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ReportageCharme als Waffe gegen die Zweifler

Die neue Chefin der SPÖ will mit den Menschen ins Gespräch kommen, für die sie am sozialdemokratischen Weltbild baut.

Mit SPÖ-Chef Michael Schickhofer im Elin Motorenwerk in Weiz © Juergen Fuchs
 

"Meine Großmutter hat mich Pamela genannt.“ Deutsche Aussprache, mit Betonung auf dem e. Es ist gar nicht so einfach, der designierten SPÖ-Vorsitzenden eine Antwort auf die Frage zu entlocken, wie sie es selber hält mit ihrem Vornamen. Deutsch oder englisch? Kurz („Pam“) oder lang? Sie hat sich an alles gewöhnt, auch wegen der vielen Auslandsaufenthalte. Aber das Ursprüngliche ist doch die Betonung auf dem e.

"Wir sind die, die für die einfachen Menschen die Stimme erheben"

E wie eins: Die Quereinsteigerin in die Politik ist plötzlich die Chefin des Teams. Die intime Kenntnis des SPÖ-Apparats fehlt ihr, aber Pamela Rendi-Wagner packt den Stier bei den Hörnern: Die Steiermark und Wien, jene Länder, die am lautesten gegen ihr Personalpaket protestierten, sind die ersten auf ihrer Tour. Zwei Tage vor der Klausurtagung des Präsidiums am Wiener Kahlenberg gibt sie dem steirischen Parteivorstand die Ehre. Zuvor zieht sie erste Spuren in neuer Funktion durchs Land.

Frauenpower

Am Eingang zum Motorenwerk der Elin in Weiz stehen viele Frauen. „Wo sind denn die Männer heute?“, fragt ein Journalist amüsiert in die Runde. Und bekommt gleich die richtige Antwort: „Fragen Sie sonst immer, wo die Frauen sind?“

Pamela Rendi-Wagner in der grünen Mark: Bilder einer Steiermark-Tour

(c) Juergen Fuchs (FUCHS Juergen)
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Es soll ein Zeichen sein: Die Frauenorganisation, die Pensionistinnen, die weiblichen Mandatare heißen sie willkommen. Die Männer halten sich im Hintergrund. Wie wirkt die Neue? „Sympathisch und kompetent!“, sagen die Frauen. „Ob sie es schafft?“, munkeln die Männer.

Die Freude, sie kurz begrüßen zu dürfen, bevor sie weiterzieht, ist bei allen echt. Schwarze Hose, weißer Blazer, Bleistiftabsätze – die designierte SPÖ-Chefin ist eine elegante Erscheinung. Und nimmt auch die Skeptiker mit einem entwaffnenden Lächeln für sich ein.

 

Ist sie abgehoben? Ist sie Bildungsbürgerin ohne Bodenhaftung? Ist sie machtbewusst?

Politische Beobachter ergingen sich in einer Vielzahl von Attributen über die erste weibliche Vorsitzende in der Geschichte der SPÖ. Die Basis in Weiz findet andere Worte: „Sie ist mutig.“ „Sie kennt sich aus“, und immer wieder: „Sie ist sympathisch.“

Nicht die schlechteste Voraussetzung, um das Ruder herumzureißen und die nach dem Abgang von Christian Kern orientierungslose Partei auf einen neuen Kurs zu führen.

Die Menschen und ihr Weltbild

Ihr selbst ist es wichtig, ins Gespräch zu kommen. Mit dem skeptischen Parteivorstand, später in Graz, vor allem aber auch mit den Menschen, die im Mittelpunkt des neuen Weltbildes stehen, an dem sie bastelt.

Diese Menschen spüren ihre Neugier. Der Geschäftsführer des Elin-Motorenwerkes führt sie durch den Betrieb. „Wie lange sind Sie schon hier?“ – diese Frage leitet fast jeden Small Talk an der Werkbank ein. Fast jede(r) erzählt daraufhin etwas über sich selbst, und der Gast kann persönlicher werden.

Bei „Jugend am Werk“ in Graz sind ihr die Lehrlinge wichtig, die Betrieben wie Elin fehlen. Im Clocktower bekommen diese anschließend einen Burger serviert. Rendi-Wagner isst mit.

Hinter verschlossenen Türen wird im Parteivorstand anschließend Klartext gesprochen. Von beiden Seiten. Aber mit dem Wunsch, gemeinsam den Neustart zu wagen.

Kommentare (1)

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Geerdeter Steirer
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Sie geht auf die Menschen zu,

das ist schon eine sehr positive Eigenschaft, die schon lange überholten alten konservativen Einstellungen vieler Männer sind absolut nicht zeitgemäß, die Manderln sollten sich auch mal emanzipieren und nicht die beleidigten und frustrierten Leberwürstel raushängen lassen, das Hierarchiedenken ist komplett daneben und überholt.
Wir sind im 21.Jahrhundert liabe Leut', viele leben in den Einstellungen noch im Mittelalter !

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