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Kickl präsentierte KriminalstatistikJede zweite Straftat geklärt, viele Frauenmorde

2018 gab es erstmalig seit der Einführung der elektronischen Erfassung der Anzeigen deutlich weniger als 500.000 angezeigte Delikte. 60 Morde gab es insgesamt, 41 Opfer dabei waren Frauen. Hier soll eine Screening-Gruppe eingerichtet werden.

Franz Lang (Direktor des Bundeskriminalamtes) mit Innenminister Herbert Kickl
Franz Lang (Direktor des Bundeskriminalamtes) mit Innenminister Herbert Kickl © (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
 

Im Jahr 2018 sind in Österreich insgesamt 472.981 Straftaten angezeigt worden. Im Vergleich zum Jahr 2017 bedeutet das ein Minus von 7,4 Prozent bzw. 37.555 weniger Anzeigen. Damit gab es erstmals seit 20 Jahren weniger als 500.000 Anzeigen. Gestiegen ist wiederum die Aufklärungsquote auf 52,5 Prozent. "Jede zweite Straftat wurde im Vorjahr geklärt", sagte Innenminister Herbert Kickl (FPÖ).

Im Schnitt wurden 2018 jeden Tag knapp 1.300 Straftaten angezeigt. Während Gewalt- und Eigentumsdelikte 2018 rückläufig waren, gab es - wie schon die Jahre zuvor - erneut einen großen Anstieg im Bereich Cybercrime. Die Schwerpunkte der Kriminalstatistik sind seit heuer Gewalt-, Eigentums- und Internetkriminalität, wobei bei den Gewaltdelikten zahlreiche neue Straftatbestände wie beispielsweise Raub, Erpressung, Freiheitsentziehung, Entführung oder auch gefährliche Drohung und beharrliche Verfolgung nunmehr hinzugerechnet werden.

Kriminalstatistik weiter rückläufig
Kriminalstatistik weiter rückläufig Foto © (c) APA

69.426 Gewaltdelikte wurden im Vorjahr in Österreich verübt, was einen Rückgang von mehr als vier Prozent gegenüber 72.577 Anzeigen im Jahr 2017 bedeutet. Aufgeklärt wurden 84,1 Prozent der Fälle. Einen Rückgang von zwölf Prozent gab es bei Eigentumskriminalität. Wurden 2017 noch mehr als 195.000 Einbrüche, Diebstähle etc. begangen, waren es im Vorjahr 171.718 Anzeigen. Somit wurden jeden Tag rund 470 Eigentumsdelikte verübt. Aufgeklärt wurde rund ein Viertel der Taten. "Diese Delikte haben einen großen Einfluss auf das subjektive Sicherheitsgefühl", sagte Kickl bei einer Pressekonferenz am Donnerstag im Wien.

41 Frauenmorde

2018 wurden 130 Mordversuche und 60 Morde angezeigt. Dabei wurden 73 Menschen (41 Frauen und 32 Männer) getötet. Die hohe Anzahl der Frauenmorde wurde zum Anlass genommen, eine Screening-Gruppe einzurichten. Durch das Aufrollen aktueller und früherer Mordfälle sollen Muster erkannt, Gefährdungsszenarien ermittelt und Präventionsmaßnahmen abgeleitet werden. Die Aufklärungsquote lag dabei bei 95,3 Prozent. Im Vergleich zu 2017 sank die Anzahl der Morde und Mordversuche von 203 auf 190 und somit um 6,4 Prozent.

Mehr Internetkriminalität

Wie schon in den Jahren davor gab es auch 2018 eine große Steigerung bei der Internetkriminalität. Hier stieg die Zahl der Anzeigen um mehr als 2.800 auf insgesamt 19.627 im Vorjahr. Die Aufklärungsquote beträgt 37,4 Prozent. Zurückgegangen sind auch die angezeigten Suchtmitteldelikte. Insgesamt 41.044 Drogenvergehen wurden 2018 angezeigt, um 3,7 Prozent weniger als 2017. Die Aufklärungsquote bei Suchtgiftkriminalität ist mit 92,4 Prozent sehr hoch, wenn auch im Vergleich zu 2017 leicht rückläufig (minus 0,8 Prozent).

Die vergangenen Jahre gab es in Österreich immer deutlich über eine halbe Million angezeigte Straftaten. Zuletzt waren es im Jahr 1999 mit 493.246 weniger als 500.000.

Anzeigenstatistik

Bei der Kriminalstatistik handelt sich um eine Anzeigenstatistik. Das bedeutet, dass nur die der Polizei angezeigten Straftaten erfasst werden. Der Zeitpunkt der Anzeige muss nicht dem Tatzeitpunkt entsprechen, auch kann die Aufklärung einer Tat im Folgejahr statt-finden. Wird die Anzeige an die Justiz übermittelt, dann wird sie in der Datenbank des Bundesministeriums für Inneres (BMI) registriert, gespeichert und anschließend vom BK statistisch ausgewertet.

 

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