Ist er der "Königsmacher"?FDP-Chef Lindner für "Jamaika" mit Union und Grünen

"Jamaika" sei leichter zu erreichen als eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP, sagte der als möglicher Königsmacher gehandelte FDP-Chef Christian Lindner.

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FDP-Chef Christian Lindner
FDP-Chef Christian Lindner © (c) AFP (TOBIAS SCHWARZ)
 

Der als möglicher Königsmacher gehandelte FDP-Chef Christian Lindner spricht sich für ein Jamaika-Bündnis mit Union und Grünen nach der deutschen Bundestagswahl am Sonntag aus. Dies sei leichter zu erreichen als eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP, sagte er am Freitag im ZDF. "Deshalb setze ich eher auf Jamaika, wenn es geht." Ziel der FDP sei es, den Rückstand zu den Grünen möglichst noch zu reduzieren, so Lindner.

Die Koalitionsbildung nach der Wahl werde dieses Mal besonders spannend, weil keine Partei über 30 Prozent kommen werde. "Es ist kein Wunschkonzert." Die FDP werde aber wohl Teile ihres Programms umsetzen können. "Wir wollen natürlich gestalten", sagte Lindner. Es gelte aber einen Linksruck, Steuererhöhungen und ein Aufweichen der Schuldenbremse zu vermeiden. "Linke Rezepte sind da nicht ratsam."

Es müsse besser auf das Geld geachtet werden, sagte Lindner, der als nächster deutsche Finanzminister gehandelt wird. Der Staat könne beispielsweise die milliardenschweren Subventionen für Elektroautos streichen. Diese seien auch so attraktiv. "Das Geld können wir im Staatshaushalt für Besseres einsetzen, etwa für die Modernisierung der Bildung."

Grünen-Co-Parteichef Robert Habeck forderte, dass Verhandlungen über ein Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP dieses Mal anders ablaufen müssten. Vor vier Jahren sei dies ein "einziges Gewürge gewesen", so Habeck im ZDF. Die FDP habe damals nicht wirklich gewollt, die Union sei zerstritten gewesen, es habe immer wieder Querschüsse der CSU aus München gegeben. "So kann es nicht nochmal gehen." Angesprochen auf die Grünen-Verluste in Umfragen in den vergangenen Monaten sagt Habeck: "Wir sind nicht da, das muss man einfach zugeben, wo wir hätten sein wollen." Wenn im Wahlkampf-Endspurt noch etwas hinzukomme, "dann passt das schon".

Der konservative Kanzlerkandidat Armin Laschet betonte unterdessen einmal, dass nicht zwingend die erstplatzierte Partei auf das Kanzleramt führen müsse. "Wir wissen vielleicht am Wahlabend noch nicht, wie der künftige Kanzler aussieht", so Laschet im ZDF. Ziel sei es für ihn trotz des Rückstands in den Umfragen weiterhin, Platz eins zu erobern. Die SPD könne aber auch versuchen, als Zweitplatzierter eine Regierung zu bilden. "Ich tue alles, dass wir eine bürgerlich geführte Regierung bekommen", so der CDU-Chef. Am Ende müssten die Programme der Parteien übereinstimmen.

Er rechne damit, dass versucht werde, ein Linksbündnis zu schmieden, sollte dieses rechnerisch möglich sein. Laschet räumt eigene Patzer ein: "Es gab Fehler in diesem Wahlkampf."

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