Zeichen der Entspannung?10.000 russische Soldaten rücken nach Manöver bei Ukraine ab

Eine Übung, bei der die Zusammenarbeit von Divisionen, Kampfverbänden und motorisierten Einheiten im Kampf geprobt worden sei, sei beendet, meldete die Nachrichtenagentur Interfax.

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© APA/AFP
 

Die Militärübungen seien in mehreren Gebieten nahe der Ukraine abgehalten worden. Dazu gehörten Interfax zufolge die Halbinsel Krim, die Russland 2014 von der Ukraine annektiert hat, sowie die südrussischen Regionen Rostow und Kuban.

Die Entsendung Zehntausender russischer Soldaten an die Grenze zur Ukraine hatte in westlichen Staaten und in der ukrainischen Regierung die Sorge genährt, Russland plane einen Angriff auf sein Nachbarland. Die Regierung in Moskau hat dies wiederholt bestritten. Sie verlangt stattdessen Sicherheitsgarantien vom Westen, darunter die Zusage der Nato, sich nicht weiter gen Osten auszudehnen. Die Ukraine wiederum will dem westlichen Militärbündnis beitreten.

Schätzungen zufolge hatte das russische Militär kürzlich 60.000 bis 90.000 Soldaten an die Grenze zur Ukraine geschickt. In Unterlagen des US-Geheimdienstes hieß es, dass diese Zahl auf bis zu 175.000 erhöht werden könne.

Nato reagiert umgehend

Der Westen signalisierte am Samstag Dialogbereitschaft. Generalsekretär Jens Stoltenberg entschied, erstmals seit zweieinhalb Jahren im Jänner wieder den Nato-Russland-Rat einzuberufen, wie ein Nato-Beamter am Samstag bestätigte. Man sei in dieser Hinsicht mit Russland in Kontakt, hieß es. Das russische Außenministerium bestätigte den Eingang des Vorschlags, sagte aber auch, dass man ihn noch prüfe. Format und Zeitpunkt müssten noch geklärt werden. „Aber wir sind offen für einen Dialog“, sagte Sprecherin Maria Sacharowa der Agentur Tass zufolge.

Der Nato-Beamte verwies auf eine Nato-Erklärung zur angespannten Lage an der russisch-ukrainischen Grenze vom 16. Dezember. Darin heißt es unter anderem, dass jeder Dialog mit Russland auf der Basis von Gegenseitigkeit stattfinden und sich mit den Sorgen der Nato über Russlands Handeln befassen müsse.

Unterdessen scheint sich die Lage in der Ostukraine nach einem neuen Anlauf für einen Waffenstillstand nicht zu beruhigen. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) berichtete in der Nacht auf Samstag von mehr als 200 Verstößen in den Gebieten Donezk und Luhansk. Die Angaben stützen sich auf Beobachtungen vom Donnerstag. Zuvor hatten sich die Konfliktparteien verständigt, sich wieder an einen vor eineinhalb Jahren vereinbarten Waffenstillstand halten zu wollen.

Die ukrainische Armee teilte am Samstagmorgen mit, die gegnerische Seite habe am Vortag fünfmal gegen die Vereinbarung verstoßen. Ein Soldat sei verletzt worden. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Deutschland und Frankreich als Vermittler hatten kurz vor Weihnachten dazu aufgerufen, den Waffenstillstand „in vollem Umfang einzuhalten“.

Der Konflikt in der Ostukraine dauert bereits seit 2014. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen starben dort bisher mehr als 13.000 Menschen.

Kommentare (14)
Lepus52
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Leider will Europa es nicht nicht verstehen!

An der russischen Grenze vom Baltikum bis zum schwarzen Meer stehen heute Raketenbasen der NATO (die aber fast ausschließlich von der US-Armee installiert und unterhalten werden). Dass die Ukraine zur NATO will, was mit Geldflüssen aus Amerika verbunden ist, würde das Bedrohungspotenzial für Russland nur steigern. Wer ist im Ernstfall betroffen? Nur Europa, denn für die USA ist das eine Win-Win-Situation. Es schwächt Russland und Europa gleichermaßen. Was haben amerikanische Soldaten an der russischen Grenze wirklich für Absichten? Verteidigen sie dort die USA?

styrianprawda
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@Lepus

Wer wollte Russland angreifen?
Und warum?
Um Abermilliarden auszugeben, damit die russische Wirtschaft auf Trab kommt und der Großteil der Bevölkerung nicht mehr armutsgefährdet ist?
Oder um die Oligarchie abzuschaffen? Nun ja, DAS wäre ein Punkt, vor dem Putin garantiert die meiste Angst hat.

Es war immer Russland/die UdSSR, die Angriffsgelüste hegte.

Lepus52
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EUROPA sollte sich von der NATO trennen!

Die NATO wird durch die USA bestimmt und die hat ganz andere Interessen als Europa. Die NATO provoziert, indem sie Staaten an der russischen Genze ködert. Was will die NATO in Polen, Estland, Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Raketenbasen vor den Toren Russlands und wir betrachten eine russische Truppenbewegung im eigenen Land als Bedrohung. In Wirklichkeit ist der Kriegstreiber die USA. Sie haben seit dem 2. Weltkrieg überall auf der Welt Kriege geführt. Die Destabilisierung des arabischen Raumes und die Flüchtlingsströme verdankt Europa dieser vom CIA gesteuerten Politik. Die EU muss sich mittelfristig selbst militärisch organisieren und nicht über die NATO, die nicht einmal in der Lage ist, Konflikte im eigenen Haus (Zypern) positiv zu lösen.

hbratschi
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und was, lepus,...

...wär deine alternative zur nato? europa hat sich seit jahrzehnten zurückgelehnt und auf die usa und deren militärische macht verlassen. europa ist schwach geworden und quasi nicht mehr selbst verteidigungsfähig. militärisch nicht und wirtschaftlich und in der wissenschaft auch immer weniger. leider...

Lepus52
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Nato als Garantie für Europa?

Okay, jedes Argument ist richtig und trotzdem nur eine Halbwahrheit. Okay, Königsberg, die Stadt von E. Kant war deutsch und ist jetzt russisch, aber deutsch war auch Ostpreußen, das Memelland, die Masuren und Schlesien. Kohl hat hoch und heilig Gorbatschow versichert, dass niemals ein Nato Soldat dorthin seinen Fuß setzen wird, wo einst die Russen in Verbindung mit dem Warschauer Pakt standen. Heute stehen sie nicht nur in ehemaligen Ostdeutschland, sondern in allen ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes und vor den Toren Russlands. Das wäre kein Problem, wenn das Truppen Europas wären, es sind aber amerikanische Soldaten und Rsketenbasen. IN Deutschland sind die Russen abgezogen, Deutschland ist weiter von US-Truppen besetzt und die NATO erweitert ständig.

fritzthecat333
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Lepsus: Schmarrn

Ohne die Nato und USA ist Europa "Fischfutter" für Russland.

Selbst mit ... die NATO ist im Osten ein Papiertiger.

Und.... WER hat die Krim einfach in einer Nacht-und-Nebel-Aktion eingenommen und verstieß gegen Völkerrecht?

Lepus52
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Ja, Sie sind ein Völkerrechtsexperte!

Die Krim war seit Katharina der Großen immer Teil Russlands. Unter Nikita Chrustschow wurde die Verwaltung an Kiev (damals alles Sowietunion) übergeben. Die Bevölkerung (bis auf die Krimtartaren und türk. Minderheit) spricht russisch. Natürlich, ist es völkerrechtlich rechtswidrig, aber wenn man Sympathien für Anliegen der Südtiroler oder andere durch Abkommen abgetrennte Gebiete hat (Europa hat unzählige Beispiele), dann sollte man das auch nicht als Drama für die Bevölkerung betrachten, die das mehrheitlich auch ökonomisch gut heißen.

styrianprawda
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@Lepsus

Bitte schauen Sie aus dem Fenster und erzählen Sie uns, wie das Wetter aktuell in St. Petersburg ist.

Henry44
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Fahren Sie zum Beispiel in die baltischen Staaten

und reden Sie mit den Menschen dort, die Angst vor Russland haben!

Wer hat denn die Krim völkerrechtswidrig annektiert, wer versucht denn, den Donbass zu destabilisieren und von der Ukraine abzuspalten?

Lepus52
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Die Baltischen Staaten fühlen sich bedroht!

Ich kenne die baltischen Staaten sehr gut. Estland fühlt sich natürlich bedroht, denn der Konflikt zwischen USA und Russland sollte nicht auf den Rücken dieser Länder ausgetragen werden. Die NATO, gesteuert von USA baut dort ein Bedrohungspotential auf, dass dann womöglich diese Länder ausbaden müssen. Das Elend in Syrien sollte zu denken geben. Was ist für die Syrer besser? Den Amerikanern ist es egal, wo der Konflikt ausgetragen wird, Hauptsache weit weg von Amerika!

selbstdenkerX
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@Lepus52: Der Wahrheit halber Richtigstellungen

Die vormals unter sowjetischem Einfluß stehenden Warschauer Pakt-Staaten und die vormals sowjetisch besetzten baltischen Staaten haben sich alle SELBST intensiv um ihren NATO-Beitritt bemüht und diesen erreicht (zu Ihrer Frage "Was will die NATO dort").
"Raketenbasen vor den Toren Rußlands" sind die FOLGE (nicht die Ursache!) russischer Raketenbasen vor den Toren Westeuropas (z.B. im von Rußland annektierten Königsberg "Kaliningrad" an der Ostsee).
Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis und kein Konfliktlösungsbündnis (Zypern).

Horstreinhard
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90.000 an die Grenze verlegt…

Und den Abzug von 10.000 als Entspannung verkaufen…

orpheus0815
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Checkt das niemand...

... dass es sich hier nur um reine Marktmanipulation auf aggressiven Niveau handelt?? Winter kommt, Russland provoziert Europa und prompt steigen Gas und Heizpreise. Der Rest des Marktes (Strom usw) zieht nach.
USA Übung mit Südkorea, und schon steigt der Ölpreis, bzw. Iranische-emiratische Scharmützel (steigt auch der Ölpreis).
So geht Marktmanipulation auch, man könnte auch über diese Zusammenhänge berichten. Was nicht gegen den Artikel spricht, aber mir stark auffällt.

checker43
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Ölpreis

steigern geht auch einfacher. Schlicht Fördermengen reduzieren. Wurde zig mal gemacht schon. Die militärischen Muskelspiele haben schon andere Absichten.