AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Trostlose Situation

Traiskirchen: Keine Betten für 500 Personen

2.800 Flüchtlinge, knapp 500 von ihnen in Zelten, rund 500 ohne Bett. Das ist der Status Quo in der Asyl-Bundesbetreuungsstelle Traiskirchen bei einem Lokalaugenschein am Montagabend.

THEMENBILD: ASYL-ERSTAUFNAHMESTELLE TRAISKIRCHEN
© APA/HELMUT FOHRINGER
 

Üblicherweise sind Journalisten in Traiskirchen nicht sonderlich gerne gesehen - nicht weil man etwas zu verbergen hätte, sondern weil die Privatsphäre der Asylwerber zu schützen sei, betont das Innenministerium. Für einmal macht man am Montag eine Ausnahme, um Mythenbildung vorzubeugen. APA und ORF-Radio wird ein zweistündiger Rundgang in der Betreuungsstelle ermöglicht. So bald wie möglich soll ein Termin für einen breiteren Kreis von Medienvertretern angeboten werden.

Verborgen wird beim Besuch in Traiskirchen nichts. Der Zugang zu Gemeinschaftsräumen sowie zur Zeltstadt ist ebenso möglich wie (ungestörte) Gespräche mit den Asylwerbern.

Seit Wochen ohne Bett

Was die Flüchtlinge zu sagen haben, gleicht sich vor allem in einer Sache. Sie wollen einen Transfer weg von der vollen Erstaufnahmestelle hin in ein kleineres Quartier. Warum sie so lange warten müssen, verstehen sie nicht. Einzelne zeigen Papiere, die belegen, dass sie schon seit Wochen ohne Bett auskommen müssen, andere, dass sie monatelang auf eine Übersiedelung warten.

Traiskirchen: Lokalaugenschein im Flüchtlingslager

Derzeit sind in der Asyl-Bundesbetreuungsstelle Traiskirchen 2.800 Flüchtlinge untergebracht. Knapp 500 von ihnen in Zelten.


APA/Robert Jäger
Rund 500 der Menschen müssen schon seit Wochen ohne Bett auskommen. In der Nacht werden Garagen und Kindergärten geöffnet, damit die Flüchtlinge bei regnerischem Wetter zumindest nicht nass werden.APA/Robert Jäger
Viele der Flüchtlinge warten bereits seit Monaten auf die Übersiedelung in ein kleineres Quartier.APA/Robert Jäger
Speziell bei Personen mit besonderen Bedürfnissen wie unbegleiteten Jugendlichen oder Behinderten können Wartezeiten von drei bis vier Monaten vorkommen.APA/Robert Jäger
Alleinstehende weibliche Flüchtlinge und Jugendliche ohne Begleitung werden möglichst in einem gemeinsamen Gebäude untergebracht.APA/Robert Jäger
Viel mehr als 3.000 Personen seien in Traiskirchen nicht zu versorgen, meinen die Vertreter des Innenministerium.APA/Robert Jäger
Weitere Eindrücke aus der Asyl-Bundesbetreuungsstelle Traiskirchen...APA/Robert Jäger
APA/Robert Jäger
APA/Robert Jäger
APA/Robert Jäger
APA/Robert Jäger
APA/Robert Jäger
APA/Robert Jäger
APA/Robert Jäger
APA/Robert Jäger
APA/Robert Jäger
APA/Robert Jäger
APA/Robert Jäger
APA/Robert Jäger
1/19

Dass das möglich ist, bestätigt Gernot Maier, Leiter der Abteilung für die Grundversorgung im Innenministerium. Speziell bei Personen mit besonderen Bedürfnissen wie unbegleiteten Jugendlichen oder Behinderten können Wartezeiten von drei bis vier Monaten vorkommen. Denn die Länder übernehmen bevorzugt Familien oder Frauen mit Kindern.

Besonders bitter ist die Situation für jene jugendlichen Flüchtlinge, die sich ohne Begleitung bis Österreich durchgeschlagen haben, meist von Afghanistan aus. Die jüngsten von ihnen sind 14. Sie benötigen spezielle Betreuung, was mehr kostet. Die gebotenen 77 Euro/Tag seien nicht genug, klagen NGOs und Länder, das Innenministerium meint, in Traiskirchen komme man damit problemlos aus.

Unterkünfte für Jugendliche fehlen

1.200 dieser Jugendlichen befinden sich aktuell in der Betreuungsstelle, 800 von ihnen könnten vom Verfahrensstand her sofort in Länderquartiere übermittelt werden - bloß, Unterkünfte für sie werden von den Ländern nicht angeboten.

Kleiner Bonus der Gruppe ist, dass die jungen Flüchtlinge - wie alleinstehende weibliche Flüchtlinge durchgehend - möglichst in einem gemeinsamen Gebäude untergebracht sind. Auch ist man bemüht, sicher zu stellen, dass Frauen mit Kindern und Jugendliche in jedem Fall ein Bett zum Schlafen haben.

Anderen geht es in dieser Beziehung schlechter. Für rund 500 Personen hat man derzeit keine Betten verfügbar, konzediert Franz Schabhüttl, Leiter der Betreuungsstelle. In der Nacht werden immerhin Garagen und Kindergärten geöffnet, damit die Flüchtlinge in regnerischen Nächten wie jener zum Dienstag wenigstens nicht nass werden.

Eine Basisversorgung gibt es auch für diese Gruppe, Decken, Medikamente und Essen, wobei man selbst dabei langsam an die Grenzen stößt. An Gerichten werden im Wesentlichen nur noch Eintöpfe geboten. Viel mehr als 3.000 Personen seien nicht zu versorgen, meinen die Vertreter des Innenministeriums und das obwohl insgesamt rund 500 Personen in Traiskirchen im Einsatz sind, 140 davon von der Schweizer Firma ORS, die den Alltagsbetrieb managt.

Empfehlen könnte man jenen aufnahmeunwilligen Bürgermeistern des Landes auch einen Besuch der Zeltstadt. Keine Privatsphäre, auch bei wenig sommerlichen Temperaturen nur eine Decke - bei Bedarf künftig auch zwei, wie Schabhüttel versichert -, morgendlicher Polizeibesuch bei der Personenstandskontrolle, Kinder, die zwischen den Zelten fangen spielen. Die Behandlung von Flüchtlingen in Österreich hat viele bittere Seiten.

So eine zeigt sich auch beim Besuch des früheren Fitnessraums, mittlerweile längst Bettenlager für nicht weniger als 96 Personen. Direkt daneben drängen sich Flüchtlinge an der Informationstafel, auf der angegeben ist, wer demnächst in welches externe Quartier gebracht wird. Auch der Info-Point ist gut besucht. Für die meisten heißt es freilich weiter warten. Die Länder übernehmen im Tagesschnitt 150 Asylwerber weniger, als neue Anträge einlaufen.

Trostlose Situation

Dass die Situation in Traiskirchen ob der 2.800 Schicksale vor Ort insgesamt eher trostlos ist, kann man schwer bestreiten. Immerhin ist es den Betreibern aber gelungen, dass die Stimmung noch nicht vollends gekippt ist. An einem milden Sommerabend wie dem gestrigen ergibt sich sogar ein durchaus friedliches Bild. Die Ballsportplätze sind gut besucht, Gruppen von Jugendlichen wandern scherzend durch das Lager. Selbst über das Essen gibt es kaum Klagen. Auf den Fastenmonat Ramadan wird Rücksicht genommen, gut die Hälfte der Bewohner hält ihn ein.

Weniger gefastet wird außerhalb der Betreuungsstelle. Entgegen allen Klischees sind es nicht die beschäftigungslosen Flüchtlinge, die durch die Gassen der Stadtgemeinde schlendernd den Einheimischen lästig werden. Die einzigen Pöbler an diesem Montagabend sind zwei offenkundig einheimische Trinker an der örtlichen Badner Bahn-Station.

Kommentare (99+)

Kommentieren
c0b359cb6ce8a25b6037c08088191d26
1
4
Lesenswert?

Eigentlich ...

ist es im Orient und in Afrika üblich auf dem Boden zu schlafen. Man benötigt nur ein paar Teppiche!

Antworten
Mathilde1
0
0
Lesenswert?

In Japan rollt man die Matte am Boden aus und legt sich nieder.

Antworten
cceb6bc9b394e5aab30d24d4dfddd96e
0
5
Lesenswert?

Der Nachrichtenabtipper dieses Artikels ist anscheinend einer voreingenommener, grünlicher Selbstdarsteller.

Eine Frechheit, dass eine Zeitung zulässt, dass anonyme Schreiberlinge hier Ihren persönlichen, schön gefärbten Senf abladen.

Neuerdings werden hier im Kleinformat sogar die Autoren verheimlicht. Stammt dieser Artikel etwa von der Caritas, der Diakonie oder von sonst einem Bettelverein?

Antworten
cceb6bc9b394e5aab30d24d4dfddd96e
0
2
Lesenswert?

Ich tausche "grünlich" gegen "link"

Nur so der Ordnung halber.

Antworten
df2bafdfcec3e73057ed07dc2b68b48b
0
1
Lesenswert?

Aufteilen auf alle EU Staaten..

aber dann fangen die armen Asylanten an zu schreien und werden von der AUA nicht mitgenommen. Warum müssen alle Last wir tragen?
Übrigens, ab heute läuft die Eintragung für das Volksbegehren zum EU Austritt, das in fast allen Medien totgeschwiegen wird. Bitte rasch aufs Gemeindeamt/Magistrat gehen und unterzeichnen. Nur so können wir ein Zeichen setzen.

Antworten
1f10b1b90bfedd3cb5af27b9603d30c
0
5
Lesenswert?

Dieses Pro Flüchtlinge um jeden Preis

geht mir schon so auf den Wecker. Uns werden die Pensionen und Sozialleistungen gekürzt und jeder weiß, wenn diese Leute mal 4 Monate hier sind, bekommen sie die Grundsicherung. Und jeder weiß, dass andere Länder sich weigern, Flüchtlingsquoten zu erfüllen

Antworten
4d4dd4659535fed0aea2dc656fb55146
0
8
Lesenswert?

Jetzt getraut sich das Kleinformat nicht mal mehr den Schreiberling des Artikels nennen.

Wenn man den letzten Absatz liest kommt einem das große Kot.en.

Antworten
190b1d09f283abb44f61d1748a3942c7
1
7
Lesenswert?

Keine Betten

Keine Aufnahmen

So einfach!

Antworten
padme
4
20
Lesenswert?

Welche Alleinerzieherin...

...hätte nicht gern 77 Euro Betreuungsgeld für ihre Kinder?! Pro Tag???

Antworten
Volnar
1
3
Lesenswert?

Naja wenigstens hat die Alleinerzieherin noch ihr Kind. Oder verkehrt herum das Kind noch Vater und Mutter.
Hier gehts um Kinder die nach Österreich kommen und keinen Elternteil haben. Also komplett auf sich gestellt sind.
Und rechen wir mal zusammen wieviel Geld wir pro Tag vom Staat gesponsort bekommen wenn wir ein Kind haben, Famielienbeihilfe, Kindergarten, Schule ect.. Nur fällt das natürlich nicht auf. Wir könnten ja auch die Kinder, die uns Arbeitsplätze wegnehmen, wieder auf´s Boot schicken. Die sollen gefälligst für ihr Land kämpfen und nicht bei uns reich werden, diese Wirtschaftsflüchtlinge.

Antworten
dieblauegefahr
3
10
Lesenswert?

mir dreht sich der magen um......

2310 € Betreuungsgeld ? Warum gehe ich noch arbeiten ?

Antworten
Volnar
2
2
Lesenswert?

Na ganz einfach. Sie gehen deshalb arbeiten, weil sie mit 40€ im Monat nicht auskommen und die Einrichting die sie betreut nur mieses Essen liefert. Außerdem müssten sie zur Zeit in nem Zelt schlafen, dürften nicht arbeiten. Und hätten gebrauchte Klamotten an. Also Lebensqualität gleich null..... Aber immerhin hätten sie ein Smartphone.....

Antworten
c0b359cb6ce8a25b6037c08088191d26
2
1
Lesenswert?

Was sponsern Sie ...

Volnar?

Antworten
Volnar
1
1
Lesenswert?

Geld, Kleidung, Essen. Nicht nur an Flüchtlinge, sondern auch an Inländer. Weil ich auch der festen Überzeugung bin, dass wenn es jemanden gut geht, er die gesellschaftliche Verantwortung trägt, Menschen die in Not sind, zu helfen. Und ich versteh nicht das Problem, wenn der Bezirk St.Veit 55000 Einwohner hat, 250 Flüchtlinge zu nehmen. Oder Kindern die allein nach Österreich kommen, nicht zu helfen. Und was sponsern sie Juliana21???

Antworten
67f450f54a13c98a0c4cf7729a4ad10e
0
0
Lesenswert?

Die SPÖ Wien hat auf ihrer Facebook-Seite ein Video, in dem Strache damit wirbt, dass die Scheinasylanten mit den „Hercules“ Militärflugzeugen in ihre Heimatländer zurückgebracht werden sollen – die AUA macht es ja nicht mehr. Könnte bitte mal irgendwer fragen, ob wir, wenn wir 400.000 arme Kinder in unserem Land haben und uns das Geld für die Zivildiener, die wertvollen Dienst für die Gesellschaft leisten, fehlt, noch Geld für das Kerosin haben? Da sollte dann der Herr Klug zuständig sein! Wenn nicht – vielleicht stellt er ja seinen Dienstwagen samt Chauffeur zur Verfügung!!!!

Antworten
3f8411f11dcc0c7ef7de465af0e02c6a
9
35
Lesenswert?

im Mittelmeer werden Schiffe mit Wirtschaftsflüchtlingen

direkt gesucht...

anstatt sie ins nähere Afrika zurückzubringen werden sie nach Europa gebracht

da steckt ja System dahinter !!

Antworten
b0bb5c3a15b0f4b13d2ae638f765eacf
13
6
Lesenswert?

und welches ?

.

Antworten
b494d19d2d9606c4615a3f58cd432ca4
2
10
Lesenswert?

@gaffer: lern Geschichte und wie der Geldmarkt funktioniert

das hier zu erklären wäre zu viel des Guten

Antworten
b0bb5c3a15b0f4b13d2ae638f765eacf
10
3
Lesenswert?

@ImSinneDerAgb

Geschichte kann ich. Aber der Geldmarkt funktioniert mit Asilanten ?

Antworten
b494d19d2d9606c4615a3f58cd432ca4
3
13
Lesenswert?

@beobachter: das Beispiel Österreich zeigt wie es geht

In Österreich geht es nicht nur um Hilfesuchende,
sondern die fehlende Differenzierung zu Wirtschaftsflüchtigen,
den bisher jobtechnisch unvermittelbaren Zuwanderern,
sowie den kriminellen Zuwanderern.

Alles Zusammen bringt eine Volkswirtschaft in Schieflage.

Antworten
c0b359cb6ce8a25b6037c08088191d26
4
16
Lesenswert?

Der Fuß in der Tür!

Mach die Tür zu, wenn du noch kannst! Bald werden wir die Flüchtlinge sein!

Antworten
Oberwoelzer
2
21
Lesenswert?

Bravo Kleine Zeitung mit den zwei Artikeln 1.Traiskirchen:Keine Betten für 500 Personen
2.Kein Geld für Zivildiener.
bringen sie die Katastrophale Situation in Österreich auf den Punkt.!!!!!!!!!!!!!!

Antworten
b0bb5c3a15b0f4b13d2ae638f765eacf
5
6
Lesenswert?

es gibt schon Österreicher

die in den Tschad auswandern und um Asyl ansuchen.

Antworten
1f10b1b90bfedd3cb5af27b9603d30c
0
2
Lesenswert?

es gibt genug Österreicher, die nicht mal das Geld hätten, um die Schlepper zu bezahlen!

Antworten
7c45a8e62c8734dbdf15d86e52de0ebb
0
21
Lesenswert?

Sogar der Eberhartinger

ist schon in Kenia!

Antworten
lieschenmueller
1
5
Lesenswert?

DER war gut :-)

Antworten
 
Kommentare 1-26 von 121