Österreichs Bundeskanzler überlebt im Film nicht einmal eine Dreiviertelstunde. "Mission Impossible: Rogue Nation" zeigt, wie bei einer "Turandot"-Premiere in der Wiener Staatsoper gleich drei Attentäter auf unser Regierungsoberhaupt anlegen.

Sie haben sich auf dem Schnürboden, in den Kulissen und in der Beleuchterbox verschanzt - nur durch Zufall kommt Superagent Ethan Hunt (Tom Cruise) dem Komplott auf die Schliche. Und versucht, bei einem Kampf hinter den Kulissen das Attentat zu verhindern. Einem der Terroristen, der sich gar als Orchestermusiker der Wiener Philharmoniker verkleidet hat, kann er sogar noch die Mordwaffe entreißen: ein als Querflöte getarntes Gewehr.

 

Durch einen (harmlosen) Schuss in die Schulter versucht  Hunt den glatzköpfigen Politiker vor Schlimmerem zu bewahren. Vergeblich. Zwar wird der Kanzler, der in der englischen Originalversion mit ein paar sehr bundesdeutsch klingenden Sätzen zu hören ist, sofort von Sicherheitsbeamten abtransportiert. Wenig später aber sieht man sein Auto vor der Oper explodieren.

Tom Cruise und Rebecca Ferguson: Filmszene vor der Wiener Staatsoper
© Paramount

Da hat sich Hunt gemeinsam mit der zwielichtigen Agentin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) gerade vom Dach der Oper abgeseilt. Die spektakulären Actionszenen innerhalb und außerhalb der Oper zählen zu dem Besten, was "MI5" zu bieten hat.

Denn trotz Motorrad-Verfolgungsjagden durch die Altstadt von Casablanca, trotz spektakulär in Szene gesetzter Zweikämpfe und einer klaustrophobischen Unterwassersequenz sorgt der verworrene Plot um ein mörderisches "Syndikat" ausgemusterter Agenten für einige Längen.

Und erst am Ende des 130 Minuten langen Films zeigt sich, warum Österreichs Film-Kanzler überhaupt dran glauben musste: das Attentat auf ihn war bloß eine Art Probelauf für einen Anschlag auf den britischen Premier ...