Italiens Premierminister Giorgia Meloni ist am Dienstag zu einem Besuch in Kiew eingetroffen. Dies teilte ein Sprecher Melonis nach ihrer Ankunft in der ukrainischen Hauptstadt mit. Laut Medienberichten stand ein Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj für den Nachmittag auf dem Programm. Zuvor wollte Meloni demnach "Symbolorte" des ukrainischen Widerstandes besuchen.

Gespräche mit Polen

Meloni war an Bord eines Sonderzugs nach Kiew gereist. Gegen zwei Uhr hielt der Zug zur Kontrolle in Lemberg, nachdem die Grenze zu Polen überquert wurde. Die italienische Premierministerin hatte am Montag in Warschau Gespräche mit ihrem polnischen Amtskollegen Mateusz Morawiecki geführt. Sie traf auch den polnischen Präsidenten Andrzej Duda.

"Die Ukraine kann mit Italien rechnen. Wir sind entschlossen, die Ukraine weiterhin mit finanzieller, militärischer und humanitärer Hilfe zu unterstützen", sagte Meloni am Ende ihres Treffens mit Morawiecki am Montag. "Die italienische und die polnische Regierung liefern Kiew gemeinsam Waffen. Wir haben über die künftige Lieferung von Waffen an die Ukraine gesprochen, damit Frieden und Stabilität herrschen können", sagte die italienische Regierungschefin.

Unstimmigkeiten bei Ukraine-Unterstützung

Die 46-jährige Meloni, die seit Oktober im Amt ist, hatte angekündigt, noch vor dem Jahrestag des Kriegsausbruchs am 24. Februar in die Ukraine zu reisen. "Mit Meloni hatte ich sehr gute Gespräche. Wir haben von Italien ein Unterstützungspaket erhalten und ich danke ihr sehr für ihre Position. Ich warte auf sie, ich weiß, dass sie kommen wird", sagte Selenskyj im Interview mit dem italienischen Sender Rai 1 am Sonntagabend.

Trotz Unstimmigkeiten innerhalb ihrer rechtsgerichteten Regierungskoalition und der geteilten öffentlichen Meinung in Italien hat die Rechtsaußen-Politikerin die Ukraine stets unterstützt. Für internationale Kritik hatte vor wenige Tagen aber einmal mehr Melonis Koalitionspartner gesorgt. Der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi, Chef der mitregierenden konservativen Forza Italia, erklärte vergangene Woche, er würde sich nicht um ein Treffen mit Selenskyj bemühen, wenn er noch Regierungschef wäre. Den ukrainischen Präsidenten machte er für den Krieg mit Russland verantwortlich.