Die Liste Pilz ohne Namensgeber. Wie soll das funktionieren?
Wir sind acht Leute, die auch ohne Peter Pilz den Willen haben, im Parlament für Kontrolle und Transparenz zu sorgen. Ich persönlich würde Pilz aber nach wie vor ersuchen, das Mandat doch anzunehmen und sich nicht „rausschießen“ zu lassen.

Sie sehen eine Verschwörung?
Ich glaube nicht an dunkle Mächte. Aber der Zeitpunkt, zu dem über Ereignisse, die vor Jahren stattgefunden haben sollen, berichtet wird, kann kein Zufall sein. Das schaut nach einer vorbereiteten Kampagne aus. Irgendwer muss das, was im Grünen Klub als Verschlusssache behandelt wurde, weitergeleitet haben.

Zweifel an den Vorwürfen?
Ich will diese Vorwürfe nicht gering schätzen und nichts schönreden. Das was über Alpbach erzählt wird, das ist sexuelle Belästigung und wäre untragbar. Da gibt es auch entsprechende Gesetze.

 

Sind Sie persönlich enttäuscht von Peter Pilz?
Nein, weil ich nicht weiß, was wirklich passiert ist. Ein Schreiben der Gleichbehandlungsanwaltschaft ist eine Klagsschrift, keine Verurteilung. Und der Fall wurde ja offenbar einvernehmlich beigelegt.

Pilz war gestern da, dann doch wieder weg. Wird er jetzt, wie einst Haider, zum Zurufer von außen?
Wir werden in anderer Form kooperieren. Aber es gibt keine Auflösungserscheinungen, wie manche hoffen. Uns einen politische Ziele. Natürlich wären wir stärker mit einem, der seit 30 Jahren für Kontrolle steht. Am Mittwoch gibt es die konstituierende Klubsitzung, da stellen wir die Weichen. Im Parlament gilt das freie Mandat, das beschützen wir.

Also kein Klubzwang?
Nein, wir werden vor Entscheidungen Inhalte diskutieren und versuchen, einandern zu überzeugen. Gelingt das nicht, kann es auch unterschiedliches Verhalten bei Abstimmungen geben.

Wollen Sie Klubchef werden?
Nein, ich muss das nicht machen. Ich arbeite seit 30 Jahren im Konsumentenschutz, dafür werde ich auch im Parlament Experte sein.