"Schadet unserer Kultur"China schränkt Weihnachten als „westliche Tradition“ ein

Aufregung um unveröffentlichtes Behörden-Dokument: China sieht eigene Kultur gefährdet und will gegen weihnachtliche Feiern vorgehen.

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Weihnachtsoutfit in Hongkongs Ausgehviertel Tsim Sha Tsui © AFP
 

Laut einem Medienbericht hat die Kommunistische Partei Chinas Beschränkungen für zivile und kirchliche Weihnachtsfeiern angeordnet. Weihnachten sei ein „verbotenes westliches Fest“, heiße es in einem bisher unveröffentlichten Dokument, das dem Magazin für Menschenrechte und Religionsfreiheit „Bitter Winter“ vorliege, wie der asiatische Pressedienst UCA News und Kathpress am Samstag berichteten.

Die Richtlinie nenne zwar auch einen Anstieg der Coronavirus-Fälle als Begründung für die Einschränkungen, fordere aber ausdrücklich die Umsetzung der Politik der Sinisierung, die das Feiern westlicher Kultur und Festivals strikt verbiete, so das Magazin. Laut der Anordnung sollen jedoch einige „kosmetische“ Weihnachtsfeiern von staatlich sanktionierten Kirchen fotografiert und übertragen werden, um zu zeigen, dass es keine Beschränkungen gebe.

Die Behörden wollten das Papier „Verbreitung der traditionellen chinesischen Kultur und Verbot westlicher Festlichkeiten“ vom 20. Dezember angeblich geheim halten, um Kritik im Westen zu vermeiden, so „Bitter Winter“.

Weihnachten sei von „tiefer westlicher religiöser Kultur durchdrungen“, zitiert das Magazin weiter: „Einige westliche Nationen verlassen sich auf ihre fortschrittliche Technologie und Kultur, um ihre Werte und ihren Lebensstil in China zu verbreiten und unsere jungen Leute anzuziehen“, so die Kommunistische Partei. Manche Wirtschaftsunternehmen wollten diese Feierlichkeiten auch für ihr Geschäft nutzen, um deren soziale Wirkung zu erzeugen. „Dies schadet unserer traditionellen chinesischen Kultur“, so das Dokument.

Weihnachtsfeiern den Behörden melden

Die Direktive fordere die Menschen zudem auf, sich sofort an die Behörden zu wenden, wenn Einzelpersonen oder Organisationen eine Weihnachtsveranstaltung arrangieren. Insbesondere Lehrern und Schülern seien Feierlichkeiten zu diesem westlichen Fest verboten. Sie sollten die Regel des Zentralkomitees der KP befolgen und so zu einem Vorbild für die Verbreitung der chinesischen Kultur werden. Ebenso seien Sonderbeauftragte ernannt worden, um entsprechende Beschwerden entgegenzunehmen und zu bearbeiten.

Das kommunistische China ist offiziell ein atheistischer Staat. Es erkennt Buddhismus, Taoismus, Katholizismus, Protestantismus und Islam an, die jedoch streng kontrolliert werden. Gegen nicht registrierte religiöse Körperschaften wird seit Jahren hart durchgegriffen.

Kommentare (25)
future4you
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Jesus als Wirtschaftsfaktor,

der seinesgleichen sucht: Weihnachten, Ostern, Pfingsten, andere kirchliche Feiertage, Kirchen, Klöster, Pilgerwege, Taufen, Firmungen, kirchliche Trauungen, christlich geprägte Bräuche, Kultur- und Kunstschätze, Museen, Bildungseinrichtungen, humanitäre Einrichtungen, u.u.u. Blenden wir das alles nur einmal wirtschaftlich aus unserem zum Selbstverständnis gewordenen Alltag aus. Wie arm würde unsere Welt aussehen. Manchmal täte es den Menschen nicht schaden, einmal auch dankbar dafür zu sein, was in den 2022 Jahren seit der Geburt Jesu an Positiven durch ihn passiert ist. Ob diese kommerzielle Vermarktung in seinem Sinn ist? Die Antwort hat er selbst noch zu seinen Lebzeiten gegeben, als er den Händlern im Tempel sagte: „Das Haus meines Vaters ist doch kein Kaufhaus“.

Lucifer rs
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China👍

Ein uralte Hochkultur mit eigenen Bräuchen und Ritten von Konfuzius bis Mao ohne westliche Einflüsse im Land der aufgehenden Sonne 🌞

checker43
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Das

Land der aufgehenden Sonne ist Japan.

eleasar
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Uralte Hochkultur ja. Aber Mao würde ich hier nicht positiv anführen.

Er hat die Kulturrevolution gebracht, eine politische Kampagne, die in China als "10 Jahre Chaos" bekannt ist. Millionen Tote, Verfolgung, hundertausende Suizide und Folter lassen sich schwer schön reden.

Zeitgenosse
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Das darf man doch nicht, seine eigene

Kultur schützen in Europa darf man das nicht, der wird man heute nicht als Patriot zugelassen, da bist sofort in der rechten Ecke!

schadstoffarm
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deine Kultur ist sowieso gefladert

sonst würdest noch mit dem Steinbeil Hasen erschlagen und Wurzeln ausgraben, und dabei "Barbarbar" sagen

checker43
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Wer

Leute aus der rechten Ecke wollen ja nicht das Weihnachtsfest schützen (weil es auch nicht bedroht wird), sondern würden lieber andere Feste verbieten oder ein paar Leute anderen Glaubens rauswerfen. Wenns Weihnachten als "Patriot" schützen wollen, haben Sie Weihnachten auch nicht verstanden, das ist kein patriotisches Fest.

Zeitgenosse
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Es geht in China um westliche

Kultur, ich glaube sich mich nicht verstanden und den Artikel nicht verstanden.

checker43
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Zeitgenosse

Und in Ihrem Beitrag ging es um die Kultur in Europa, die man angeblich nicht schützen dürfte, ohne in ein rechtes Eck gestellt zu werden. Was falsch ist. Ins rechte Ecke stellen sich schon manche Schützer schon selber.

oberrisser9
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Weihnachten als christliches Fest

Ich denke selbst in Österreich feiern nur wenige intensiv Weihnachten zum Gedenken an die Geburt Jesu. Aber Weihnachten ist ein jahrezehnte langes traditionelles Fest der Familie, oft auch Anlass von Waffenstillständen in Kriegen. China hat nicht diese Tradition. Die Menschen sehen aber das Drumherum, die Weihnachtsbeleuchtung und den Geschenkerummel. Das ist nachvollziehbar. Ich nehne an, dass die Chinesische Regierung solche Xmas Nachahmungen durchaus weiterhin tooerieren wird.

Zeitgenosse
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Ich keine viele

Moslems die Weihnachten mit Chrstbaum feiern, auch schon wegen ihren Kindern, damit diese gleich sind wie ihren christlichen Schulkameraden.
Jesus kommt auch als Prophet im Koran vor, wie seine Mutter Maria.

zweigerl
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Gott Mamon

Chinas Masche: So lange abkupfern, solange man entweder a) das Produkt selbst erzeugen kann oder b) der Geschäftsertrag sich nicht mehr rentiert. Falls also das westliche "Weihnachten" zu wenig Profite abwirft, wird es zu den kulturellen Ladenhütern verräumt. Dieses bis in die letzten Poren des Bewusstseins durchökonomisierte Land hat nur mehr einen Gott: Mamon. Zufällig heißt er derzeit Li Ping oder Lu Pang. Denn das ist Chinas letztes Handicap auf dem Weg zur Weltherrschaft: Seine Unaussprechbarkeit und Unlesbarkeit.

david965bc
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Die islamische Kultur lässt schon seit 1400 Jahren keine christlichen Werte zu,

die Chinesen folgen auch dem, das sich Menschen mittels Ausschluss des anderen erziehen lassen.

Die Angst geht scheinbar um, das die christlichen Werte einen riesigen Wettbewerbsvorteil haben, weil viele Machthaber anderer Kulturen soviel Angst davor haben.

Zeitgenosse
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Der

Monotheismus , ist auf dem gemeinsamen Fundament aufgebaut!
Im Koran wurde Jesus noch nicht gelöscht.
Sie sollten den politischen Islamismus nicht mit dem Islam vergleichen.
Der Islam ist eine friedliche Religion, das sage ich ihnen als Christ.

sam125
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Ja natürlich ist der Islam eine friedfertige Religion,doch was geschieht auf

einmal,wenn radikale Islamisten ihren Zuspruch finden? So wie es jetzt in Afghanistan geschehen ist. Oder als der Schah von Persien vertieben wurde und
radikale Islamisten in kürzester Zeit die gesamte arabische Welt in ihre Geisselhaft genommen hat,was bis heute so ist!Und was
geschieht weltweit mit dieser ach so friedfertigen Religion!? Denken sie als Christ einmal darüber nach,denn gerade die Christen werden von diesen strenggäubigen Islamisten weltweit am meisten verfolgt und erniedrigt!

Planck
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Ach was.

JEDE Religion erhebt den Exklusiv-Anspruch auf ihre jeweils buchstäblich das All umfassende Wahrheit™, und schon aus diesem Grund sind sie allesamt von Übel und haben eine Menge Leid über die Menschheit gebracht.
Die Vorstellung, auch andere Religionen innerhalb eines bestimmten Territoriums zu akzeptieren, ist übrigens eine säkulare Idee, keine irgendwelcher Kirchen.

Wenn man wenigstens die Tatsache akzeptieren würde, dass Religionen einen kulturgeschichtlichen Hintergrund haben und somit am allerbesten regional funktionieren (weil jede Kultur hat ihren eigenen Schöpfungsmythos hat), dann wäre die Sache wenigstens noch halbwegs in Ordnung.
Aber diese elendigliche Missioniererei, insbesondere der Katholen, um die noch dazu niemand gebeten hat, ist von besonderer Infamie.

wirklichnicht
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Unglaubwürdig, auch weil China mit Weihnachtsschmuck gut verdient

Die Info stammt also aus einem unveröffentlichtem Dokument, das Herrn Massimo Introvigne aus Italien vorliegt, der eine Online-Seite über Religionsfreiheit namens Bitter Winter macht.
Und alle Medien schreiben es ab. Keiner weiß, ob es nur ein Entwurf ist oder ob es das überhaupt gibt. Als Journalist könnte man ja zumindest bei einer chinesischen Botschaft um Stellungnahme nachfragen, aber das machen sie auch nicht und lassen es so im Raum stehen.

RonaldMessics
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Kommt sicher....

.....von einer Satirezeitung. Da ist die KLZ schon einmal reingefallen.

wirklichnicht
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Fake-News Check gemacht?

Checklisten für eine gewissenhafte Überprüfung von Nachrichtenmeldungen sind z.B.:
- Gestaltungsmerkmale: Wie ist die Nachricht gestaltet?
- Herkunft prüfen: Wer ist der/die Autor/-in? Gibt es ein Impressum?
- Quellenrecherche: Was sagen andere Quellen?
- Suchmaschinencheck: Wo liegt der Ursprung einer Meldung?
- Zahlen und Fakten: Sind die Informationen plausibel und aktuell?
- Bilder, Videos und Audio-Dateien: Fälschungen technisch prüfen

Das scheint bei dieser Meldung nicht gemacht worden zu sein. Man bräuchte nur einige Chinesen bei uns über Weihnachten fragen, die würden solche Meldungen als Blödsinn bezeichnen.

future4you
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Chinesische Waren

schadet unserer Wirtschaft! Also ab sofort keine chinesischen Waren für christliche Feste!!!

erstdenkendannsprechen
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ja - wirklich?

da macht ja keiner mit! von der lichterkette bis zur elektronik kommt alles auch china. und - unsere wirtschaft lebt zum teil davon.
weltweite lieferketten sagen ihnen was?
ich wär sofort für ihren vorschlag - aus vielen gründen.
aber unsere wirtschaft würde drunter leiden.

hbratschi
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da hast recht, erst...,...

...aber genau das ist ja unser (immer größer werdendes) problem. und daran wird sich nichts ändern solange es sich am geschäft mit china gut verdienen lässt, auch wenn das im endeffekt sehr teuer für uns alle werden wird...

future4you
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Unsere Wirtschaft leidet unter dem Missverhältnis

in der Handelsbilanz: 6,2% Import (9,8 Mrd. Euro), 2,9% Export (4,46 Mrd Euro) (Quelle: SA).

Hildegard11
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Und bei uns gehört ein Verbot....

....von Einfuhr von " Chinaklumpert"...

tomtitan
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LEIDER SIND WIR BEREITS TOTAL ABHÄNGIG -

Probieren Sie einmal aus Ihrem Haushalt alles zu entfernen das irgendeinen Bezug zu China hat - der verbleibende Rest wird ziemlich übersichtlich sein....