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Faßmanns Plan Konzept gegen Gewalt an Schulen vorgestellt

Bildungsminister Heinz Faßmann stellte heute Vormittag ein Maßnahmenpaket vor, das künftig eine bessere schuldisziplinarische und pädagogische Handhabe bei gravierendem Fehlverhalten im Unterricht sicherstellen soll. Faßmann präsentierte Neun-Punkte-Plan.

PK BUNDESMINISTERIUM FUeR BILDUNG, WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG (BMBWF) 'PAeDAGOGISCHE ANSAeTZE GEGEN GEWALT UND MOBBING AN SCHULEN': FASSMANN
Minister Faßmann bei der Pressekonferenz © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Der aktuelle Anlassfall: Der Spuckskandal, gefolgt von einem  handgreiflichen Konflikt zwischen einem Schüler und einem Lehrer an einer HTL in Wien-Ottakring. Eine unabhängige Kommission soll die genauen Umstände klären, die zu diesem Horror im Klassenzimmer an einer HTL in Wien-Ottakring geführt hat.

Bildungsminister Heinz Faßmann stellte heute Vormittag ein Maßnahmenpaket vor, das künftig eine bessere schuldisziplinarische und pädagogische Handhabe bei gravierendem Fehlverhalten im Unterricht sicherstellen soll.

Der am Freitagvormittag zusammen mit Erwin Rauscher, Rektor der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich, und Andrea Richter von der Bildungsdirektion Niederösterreich präsentierte Neun-Punkte-Plan beinhaltet drei Stufen: Prävention, Konfliktresilienz und Eskalation.

Wesentliche Eckpunkte aus Faßmanns Neun-Punkte-Plan

Mit einem Neun-Punkte-Plan will Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) Gewalt und Mobbing an Schulen in den Griff bekommen. Unter anderem setzt der Minister auf präventive  Teambuilding-Maßnahmen, die Qualifizierung von Lehrern zu Streitschlichtern sowie die Einrichtung von Time-Out-Gruppen. In der Ausbildung sollen angehende Lehrer - dazu zählten auch Quereinsteiger - außerdem besser auf extreme Konflikte vorbereitet werden. Eine Plattform für Lehrer und Schüler wird eingerichtet, Pädagogen werden zu Streitschlichtern ausgebildet.

 

 

In Österreich sollen sogenannte Time-out-Klassen nach Schweizer Vorbild entstehen, die gewalttätige Schüler eine Zeitlang besuchen müssen. Ähnliche Modelle gibt es als Time-out-Gruppe, Förder- oder Kleinklasse schon jetzt. Sie richten sich aber an Extremfälle. Schüler in sozio-emotionalen Krisen werden über Monate in Kleinstgruppen auch medizinisch und therapeutisch betreut.

Auf Ebene der "Konfliktresilienz" findet sich außerdem das Konzept eines "Cool-down-Raumes", der der Deeskalation dienen soll. Dort sollen Streitende ihr Verhalten reflektieren.

Time-out-Gruppen in Kärnten

Für den Kärntner Bildungsdirektor Robert Klinglmair ist das derzeitige Modell damit "definitiv etwas anderes" als die geplante Maßnahme, die für ihn eher einer "Cool-off-Phase" außerhalb der Klasse samt Bewusstseinsbildung ähnelt, nach der man relativ rasch in die Klasse zurückkehrt. In den Time-out-Gruppen in Kärnten landen Schüler mit schweren Störungen des Sozialverhaltens, teilweise durch Gewalt oder Übergriffe im Kindesalter traumatisiert. Ziel sei zwar, dass die Kinder und Jugendlichen wieder in ihre Regelklasse zurückkehren können. Allerdings bräuchten die "ausgeklügelten Strategien" zu deren Stabilisierung auch eine gewisse Zeit. Bis zu einem Schuljahr verbringen sie deshalb in diesen Gruppen, dabei kooperieren die Lehrer eng mit anderen Professionen (etwa Schulpsychologie, Psychiatrie, Kinder- und Jugendhilfe) und - wenn möglich - mit den Eltern. Keinesfalls sei das Kärntner Modell aber als Disziplinierungsmaßnahme zu verstehen.

Spezialangebot in Wien

In Wien gibt es unter dem Titel Förderklassen an den Pflichtschulen ein Spezialangebot für Kinder und Jugendliche in sozial-emotionalen Krisensituationen mit Aggressionsdurchbrüchen. In Absprache mit Schülern, Eltern, Schulpsychologen und Beratungslehrern wird über die Zuweisung zur Förderklasse entschieden, die Schüler verbringen dort dann einige Monate bis maximal zwei Jahre. Die Förderklassen sind über ganz Wien an Volks- und Sonderschulen verteilt. Hier kümmern sich bis zu zwei speziell ausgebildete Lehrer um vier bis fünf Kinder, unterstützt von spezialisierten Schulen und in Zusammenarbeit mit anderen Professionen von Schulpsychologen und Kliniken bis hin zu Kunst- und Waldpädagogen. Gewaltfreie Konfliktlösung und das Einhalten sozialer Regeln ist dabei laut Rupert Corazza, Wiens Landesschulinspektor für Inklusion, oberstes pädagogisches Ziel.

Kommentare (44)

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lieschenmueller
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@scionsescio

Die Frau hat ihren Alltag wieder gegeben, Sie können jetzt anmerken, das sei ihr empfundener, o.k.

Finden Sie es nicht viel nachdenklicher, dass - wie User Oberwoelzer einfordert - die Prügelstrafe - und nichts anderes ist "hinter die Löffel" wieder eingefordert wird und auf Zustimmung trifft?

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scionescio
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@lieschenmueller: Selbstverständlich finde ich das mehr als bedenklich ...

... aber der Zusammenhang mit der Wutlehrerin erschließt sich mir nicht wirklich.
Die gute Frau hat ihre 5Minuten Aufmerksamkeit gehabt, erreicht was sie wollte (nette Position mit besserer Bezahlung ohne Stress und Erfolgsdruck) und ist seither abgetaucht (sie muss sich erst einmal einen Überblick verschaffen - und ich dachte, den hat sie noach ihren vielen Dienstjahren ...).
@hbratschi: servus.tv ist für mich abseits der wirklich schönen Naturdokumentationen ein sehr bedenklicher Sender: wenn ich nur an das Gefasel vom Wegscheider denke ...

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hbratschi
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@scio

mir scheint auch fleischhacker ein bisserl rechtslastig. aber deshalb ist entgegen deiner annahme die "wutlehrerin" weder verschwunden noch sontswas. im gegenteil, sie engagiert sich noch immer mehr als die meisten für ein brauchbares schulsystem...

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lieschenmueller
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@scionescio

Der Zusammenhang ist - die Frau gab ihren Schulalltag wieder und wird als Nestbeschmutzer abgetan. Warum? Wollen Sie allen Ernstes behaupten, es wäre total aus dem Reich der Phantasie? Eine solche Reaktion macht u.U. auch andere Lehrer mundtot. Sie empfinden Ohnmacht und "von den eigenen Leuten" im Stich gelassen werden. Darf man nicht mehr äußern, was schief geht. Ist es verwerflich, weil es in Buchform ist?

Und dann lese ich Oberwoelzer und die Zustimmung zu diesen - für mich ekelhaften, weil Gewalt = ekelhaft - Gedanken. Was nehmen diese Leute an? Dass sich Pubertierende ohne Gegenwehr hauen lassen? Eine riesen Rauferei entstünde. Oder Genuss, dass ein Erstklassler körperlich gemaßregelt würde und ein Lächeln auf den Lippen der Ewiggestrigen, dass die Kleinen daheim zusätzlich noch eine drüber kriegen? Zum Glück spielt es das nicht mal mehr im Kasperltheater. Obwohl wir uns in einem befinden. Zwar eine Beleidigung für den Kasperl .........

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scionescio
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@lieschenmueller: Ich will die alte Diskussion nicht wieder aufwäremen (es scheint draußen gerade wieder die Sonne ...) ...

... und sachliche Kritik ist immer notwendig und gerechtfertigt.
Die gute Frau war meiner Ansicht nach für ihren Job offenbar nicht geeignet und die ständige Überforderung hat natürlich zur Frustration geführt.
Alles verständlich, nachvollziehbar und auch bedauerlich (für alle Beteiligten).
Mich hat allerdings gestört, dass sie aus perönlichem Kalkül ihre jahrzehntelange Gesinnung aufgibt und sich von den Ewiggestrigen instrumentalisieren hat lassen - nur zu ihrem eigenen Vorteil und zu Lasten Österreichs, weil sie wieder mit ihrer sehr einseitigen Schilderung Öl ins Feuer gegossen hat und damit Wasser auf den Mühlen der Aufhetzer war!

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lieschenmueller
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@scionescio

Wiederum ich empfinde - Schulpolitik war bis zu dieser Regierung - die ich alles andere als schätze - in SPÖ-Hand. Ich finde, in dieser Zeit hat es viel zu kritisieren gegeben diesbezüglich. Von Lieschenmueller, in meinem Fall auch SPÖ-Wählerin, wird Kritik noch toleriert, aus den eigenen Lehrerreihen ist sie sakrosankt. Weil man es dennoch tut, spielt man den momentanen Vorne zu? Schlussfolgerung daraus, ewiges unter den Teppich kehren wäre die Lösung? Bitte NICHT!

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scionescio
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@lieschenmueller: ich will unter Garantie nichts unter den Teppich kehren ...

... aber die gute Frau hat einzelne Situationen an einer Brennpunktschule so dargestellt, als ob sie symptomatisch für alle Schulen, in allen Gegenden, in allen Schulstufen ... wären - das stimmt eifach nicht und war eine absichtliche Dramatisierung um mehr Aufmerksamkeit zu erreichen!
Gegenfrage: was ist den seither besser geworden, seit die gute Frau einen ad hoc erfundenen Posten (aus wahltaktischen) Überlegungen zugeschanzt hat bekommen?
Was hat sie als Ethikfachfrau qualifiziert?
Was hat sie bisher geleistet?

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lieschenmueller
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@scionescio

Man wird mit Informationen täglich dermaßen überflutet, ich müsste lügen, ich könnte jetzt den Wortlaut dieser Frau gedanklich abrufen. Ich weiß aber, dass ich es persönlich nicht so auffasste, dass jede Schulklasse in Österreich problematisch sei.

Wenn es aber die eine oder andere ist - und das wird wohl keiner bestreiten - dann finde ich es nicht abwegig, es aufzuzeigen.

In den ganzen Schuldiskussionen war immer meine Verwunderung, dass die Hauptbetroffenen, nämlich die Lehrer, sich selten bis nie zu Wort melden. Haben die ein Verbot? Zumindest sehr unerwünscht ist es, nehme ich an.

Auch von Schülerseite hört man selten.

Die darüber in Foren sich einbringen, sind die, die irgendwann einmal zur Schule gegangen sind - also im Grunde alle - und dann Eltern. Ein Großteil ohne selber noch Schulkinder zu haben.

Im Grunde sind meine Ansicht und die der Watschenbefürworter (die Anzahl die hier - zumindest als leise Zustimmer ersichtlich ist - bringt mich zum Speiben) zweitrangig.

Den momentan Betroffenen sollte man eine Bühne bieten. Regelmäßig in den Medien. Auch im Fernsehen. Die Hoffnung gebe ich nicht auf, das noch zu erleben.

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scionescio
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@lieschenmueller: Meine Frau ist Lehrerin ...

... sie hat auf dem Land unterrichtet, in der Stadt, an "normalen" Schulen und an ausgewiesenen Brennpunktschulen - daher weiß ich zumindest von ihren Erzählungen, dass eine Verallgemeinerung einfach nicht stimmt.
Sie könnte auch locker ein Buch über ihre negativen Erlebnisse schreiben - allerdings auch ein Buch über die schönen Erlebnisse, die ja der Grund waren, warum sie sich für diesen Beruf entschieden hat!
Statt zu jammern, zu verallgemeinern und damit auch latente Vorurteile zu bedienen, stellt sie sich jeden Tag der Herausforderung und versucht zumindest in ihrem Wirkungsbereich, ein kleines bisschen positiv zu wirken. Natürlich ist bei vielen Schülern Hopfen und Malz verloren und was das Elternhaus und die Gesellschaft den Kindern jahrelang angetan hat, können die Lehrer sicher nicht ausbügeln. Aber es gibt auch Schüler, die nicht hoffnungslos sind - und da erwarte ich mir von richtigen Lehreren, dass sie diese Schüler auf dem Weg zu wertvollen Mitgliedern unserer Gesellschaft begleiten ... und sich nicht schimpfend und jammernd aus ihrer selbstgewählten Verantwortung stehlen!

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hbratschi
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die ist dort,...

...wo halt gerade über sie berichtet wird. und das kann sie nicht beeinflussen. übrigens: zb gestern im servus tv...

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homerjsimpson
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Vielleicht berichtet man mal über die 99% Kinder...

... die nicht mobben und schlagen und die 99% Lehrer die nicht spucken und nicht komplett frustriert sind, wie wäre das? Oder passt das nicht ins Medien-Weltuntergangsbild Österreich?

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catdogbeba
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Täte man,

wenn es noch 99% wären.

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Sam125
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homer.....! Genau diese 99% der Schüler und ihre Lehrer gilt es vor den

1% verhaltenauffälligen Schülern zu schützen! Denn wie kommen die anderen Mitschüler und auch ihre Lehrer dazu, dass sie vielleicht wegen diesen Störenfrieden nicht, oder nur erschwert ihr Lern- und Lebensziel erreichen! Und genau diese 1% Schüler, wie sie meinen, können nicht nur die Klassengemeinschaft zerstören, sondern auch das Leben und die Zukunft, der von Ihnen gemobbten unter unterdrückten Menschen in ihrer Umgebung!

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Isabella1986
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99% nicht mobbende Kinder

Ich kann Ihnen garantieren, dieser Prozentsatz ist bedeutend geringer.

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homerjsimpson
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Haben Sie Fakten dazu oder ein Bauchgefühl...

einzelne Fälle und Erzählungen ergeben keine Fakten.

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OCIR
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Leben Sie im Märchenland

von 99 Lehrer kann keine Rede sein, meine Nichte ist Lehrerin an einer NMS und es wird immer schlimmer von Jahr zu Jahr

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homerjsimpson
4
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Sie kennen EINE Lehrerin... na dann...

...sind Sie noch weit unter den 1%.

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hbratschi
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da hast ja recht, homer...

...aber irgendwie hat man das gefühl, dass besch...eidenes verhalten von den "störenden" schülern keine konsequenzen mehr hat, da ein erziehendes elternhaus fehlt. und darunter leidet nicht nur das lehrpersonal sondern auch die von dir genannten 99% der schüler. auch sollen die lehrer papa, mama, psychologe, lebensberater und wenn möglich sogar noch wissensvermittler sein. und das ganze ohne die dafür notwendigen möglichkeiten zu haben. und dann kommen die kinder aus der schule, können nicht g'scheit lesen und schreiben und sind mit dem wahren leben völlig überfordert...

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Ichweissetwas
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Es hat mal eskalieren müssen.-..............

Viele Schüler kommen aus Problem- bzw. zerrütteten Familien, werden dann auffällig! Lehrer müssen die Erziehung der Kinder übernehmen und sie auch fördern, was Familien z. Teil nicht tun......Es gibt massenhaft Lehrer, die ja alle wegen der vielen Ferien, diesen Beruf (sicher keine Berufung) aufgenommen haben!

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