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Vor der EU-Wahl Orban will "ungarische Babys", kündigt massive Familienförderung an

Ungarns Regierungschef Viktor Orban will die Ungarinnen mit großzügiger finanzieller Unterstützung zur Mutterschaft animieren. Außerdem beschreibt er die EU-Wahl als "finale Schlacht" um Europa.

© APA (AFP)
 

Mit familienfreundlichen, aber auch fremden- und EU-feindlichen Tönen hat Ungarns Regierungschef Viktor Orban seine Anhänger am Wochenende auf die Europawahl Ende Mai eingestimmt. "Im Vorfeld der europäischen Wahlen hat Europa erneut den Punkt erreicht, an dem wir unsere ungarische Identität, unser christliches Erbe verteidigen müssen", sagte Orban am Sonntagabend in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation vor geladenen Gästen in Budapest.

Als "Ungarns Antwort" auf den Bevölkerungsschwund im Land kündigte Orban am Sonntag einen Sieben-Punkte-Plan mit weiteren familienpolitischen Maßnahmen an. So sollen Mütter mit mindestens vier Kindern lebenslang von der Einkommenssteuer befreit und bis 2022 für jedes Kind ein Kindergarten-Platz geschaffen werden. Außerdem sollen Großeltern, die ihre Enkel betreuen, finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten.

Ungarn hat extrem niedrige Geburtenrate

"Wir wollen nicht nur Zahlen, wir wollen ungarische Babys", stellte Orban klar. Ungarn hat mit 1,49 Kindern pro Frau eine der niedrigsten Geburtenraten in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Bevölkerungszahl ist auch wegen der Auswanderung von arbeitsfähigen Ungarn auf unter zehn Millionen gefallen.

Zu den angekündigten Maßnahmen gehört, dass jede Frau unter 40, die zum ersten Mal heiratet, einen Kredit in Höhe von 10 Millionen Forint (31.417 Euro) zur freien Verwendung gewährt bekommt. Die Rückzahlung des Kredits wird bei der Geburt des ersten Kindes drei Jahre lang ausgesetzt. Nach dem zweiten Kind wird ein Drittel des Kredits, nach dem dritten der gesamte Kredit erlassen.

Außerdem werden die Kreditprogramme für den Wohnungserwerb ausgeweitet und Bürgschaften je nach Kinderzahl teilweise vom Staat übernommen. Familien mit mindestens drei Kindern erhalten beim Kauf eines mindestens siebensitzigen Fahrzeugs einen Zuschuss vom Staat in Höhe von 2,5 Millionen Forint. Frauen, die vier oder mehr Kinder geboren haben und aufziehen, sollen künftig bis an ihr Lebensende von der Einkommenssteuer befreit sein.

Europawahl als "finale Schlacht"

"Vor 30 Jahren haben wir gedacht, dass wir den kommunistischen Gedanken endgültig auf den Müll geworfen haben, der ein Ende der Nationen deklariert hatte - es scheint, wir haben uns getäuscht", sagte Orban. "Erneut verkünden sie eine Welt ohne Nationen, sie wollen offene Gesellschaften und diejenigen sind wieder da, die unsere Traditionen wegfegen und unser Land mit ausländischen Kulturen überschwemmen wollen."
Orban bezeichnete die bevorstehenden Wahlen zum Europaparlament als "finale Schlacht". Mit Blick auf die Europäische Union sagte der Regierungschef, die "neue Hochburg der Internationalen heißt Brüssel und ihr Werkzeug ist die Migration". Einwanderung führe aber zu "einem Anstieg der Kriminalität, insbesondere gegen Frauen" und lasse "den Virus des Terrorismus eindringen".

Dieses Brüssel werde vom liberalen US-Milliardär George Soros gesteuert, dessen Plan es sei, die Identität der europäischen Völker durch muslimische Masseneinwanderung zu zerstören. Jene Länder, die die Migration unterstützen, "erzeugen in Wirklichkeit eine Mischbevölkerung", behauptete er.

"Es entstehen christlich-muslimische Welten"

In diesem Zusammenhang sprach sich Orban besorgt über die "Umgestaltung von früher christlichen Ländern" aus. In Einwanderungsländern entstünden "christlich-muslimische Welten", in denen der Anteil der Christen kontinuierlich schrumpfe. Die Entwicklung könne, einmal in Gang gesetzt, nicht umgekehrt werden - "wer immer in diesen Schnellzug einsteigt, kommt an der Endhaltestelle an, es gibt keinen Rückfahrschein", sagte der ungarische Ministerpräsident.

Orbans Fidesz-Partei gehört im EU-Parlament der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) an, zu der auch die ÖVP von Bundeskanzler Sebastian Kurz zählt. Dem Spitzenkandidaten der europäischen Sozialdemokraten, Frans Timmermans, warf Orban in seiner Rede vor, die "Liste der Pro-Einwanderung-Parteien" anzuführen und der Kandidat des ungarischstämmigen US-Milliardärs George Soros zu sein, der ein einflussreicher Widersacher von Orban ist.

Kommentare (75)

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SoundofThunder
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🤔

Stammt die Idee nicht vom Erdogan? Den Aufschrei der Blauen kann ich heute noch hören. Und der Orbàn darf das? Wo bleibt da der Blaue Aufschrei? Ach so,ich vergaß. Seit die FPÖ in der Regierung ist haben wir keine Ausländer mehr in Österreich😏!

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voit60
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Da kommt auf das rechtsaussen Ungarn eine lustige Zeit zu

die Roma und Sintis werden es verstehen, wie man sich die Wurfpraemie von Euro 30.000,- mit Vergnügen holen wird. Diese im rechten Ungarn verhasste Bevölkerungsgruppe wird sich mit Vergnügen vermehren

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Irgendeiner
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Orban ist vorbereitet to outrace them,

mich sticht bei sowas immer der Hafer,ich hab nachgesehen,der hat Fünfe,redet nicht über die Geburtenrate der armen Flüchtlinge, die wird sich anpassen,macht die Pforten nach Ungarn zu, vielleicht ein Zaun?

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selbstdenkerX
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Auch unter Kreiskys SPÖ

gab es in Österreich für jede Mutter eines Neugeborenen eine Prämie.
Sie betrug zu damaligen Preisen 15.000 Schilling.

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lieschenmueller
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@selbstdenkerX

Gekoppelt an Untersuchungen im Mutter-Kind-Pass. Als das abgeschafft wurde, ließen diese merklich nach. Muss man nicht verstehen, dass man mit einem Baby und Kleinkind nur deswegen zum Arzt ging - gerade in einem Alter, wo vieles schnell auffällt und behandelt werden kann. Ich bin nicht mehr auf dem Laufenden, aber hat man die Untersuchungen später an die Familienbeihilfe gebunden?

Ich bekam noch Geld zwecks Hochzeit. War in Richtung Hausstandsgründung gedacht. Ab 1985 gab es dies nicht mehr. Man schloss deswegen in den Folgejahren nicht mehr oder weniger den Bund der Ehe.

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Mein Graz
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@selbstdenkerX

M.W. wurde der Mutter-Kind-Pass 1974 eingeführt mit dem Ziel, die Säuglingssterblichkeit zu verringern.
Ließ man alle vorgeschriebenen Untersuchungen durchführen erhielt man die Prämie.

Orban hat keine medizinische Grundlage, er möchte nur, dass sich die Ungarn vermehren.
Das erinnert mich viel eher an die Zeit vor ca. 75 Jahren, wo "Blond und Blau" gewünscht waren.

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lieschenmueller
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@Mein Graz

Und schon wieder ......... :-) Sie sind aber immer ein paar Minuten schneller.

Die Jahreszahlen wusste ich allerdings nicht mehr.

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Mein Graz
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@lieschenmueller

Zufall!
Hat gerade in die kurze Pause nach Gartenarbeit und vor dem Kochen gepasst 😉!

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lieschenmueller
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@Mein Graz

Gartenarbeit am 11. Februar? In der rauen Obersteiermark könnte man nur den hartgefrorenen, schon schmutzigen Schnee aufhacken.

Nicht ungefährlich auch die Hundespaziergänge. 2 Stunden an eisigen Wegen dahinzerfeln, ich wünschte, ich hätte auch vier Beine.

Ein gutes Monat noch, dann kommt der Frühling :-)

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Mein Graz
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@lieschenmueller

Kein Schnee in Graz, der Boden ist an warmen Tagen oberflächlich aufgetaut - und matschig!
Ich kratze allerdings nicht im Boden rum, ich staple Brennholz (wir mussten einige zu hohe Bäume umschneiden. Gehackt ist ja alles, aber jetzt muss der Garten aufgeräumt werden...)

Schön aufpassen beim Spazieren gehen, Eis ist heimtückisch und gefährlich. Und wenn man schon 50+ ist heilt auch alles ein bissl schwerer 😉!

PS: die Spitzerln von den Frühlingsblühern kommen an geschützten Stellen in der Sonne schon raus!

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lieschenmueller
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@Mein Graz

Mein Sohn wohnt dort und mein Schwager in Raaba. Da frisst mich immer der Neid ob der 3 Wochen Vorsprung.

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Mein Graz
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PS:

Die "Prämie" war die Auszahlung der "Geburtenbeihilfe" in Höhe von 8.000 öS und weiteren 8.000 öS nach Vollendung des 1. Lebensjahres des Kindes (1974).

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Caramel
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Lieschen,

fahr doch einfach mal nach Graz, da könnt ihr bei einem Kaffee in Erinnerungen schwelen und vielleicht findet ihr noch weitere Gemeinsamkeiten ;-)

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Irgendeiner
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Ich misch mich ungern ein, aber ich überleg

jetzt schon länger wie man in Erinnerungen schwelt und was ist dann der nächste Schritt,fackelt man die ab,ein Schwelbrand aus der Vergangenheit sozusagen?

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lieschenmueller
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@Caramel

Ich weiß nicht, ob das jetzt eine Spitze ist, weil @Mein Graz und ich uns öfter "privat" hier unterhalten. Falls dies jemand ärgert oder zu Langweile führt, entschuldige ich mich, werde es aber dennoch bei Gelegenheit weiterführen.

Und ich denke, so auf dem virtuellen Weg, das passt schon. Also genau wie es jetzt ist.

Ich empfinde das hier als eine nette Community, wobei einem natürlich nicht jeder User gleich sympathisch ist. Wie "im richtigen Leben" auch :-)

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Caramel
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Sehr geehrtes Lieschen,

das passt schon so! Es hat mir nur gefallen und ich wollte mich daher mit einer kleinen Idee einbringen, -- Nur weiter so ;-)

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voit60
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Absoluter Blödsinn

Geld in Höhe von Schilling 15.000,- gab es bis Ende 1987 für Eheschließung lieber rechter Selbstdenker.

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Irgendeiner
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Sorry,beides falsch, um die Verwirrung zu klären,das Geld gab

es,es war keine Geburtsprämie und auch nicht das für die Eheschließung,das ist ein anderes, was wohl gemeint war ist die Prämie für den Abschluß aller Mutter-Kind-Paß-Untersuchungen und,ein Sittenbild der Austriaken, seit das abgeschafft wurde sinkt die Teilnahme weil ein Kind kein richtiger Ansporn ist, da brauchts 15000 Ischlinge.

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lieschenmueller
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@Irgendeiner

Bis 1985 gab es Geld für die Eheschließung, der Gedanke war die Gründung eines Hausstandes. Ich bin heuer 35 Jahre verheiratet. Sagen Sie niiiiichts beim Nachrechnen und nur ein Schelm der Böses denkt :-))*

Es stimmt, dass nachdem es kein Geld mehr für die Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen gab, diese extrem gesunken sind. Man hat es aber - weiß nicht ab wann - dann an das Kindergeld gekoppelt. Die Kleinen konnten ja nichts für depperte Eltern .....

*Des Geldes wegen hätten wir es wohl nicht diese schon kleine Ewigkeit ausgehalten miteinander - gg

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voit60
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Lieschen

das Geld gab es bis zum 31.12.87

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lieschenmueller
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@voit60 - bis zum 31.12.87

Danke, stimmt, mit 1985 als Abschaffungsjahr habe ich mich getäuscht. Ich habe es jetzt auch nachgelesen.

User SelbstdenkerX stellte es gänzlich in Abrede. Zwar in einem gelöschten Posting. Es sei ihm hiermit doppelt versichert, es GAB es.

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selbstdenkerX
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@lieschenmueller : So ein Unsinn

"Auch unter Kreiskys SPÖ gab es in Österreich für jede Mutter eines Neugeborenen eine Prämie. Sie betrug zu damaligen Preisen 15.000 Schilling."
So lautet mein Posting, und nicht anders.
Das Erinnerungsvermögen von lieschenmueller scheint generell stark eingeschränkt zu sein. Einerseits was das Ablaufdatum 1985 betrifft (siehe @voit60), als auch was den inhaltlichen Wahrheitsgehalt betrifft.
Eine Prämie für Eheschließung gab es nämlich nie, wie lieschenmueller weismachen wollte (die Story mit dem Video-Recorder). Lieschenmueller dürfte eher ein Baby bekommen und dafür die Geburtsprämie erhalten haben.
Hoffentlich kann sie sich wenigstens noch ans Baby erinnern.
Bei einer derart ausgeprägten Einschränkung des Erinnerungsvermögens von lieschenmueller sollen aber natürlich nicht gleich Begriffe wie "alternative Fakten" oder gar "fake News" verwendet werden ...

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lieschenmueller
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@selbstdenkerX

Die Jahre 1985 und 1987 habe ich verwechselt. Nach doch so langer Zeit finde ich das gar so schlimm auch wieder nicht.

Zum und über den Rest Ihres Textes breite ich den Mantel des Schweigens. Ist Ihnen doch auch nicht unrecht, oder?

Dass auch Sie nicht unfehlbar sind, bezeugt Ihre Entschuldigung weiter unten. Ich habe sie gelesen.

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selbstdenkerX
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@lieschenmueller: Bitte um Entschuldigung

Es tut mir wirklich leid,
was die Heiratsbeihilfe betrifft, habe ich mich tatsächlich geirrt.
Mein ursprünglicher Kommentar bezog sich allerdings auf die Geburtenbeihilfe, wovon lieschenmueller in ihren Kommentaren dann jedoch vollkommen abgeschweift war.

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Kürassier
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Knigge für Selbstdenker:

Man entschuldigt sich nicht mit einem relativierenden Nachsatz. Aber immerhin, Sie haben es versucht, und das will was heißen, selbst in einem anonymisierten Forum, denn das einfachste Benehmen ist heutzutage schon eine Erwähnung wert.

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Mein Graz
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@selbstdenkerX

Und deine Behauptung, dass es 15.000 öS Prämie für ein Baby gegeben hat, stimmt nicht.

Von 1972 bis Ende 1987 gab es für die Eheschließung eine Heiratsbeihilfe in Höhe von 15.000 öS.

Für die Geburt eines Kindes gab es - so die Mutter alle Untersuchungen machen ließ - eine Beihilfe von 8.000 öS, nach Beendigung des 1. Lebensjahres weitere 8.000 öS, so alle im Mutter-Kind-Pass vorgeschriebenen Untersuchungen gemacht wurden.

Was du da zu erzählen versuchst ist nicht richtig. Deine Beleidigungen einem anderen User gegenüber sind völlig unangebracht und zeugen von äußerst schlechten Manieren.

Schäm dich.

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