Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj soll heute zudem erstmals seit dem russischen Einmarsch in seinem Land vor dem UN-Sicherheitsrat sprechen. Das teilte Großbritannien, das derzeit den Vorsitz innehat, mit.

In seiner Videoansprache bestätigte Selenskyj seinen Auftritt vor dem UN-Sicherheitsrat, in dem Russland einen ständigen Sitz hat. Selenskyj verwies auf die mutmaßlich von russischen Truppen getöteten Zivilisten in dem Hauptstadt-Vorort Butscha: "Die Zeit wird kommen, wenn jeder Russe die ganze Wahrheit darüber erfährt, wer von ihren Landsleuten getötet hat. Wer die Befehle gegeben hat."

Der Staatschef rief die internationale Gemeinschaft erneut dazu auf, die Sanktionen gegen Moskau zu verschärfen und mehr Waffen an sein Land zu liefern. Der Nationale Sicherheitsberater des US-Präsidenten, Jake Sullivan, kündigte neue Wirtschaftssanktionen gegen Russland noch in "dieser Woche" an.

Nehammer-Besuch in Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat zudem nach einem Telefonat mit Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) einen Ukraine-Besuch des österreichischen Regierungschefs "in der nächsten Zeit" angekündigt. Dies erklärte Selenskyj in einer Videobotschaft an die ukrainische Bevölkerung, die in der Nacht auf Dienstag veröffentlicht wurde.

Die Ukraine werde alles unternehmen, um möglichst schnell alle an Verbrechen beteiligten russischen Soldaten zu eruieren und sie gemeinsam mit der Europäischen Union und internationalen Institutionen, insbesondere dem internationalen Strafgerichtshof, zu bestrafen, sagte das ukrainische Staatsoberhaupt in seinem Video. Insbesondere sprach er dabei von den Städten Stojanka, Irpin und Butscha in der Region Kiew.

Österreich für Unterstützung gedankt

Er habe diese Fragen am Montag mit der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, besprochen. "Und auch mit dem österreichischen Kanzler Nehammer. Wir sind übereingekommen, dass er die Ukraine in der nächsten Zeit besuchen wird", sagte Selenskyj. Eine Bestätigung für eine Ukraine-Reise Nehammers lag von österreichischer Seite in der Nacht auf Dienstag zunächst nicht vor.

Bereits zuvor hatte der Präsident am späten Montagabend auf Twitter über sein Telefonat mit Nehammer berichtet. Er habe den Kanzler über den Verlauf des Abwehrkampfes gegen die Aggression der Russischen Föderation sowie über die schlimmen Verbrechen der Besatzer in der Region Kiew informiert, erläuterte Selenskyj. "Ich habe Österreich für die Unterstützung unseres Staates gedankt", schrieb er abschließend.