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Politiker als MarkeMatthias Strolz ist "der österreichische Macron"

Intelligent, visionär, ehrlich, dynamisch - der scheidende Neos-Chef schneidet in einer Studie über die Marken-Kraft von Politikern bestens ab. Obama schlägt beim Markenwert alle österreichischen Politiker. Trump wiederum fällt durch und wird als überheblich und unnahbar gesehen.

© APA
 

Der scheidende NEOS-Chef Matthias Strolz wird in Österreich mit ähnlichen Eigenschaften wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bedacht: "Strolz ist quasi der österreichische Macron", sagte Sebastian Bayer, CEO der Young and Rubicam (Y&R) Group in Wien, im Gespräch mit der APA. Y&R macht jährlich eine Studie über die Kraft von über 1.000 Marken, darunter sind neben Firmen auch Politiker.

Strolz habe am Zenit die Politik verlassen, hatte aber "ein untypisches Politikerprofil, weil er in den Attributen intelligent, visionär, ehrlich, dynamisch stark war", sagte Bayer. Seine Emotionalität hätten die Menschen dafür als weniger sachlich wahrgenommen. Von 2015 bis 2018 habe Strolz als "Marke" stark zugelegt und Energie aufgebaut. "Er war als Marke eine Energy Brand." Dabei habe er eine hohe Unterscheidbarkeit und Relevanz erkämpft.

Der frühere US-Präsident Barack Obama mag inzwischen eine Privatperson sein und sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen haben - für die Österreicher ist er weiter der bekannteste und am positivsten belegte Politiker weltweit. Auch kein österreichischer Politiker hat hierzulande eine so starke Marke wie Obama, zeigt eine Markenwertstudie von Young & Rubicam. Obama ist im Auge der Österreicher unterscheidbar und anders als andere Politiker und das - im Gegensatz etwa zu Donald Trump - auf eine positive Art.

Sachlich

Unter den abgefragten internationalen Politikern kommt die deutsche Kanzlerin Angela Merkel auf Platz zwei - aber "meilenweit hinter Obama", sagt Bayer. Sie ist auch stark bei "unterscheidet sich" und kann punkten mit "selbstbewusst", "intelligent" und "unnahbar". Sie ist die sachlichste unter allen Politikern, aber auch sehr "robust" und "verantwortungsbewusst". "In Summe ein gutes Zeugnis, aber verglichen mit Obama eine Marke, die weniger zum Träumen anregt", so Bayer.

Charmant

Frankreichs junger Präsident Emmanuel Macron punktet wie Obama mit "intelligent" und "charmant", er ist aber ein "disruptiver Politiker", der in der internationalen Politik bei Einschätzungen wie "liegt im Trend" oder "ist am neuesten Stand" stark ist. Es sei erstaunlich, dass ein französischer Politiker in Österreich so präsent ist, räumt Bayer ein.

Andersartigkeit

Nur weil ein Politiker unterscheidbar und bekannt ist, hat er noch lange kein positives Image. Das muss Donald Trump erleben, bei dem die Andersartigkeit mit einer praktisch inexistenten Wertschätzung einhergeht. "Er hat eine Andersartigkeit, die den Menschen nicht gefällt, die die Menschen nicht wollen", zeigen die Daten laut Bayer. Trump kann Superlative für sich verbuchen, um die ihn nicht viele beneiden dürften: Er hat die überheblichste und unnahbarste aller abgefragten 1.000 Marken.

Eigeninszenierung

Auch Russlands Präsident Wladimir Putin ist sehr unterscheidbar und gilt als selbstbewusst. "Die Eigeninszenierung trägt bei ihm Früchte", sagt Bayer. Aufnahmen wie jene von ihm mit nacktem Oberkörper auf einem Pferd durch einen Fluss reitend führen dazu, dass er bei "gesund", "robust" und "risikofreudig" vor allen anderen internationalen Politikern liegt. "Das kommt sogar bei den Österreichern an. Man darf nicht unterschätzen, wie sehr die Menschen diese Dinge wahrnehmen", vermerkt Bayer.

Paradepolitiker

Im Vergleich kann EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kaum punkten. Er werde im Vergleich zu allen anderen als sehr traditionell gesehen und "er fällt nicht besonders auf .... Wenn man sich den Paradepolitiker vorstellt, dann ist Jean-Claude Juncker dort sehr nahe dran." Juncker werde daher mit für Politiker typischen Merkmalen belegt: Überheblichkeit, Unnahbarkeit, aber auch Selbstbewusstsein. Eigentlich ein Armutszeugnis für jemanden, der die EU verkörpern sollte. Es sei aber wohl ein Problem der EU, dass dort "Politik ist, wie es Politik nur sein kann".

Kommentare (1)

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Irgendeiner
4
4
Lesenswert?

Naja,beide sind Turbokapitalisten

aber ich glaub nicht, daß Strolz sich dazu verstiegen hätte bei einer Amtsübernahme Großmengen Tränengas einzukaufen oder gar Notstandsgesetze zum Dauerzustand zu machen.Und er würde wahrscheinlich auch Erdogan keine Waffen liefern. Ich halte die politische Position von Strolz für verquer aber er hat mir nie einen Grund gegeben seine humanitären Aussagen für einen geschwafelten Paravent der Unmenschlichkeit zu halten wie andere Figuren,ich hab dem immer geglaubt, daß seine Menschlichkeit echt ist und deshalb bedaure ich auch, daß er geht.