Erstaunen auf TwitterFake-Firma von Ex-Minister Schelling kursiert im Netz

Ehemalige Regierungsfunktion und Ex-Email-Adresse scheinen im offiziellen Eintrag auf der Webseite der Wirtschaftskammer auf. Wahr ist nur: Schelling hat seinen Gewerbeschein wieder aufleben lassen...

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Armin Wolf postete auf Twitter sein Amüsement über ein Fundstück im Netz: Ein gewisser Herr Koronek habe auf der Website der Wirtschaftskammer den Eintrag einer Firma mit merkwürdigem Firmennamen gefunden: "Finanzminister Mag. Dr. Johann Georg Schelling Unternehmensberatung". Die Adresse Kugelgasse 1, St. Pölten. Gründung: 2. Jänner 2018 (seit Dezember 2017 ist Hans-Jörg Schelling nicht mehr Finanzminister).

Noch kurioser ist nur die angegebene E-Mail-Adresse des angeblichen Firmengründers: dr.schelling@lutz-marketing.at. Mit eindeutigem Bezug zum ehemaligen Finanzminister und dessen beruflicher Vergangenheit bei der Möbelfirma Lutz.

Allerdings: Mails an diese Firmenadresse sind unzustellbar. Die Firma scheint im Firmenbuch nicht auf. Und:  Ex-Finanzminister Hans-Jörg Schelling klärt gegenüber der Kleinen Zeitung auf Nachfrage auf: "So eine Firma habe ich nicht. Es gibt nur meine alte Schelling GmbH, schon seit 1996." Eine Betriebsberatungs-GmbH wurde 1995 gelöscht.

EUROPAeISCHES FORUM ALPBACH 2017: INTERVIEW SCHELLING
Ehemalige Ministerfunktion im Firmennamen? Schelling: "So eine Firma habe habe ich nicht." Foto © APA/BARBARA GINDL
 

Wahr ist: Schelling hat beim Magistrat seinen alten Gewerbeschein als Unternehmensberater für die Versicherung wieder aktiviert und praktiziert, gemeinsam mit seiner Tochter, im Rahmen der Schelling GmbH. Geschäftszweig laut Firmenbuch: Handel mit Waren aller Art. Und: Anbau von Wein- und Tafeltrauben. Im Jahr 2009 hat die Firma das Stiftsweingut Herzogenburg übernommen.

Und wahr ist, dass es die Lutz-E-Mail-Adresse einmal gab - "sie ist allerdings schon seit zehn oder 15 Jahren deaktiviert". Über die Tätigkeit im Möbelhandel in Friaul ist er übrigens auf den Wein gekommen, hat er der "Wiener Zeitung" einmal im Interview verraten.

Weniges wahr und vieles falsch also im Firmeneintrag der Wirtschaftskammer. Den  ehemaligen Minister kann nichts erschüttern. "Solche Dinge passieren".  Wie es zu dem kuriosen Eintrag auf der Website der WKO kommt, würde ihn selbst interessieren. Er hat seinen Anwalt beauftragt, die Korrektur zu veranlassen.

Kommentare (6)

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grboh
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ich frage mich

wo Sie - wenn jemand wie Hr. Wolf einen Userbeitrag teilt, in dem die Webseite der WKO zitiert wird - ein "Anpatzen" erkennen?
Oder aber haben Sie nur einen ausgeprägten Beissreflex allem nichtblauen gegenüber?

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tomtitan
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Danke, daß sie mich blau anpatzen - im Gegensatz zu ihnen, kann ich meine Meinung frei äußern und bin keiner Partei verpflichtet!

Sollten sie auch einmal versuchen, ist echt befreiend. Mir ist der Strache gleich sympathisch wie der Kern (nur hat der Kern bessere Umgangsformen) - und Kurz performt leider auch nicht wie erwartet - der sollte sich endlich für ALLE Mitbürger einsetzen und nicht nur die eigene Klientel bedienen.

Bezüglich: "ich frage mich wo Sie - wenn jemand wie Hr. Wolf einen Userbeitrag teilt, in dem die Webseite der WKO zitiert wird - ein "Anpatzen" erkennen?" bitte fragen sie sich einmal, WARUM Herr Wolf diesen Beitrag teilt - weil ihm so fad ist?

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grboh
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und warum glauben Sie

dass ich meine Meinung NICHT frei äussern?

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grboh
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Korrektur

...äussern kann?
sollte das natürlich heissen.

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tomtitan
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Können sie gerne, aber sie brauchen mir keinen "ausgeprägten Beissreflex allem nichtblauen gegenüber" unterstellen,

weil ich "Blau" genauso kritisiere, wenn mir etwas nicht passt.

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tomtitan
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Da ist der Wolf scheinbar einer Falschinfo aufgesessen -

wird wohl nix mit Anpatzen...

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