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''Verkehrswende''Kogler will beim Verkehr "System auf den Kopf stellen"

Grünen-Bundessprecher Werner Kogler verlangt eine "radikale Tarifreform", einen Planungsstopp bei "Fehlinvestitionen" und die Abschaffung "perverser" Steuerprivilegien.

PK DIE GRUeNEN ZUR NATIONALRATSWAHL: KOGLER
Bundessprecher Werner Kogler © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Grünen-Bundessprecher Werner Kogler, dessen Partei nun fix bei der Wahl im September antritt, hat eine radikale Verkehrswende gefordert. "Wir müssen das System auf den Kopf stellen", sagte er bei einer Pressekonferenz am Freitag. In einem derartigen Wandel lägen auch Chancen für die heimische Wirtschaft. "Denn die, die rechtzeitig investieren, werden später voran sein." Kogler will diesbezüglich die "Mitbewerber" in die Pflicht nehmen.

"Denn derzeit reden alle von Klimaschutz", so Kogler: "Allein, es fehlt die Glaubwürdigkeit." Denn, wenn man sich das Stimmverhalten oder die Maßnahmen der anderen Parteien anschaut, dann komme man zu dem Befund: "Klimaschutz findet nur auf den Plakaten statt." Nach dem Motto "inserieren statt regieren". Diesbezüglich schloss Kogler auch explizit die SPÖ nicht aus. Denn gerade bei Fehlinvestitionen im Infrastrukturbereich seien oftmals die Roten in der ersten Reihe jener, die genau diese Maßnahmen fordern.

"Radikale Tarifreform"

Die Eckpunkte der grünen Verkehrswende umfassen unter anderem eine "radikale Tarifreform", einen Planungsstopp bei Fehlinvestitionen im Verkehrsbereich, die Abschaffung "perverser" Steuerprivilegien etwa bei Kerosin oder Diesel und den Ausbau des Radverkehrs. Einmal mehr pochte er auf eine Deadline für die Neuzulassung von mit fossilen Treibstoffen betriebenen Fahrzeugen. Ab diesem Datum - egal ob ab 2028 oder 2030 - sollen nur noch abgasfreie Fahrzeuge zugelassen werden.

In puncto Tarifreform forderte Kolger - wie die SPÖ zuvor - ein Österreichticket für drei Euro pro Tag. "Gerne können wir das auch Klimaticket nennen", meinte der Grünen-Bundessprecher, der diesbezüglich ankündigte, die SPÖ einem "Glaubwürdigkeitscheck" zu unterziehen. Denn auf Länderebene seien die Roten mitunter dagegen gewesen.

"Kein Steuergeld in die fossile Vergangenheit"

Geld für "Zukunftsinvestitionen" könnte laut Kogler aus den im Verkehrsbereich vorgesehenen "Fehlinvestitionen" kommen. Derzeit seien Investitionen im Ausmaß von 13 Mrd. Euro für Projekte in das hochrangige Straßennetz oder in Autobahnen vorgesehen. "Da brauchen wir einen Planungsstopp, eine Nachdenkpause", forderte Kogler. In einem zweiten Schritt müssten dort die Milliarden rausgezogen und dann in den öffentlichen Verkehr investiert werden. "Kein Steuergeld in die fossile Vergangenheit", mahnte Kogler und nannte als Beispiel etwa die geplante Waldviertelautobahn. Diese etwa fünf Milliarden müssten stattdessen in den öffentlichen Verkehr investiert werden. In bereits aktuelle Projekte soll aber nicht eingegriffen werden, erklärte der Grünen-Bundessprecher.

Den Brennerbasistunnel (BBT) nahm Kogler aus, sofern die nötigen Begleitmaßnahmen zur Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene folgen, also etwa die Zulaufstrecken in Bayern und Italien oder eine Maut von München bis Verona. Ohne diese wäre der BBT auch eine Fehlinvestition.

Kommentare (5)

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derdrittevonlinks
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Ötztal, Pitztal oder auch Gletscher-Zusammenschluss

Ursprünglichkeit vs. Verbrauch
Selbst die Redimensionierung von diesem Megaprojekt, lässt die Ursprünglichkeit schwinden.

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selbstdenker70
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...

Bis auf die umstrittene co2 Steuer hab ich von den Grünen noch nichts gehört. Benzin, Diesel, Heizöl wird teurer, und dann ist alles gut? Die öffis, die öffis, wenn ich das schon höre. Wer fährt mitn Bus zum Spar? Wer mitn Zug auf Urlaub? Wer macht mit seinen Kindern einen Tagesausflug mit den öffis? Träumt weiter. Wer baut um 10.000 Euro und mehr seine Heizung um nur weil er 1000 EUR Förderung für eine neue bekommt? Ganz im Gegenteil, da werden vorher ein paar Hunderter in eine Klimaanlage investiert die die heiße Luft in die Umwelt bläst. Alle Klimaforscher schreien nach Bäume. Wo waren die Grünen als bei der Mur die halbe Au abgeholzt wurde? Unterschriften sammeln ist etwas wenig. Alles heuchlerisch. Was dem einen die Migration war, Ist dem anderen jetzt der Klimawandel. Der eine hat 3x am Tag die Route geschlossen, der andere verändert jetzt gleich das ganze Weltklima ...

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mobile49
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Hätten sich die Grünen in der Au vor den Harvester werfen sollen ?

In der Stadt kann man fast alles mit Öffis oder Fahrrad erledigen .
Am Land benötigen viele ein eigenes Auto , weil dort eben der öffentliche Verkehr ein Stiefkind ist und die Grünen da zuwenig mitreden dürfen !
Sardinenfühlstrandurlaub ist mit Öffis natürlich schwierig .
Aber Städtereisen oder an die meisten europäischen Seen, sind per Zug ein empfehlenswerter Genuß .Man kann die herrliche Landschaft genießen , steht nie im Stau (gut , man muß öfter umsteigen , aber mit vorausschauendem Management auch kein Problem).Lernt unterwegs sehr nette Menschen aus vielen Ländern kennen und und und

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Balrog206
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Aus

Der Sicht einer Pensionisten oder auch für Lehrer hast recht mit dem Zug , es gibt aber noch über 3 Mill nicht Pensionisten im Land !

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helga.zuschrott
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selbstdenker ...

..... die grünen waren in vielem immer schon vorne mit dabei..... die co2-steuer ist unerlässlich.....
die grünen sind halt keine regierungspartei und können nur entsprechend wenig umsetzten..... ist halt so!
zeigen sie eine partei, die es besser macht=> wähle ich sofort!
😎

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