Chaos in BerlinWahlzettel sind in vielen Wahllokalen ausgegangen

Die Probleme waren absehbar: In Berlin standen vier Entscheidungen mit entsprechend vielen und teils langen Wahlzetteln an: Neben der Bundestagswahl lief auch die Wahl zum Abgeordnetenhaus. Zudem wurde über zwölf Bezirksparlamente neu bestimmt.

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© (c) AFP (ODD ANDERSEN)
 

Der Ausgang der Bundestagswahlen in Deutschland wird mit Hochspannung erwartet - bis es so weit war, gab es massive logistische Probleme: Am Sonntagnachmittag wurde aus einigen Berliner Wahllokalen gemeldet, dass die Stimmzettel "ausgegangen sind." In einem Wahllokal hieß es sogar, dass man die "Wahl unterbrechen" müsse. Besonders betroffen sind offenbar die Berliner Stadtteile Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain. 

Die Probleme waren absehbar: In Berlin standen vier Entscheidungen mit entsprechend vielen und teils langen Wahlzetteln an: Neben der Bundestagswahl lief auch die Wahl zum Abgeordnetenhaus. Zudem wurde über zwölf Bezirksparlamente neu bestimmt. Außerdem konnten Wählerinnen und Wähler darüber abstimmen, ob große Wohnungskonzerne mit mehr als 3000 Wohnungen enteignet werden sollen.

Die "Welt" zitiert, den Wahlleiter eines Wahllokals im Berliner Westen: "Hier herrscht mittlerweile Chaos. Drei Wahlen und der Berliner Marathon zusammen, das konnte nicht gut gehen. Folge: Hier sind keine Wahlzettel mehr." Nachschub sei angefordert, komme aber nicht durch, da wegen des Marathons viele Straßen gesperrt seien, heißt es weiter. "Ich halte das für die typische Berliner Überschätzung, dass man alles kann, aber in der Praxis schon im Alltag scheitert", so der Wahlleiter.

Wahlberechtigte in der Hauptstadt Berlin mussten in Summe mitunter länger als eine Stunde bis zum Kreuz in der Wahlkabine anstehen. Für die rechtzeitige Stimmabgabe bedeutet das nach Angaben aus der Geschäftsstelle der Landeswahlleiterin: Wer bis 18.00 Uhr in der Schlange steht, darf noch wählen.

Wegen der Hochwasser-Katastrophe haben Bürger in den Flutgebieten im Westen Deutschlands indes auch unter Planen ihre Stimme abgegeben. In Swisttal in der Nähe der früheren Hauptstadt Bonn etwa stand ein Zelt im Stadtteil Miel auf einer Sportfläche. Bei vorherigen Wahlen hatte es ein Wahllokal in einem Dorfhaus gegeben - das war wegen der Folgen des Hochwassers aber in diesem Jahr nicht möglich. Die Stadt mietete daher ein Zelt von einem Sportverein.

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