Stichwahlen Sozialdemokraten erobern italienische Hauptstadt Rom

Ex-Wirtschaftsminister Gualtieri setzt sich gegen Mitte-Rechts-Kandidaten Michetti durch - Auch Rom wird künftig von der PD regiert.

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Roberto Gualtieri
In der Hauptstadt Rom siegte der sozialdemokratische Kandidat und Ex-Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri klar gegen seinen Kontrahenten aus © AP
 

Die italienischen Sozialdemokraten haben ihren Siegeszug bei den Kommunalwahlen auch in den Bürgermeister-Stichwahlen fortgesetzt. In der Hauptstadt Rom siegte der sozialdemokratische Kandidat und Ex-Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri klar gegen seinen Kontrahenten aus dem Mitte-Rechts-Lager, Enrico Michetti. Laut Hochrechnungen, die nach Wahlschluss am Montag veröffentlicht wurden, kam Gualtieri auf 59 Prozent der Stimmen. Auch Turin hat künftig einen roten Bürgermeister.

Michetti, Spitzenpolitiker der oppositionellen Rechtspartei "Fratelli d ́Italia", musste sich in der Stichwahl mit 37 Prozent begnügen. Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte der Mitte-Rechts-Politiker noch mit 30 zu 27 Prozent die Nase vorne. Die amtierende Bürgermeisterin Virginia Raggi von der populistischen Fünf Sterne-Bewegung schaffte es nicht in die Stichwahl.

Die Wahl in Turin und Mailand

In Turin feierte die Demokratische Partei den Wahlsieg ihres Kandidaten Stefano Lo Russo, der Hochrechnungen zufolge auf 53 Prozent kam. Er behauptete sich gegen den Mitte-Rechts-Kandidaten Paolo Damilano. In Triest, in dem es am Montag zu einer Großdemonstration gegen die 3G-Pflicht für alle Arbeitnehmer in Italien kam, ist noch unklar, wer das Rennen gemacht hat. Mitte-Links-Politiker Francesco Russo forderte in der Grenzstadt den rechtsgerichteten Bürgermeister Roberto Dipiazza heraus. Insgesamt fanden in 65 Gemeinden Stichwahlen um das Bürgermeisteramt statt.

In der Finanzmetropole Mailand sowie in Bologna und Neapel hatten die Sozialdemokraten ihre Kandidaten schon im ersten Wahlgang vor zwei Wochen mit absoluter Mehrheit durchgebracht. Die Wahlen haben keine direkten Auswirkungen auf die Regierung der nationalen Einheit von Premierminister Mario Draghi. Sie sind die ersten Wahlen seit Draghis Vereidigung im Februar. Beobachter werten die sozialdemokratischen Erfolge auch als Unterstützung für den parteilosen Premier, der in der PD den stärksten politischen Rückhalt hat.

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