupt nennenswert österreichisches Personal hatten, und erst dann über die Mittel entscheidet.

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UHBP
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Das muss man doch verstehen!

Die behördliche Sperre vom Kitzloch am Montag dem 9. März war logisch.
Man stelle sich vor, ein ganzes, schönes Wochenende ohne Apres Ski und fun in Ischgl. Was das an finanziellen Verlusten gebracht hätte und ausserdem: es waren ja größtenteils Ausländer also durchaus vertretbar, oder?

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Patriot
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Dass so jemand wie der Herr Tilg Gesundheitslandesrat sein kann,

ist nicht nur unverständlich, sondern lebensgefährlich!

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redniwo
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Falsch das ist verständlich

Parteifreunde

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gerhardkitzer
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Platter und sein Landesrat

sind mehr als rücktrittsreif. Was uns hier heute in der Zib2 geboten wurde, ist an Unverfrorenheit nicht mehr zu überbieten.

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