Alexander Van der Bellen steht endgültig als neuer Bundespräsident fest. Mit der Auszählung der Briefwahl-Stimmen, die Dienstagvormittag abgeschlossen wurde, baute er den Vorsprung gegenüber seinem Kontrahenten Norbert Hofer noch einmal deutlich aus und kam auf knapp 54 Prozent.

Laut (noch inoffiziellen) Zahlen des Innenministeriums, die der APA vorliegen, erreichte der frühere Grüne Bundessprecher 53,79 Prozent, was 2,47 Millionen Stimmen entspricht. Den Freiheitlichen Hofer unterstützten 2,12 Millionen Wähler. Der Abstand lag bei knapp 350.000 Stimmen.

Ohne Briefwahl war der Vorsprung Van der Bellens noch deutlich geringer, nämlich 51,7 gegen 48,3 Prozent. Überhaupt viel enger ging es bei der ersten, vom VfGH aufgehobenen Stichwahl der beiden Kandidaten am 22. Mai zu. Damals trennten Van der Bellen und Hofer überhaupt nur knapp 31.000 Stimmen.

Mehr Wähler als in den ersten beiden Runden

Die Wahlbeteiligung beim Urnengang am 4. Dezember lag bei 74,2 Prozent und damit höher als bei den ersten beiden Durchgängen. Bei der Wahl am 24. April, als noch sechs Kandidaten zur Wahl standen, gingen 68,5 Prozent zur Wahl, bei der aufgehobenen Stichwahl am 22. Mai 72,65 Prozent.

 

Was die Bundesländer angeht, konnte Van der Bellen nunmehr beim dritten Wahlgang die Mehrheit überall außer im Burgenland, in Kärnten und in der Steiermark erobern. Seinen Bestwert erzielte er in Wien mit 65,7 Prozent.

Zweite Antrittsrede am Nachmittag

Am Dienstagnachmittag will das künftige Staatsoberhaupt in Wien vor die Medien treten und eine zweite Antrittsrede halten. Schon vor sieben Monaten lud er in den Garten des Palais Schönburg um seine Pläne als künftiges Staatsoberhaupt zu erläutern. Heute spricht er - in Anbetracht der Temperaturen - freilich im Inneren des noblen Palais.

Van der Bellen bei seiner ersten "Antrittsrede" im Mai
Van der Bellen bei seiner ersten "Antrittsrede" im Mai
© APA/ROLAND SCHLAGER

Inhaltlich wird nicht viel Neues erwartet, bereits im Mai sprach Van der Bellen davon, Gräben in der Bevölkerung überwinden zu wollen. "Die eine Hälfte ist so wichtig wie die andere", meinte er mit Blick auf das damals knappe Wahlergebnis. Die Kleine Zeitung berichtet live.