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Kurz II im AmtAb jetzt regiert Türkis-Grün, Putin gratulierte

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat die Regierung von Sebastian Kurz (ÖVP) und Werner Kogler (Grüne) ernannt; es folgten erste Amtsübergaben in den Ministerien; Putin gratulierte Kurz.

 

Die türkis-grüne Regierung unter Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) mit insgesamt 14 Ministern und zwei Staatssekretären ist am Dienstag in der Hofburg von Bundespräsident Alexander Van der Bellen angelobt worden. Damit hat Österreich genau 100 Tage nach der Nationalratswahl erstmals eine Bundesregierung mit Beteiligung der Grünen. 

Die Objektive der Kameras seien in den letzten Monaten ungewöhnlich oft auf diesen Raum gerichtet gewesen, so Van der Bellen: "Heute schließt sich der Kreis", erklärte der Bundespräsident. "Unsere Demokratie ist lebendig. Sie hat die Kraft zur Selbstreinigung und Erneuerung. (...) Wir haben das gemeinsam ganz gut hingekriegt. Das stimmt mich optimistisch", so der Bundespräsident, der sich ausdrücklich bei der Regierung Brigitte Bierlein bedankte. "Diese Regierung hat der Republik eine großen Dienst erweisen."

An die neuen türkis-grünen Minister gerichtet mahnte Van der Bellen: "Ihnen wird Macht in die Hände gelegt. Macht bracht Kontrolle und Balance. Macht ist Mittel und nicht Zweck", so das Staatsoberhaupt.

Van der Bellens Rede an die neue Regierung

Bierlein übergab erleichtert

Sichtlich leichten Herzens hat Bierlein danach aus dem Kanzleramt Abschied genommen. Bei der Amtsübergabe an Kurz betonte seine Vorgängerin, dass die Regierung weit über die Grenzen hinaus Vorbild sein werde. Besonders erfreut war sie darüber, dass das Kabinett sehr weiblich geprägt sei.

Dank Bierleins gab es sowohl für die Minister ihres Übergangskabinetts als auch für die Mitarbeiter des Kanzleramts, die sie Kurz ans Herz legte: "Sie kennen sie ja." Abgeschlossen wurde ihre Zeit im Kanzleramt von Bierlein mit den Worten: "Es lebe unsere Republik Österreich."

Kurz, der die scheidende Regierungschefin mit einem Blumenstrauß beschenkte, dankte ihr nicht nur dafür, dass sie sich für das Amt zur Verfügung gestellt habe, sondern auch dafür, wie sie es ausgeübt habe.

Amtsübergabe Bierlien-Kurz

14 Minister, zwei Staatssekretäre

Türkis-Grün: Das sind die Mitglieder der neuen Bundesregierung

Sebastian Kurz von der ÖVP (33 Jahre, aus Wien) wird Bundeskanzler und Medienminister. 

Er war jüngster Außenminister, jüngster Bundeskanzler und dann auch jüngster Altkanzler, nachdem die Koalition mit der FPÖ im Vorjahr krachend scheiterte und Sebastian Kurz von einer Mehrheit im Parlament abgewählt wurde. Nun versucht Kurz, der 2017 als neuer ÖVP-Chef die Koalition mit der SPÖ platzen ließ, mit den Grünen sein Glück. Das Regierungsprogramm trägt klar die Handschrift der ÖVP, die unter Kurz türkis wurde – mantraartig spricht er vom „Kampf gegen illegale Migration“. Sein Jus-Studium schloss der Wiener nie ab. Ideologisch gilt er als anpassungsfähig, inhaltlich als „Kontrollfreak“, der nichts dem Zufall überlassen will.

APA/Hans Punz

Werner Kogler von den Grünen (58 Jahre, aus der Steiermark) wird Vizekanzler, Beamten- und Sportminister.

„Es wird eine der größten Aufgaben, aber auch eine der spektakulärsten.“ Das sagte Werner Kogler 2017 zur Kleinen Zeitung, als er quasi als „Masseverwalter“ die Grünen übernahm. Das spektakuläre Comeback glückte. Gut zwei Jahre und viele Wahlerfolge später führt der 58-jährige hemdsärmelige Steirer die Grünen als Vizekanzler (zuständig für Beamte und Sport) erstmals in eine Bundesregierung. Ausdauer zeigte der studierte Volkswirt 2010 bei einer fast 13-stündigen Rede im Parlament, galt aber nicht als Mann für die erste Reihe. Nun setzen die Grünen voll auf Klimaschutz, müssen aber in vielen anderen Bereichen die ÖVP-Positionen mittragen.

APA/Hans Punz

Susanne Raab von der ÖVP (35 Jahre, aus Oberösterreich) wird Integrationsministerin.

Am Islamgesetz und am Burka-Verbot hat sie mitgearbeitet. Nun steigt die Oberösterreicherin von der Sektionschefin im Außenamt zur ersten Integrationsministerin auf und soll gegen den „politischen Islam“ ankämpfen. Auch die Frauenagenden bekommt die studierte Psychologin und Juristin dazu.

APA/Armin Muratovic

Karl Nehammer von der ÖVP (47 Jahre, aus Wien) wird Innenminister.

Als Mann fürs Grobe zeigt sich Nehammer seit 2018 als ÖVP-Generalsekretär. Eine harte Linie soll der Ex-Berufssoldat, der im ÖAAB Karriere machte, nun auch als Innenminister vorgeben. Vor-Vorgänger Herbert Kickl warnt schon vor Umfärbungen im Polizeiapparat.

APA/Herbert Neubauer

Gernot Blümel von der ÖVP (38 Jahre, aus Wien) wird Finanzminister.

Wie Sebastian Kurz wurde auch dessen Vertrauter Blümel von Ex-ÖVP-Chef Michael Spindelegger gefördert. An der Seite von Kurz machte Blümel Karriere, zuletzt als Kanzleramtsminister (zuständig für Kultur und Medien) und Regierungskoordinator. Nun bekommt der studierte Philosoph Blümel noch mehr Macht und wird Chef im Finanzministerium. Ob er als Chef der Wiener ÖVP 2020 in die Landtagswahl zieht, ist unklar.

APA/Georg Hochmuth

Elisabeth Köstinger von der ÖVP (41 Jahre, aus Kärnten) wird Ministerin für Landwirtschaft und Tourismus.

Köstinger ist eine weitere loyale Vertraute von Sebastian Kurz – sie diente als ÖVP-Generalsekretärin, Kurzzeit-Nationalratspräsidentin un als Ministerin. Das wird sie nun wieder – die Umweltpolitik, für die sie oft kritisiert wurde, gibt die Bauernbündlerin ab.

APA/Hans Punz

Heinz Faßmann von der ÖVP (64 Jahre, gebürtiger Deutscher) wird Bildungsminister.

Dass er doch als Minister weitermacht bzw. zurückkehrt, ist überraschend. Der gebürtige Deutsche Heinz Faßmann ist nun das mit Abstand älteste Regierungsmitglied – und mit 2,07 Meter auch das größte. Der frühere Uni-Professor soll die eher konservative Bildungspolitik (Notenpflicht, früheres Sitzenbleiben) fortsetzen.

 

APA/Georg Hochmuth

Karoline Edtstadler von der ÖVP (38 Jahre, aus Salzburg) wird Kanzleramts- und Europaministerin.

2017 machte Sebastian Kurz die als „strenge Richterin“ bezeichnete Karoline Edtstadler zur Staatssekretärin im Innenministerium. Seit der EU-Wahl 2019 ist sie ÖVP-Delegationsleiterin im EU-Parlament. Nun kehrt die Salzburgerin als Europaministerin im Kanzleramt zurück.

 

APA/Georg Hochmuth

Alexander Schallenberg (50 Jahre, geboren in Bern in der Schweiz) bleibt Außenminister.

Im Juni 2019 wurde er Außenminister im Kabinett Bierlein, nun macht er weiter. Alexander Schallenberg, Jurist und Vertrauter von Sebastian Kurz, hat eine lange Karriere als Diplomat und in ÖVP-Kabinetten hinter sich. EU- und Kulturagenden gibt er ab. Sein Vater war Generalsekretär im Außenamt.

APA/AFP/Attila Kisbenedek

Margarete Schramböck von der ÖVP (49 Jahre, aus Tirol) wird Wirtschaftsministerin.

Eineinhalb Jahre lang war sie Vorstandschefin der A1 Telekom Austria. In der türkis-blauen Regierung wurde Margarete Schramböck 2017 dann Wirtschaftministerin. Bei der Nationalratswahl 2019 war sie ÖVP-Spitzenkandidatin in Tirol. Nun kehrt sie, wie erwartet, als Ministerin zurück.

APA/Georg Hochmuth

Christine Aschbacher von der ÖVP (36 Jahre, aus der Steiermark) wird Arbeits- und Familienministerin.

2017 wurde Juliane Bogner-Strauß Familienministerin, nun ist wieder eine Steirerin dran. Christine Aschbacher bekommt zusätzlich die Agenden für Arbeit (AMS-Budget) und hat damit ungleich mehr Gewicht in der Regierung. Aschbacher studierte an der FH Wiener Neustadt und war zuletzt als Beraterin tätig und ist in der ÖVP gut vernetzt.

Foto Fischer

Klaudia Tanner von der ÖVP (49 Jahre, aus Niederösterreich) wird Verteidigungsministerin.

Der amtierende Verteidigungsminister Thomas Starlinger hat immer wieder auf den desolaten Zustand des Bundesheers hingewiesen. Ein schweres Erbe für die niederösterreichische Bauernbund-Direktorin und Landtagsabgeordnete Klaudia Tanner, die Verteidigungsministerin wird. Schon 2017 war die Juristin als Ministerin im Gespräch.

 

Kurier/Gerhard Deutsch

Leonore Gewessler von den Grünen (42 Jahre, aus der Steiermark) wird Umwelt- und Infrastrukturministerin.

Es ist das Ressort, in dem die Grünen am stärksten ihre Inhalte umsetzen können. Leonore Gewessler wird als Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie zuständig sein. Die studierte Politikwissenschafterin war fünf Jahre lang Geschäftsführerin von Global2000 und kampagnisierte gegen TTIP oder die dritte Flughafen-Piste in Wien. Werner Kogler holte sie vor der Nationalratswahl 2019 auf die Grüne Liste.

APA/Roland Schlager

Rudolf Anschober von den Grünen (59 Jahre, aus Oberösterreich) wird Minister für Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz.

Zwölf Jahre Erfahrung in einer ÖVP-Grün-Koalition bringt der oberösterreichische Landesrat Rudolf Anschober mit, der an den Koalitionsverhandlungen federführend mitwirkte. Mit der Initiative gegen die Abschiebung von Asylwerbern in der Lehre sorgte er für Aufsehen. Im Sozialministerium, der Bereich Arbeit fiel weg, warten zersplitterte Kompetenzen.

APA/Georg Hochmuth

Alma Zadic (35 Jahre, geboren in Tusla - Bosnien) wird Justizministerin.

Sie hat eine steile Karriere hinter sich. Alma Zadic zog 2017 für die Liste Pilz in den Nationalrat ein, wo sich die Juristin im BVT-Ausschuss profilierte. Vor der Nationalratswahl 2019 holte Werner Kogler die gebürtige Bosnierin, die im Alter von zehn Jahren nach Österreich flüchtete, zu den Grünen, danach auch gleich ins Verhandlungsteam. Nun wartet auf die jüngste Justizministerin viel Arbeit. Budget fehlt und ss gibt Streit zwischen den Staatsanwaltschaften.

APA/Hans Punz

Magnus Brunner (47 Jahre), zuletzt stellvertretender Präsident des Bundesrates, wird Staatssekretär für die Türkisen im grünen Klimaschutzministerium.

 

APA/Photo Simonis

Ulrike Lunacek (62 Jahre) übernimmt die Kultur-Agenden. Sie saß im Nationalrat und EU-Parlament, scheiterte als Spitzenkandidatin. Der studierten Dolmetscherin wird Sachpolitik attestiert.

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Die ÖVP stellt in der neuen Regierung neben dem Bundeskanzler mit Sebastian Kurz zehn Minister und einen Staatssekretär, die Grünen des künftigen Vize-Kanzlers Werner Kogler vier Minister (inklusive Vizekanzler Werner Kogler) und eine Staatssekretärin.

Die Angelobung II: Die neue Ministerriege

Die türkis-grüne Regierung ist nun auch offiziell im Amt: Kurz nach 11.00 Uhr hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen zuerst Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zu seiner zweiten Amtszeit und dann die restlichen Mitglieder seines Kabinetts angelobt.

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Und rundum gab es durchwegs strahlende Gesichter.

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 Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Rudolf Anschober (Soziales/GRÜNE) und Klaudia Tanner ( Verteidigung/ÖVP)

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Van der Bellen überreicht Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger ihre Urkunde.

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Bundeskanzler Sebastian Kurz und Familienministerin Christine Aschbacher

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 Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und Gernot Blümel (Finanzen/ÖVP) - Köstinger im Hintergrund etwas verzwickt.

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Gernot Blümel (Finanzen/ÖVP), Alexander Schallenberg (Äußeres/ÖVP) und Rudolf Anschober (Soziales/GRÜNE)

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Gernot Blümel setzt seine Unterschrift unter das amtliche Dokument.

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Rudolf Anschober (Soziales/GRÜNE), Klaudia Tanner ( Verteidigung/ÖVP) und Karl Nehammer (Inneres/ÖVP)

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 Innenminister Karl Nehammer verewigt sich.

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Sind sich anscheinend nicht ganz so grün: Vizekanzler Werner Kogler und Gernot Blümel (Finanzen/ÖVP)

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Ministerinnen plus Lunacek unter sich: Integrationsministerin Susanne Raab, Familienministerin Christine Aschbacher, Staatssekretärin für Kunst und Kultur, Ulrike Lunacek und Justizministerin Alma Zadic

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Karoline Edtstadler (Kanzleramtsministerin für Europafragen/ÖVP), Christine Aschbacher (Arbeit und Familie/ÖVP) und Alma Zadic (Justiz/Grüne)

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Auch sie freuen sich auf die gemeinsame Zukunft: Kogler, Kurz und Van der Bellen.

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Staatssekretärin für Kunst und Kultur Ulrike Lunacek

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Sie hat' geschafft: Justizministerin Alma Zadic hatte zuletzt mit einigen Anschüttungen zu tun.

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Strahlende Miene auf beiden Seiten: Kurz und Zadic

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Staatssekretär für Klimaschutz Magnus Brunner 

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Susanne Raab (ÖVP/Kanzleramtsministerin für Integration)

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Karoline Edtstadler (Kanzleramtsministerin für Europafragen/ÖVP)

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Sozialminister Rudolf Anschober

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Verteidigungsministerin Klaudia Tanner 

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 Leonore Gewessler (Umwelt,Infrastruktur,Verkehr/Grüne) 

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Sympathie bei Kurz und Kogler

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Alexander Schallenberg (Äußeres/ÖVP) 

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Umfrage in Klagenfurt: Das sind die Erwartungen an die neue Regierung
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Minister übernahmen Ämter

Im Anschluss an ihr erstes Gruppenfoto im Kanzleramt schwirrten die neuen Minister aus, um ihre Ämter zu beziehen. Neue Wege ging hier Werner Kogler, der seinen Amtssitz nicht im "klassischen" Vizekanzlerbüro am Minoritenplatz errichtete, sondern im Gebäude des Infrastrukturministeriums - wo er mit steirischer Blasmusik empfangen wurde. Dort residiert er neben der örtlichen grünen Ressortchefin Leonore Gewessler und deren Staatssekretär Magnus Brunner (ÖVP) und in unmittelbarer Nachbarschaft zum ebenfalls grünen Sozialministerium.

Mit militärischen Eheren wurde in der Rossauer Kaserne die neue Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) empfangen - die erste Frau in dieser Funktion. Die neue Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) kam am Dienstag mit dem Rad zur Amtsübergabe. Gernot Blümel (ÖVP) lobte bei der Übergabe im Finanzministerium die Beamten des Hauses für ihre "professionelle Arbeit". Als "tolles Haus" bezeichnete Rudi Anschober (Grüne) sein Sozialministerium.

Den ersten Ministerrat wird die neue Regierung am Mittwoch abhalten, die Regierungserklärung von Kanzler Kurz im Nationalrat soll am Donnerstag oder Freitag folgen.

SPÖ bietet Regierung Hand, FPÖ beklagt Macht der ÖVP

Von der SPÖ wurde die neue Regierung nach der massiven Kritik der vergangenen Tage am Regierungsprogramm (Stichwort: türkises Programm mit grüner Tarnfarbe) konziliant empfangen: Nationalratspräsidentin Doris Bures und Landeshauptmann Peter Kaiser gratulierten und signalisierten die Bereitschaft zu Gesprächen auf Augenhöhe.

Anders die FPÖ, die Bundespräsident Van der Bellen vorwarf, der ÖVP zur "totalen strukturellen Macht" zu verhelfen. Einmal mehr schoss er sich auch auf die Grüne Alma Zadic ein. Gegen die in Bosnien geborene erste Justizministerin mit Migrationshintergrund hatte es schon am Wochenende eine Reihe von gehässigen und teils rassistischen User-Kommentaren auf den Facebook-Seiten diverser FPÖ-Politiker gegeben.

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger wünschte der neuen Regierung "alles Gute". "Jetzt gilt es, die vielfach vagen Absichtserklärungen des Regierungsprogramms mit Leben zu füllen", meinte sie.

Putin gratulierte Kurz

Der russische Präsident Wladimir Putin hat Sebastian Kurz anlässlich seines Amtsantritts als Bundeskanzler "aufrichtig" gratuliert. Dies geht aus einem Schreiben hervor, das die russische Botschaft in Wien auf Facebook und Twitter postete. Putin betonte darin laut "inoffizieller Übersetzung", dass die bilateralen "Beziehungen traditionsgebunden einen konstruktiven Charakter tragen".

"Ich rechne damit, dass Ihre Tätigkeit an der Spitze der Regierung zu der weiteren Entwicklung des politischen Dialogs, zur fruchtvollen bilateralen Kooperation in verschiedenen Bereichen - zum Wohl unserer Völker, im Interesse der Stärkung der Stabilität und Sicherheit in Europa beitragen wird", schrieb Putin demnach an Bundeskanzler Kurz. Die beiden Politiker waren bereits mehrmals zusammengetroffen.

Guterres erwartet "gerechtere und effektivere Politik"

UNO-Generalsekretär António Guterres begrüßt den hohen Frauenanteil der neuen türkis-grünen Bundesregierung. "Österreich schließt sich nun einer Reihe anderer Länder an - von Äthiopien bis Kanada, Ruanda und anderen mit gleicher Vertretung von Frauen und Männern in den höchsten Entscheidungsebenen", betonte Guterres am Dienstag auf APA-Anfrage.

Dies sei nicht nur "ein grundlegendes demokratisches Recht", ergänzte Guterres nach Angaben seines Sprechers. Damit verbunden seien auch "stärkere Ergebnisse" der Regierung, "die integrativer sind und zu einer gerechteren und effektiveren Politik führen", so Guterres.

Erstmals gehören der am Dienstag angelobten Regierung mehr Frauen als Männer an. Neun der 17 Posten (inklusive Staatssekretäre) sind weiblich besetzt, das sind fast 53 Prozent.

Kommentare (97)
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lieschenmueller
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Zukunft bei der Jugend

Soweit ich mich erinnere, punktete bei der eben die SPÖ nicht wirklich schlecht.

Im Zuge von Greta aber Grün überdurchschnittlich, mit einem guten Teil von jungen Wählern.

Ich wünsche den jungen Menschen alles Gute, die können das brauchen. Angemerkt in deren Richtung, DAS auch zu leben, wofür sie streiken und ihre Stimme abgeben. Diesbezüglich fehlt mir leider der Glaube. Noch.

catdogbeba
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Das

wird die Zeit weisen. Auch wie weit und wie lange sie sich noch instrumentalisieren lassen.

lieschenmueller
3
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Zeit weisen

Natürlich. Aber es gibt momentan ein Symbol für die Probleme der Umwelt. Wer hätte sich vorstellen können, dass dies ein junges Mädchen bzw. eine junge Frau aus Schweden ist, mit einem sehr ungewöhnlichen Auftreten?

Wie User georgXV schrieb, die Zukunft sind die Jungen. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Belange der älteren Menschen zweitrangig wären. Man schaue sich Anzeigen in Zeitungen an, das Ableben ist ein spätes geworden. Stirbt heutzutage jemand unter 80 hat man fast das Gefühl, dieser sei relativ "jung"" verstorben. Was er natürlich nicht tat, das Alter ist hoch, aber unter dem Durchschnitt ob männlich oder weiblich.

Auf Regierungen kommt viel zu, das zu bewältigen ist. Das Kreuzerl in der Wahlkabine hat kein Mascherl mit Altersangabe. Und man möge sich hüten, Leute gegeneinander auszuspielen. So lange jemand da ist, hat er das Recht, politisch wahrgenommen zu werden.

Civium
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Ist das schön keine FPÖ an der

Macht und Grüne in der Regierung!
Die Welt wird mit anderen Augen auf unser Land schauen!
Österreich könnte Vorbild werden!

Klaudinger
5
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Zumindest...

.... wird es keine blauen Einzelfälle geben. Wobei es hoffentlich nicht abfärbt auf den kurzen oder den Kogler

Gedankenspiele
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Heute können wir über das letzte halbe Jahr ein Resümee ziehen.

Nicht wenige Leute sprachen von einer Staatskrise, die in Österreich einziehen würde, sollte Sebastian Kurz und seine ÖVP-Alleinregierung abgewählt werden.
Heute wissen wir, dass diese Befürchtung nicht wahr geworden ist!

silentbob79
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Gehts noch tendenziöser?

Die Überschrift klingt, als hätten die Taliban Österreich erobert. Haben Kern oder Bierlein auch "die Macht übernommen"? Es ist ein ganz normaler Vorgang einer Regierungsangelobung und keine Machtergreifung.

Bei solchen Berichten von Journalisten die mit Gewalt versuchen in eine noch nicht mal angelobte Regierung (die ihnen offenbar nicht in den Kram passt) schon einen Keil zu treiben (Hauptthema bei sämtlichen Interviews mit Kogler oder Kurz war in den letzten Tagen die Präventivhaft) braucht man sich nicht wundern, dass die Stimmung im Land so ist wie sie ist. Da haben auch die Medien eine gewisse Mitschuld.

silentbob79
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In der Zwischenzeit wurde die Überschrift geändert.

Das Original lautete "Angelobung 100 Tage nach der Wahl: Kurz II übernimmt heute Mittag die Macht im Land"

catdogbeba
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Lol

ha ha ha

Planck
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Dass ausgerechnet

der Kleinen Zeitung der Bringer des Lichts "nicht in den Kram" passen soll, halte ich für eine -- gelinde gesagt -- gewagte These *gg

catdogbeba
5
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Alle

Medien halten global Linkskurs. Mehr oder weniger. Vielleicht in Russland nicht. Und USA hält beide Richtungen. Vielleicht sollte ich EU-weit sagen.

Planck
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Wenn das so sein sollte,

sind Sie sicher ganz leicht in der Lage, die österreichischen Linksmedien aufzuzählen und in Relation zu den täglich, wöchentlich, monatlich erscheinenden Zeitungen zu setzen.
Natürlich werden Sie das nicht tun, einfach aus dem Grund, weil Sie nicht können *g
Aber egal, grundsätzlich teile ich Ihnen mit: Wenn ein Journalist seine Arbeit macht und erzählt, was ist, dann ist der nicht 'links', sondern einfach nur professionell.

tannenbaum
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Endlich

kann sich der junge Studienabbrecher wieder weltweit wichtig machen! Aber die 38% Superreichen in Österreich haben es so gewollt! Zum Glück hat Kurz jetzt nicht so eineChaotentruppe an seiner seit wie das letzte mal. Hoffentlich kann Kogler ein bisschen positiv auf den Jungen einwirken!

silentbob79
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Besser ein junger Studienabbrecher

der sich was erarbeitet hat, als ein alter Studienabbrecher wie Faymann, der nur durch diverse Seilschaften in der Wiener SPÖ nach oben geschwemmt wurde ...

Klaudinger
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Erarbeitet?

Seit wann hat der Kurze sich was erarbeitet?

catdogbeba
5
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Kennen

Sie ihn so gut? Gut genug, um das beurteilen zu können?

Klaudinger
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catdogbeba

Kennen Tu ich ihn nicht persönlich aber ein (bzw. mehrere) Studienabbruch ist keine Leistung, der er (und so manch andere Studienabbrecher) sich nicht erarbeitet hat.

Ich wurde durch meine Verwandten (Eltern und Großeltern) stets angehalten, schulisch und beruflich stets mit guten Leistungen ab zu schließen. Sonst hätte ich kein e Lehre zum Glaser mit LAP, Lagerlogistik , und so nebenbei als Sanitäter beim ÖRK tätigen können. Und dabei geht es nicht nur um körperliche Arbeit, sondern auch um geistige Arbeit

silentbob79
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@Klaudinger

Schön für Sie, das ist allerdings nicht die Frage.

Der Studienabbruch selbst ist sicher keine Leistung. Aber dass man sich neben dem Studium soweit politisch engagiert, dass man bereits mit 24 zuerst Gemeinderat in Wien dann Staatssekretär wird, das passiert nicht zufällig. Das hat er sich (parallel zum Studium) hart erarbeitet.

Klaudinger
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@silentbob79

Nun ja, wenn man als Politiker mehr verdient als wie ein (Bettel-) Student. Insbesonders als Bundeskanzler 🧐🧐🧐

silentbob79
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@klaudinger

Stimmt. Ist aber kein Argument dafür, dass es nicht erarbeitet ist.

Klaudinger
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silentbob79

Wenn man die Arbeit von den Politikern in den letzten Jahren so betrachtet, hat man den Eindruck, daß nicht unbedingt für das gesamte Volk gearbeitet wird sondern eher für ein gewisses Klientel

georgXV
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genauso ist es !!!

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