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Livestream zum Nachschauen"Kulturkampf im Klassenzimmer": Diskussion über das Aufreger-Buch

Susanne Wiesingers Buch „Kulturkampf im Klassenzimmer“ lässt die Wogen hochgehen. Wir gingen den Dingen im Kleine-Zeitung-Salon mit der Autorin auf den Grund. Der Livestream zum Nachschauen.

Susanne Wiesinger im Gespräch mit Ernst Sittinger © Kleine Zeitung
 

Wie gehen wir als Gesellschaft mit unerwünschten, verstörenden Wahrheiten um? Sind wir willens, sie zur Kenntnis zu nehmen und daraus Schlüsse zu ziehen? Oder gibt es Schilderungen der Wirklichkeit, bei denen das Wegdrücken womöglich eine bessere Option darstellt?

Diese Fragen wirft das brisante Buch der Lehrerin Susanne Wiesinger auf, das seit Tagen für hitzige Debatten sorgt. Die Kleine Zeitung hat zum Salon mit der Autorin geladen, um das Hitzige aus der Debatte zu nehmen und den Dingen auf den Grund zu gehen.

Die Diskussion zum Nachschauen:

Leicht ist es nicht, die Debatte in ruhigeres Fahrwasser zu bringen, denn Wiesingers Thema eignet sich allemal für verhärtetes Lagerdenken und vorurteilsgetriebene Polemik. Es geht um Probleme von und mit muslimischen Schülern an einer Neuen Mittelschule in Wien-Favoriten.

Das rechte Eck passt nicht

Wie ist es um die Integrationsfähigkeit von Muslimen bestellt? Diese böse Frage schwingt im Hintergrund mit. Böse ist die Frage, weil sie Feindreflexe bedient. Und weil sie von Populisten seit Jahren übel missbraucht wird, um anhand simplifizierter Evidenz Ausländerfeindlichkeit zu schüren.

Doch Wiesinger kann man nicht eilfertig ins rechte Eck drücken. Sie steht politisch am linken Rand der Sozialdemokratie. Ihren Gesinnungsfreunden wirft sie Naivität, Ignoranz und planvolles Wegschauen in der Integrationsfrage vor. Dafür erntet sie wütenden Protest in ihren Reihen – und Applaus aus der falschen Ecke.

Die Lehrerin zieht eine beklemmende Bilanz: Eine große Zahl von Schülern werde beherrscht von den Ge- und Verboten eines strengen, konservativen Islams. Die Schüler seien „Gefangene“ dieser Wertewelt, weshalb Lehrer mit westlichen Bildungsinhalten nicht zu ihnen durchdringen.

Ihren Befund illustriert die Pädagogin unerbittlich mit praktischen Beispielen: Schüler schneiden aus Biologiebüchern „verbotene“ Körperdarstellungen heraus, die Auswahl einer „akzeptablen“ Deutschlektüre wird zum Spießrutenlauf, im Ramadan kollabieren reihenweise muslimische Schüler in der Klasse, weil sie nichts trinken.

Lösungen? Dringend gesucht.

Man könnte das als Einzelbeobachtung abtun und hoffen, dass sich diese Erfahrungen nicht verallgemeinern lassen. Aber ist das wirklich so? Viele Zeichen sprechen dagegen. So kritisiert die Lehrerin das systemische Wegschauen und Beschönigen seitens der Direktoren und des Stadtschulrates: Bei der Benotung werde massiv gefälscht, indem wahrheitswidrig positiv beurteilt wird, um ein gescheitertes System nach außen als funktionstüchtig darzustellen. Wer Kritik übt, werde gemobbt.

Ergänzend hat ein Recherche-Team für das Buchprojekt Zahlen zusammengetragen: Deutsch als Umgangssprache ist demnach unter Wiener Schülern rasant auf dem Rückzug, in manchen Bezirken spricht nur mehr ein einstelliger Prozentsatz diese Sprache. Das hat, für sich genommen, zwar nichts mit dem Islam zu tun. Aber es macht die Integration nicht leichter.

Wie aber wäre Abhilfe zu schaffen? In diesem Punkt herrscht große Ratlosigkeit. Das wiederum trägt zusätzlich dazu bei, dass das Benennen des Problems als störend und unproduktiv erlebt wird.
Wiesinger empfiehlt teils bekannte Rezepte: die stärkere Durchmischung der Klassen und mehr Druck, auch gesetzlichen Zwang, auf Eltern. Darüber reden wir heute mit ihr.

 

Kommentare (12)

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pescador
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Respekt

Diese Frau hat meinen größten Respekt für ihren Mut und ihr Engagement.
Und dass man Mut braucht um mit diesem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen, wissen wir alle.

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voit60
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es ist sicherlich ein großer Fehler

zu tolerant gegen absolute Untolerante zu sein. Es wird wohl stimmen, dass sie für sie Ungläubige ablehnen, und vielleicht sogar hassen.
Religioden sind überall ein großes Problem, und diese sind im Moment bei den Moslems am verbreitesten.

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Irgendeiner
22
2
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Ach komm Voit, hast nicht gesehen wie Witzbolde aus der Los-von-Rom-Bewegung ungläubig mit dem Kreuz fuchtelten und Dumpfbacken die einen hilflos anstarren, wenn man die Arianer erwähnt, das christliche Abendland, dessen Grundlagen sie nicht verstehen "verteidigten" um gegen andere vom Leder ziehen zu können.Daß aus diesem Grunde frech über die Bodenständigkeit von Kleidung gelogen wurde,

übrigens,mich kann man klagen, dann klärma das ratzfatz und daß die Gewichtung von Integrationsaktionen kontradiktorisch wechselten wie es Pimpelhubern gefällt, so von verpflichtenden Deutsch- und Wertekursen,wo man halt selbst schwere Probleme hat,zur Streichung der Gelder für dieselbe Agenda, wenn man dann im Sattel sitzt.Und naja,da ist im Laufe des Prozederes einiges gekippt,weißt Voit, als ich vor vielen Jahren regelmäßig sagte, Migration würde nota bene immer Probleme machen habts mich abgestraft,als ich hier das Recht von (muslimischen) Flüchtlingen auf Hilfe verteidigte wieder,aber ich laß mir halt eine Gruppe die anders ist,wenn auch nicht so anders wie ihr glaubt, nicht zum essentiell Bösen machen,denn deren Fehler teilt ihr durchgehend,ich bin auch bereit das in extenso zu besprechen.Und zu Deinem Problem voit,es gibt natürlich Grenzen der Toleranz,aber für alle,nicht nur für die die am Teppich beten und darüber solltma reden,die verpflichtenden Grenzen legt das Recht vor worüber sich hier Politiker durch Lügen, Verleumdung und vorsätzlichem Fälschen von Sachverhalten mehrfach hinweggesetzt haben und die anderen sind schwieriger,gelten dann aber auch für Euch,also Vorsicht.Und nicht bös sein, voit,das Gscheiterl meints diesmal nicht persönlich, Du warst nur der Erste der dastand und ich muß irgendwo anfangen.Und ganz subjektiv mein ich halt,daß ich von Muslimen wohl weniger Haß erfahren werde als anderswo,man lacht.

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georgXV
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Lieber Irgendeiner,

Du wolltest Dich doch bereits vor einigen Wochen aus diesem Forum verabschieden ...
Jetzt stelle ich fest, daß Du noch immer da bist !!!
Was ist bloß los mit Dir ???

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Irgendeiner
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Gott George,ich sagte ich nehm mir eine Auszeit,wegen unaufschiebbaren Terminen, ich sagte nicht ich ginge

freiwillig und endgültig und Dir sagte ich explizit ich würde noch bösartiger zurückkehren wenn ich könnte,man lacht.Und ich halte meine Versprechen,doch laß die Hoffnung nicht fahren, alles hat ein Ablaufdatum, auch alte Männer.Wenn die nur nicht so zäh wären,man feixt.

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tomtitan
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Wer seinen Kindern was Gutes tun möchte,

kann sie eigentlich nur auf eine Privatschule schicken - leider.

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Irgendeiner
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Ach weißt Du Tom, da machst Du wenig genial

das Problem zur Lösung,laßma zuerst mal die armen Flüchtlinge weg.Weißt Tom,als ich Schüler war,war hier der Irrsinn noch etwas geringer,keine von der Industrie vorgegebene schwachsinnigen Statussymbolik durch Designerschmarrn,da werden auch Kinder manipuliert übrigens, aber ohne religiös moralischen Hintergrund,nur wegen der Knete,und naja, ich hatte Mitschüler die einen einzigen Pullover hatten, den sie dann jahraus, jahrein trugen wenn es kühler wurde,siehst Tom und dann geht dir sehr schnell der Knopf auf,daß für den etwas,was für dich selbstverständlich ist ein echtes Problem sein kann,dann kommst nicht wie die alte Antoinette auf die Idee mit Brot und Kuchen.Und naja,beim eigenen Nachwuchs hab ichs ebenso gehalten,geht um soziales Lernen und Verstehen,waren auch wieder Kinder aus sehr armen Verhältnissen dabei,wenn Du da eine Segregation machst,nimmst beiden Seiten die Sicht und die, denen es besser geht, die werden Schnösel oder gar Geilomobilfahrer.Ich bin kein besonderer Freund der Gesamtschule aber gemeinsamen Unterricht je nach Bildungsanspruch will ich haben,soziale Wasserscheiden sind von Übel,die Differenzierung hat anderswo zu liegen und das System muß durchlässig sein.Und weißt, Tom, das gilt auch für Flüchtlingskinder und wenn Du die zusammenpferchst und konzentrierst, nimmst wieder beiden Seiten Lernmöglichkeit und das ist für niemanden gut,denn die einen werden im eigenen ideologischen Saft schmoren und die anderen nichts verstehen, wie so viele im Forum.

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georgXV
2
29
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bitte NICHT vergessen !!!

Frau Wiesinger ist Mitglied der SPÖ und vertritt dort, wie sie selbst sagt, eher "linke" Parteiinteressen !!!
Und jetzt dieses Buch - ein Dolchstoß für die (Wiener) SPÖ !!!
Es ist schon sehr verwunderlich, daß sich der SPÖ-Stadtrat für Bildung erst jetzt mit dieserThematik befassen möchte, obwohl Frau Wiesinger schon seit Monaten darauf aufmerksam macht !!!
Warum muß erst dieses Buch geschrieben werden, damit die Wiener SPÖ / Grünen aufwachen und zum Reagieren anfangen ???

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Irgendeiner
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Naja Frau Wiesinger hat ja gesagt, es ginge nicht

um sie als Person,also lassen wir die weg.Und sie hat auch kritisch angemerkt daß da Mädels das Kopftuch fordern, was irgendwie der Legende widerspricht,man würde die zwingen, außer natürlich Du meinst es ginge um religiöse Manipulation, dann aber, sag ich Dir als Ex-Ministrant, müßten wir über alle Religionen und Kinder sprechen und auch vor allem über erwachsene Dumpfbacken an der Urne, ich wäre dazu bereit.

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Sam125
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Vorerst, nocheinmal ein großes Dankeschön an Frau Wiesinger für ihren Mut, und

das Aufgreifen, der Thematik, um die anscheinend misslungene Integration von Muslime hier in Österreich! Die Probleme mit Muslimen Mitbürger, gibt es allerdings sicher nicht erst seit 2015, sondern schon viel länger! Und da waren bei weitem nicht so viele Muslime Schüler in den Schulen vertreten, wie jetzt! Aber die Lehrer mussten schon damals,wenn es Probleme gab,alles hinnehmen und auch die Eltern von NICHT MUSLIME SCHÜLERN,bekamen oft keine Unterstützung, wnn sie sich Beschwerden und mussten, oft genug die Schule wechseln.Als mein Sohn 2012 in ein Gymnasium kam, sagte der Direktor zu uns,dass vorallem,nicht mehr 2 oder 3 Muslime Schüler in den einzelnen Kassen sitzen werden,da sonst...!? Wie die Situation daher nach 2015, in vielen Schulen aussehen muss,kann und will ich mir gar nicht vorstellen!Mit extremen Störenfriede in der Klasse,ist außerdem eine gute Schulausbildung,auch für die restlichen Schüler einfach nicht möglich!

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Irgendeiner
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Und Sam macht wieder Stimmung, ist das nicht schön,

und ewig droht der Muslim,nicht erst seit Flüchtlinge kamen.Und der Lehrer hat recht, weil wenn ich etwa eine Gymnasiumsklasse ausschließlich mit Kindern aus dem Prekariat fülle krieg ich besondere Probleme,das spricht aber sowenig gegen Arme wie es gegen Muslime spricht,das sind Trivia die man strukturell löst und zwar nicht indem man die unter sich läßt.Und sam, bei Deinen Vorurteilen brauchst nur noch eine religiöse oder metaphysische Begründung, dann kannst dort mitspielen.

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Sam125
4
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Irgendeiner

Ich. mach bestimmt keine Stimmung gegen irgenwenn, aber man muss sich, den Tatsachen endlich einmal eingestehen! Dann kann man auch entgegenwirken! Und noch was ich weder gegen Muslime noch gegen Jeden anderen Ausländer gegeüber feindlich eingestellt! Aber wenn Migranten, die zu uns kommen, aus welchen Gründen auch immer, sie kommen, uns und unsere Lebensweise und Kultur nicht anerkennen und sich nicht in UNSERE Gesellschaft integrieren wollen und ihre Religion über den Staat stellen und vorallem die FRAUENRECHTE missachten, dann geht das sicher einen Schritt zweit! Da müssen und werden wir auch mit allen uns verfügbaren Mitteln dagegenhalten, denn ich glaube wir haben es endlich kapiert, wie es wirklich läuft! Aber jeder, der sich gerne miteinbringt und sich in unsere Lebensweise integriert, ist bestimmt willkommen!!

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