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EuGH kippt RegelungFällt der Pfingstmontag dem Karfreitag-Feiertag für alle zum Opfer?

Der Karfreitag muss ein Feiertag für alle werden, oder für keinen. Die Evangelische Kirche betont die Wichtigkeit des Karfreitag für ihre Gläubigen. Alternativ könnte man darüber nachdenken, den Pfingstmontag als Feiertag zu streichen. Regelung zu Jom Kippur unklar. Die Regierung prüft.

Karfreitag-Feiertag soll für alle gelten
Karfreitag-Feiertag soll für alle gelten © APA/HERBERT PFARRHOFER
 

Gleiches Recht für alle: Ein Arbeitgeber in Österreich könnte laut EuGH verpflichtet werden, allen Beschäftigten unabhängig von ihrer Religion am Karfreitag ein Feiertagsentgelt zu zahlen. Der Gerichtshof betonte am Dienstag in seinem Urteil, dass die Gewährleistung eines bezahlten Feiertags nur für die Angehörigen der evangelischen Kirchen A. B. (lutherische) und H. B. (reformierte) sowie drei weiterer eine Diskriminierung wegen der Religion darstelle.

Die Bundesregierung will die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum Karfreitag und die damit verbundenen Auswirkungen "genau prüfen", wie Regierungssprecher Peter Launsky-Tieffenthal am Dienstag mitteilte. "Nach dieser Prüfung wird die Bundesregierung zeitnah weitere Schritte bekannt geben."

Hintergrund

Bisher galt der Karfreitag für Angehörige der evangelisch-lutherischen, der evangelisch-reformierten, der evangelisch-methodistischen sowie der altkatholischen Kirche in Österreich als Feiertag. Gingen Angehörige dieser Glaubensrichtungen am Karfreitag dennoch zur Arbeit, stand ihnen Feiertagsentgelt zu. Betroffen sind von der Regelung rund 300.000 Personen.

Der EuGH stellte in seinem Urteil fest, dass ein privater Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet sei, auch seinen anderen Arbeitnehmern einen bezahlten Feiertag am Karfreitag zu gewähren.

Feiertag für alle

"Im Moment erleichtert" zeigt sich der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker. Das Urteil spiele den Ball zurück an den Gesetzgeber in Österreich. Die EU habe wie es ihren Richtlinien entspricht nicht in das innerösterreichische Religionsrecht eingegriffen, sondern überlässt das dem österreichischen Gesetzgeber. Wenn nichts geschehe, werde der Karfreitag in der Realität ein Feiertag für alle. Eine Streichung des Feiertags durch den Gesetzgeber sei "gar nicht in unserem Interesse, denn der Karfreitag hat für die Evangelischen zentrale Bedeutung", erklärt der Bischof.

Bünker will kämpfen

Welche Auswirkungen hat die Entscheidung des EuGH nun für Österreich? Bekommt Österreich einen gesetzlichen Feiertag mehr, was die Wirtschaft mit Verweis auf die damit verbundenen Kostenlawine ablehnt? Oder fällt der Sonderstatus der Evangelischen? Dagegen will Bünker jedenfalls kämpfen: „Die Evangelischen brauchen den Karfreitag!“ Seine hohe religiöse Bedeutung sei für sie unaufgebbar, die „Feiertagsregelung als Ausdruck der Minderheitenrechte als wesentlich anzuerkennen“.

Das betont auch Synodenpräsident Peter Krömer. Um Interessen der Wirtschaft zu berücksichtigen, könnte der Karfreitag auch "zum Beispiel gegen den Pfingstmontag getauscht werden", so der Rechtsanwalt. Dagegen sprach sich umgehend die SPÖ mit ihrem stellvertretenden Klubobmann Jörg Leichtfried aus: Die Österreicher hätten sehr lange wöchentliche Arbeitszeiten, argumentiert Leichtfried. Keine Lösung wäre es für die SPÖ, für den Karfreitag andere gesetzliche Feiertage zu streichen. 

Denkbar ist für Bischof Bünker allerdings auch, dass die gesetzlichen Zuschläge für Evangelische bei Arbeit am Karfreitag entfallen. Diese Regelung entspräche dem EuGH-Urteil und berücksichtige zugleich die hohe Bedeutung des Feiertags für die evangelische Minderheitskirche. „Die konkrete Lösung wird das Ergebnis von Gesprächen sein. Wir legen jedenfalls Wert darauf, dass wir gehört werden“, so Bünker abschließend.

Schützenhilfe von katholischer Kirche

Der Karfreitag soll weiterhin für Evangelische und Altkatholiken ein gesetzlicher Feiertag bleiben bei gleichzeitigem Entfall der Feiertagszuschläge für jene, die dennoch an diesem Tag arbeiten. Dafür hat sich der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Peter Schipka, am Dienstag im Interview mit Kathpress ausgesprochen.  Weil der Karfreitag für evangelische Christen eine "zentrale religiöse Bedeutung" habe, solle die diesbezügliche "Feiertagsregelung lediglich modifiziert" werden. "Mit der Streichung der Zuschläge für jene, die trotzdem am Karfreitag arbeiten, wäre sowohl dem EuGH-Urteil als auch dem berechtigten Anliegen der drei evangelischen sowie der altkatholischen Kirchen entsprochen", führte Schipka aus. Die katholische Kirche werde in dieser Frage eng mit den evangelischen Kirchen zusammenarbeiten.

Große Tragweite

Die Diskussion um die österreichische Karfreitagsregelung begann 2015: Damals hatte sich ein Arbeitnehmer ohne Bekenntnis um 109,09 Euro geprellt gefühlt, die sein evangelischer Kollege für das Arbeiten am Karfreitag bekam, er allerdings nicht. Der Mann fühlte sich als Nichtprotestant benachteiligt und klagte auf das Zusatzentgelt für die am Karfreitag geleistete Arbeit. Nach wechselhaftem Zug durch die Instanzen landete der Fall schließlich vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH).

Diskriminierung?

Dieser hatte nicht nur darüber zu befinden, ob die Karfreitagsregelung eine Diskriminierung darstellt und EU-Recht widerspricht. Der Oberste Gerichtshof in Wien wollte für den Fall, dass es eine Diskriminierung ist, auch wissen, ob die für den Karfreitag geltende Feiertagsregelung und das Feiertagsentgelt dann allen Arbeitnehmern zugutekommen oder keinem.

 

So viel würde ein zusätzlicher Feiertag kosten

Auch Österreichs Wirtschaft blickt der heutigen Entscheidung mit Spannung entgegen:

  • Laut einer Berechnung der Wirtschaftskammer würde ein zusätzlicher Feiertag, an dem etwa entsprechende Feiertagszuschläge für alle Arbeitnehmer fällig werden, die österreichische Wirtschaft rund 600 Millionen Euro kosten.
  • Zudem wird von Arbeitgebervertretern immer wieder auf den Umstand verwiesen, dass Österreich mit seinen 13 Feiertagen im internationalen Vergleich bereits jetzt über dem Durchschnitt liege.
  • Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs hatte in seinem Gutachten ja die Schlussfolgerung gezogen, dass trotz Diskriminierung niemand eine Zulage für die Arbeit am Karfreitag erhalten soll. Das wiederum könnte sich auch auf Kollektivverträge auswirken.

Das EuGH-Urteil zum Karfreitag

Heute gaben die Luxemburger Richter ihr Urteil in der brisanten Causa bekannt. Der Generalanwalt beim EuGH hatte schon in seinen Schlussanträgen vom Juli des Vorjahrs bereits Pflöcke eingeschlagen. Für ihn stellt die nationale Sonderstellung der Evangelischen am Karfreitag eine unzulässige Diskriminierung dar und sollte nicht länger angewendet werden. Zugleich kam er aber auch zum Schluss, dass Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet sind, allen Arbeitnehmern – unabhängig von ihrer Religion – Feiertagszuschläge zu bezahlen. Diese müssten allenfalls beim Staat eingeklagt werden.

Jom Kippur ebenfalls frei?

Aber würde das die katholische Kirche hinnehmen? Und was ist dann mit Jom Kippur, das für Österreichs Juden ebenfalls arbeitsfrei ist? Der Arbeits- und Sozialrechtler Wolfgang Mazal verwies im Ö1-"Morgenjournal" darauf, dass dann auch Jom Kippur zum Feiertag für alle werden müsste. Am Versöhnungstag im Herbst haben bisher nur jüdische Arbeitnehmer frei. "Darüber hinaus kann man das Ganze drei Jahre rückwirkend geltend machen."

Im Gegensatz zum Karfreitag ist dieser zwar nicht im Arbeitsruhegesetz geregelt. Allerdings gilt dieser laut Generalkollektivvertrag als arbeitsfreier Tag für Juden. Die Wirtschaftskammer glaubt, dass der Fall anders zu sehen sei als der Karfreitag.

Jom Kippur

Der Versöhnungstag Jom Kippur gilt für Arbeitnehmer, die der israelitischen Glaubensgemeinschaft in Österreich angehören, als arbeitsfreier Tag.

Grundlage dafür ist der Generalkollektivvertrag aus dem Jahr 1953. Die Arbeitnehmer müssen dafür in einem gewerblichen Unternehmen beschäftigt sein, das der Wirtschaftskammer angehört, in Österreich wohnhaft sein und ihre Zugehörigkeit zur israelitischen Glaubensgemeinschaft nachweisen.

Darüber hinaus kann die Freistellung zu Jom Kippur laut Generalkollektivvertrag nur gewährleistet werden, wenn die Arbeitsleistung der Betroffenen aus betriebsbedingten Gründen nicht erforderlich ist. Die Bediensteten müssen die Freistellung mindestens eine Woche vorher beim Arbeitgeber beantragen.

 

"Es ist eine ähnliche Problematik. Der Europäische Gerichtshof hat sich aber zu dieser Frage nicht geäußert", sagte Rolf Gleißner, zuständig für Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer, im Ö1-Mittagsjournal.

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, sieht den jüdischen Versöhnungstag Jom Kippur nicht vom Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum Karfreitag betroffen. Das EuGH-Urteil habe nichts mit den Regelungen für jüdische Arbeitnehmer am Jom Kippur zu tun, denn "das eine ist die gesetzliche Ebene, das andere eine kollektivvertragliche Regelung", befand Deutsch auf Twitter.

Wirtschaft sagt nein

Die Wirtschaft lehnt einen arbeitsfreien Karfreitag für alle Arbeitnehmer ab. Der Generalsekretär des ÖVP-Wirtschaftsbundes, Peter Haubner, meinte am Montag gegenüber der Austria Presseagenur, ein weiterer freier Tag würde viel Geld kosten, das könne sich die Wirtschaft nicht leisten. Österreich liege im internationalen Vergleich mit 13 Feiertagen ohnehin schon im Spitzenfeld.

Kommentare (99+)

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lieschenmueller
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Ich kam in den 80er-Jahren noch in den Genuss, dass der 31. Oktober,

der Reformationstag - für mich Evangelische frei war. Ob es eine Firmenvereinbarung war oder für jeden dieses Glaubens, weiß ich nicht. Wurde dann abgeschafft. Ich hatte kein Problem damit.

Ich bin auch nicht mehr auf dem Laufenden, ob es für Gemeinde- und Sparkassenangestellte (für Letztere sicher nicht mehr - war aber so einmal) noch Zusatztage frei gibt. Josefitag war es, oder? Schulfrei war auch. (In anderen Bundesländern ein anderer Patron halt)

Ich stelle mir vor, ich hätte auch noch dort gearbeitet, also 3 Tage mehr als er, der Kläger. Den hätte es zerrissen ;-)

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Alfa166
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Also für Gemeinde und Landesbedienstete

Sind diese Landesfeiertage zusätzlich noch immer frei, habe wen im Bekanntenkreis und von daher weiß ich das mit Sicherheit, dazu gehört unter anderem der Josefitag...

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stev
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Unwahr

Stimmt nicht
Für Landesbedienstete ist nicht frei!!!!!

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Mein Graz
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@Alfa166

Vielleicht in deiner Gemeinde.
Die Stadt Graz hat den freien Tag am Josefitag schon vor Ewigkeiten abgeschafft.

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lieschenmueller
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Danke

Wieso man auf eine Antwort wie die Ihre 3 Daumen runter bekommt, wissen nur die, die es tun. Und sind so gemein, es uns nicht zu sagen ;-)

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Mein Graz
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@lieschenmueller

Vielleicht weil die Auskunft nicht für alle Gemeinden korrekt ist?
Die Entscheidung liegt bei der jeweiligen Gemeinde.

(Ich hab keinen Daumen-runter vergeben, ich tu das höchst selten und nur dann, wenn ich auch eine Antwort schreibe. Alles andere wäre unhöflich, dumm und eines Menschen, der gerne gut diskutiert nicht würdig!)

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lieschenmueller
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@Mein Graz

An Sie habe ich auch nicht gedacht :-) Keine Ahnung wie oder was nun zutrifft, aber an seinem Wissen teilhaben zu lassen ist allemal besser als ein Daumen nach unten aus Prinzip. Aber da sind wir uns ohnehin einig.

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Mein Graz
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Ich korrigiere mich!

Der Josefstag ist ein Landes-Feiertag!
Das Land Steiermark hat diesen Feiertag m.W. 1998 abgeschafft.

Ich entschuldige mich für den Fehler.

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Alfa166
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Bitte erst recherchieren

Dann Daumen nach unten und nicht umgekehrt. Wie gesagt, ich weiß es von einer sehr glaubwürdigen Quelle (ihren den vollen Namen gebe ich hier deswegen nicht an)

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Mein Graz
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@Alfa166

Wenn deine Quelle im Unterrichtswesen arbeitet: die haben tatsächlich frei, aber nicht weil es ein Landesfeiertag ist sondern weil die Schüler schulfrei haben.

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SagServus
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Ad Feiertag:

Der Josefitag war nie ein gesetzlicher Feiertag nach dem Arbeitsruhegesetz.

Glaube also nicht, dass man diesen dann auch unter dem Titel Diskriminierung einklagen hätte können (Schulen haben an dem Tag ja noch immer frei).

Weil ich kann ja auch nicht einen freien Tag einfordern wenn in einer anderen Firma am Geburtstag des Firmenchefs jedes Jahr die Firma geschlossen ist.

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zyni
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Wenn der Karfreitag für Evangelische so eine

große religiöse Bedeutung hat, können sie ja Urlaub nehmen. Ein weiterer kirchlicher Feiertag wäre für die Wirtschaft unzumutbar.
Der nächste Hammer kommt noch, wenn die Moslems ihre Forderung durchbringen und die 2 höchsten Feiertage ihres Glaubens zu gesetzlichen Feiertagen werden. Das ist nur mehr eine Frage der Zeit.

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GustavSchatzmayr
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Feiertage für Muslime

Zwei muslimische Feiertage, die für alle gelten, wären ok. Statt Maria Himmelfahrt und Maria Empfängnis.

Es gibt rund 700.000 Muslime in Österreich aber nur rund 300.000 Evangelische und der Islam ist seit mehr als 100 Jahren eine anerkannte Religionsgemeinschaft in Österreich.

Wenn aber gesetzliche kirchliche Feiertage durch Urlaubstage ersetzt werden, kann jeder seine termingerecht Götter feiern.

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Hildegard11
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Feiertag

Nach weiß nicht wie vielen Jahrzehnten kommt man drauf: rechtswidrig. Hauptsache wir rühren wieder rum, was niemanden bisher gestört hat. Und die absolute Gerechtigkeit wird es nieee geben.

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Mein Graz
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@Hildegard11

Das "Umrühren" hat ein Österreicher angezettelt, der vor den EuGH gezogen ist - wegen 109 € und wahrscheinlich aus Prinzip.

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GustavSchatzmayr
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kirchliche Feiertage abschaffen

Wie an anderer Stelle bereits vermerkt:

Es sind alle kirchlichen Feiertage abzuschaffen und durch Urlaubsanspruch zu ersetzen. Dann können Katholiken und Co in die Kirche gehen und die Bekenntnisfreien ans Meer fahren.

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Pronada
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Feiertage abschaffen!

Die Regierung könnte den Ostermontag , Pfingstmontag und den 1 Mai abschaffen und die Donnerstag- Feiertage auf Sonntag verlegen!

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Pollheim
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@pronada

Warum und mit welcher Begründung?

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wjs13
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Sicher die bei weitem fairste Lösung

und wenigstens ein kleiner Schritt um endlich Staat und Kirche zu trennen.
Flankierend könnte festgelegt werden, dass religiösen Menschen zu deren Feiertagen bevorzugt Urlaub zu geben ist.
Für den Tourismus und zur Reduktion der Verkehrstoten wäre es auch besser wenn nicht alle gleichzeitig auf Urlaub fahren.

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Pollheim
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Ich finde...

... die Diskussion spannend! Anstatt wir uns freuen, dass nun alle am Karfreitag frei haben könnten, denken wir darüber nach welchen Feiertag wir dafür streichen sollten? Die Wirtschaft wird's verkraften und unsere Kinder werden sich auch freuen wenn sie ihre Eltern einen Tag mehr sehen. Und alle die gerne arbeiten gehen bekommen doppelt was aufs Konto. ;) Ende gut, alles gut!

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lieschenmueller
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@Pollheim

Spannend, was Sie schreiben. Und gute Überlegungen. Aber um wirklich gerecht zu sein, da könnten sich unsere Gedanken im Kreis drehen. Nämlich - auch ob des Wissens, dass kirchliche Feiertage = gesetzliche Feiertage (mit Ausnahmen) - es könnte auch die Frage aufkommen, warum? Abzuschaffen schon allein wegen der Wirtschaft, die in vielen Teilen profitiert von ihnen, wird nicht kommen. Soweit o.k. - oder doch nicht? Aber wozu "feiert" - das beinhaltet das Wort "Feiertag" ein Konfessionsloser etwas wie Marienfeiertage (zu denen wir Evangelischen schon keinen Bezug haben, da keine Marienanbetung) oder sogar Ostern etc.? Als schöner Brauch wird die Antwort sein. Und ein solcher könnte lachen über die paar Hunderter, die jemand mit Zugehörigkeit löhnt und er nicht. Also wir kommen vom Hundertsten ins Tausendste, es kommen auch Ansätze von "statt dessen Urlaub". Viel Vergnügen zumindest bei der Einteilung von ihm und unter einen Hut bringen mit der Schule der Kinder bez. Prüfungen etc.

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Irgendeiner
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Naja,fix ist, daß die Wirtschaft, wenig überraschend, das nicht

zahlen will, der Rest ist da schwierig.Denn einerseits gibts den Gleichheitsgrundsatz, der uns alle fundamental sichert,das würde bedeuten entweder alle oder keiner,andererseits aber heißt liberal und zivilisiert auch, auf spezielle Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen,weil ein Rollstuhlfahrer kein Lsangstreckenläufer ist und ein Autist kein Volkstribun.Und naja,jetzt könnte man natürlich Gleichheit auf quasi höherer Ebene abbilden, was die bisherige Regel tat und Menschen verschiedene Tage als Feiertage zuordnen,je nach Konfession,aber wenn ich dann Moslems und Ramadan sage fangts mir wieder an zu geifern und mit Schaum vor dem Mund an zu hyperventilieren, das wird noch haarig.

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bimsi1
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Pfingstmontag gegen Karfreitag einfach tauschen.

Am Pfingstmontag wird nur in den wenigsten katholischen Kirchen eine Predigt vorgetragen. Daher könnte man diesen Feiertag ruhig gegen den Karfreitag tauschenen. Auch für Katholiken ist der Karfreitag natürlich ein sehr wichtiger Tag. Hat doch Jesus an diesem Tag sein Leben für die Menschen hingegeben.

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Mein Graz
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Wie schon an anderer Stelle geschrieben:

Es gibt keine einfache Lösung.
Wäre es ein möglicher Ansatz, kirchliche Feiertage ganz abzuschaffen und stattdessen an einigen Tagen einen staatlichen Feiertag auszurufen. Etwa Weihnachten, Ostern, Pfingsten usw., die Anzahl könnte ja um 2 Tage weniger sein.
Und für alle dann zwei Urlaubstage mehr, die sich jeder an den für seine Glaubensgemeinschaft wichtigen Tagen nehmen kann.
Alle hätten gleich viel freie Tage, kein Aufwand für "Verwaltung" von hohen Feiertagen der unterschiedlichen Religionen, und keiner müsste sich mehr beim AG drum streiten, ob er an einem bestimmten Tag frei hat oder nicht.

So würden der Wirtschaft keine Kosten durch zusätzliche Feiertage entstehen, und die Diskussion über "kirchliche" Feiertage wäre beendet.

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Mein Graz
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Die schweigende Rot-Drücker-Mehrheit

fordere ich hiermit höflich auf mir mitzuteilen, was an diesem Lösungsansatz denn nicht passt und eventuelle Alternativen aufzuzeigen.

Ich nehme es euch nicht übel wenn ihr weiter schweigt, dies würde nur meine Vermutung bestätigen, dass so manche hier nur ein Interesse hat: Linke Maustaste auf 👎.

Zumindest bei einigen Usern, bei Gleichgesinnten ist es der Button daneben.
😂

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lieschenmueller
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@Mein Graz

Weil es gerade passt "Gottes Zoo ist groß" - gg

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lieschenmueller
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....drum streiten

Wir sind evangelische Taufscheinchristen (bleiben dies auch, weil obwohl nicht gläubig, hinter dem was die evangelische Kirche darstellt, kann ich guten Gewissens stehen und unterstützen dies mit dem Kirchenbeitrag - obwohl nicht wenig).

Ich bin momentan in unserem schönen Land soweit, dass ich mir denke, man kann mich überhaupt heiraten (will eh keiner, überhaupt bin ich es schon ewig und ein bisschen ;-). ABER, dass jemand wegen 109 Euro, jemand KONFESSIONSLOSER, sich übervorteilt! fühlte, das hat Chuzpe!

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Mein Graz
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@lieschenmueller

Ich gehöre keiner Glaubensgemeinschaft (mehr) an, was aber nichts über meinen Glauben aussagt - ich bin nur mit dem Bodenpersonal nicht einer Meinung 😉.

Und dass einer wegen 109 € (!!!) bis zum EuGH rennt verstehe ich auch nicht.
Entweder ist diese Person sehr zielstrebig (oder vielleicht auch halsstarrig?) oder ein bissl - sag ma mal - angeschlagen.

Und bzgl. heiraten: das hab ich auch schon vor mehr als 3 Jahrzehnten hinter mich gebracht (und bin es immer noch), damals sogar noch kirchlich, heut würd ich das nur mehr am Standesamt machen, weil mir keine Kirche so weit zusagt, dass ich mich da anschließen würde...

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lieschenmueller
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@Mein Graz

Vielleicht ist diese Person auch von wem vorgeschickt. Wie dem auch sei, keiner dieser Gründe ist mir vom Menschlichen sympathisch. Ich kenne solche Leute aber leider bis zum Überdruss, auf alle möglichen Bereiche bezogen.

Wir Evangelischen sind so ein kleines Grüppchen in Österreich, die Pfarrer und Pfarrerinnen - da gender ich ausnahmsweise gerne - leben selbst und mit ihren Familien - die sie zum Glück haben dürfen - bescheiden. Also die mir bekannten. Der Kirchenbeitrag ist nicht wenig, gerne bezahlt wäre übertrieben - wer tut das schon ohne zu überlegen, was man ansonsten mit gar nicht wenig anfangen könnte ........ Dennoch, unserer bleibt, mit oder ohne Feiertag zusätzlich

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schteirischprovessa
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Selten, dass ich dir so vorbehaltlos

zustimme.

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lisamarie
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Gibt es denn nichts Wichtigeres in der EU zu entscheiden?

Der Karfreitag ist und bleibt fuer uns Evangelische der wichtigste Feiertag!

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microfib
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EU

Was hat die EU mit dem Europäischen Gerichtshof zu tun? Das sind zwei verschiedenen Organisationen. Der EuGH ist die oberste Gerichtsinstanz in Europa, die jeder Bürger in Europa in Anspruch nehmen kann, und hat mit der EU nichts zu tun.

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schteirischprovessa
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Die EU trifft eine Entscheidung, weil ein österreichischer Kläger bzw.

dessen Anwalt den Instanzenweg ausgeschöpft hat und nicht weil sie deshalb von selbst tätig geworden ist.

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lapinkultaIII
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Geh bitte.....

..... entweder haben sie den Artikel nicht gelesen oder verstehen unser Rechtssystem nicht: "Die EU" ist nicht von sich aus tätig geworden sondern hat auf die Klage eines Arbeitnehmers reagieren müssen.

Zitat "Um 109,09 Euro fühlte sich der konfessionslose Angestellter geprellt, der am Karfreitag 2015 gearbeitet hatte und das von seinem Arbeitgeber nicht gesondert vergütet bekam."

Wenn schon schimpfen, dann auf den Kläger - das Gericht erfüllt nur seine Pflicht!

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Alfa166
2
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Das beste daran ist, dass von den 109,09euro brutto eventuell

60euro netto übrig bleiben....

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UHBP
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@alfa.. u. lap..

Warum auf den Kläger schimpfen?
Der EuGH hat eine Rechtswidrigkeit festgestellt und das ist gut so. Dabei geht es auch nicht darum ob es sich um €10 oder €1.000.000 handelt.
Oder sollen nur mehr Reiche zu ihrem Recht kommen?

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Alfa166
0
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Weil ich eben auf den Kläger schimpfe,

Oder existiert wo ein Gesetz, dass ich das nicht darf?

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Alfa166
2
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Weil ich nunmal auf den Kläger schimpfe

Bin Röm - Kath, zahle meinen Kirchenbeitrag, werde heuer kirchlich heiraten und habe absolut kein Problem damit, dass evangelische Mitbürger am Karfreitag frei bekommen oder eben Feiertags Entgelt bezahlt bekommen, fall diese Arbeiten sollten. Und wenn extra Feiertage für Muslime eingeführt werden, hätte ich damit auch kein Problem, es steht nämlich jedem frei, jederzeit die Religion zu wechseln, falls man mit seiner eigenen nicht zufrieden ist.... 😄

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ADO30
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Gierig

Konfessionslos sein und ohnehin von den katholischen Feiertagen (sei es durch das "Frei haben" bzw je nach Beruf/Sparte bei der Arbeit den Feiertagszuschlag kassieren) profitieren und dann noch immer auf einen weiteren Tag neidig schielen...🙄

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UHBP
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@ado..

Bei manchen mag es die Gier sein, bei vielen ist es aber die Dummheit.
PS die Evangelischen haben ja auch an den Marienfeiertagen ihre Zuschläge bekommen. Es ist halt nicht so einfach, wie sich das der sprichwörtliche kleine Maxi so vorstellt.

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UHBP
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Die Wirtschaft jammert halt gerne!

Schaffen wir die beiden Donnerstags-Feiertage (Christi Himmelfahrt und Fronleichnam) ab.
Mal schauen wie dann die Wirtschaft erst jammern würde.

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Zapfenstreich
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Frage,

warum würde die Wirtschaft jammern, wenn es einen Donnerstag-Feiertag weniger gäbe?

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Mein Graz
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@Zapfenstreich

Ganz einfach:
Wenn man den Freitag nach den Donnerstag-Feiertagen frei nimmt hat man sehr lange Wochenenden.
Die würden der Wirtschaft für den Fremdenverkehr verloren gehen.

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Zapfenstreich
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@Mein Graz

ja, das trifft aber nur auf die Fremdenverkehrswirtschaft zu.
Die gesamte Wirtschaft besteht, wir wir alle wissen, nicht nur aus Fremdenverkehr und Gastgewerbe sondern aus vielen anderen Zweigen, und da würde sich die Jammerei wahrscheinlich in Grenzen halten.

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Mein Graz
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@Zapfenstreich

Stimmt schon.
Allerdings macht die Tourismusbranche knapp 16% des BIP aus, und das ist schon ein ganz schöner Brocken.
Und weil gerade das Gastgewerbe (ähnlich wie die Landwirte) ziemlich gut im Jammern und Wehklagen sind, wäre der Aufschrei doch groß...

Bericht des OERV:
" Die erwirtschaftete direkte und indirekte Wertschöpfung der Tourismus und Freizeitwirtschaft lag 2017 nach dem Tourismussatellitenkonto in Summe bei rund 58,8 Mrd. €, das sind 15,9 % des BIP. (WIFO). Die direkte Wertschöpfung belief sich 2016 auf 18,7 Mrd. € was einem Anteil an der Gesamtwertschöpfung des BIP von 5,7 % entspricht."

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