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KassenfusionStreit um "Patientenmilliarde" ist entbrannt

Der künftige Chef der neuen Gesundheitskasse, Matthias Krenn, erklärt, die von der Regierung versprochene Patientenmilliarde sei "erreichbar". Alexander Biach, sein Vorgänger, widerspricht: "Ich kann die Zahlen nicht nachvollziehen."

Matthias Krenn
Matthias Krenn © 
 

Die von der türkis-blauen Regierung versprochene "Patientenmilliarde" durch die Kassenfusion wird erreichbar sein - zwar nicht bis 2023, aber dafür werde es sogar mehr sein, weil "Jahr für Jahr an die 300 Mio. Euro eingespart werden können", sagt Matthias Krenn (FPÖ), Chef des Überleitungsausschusses und künftig Obmann der neuen Gesundheitskasse (ÖGK), Mittwoch in der "ZiB2".

Die von der Arbeiterkammer und roten Gewerkschaftern kritisierten Fusionskosten - die AK sprach von 2,1 Mrd. bis 2023 - seien damit gerechtfertigt. Krenn versichert auch, dass bei der Angleichung der Leistungen der Krankenkassen "in der Regel nach oben harmonisiert" werde. Verschlechterungen werden es nur "in seltenen Fällen" geben, "unter Strich" würden jedenfalls die Versicherten die Gewinner der Kassenzusammenlegung sein.

Zahlenspielereien  "nicht seriös"

Sein Vorgänger, Alexander Biach, der dem Hauptverband vorstand und auf Druck der türkis-blauen Koalition weichen musste, widerspricht im Morgenjournal. "Ich kann die Zahlen nicht nachvollziehen, die Zahlenspielereien sind nicht seriös. Ich würde keine einzige Zahl unterschreiben."

Selektive Interpretation einer Studie

Ausgangspunkt der Debatte ist der sonderbare Umgang mit einer Studie, die von der alten Regierung bestellt worden war. Zu Wochenbeginn hatte die Liste Jetzt aus einer Anfragebeantwortung von Sozialministerin Brigitte Zarfl zitiert, wonach die nicht unumstrittene Zusammenlegung der Sozialversicherungen von 21 auf fünf Kassen Fusionskosten in Höhe von 300 bis 400 Millionen Euro verursacht. Ein im Auftrag des Sozialministeriums erstelltes Gutachten habe den Betrag errechnet. Die Regierung hatte sich immer zu den Fusionskosten ausgeschwiegen, die Einsparungskosten allerdings mit einer Milliarde beziffert. Der Rechnungshof hatte an der Berechnung Zweifel geäußert.

Doch die publik gewordene Zahl ist nur die halbe Wahrheit. Die Studie, die der Kleinen Zeitung vorliegt, beziffert das jährliche Einsparungspotenzial - nach fünf Jahren - mit 277 bis 337 Millionen Euro. So gesehen würden sich die Fusionskosten innerhalb von zwei Jahren amortisieren. Das Gutachten rechnet mit zusätzlichen Einnahmen durch den Verkauf nicht mehr benötigter Immobilien. Fazit der 26-seitigen Studie: Die Fusion sei nicht nur ökonomisch sinnvoll, durch die Verschlankung der Gremien und der Verwaltung würden finanzielle Spielräume für ein besseres Leistungsangebot geschaffen werden. Die Studie verweist auch auf die Schattenseiten: Von den 16.000 Beschäftigten würden innerhalb von fünf Jahren 1000 bis 1500 Mitarbeiter nicht mehr gebraucht werden.

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Danke für Ihr Verständnis.

SoundofThunder
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Die KONSERVATIVEN sehen nur mit der Türkisen Brille

Es gibt in Österreich 167000 Arbeitgeber und 3,7 Millionen Arbeitnehmer. Wer zahlt mehr ein? Und die Arbeitsplatzbeschaffer können ja die Arbeit SELBER MACHEN! Viel Spaß beim Überstunden schinden.

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crawler
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Mit Verlaub

von was würden denn dann die Arbeitnehmer leben? Auch wenn man roter Gewerkschafter ist, muss schon die Kirche im Dorf lassen.

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Balrog206
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Crawler

Sound mit seinen Freunden stellt wieder den Beruf um , auf Jäger und Sammler !! Die Ausbeuter sollen ihre Arbeit selber machen !

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SoundofThunder
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🤔

Die KONSERVATIVEN sollten endlich mal begreifen dass man voneinander abhängig ist. Ohne unsere Arbeit können die ihre Produkte und Leistungen nicht herstellen bzw. bereitstellen. Wir sind nur Unselbstständige Wertlose für die Konservativen. Der Satz:"Geht’s der Wirtschaft gut geht’s uns allen gut" stimmt nicht mehr. Was haben wir davon wenn wir von der Arbeit nicht mehr leben können?

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Balrog206
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Sound

Die Mitarbeiter in unserem Betrieb verbringen zu 90% ihren Urlaub nicht zu Hause !! Von was redest du , wenn du schreibst von der Arbeit nicht mehr leben können ??

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SoundofThunder
1
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🤔

Dann geh hinaus und schau wieviele Menschen 1200€ verdienen. Logistikkonzerne,Gastronomie,Leasingfirmen,Bauwirtschaft,Reinigung usw. Den Niedriglohnsektor eben. Viele verdienen dort keine 1200€! Da frisst Dir die Miete schon den halben Lohn! Auto und Familie. Es gibt nicht nur Doppelverdiener die dafür zweimal im Jahr in den Urlaub fliegen wollen sondern die meisten müssen beide arbeiten gehen damit sie ihre Rechnungen bezahlen können. Ich bin schon Mitte 50,mir geht es finanziell recht gut,war ja immer Sparsam. Aber viele haben nicht so viel Glück und verdienen wenig obwohl sie gleich viel leisten.

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baecki
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Wenn es allen gut geht..

.. geht's auch der Wirtschaft gut, auch da sind wir voneinander abhängig. Wenn die Arbeiter so wenig verdienen, dass sie nichts kaufen können, können die Unternehmen brausen gehen. Alles andere ist kurzfristiges und kurzsichtiges Denken.

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wischi_waschi
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SoundofThunder

Das müssen Sie schon die Regierung fragen???
Kleine und Mittelbetriebe , werden ausgehungert. Der Slogan ," Geht es der Wirtschaft gut geht es uns allen Gut" der funktioniert schon lange nicht mehr.

Zu Ihrer Info, ich bin Arbeitnehmer seit 30 Jahren und ich könnte seitenlang schreiben , was sich in der Zwischenzeit geändert hat.
Viele Leute wollen gar nicht arbeiten und das ist Fakt, wurde auch von der Regierung gefördert , ist heute noch viel schlimmer. Aber das wollt Ihr " Linken"
halt nicht hören.

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SoundofThunder
5
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Nur eines noch:

Beiträge der Arbeitgeber sind 29,7% (zugegeben,eh nicht wenig) und 70,3% zahlen die Arbeiter ein.

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wischi_waschi
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SoundofThunder

Die Arbeiter kennen meistens nicht den Bruttolohn.
Deshalb ist es schwierig . Für den Arbeitnehmer ist es nur wichtig den Nettolohn zu wissen. Was ich auch verstehe.
Ich, glaube nicht , das Sie wissen wieviel ein Arbeitgeber für einen Arbeitnehmer zahlt. Ich, meine natürlich den Bruttoverdienst.
Der mehr als doppelt soviel ist , beinahe 110%.

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Dein Wort in Gottes Ohr -

in 5, 10 Jahren werden wir wissen wie viel wirklich eingespart worden ist. Ich persönlich glaube an überhaupt keine Einsparung. Selbst wenn 1500 Beschäftigt weniger sind - die Arbeit wird die gleiche bleiben.
Ach - wir Versicherte und Beitragszahler sind vielleicht nicht Arbeitsplatzbeschaffer - aber wir machen die Arbeit. Ohne uns ist jeder Chef, jeder Betriebswirt arbeitslos. Wir finanzieren mit unserer Arbeit die Q8 der Chefs.

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strohscw
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"Patientenmilliarde"

So geht eines nach dem anderen großartigen Projekt der Türkis-Blauen Regierung in Rauch auf und entpuppt sich wie vieles vorher als Marketingschmäh. Und dann versteht man auch wieso Kurz so viele Social-Media Leute in seinem "Beraterstab" hat: Es geht nicht darum was man mit einem Projekt erreicht, es geht einzig darum wie gut man es vermarktet.

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docholliday
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oh,

da ist ihm wohl manches nicht ganz klar... schade strohscw

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