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Ein-Euro-Jobs

Wifo-Chef will "zweiten Arbeitsmarkt" für Flüchtlinge

Wifo-Chef Karl Aiginger hält Ein-Euro-Jobs für einen "möglichen Weg", um Flüchtlinge an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Aiginger kann sich auch einen Dienstleistungsscheck vorstellen.

Wifo-Chef Karl Aiginger © APA/HANS PUNZ
 

Der scheidende Chef des Wirtschaftsforschungsinstitutes (Wifo), Karl Aiginger, hält die von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) geforderten verpflichtenden Ein-Euro-Jobs für Asylberechtigte für einen möglichen Weg, Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Der Vorschlag müsse aber "nicht mit der Keule des Entzugs von Sozialleistungen verbunden sein", meinte Aiginger am Samstag im Ö1-"Journal zu Gast".

Nach Ansicht Aigingers müsse man einen zweiten Arbeitsmarkt schaffen. Dieser dürfe aber den normalen Arbeitsmarkt nicht stören, er müsse befristet und begrenzt sein und es müsse ein Übergang vom zweiten in den ersten Arbeitsmarkt möglich sein.

Für Dienstleistungsscheck

Im "Standard" schlägt Aiginger eine Abwandlung des Ein-Euro-Modells vor, indem Arbeitgeber Flüchtlinge mit dem Dienstleistungsscheck bezahlen können sollten. Arbeitgeber könnten sich dann aussuchen, wieviel sie einem Flüchtling für eine Stunde arbeite bezahlen, ob also bloß einen Euro oder den vollen Mindestlohn. Das Modell könnte auf Gemeindeebene ebenso zum Einsatz kommen wie in der Privatwirtschaft. Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) hatte zuletzt die Öffnung des Dienstleistungsschecks für Asylwerber gefordert, was die ÖVP ablehnt.

In der von der Regierung geplanten Notverordnung, um Flüchtlinge schon an den Grenzen abweisen zu können, sieht Aiginger "mit schwerem Herzen" eine politische Notwendigkeit. Im Ö1-Interview gestand er zu, dass man nicht wieder 90.000 Asylwerber aufnehmen könne und es jetzt eine restriktivere Politik geben müsse.

Einstieg erleichtern

Ebenso wie Aiginger hält auch der OECD-Migrationsexperte Thomas Liebig Ein-Euo-Jobs dann für sinnvoll, wenn der Schwerpunkt darauf liegt, Flüchtlingen den Einstieg in den regulären Arbeitsmarkt zu erleichtern. Die Arbeitsplätze sollten also in der Regel gerade bei Niedrigqualifizierten einen Trainings- oder Ausbildungscharakter enthalten, so Liebig im "Standard".

Heinz Faßmann, Vorsitzender des Expertenrats für Integration, plädiert ebenfalls dafür, die Ein-Euro-Jobs mit der beruflichen und sprachlichen Ausbildung der Flüchtlinge zu koppeln. Er hält sie für Niedrigqualifizierte für gut, für Hochqualifizierte hingegen für kontraproduktiv. Die Verpflichtung und die von Kurz vorgeschlagenen Sanktionen sollte man nach Ansicht des Beraters des Integrationsministers aber überdenken, wie er im Ö1-"Mittagsjournal" und im "Standard" ausführte. Für ihn ist es fraglich, ob es überhaupt genügend Angebote für solche Jobs gibt.

Auch für Mindestsicherungs-Bezieher

Die Schaffung eines zweiten Arbeitsmarktes schlägt auch der Arbeitsrechtler Wolfgang Mazal, ebenfalls Mitglied des Expertenrates für Integration und Kurz-Berater, vor. Dort solle es nicht nur für Flüchtlinge, sondern für alle Bezieher von Mindestsicherung Jobs geben. Die Höhe der Bezahlung solle sich nach der Anforderung richten. Bei anspruchsvolleren Tätigkeiten könne es auch eine Bezahlung über dem Satz der Mindestsicherung geben. Zur Annahme solcher Jobs könnten die Betroffenen schon aufgrund der geltenden Rechtslage gezwungen werden, weil sonst die Mindestsicherung gekürzt oder gestrichen werde, erläutert Mazal in der "Presse".

Kommentare (15)

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57f225744571b3158bc19c84f82cc103
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Aiginger und sei Traum vom sklavenmarkt.

Für ihn als Schüssels Einsager besteht der Wunsch schon lange.

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Frage

Was war jetzt Ihrer Meinung nach faktisch der Fehler und wie ist Ihr Gegenvorschlag? Welche Partei löst alle unsere Probleme aus Ihrer Sicht?
Meiner Meinung nach kann man so wenigstens ein Mindestmaß an Integration verwirklichen, alles andere ist leider Sozialromantik.

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KarlKapper
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Hr. Aiginger, darf ich Sie erinnern...

...daß im sogenannten 1. Arbeitsmarkt (Stmk) eine Arzthelferin in der BG1 im 1. Jahr EUR 1.200,00 und eine Angestellte des gehobenen med.-techn. Dienstes in der BG4 im 1. Jahr EUR 1.400,00 verdient? Die Arbeitszeit pro Monat lt. KV (Vollzeit) sind 173,2 Stunden.
Die von Hrn. BM Kurz genannte Zielgruppe soll eine Mindestsicherung von EUR 638,00 für Null Stunden bekommen, eine Halbzeitbeschäftigung für EUR 1,00 hält er für zumutbar. Diese würde 173,2/2=86,6 Stunden (gerundet 87 h) ausmachen. Die Mindestsicherung von 838,00 plus 87,00 ergibt ein Einkommen von EUR 925,00. In diesem sog. 2. Arbeitsmarkt gibt es also EUR 925,00 (plus div. andere Leistungen) für eine Halbzeitbeschäftigung.
Im sogenannten 1. Arbeitsmarkt dagegen EUR 600,00 also um EUR 325,00 WENIGER als in der Zielgruppe von BM Kurz. Ist so richtig?

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pepino59
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Träumer

Dieser Herr ist wohl einer der größten Träumer, ab in die Pension

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...

Warum braucht man einen zweiten Arbeitsmarkt ? Ich dachte die Mehrheit geht nach einem Jahr wieder heim ? Das hat man uns jedenfalls im Herbst 2015 erzählt ...

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unterhundert
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Liebe Politiker, AMS ler, und andere 'Chef's'.

Kümmert Euch doch einmal um Österreichische Langzeitarbeitslose, die ohne Ihre Schuld arbeitslos geworden sind, mit der gleichen Inbrunst die Ihr für unsere teilweisen nicht vermittelbaren Migranten, aufwendet. Diese Leute werden zumeist mit unserer Kultur, dem Glauben, und unserem Tempo in der Arbeistwelt nicht gewachsen sein.

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Irgendwann sagt dir dein Chef:

Entweder verzichtest' auf die Hälfte vom Gehalt oder ich hole mir einen Syrer.

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Ganz sicher...

weil er hat ja auch das Wissen von uns Österreichern. Bisschen Denken!

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Hubert9065
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Geht nicht Lohndumping Gesetz.
Er holt sich einen slowenischen oder rumänischen Arbeiter.

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Aiginger

Alles was zählt ist nur mehr das wohlergehen der Asylanten.
Das einige Österreicher dadurch auf der Strecke bleiben ist denen egal,wichtig wir stehen vor der EU und UNO gut da!

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Hubert9065
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Nein die vorne am Trog werden fetter die du wählst!

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Lupoo
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Keine einziger von denen

ist ein Experte - alles Wahnsinn !
Mit den Eurojobs werden nur jene Arbeitsplätze und kleine Betriebe vernichtet, die noch Jobs für wenig qualifiziertes Personal anbietet. Nicht zu vergessen, daß dem Lohndumping Tür und Tor geöffnet wird.
Für 400.000 Arbeitslose gibts keine Arbeit, aber bei 1-Euro sollen jetzt auf einmal zigtausende Jobs vorhanden sein.

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helmutmayr
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Erstaunlich

wie viele es gibt die auf diesem Gebiet eine Expertise haben. Wann und wo haben sie sich diese angeeignet ?
Man meint ja fast, mit gutem Hausverstand nicht mehr weiter zu wissen.

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desbini
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Ganz ehrlich...

...bei einem solch komplexen Thema ist mit Hausverstand zu argumentieren schon etwas vermessen? Finden Sie nicht auch?? Expertise in arbeitsmarktrelevanten Fragen kann man sich in entsprechenden Studienrichtungen aneignen, die notwendigen Methoden, meistens mathematischer Natur, auch. Da sollte man doch etwas wissenschaftlicher vorgehen und nicht auf den, von den Blauen heraufbeschworenen, Hausverstand berufen.

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tomtitan
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mit blick auf die ca. 400.000

zur zeit arbeitslosen können aber keine studierten experten am werk gewesen sein!

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