Stockholm"Alternative Nobelpreise" an Basisaktivisten aus vier Weltgegenden

In Stockholm wurden heute die Alternativen Nobelpreise 2021 vergeben (Right Livelihood Award). Ausgezeichnet wurden Menschen, die sich für die Gestaltung einer besseren Welt einsetzen.

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Frauen-Protest in Afghanistan
Der Taliban-Herrschaft zum Trotz wagen sich immer wieder mutige Frauen in Afghanistan auf die Straßen, um zu protestieren © AFP
 

Die auch als Alternative Nobelpreise bekannten Right Livelihood-Awards gehen dieses Jahr an vier weitgehend unbekannte Basisaktivisten aus unterschiedlichen Weltteilen: Die am Mittwoch in Stockholm präsentierten Preisträger sind die Kamerunerin Marthe Wandou, die sich gegen Gender-basierte Gewalt im Tschadbecken einsetzt, der russische Umweltaktivist Wladimir Sliwjak, die kanadische Indigenenvertreterin Freda Huson und die indische Rechtsinitiative für Wald und Umwelt (LIFE).

Right-Livelihood-Direktor Ole von Uexkull sagte, die diesjährigen Preisträger zeichneten sich allesamt dadurch aus, dass sie "nicht nur Widerstand leisten, sondern ganze Gemeinschaften mobilisieren, ihre Rechte einzufordern: Sie werden zu Akteurinnen des Wandels, wo Regierungen versagen."

Die Alternativen Nobelpreise wurden 1980 ins Leben gerufen und fördern Personen, die sich auf mutige Weise für die Lösung der Probleme der Welt einsetzen. Jedes Jahr werden vier Preisträger bestimmt die jeweils eine Summe von Million Schwedische Kronen (100.000 Euro) erhalten. Mit der Auszeichnung werden - im Gegensatz zum "klassischen" Friedensnobelpreis - meist weniger bekannte Aktivisten für Frieden, Menschenrechte und Umwelt geehrt. Oft kämpfen sie unter Einsatz ihres Lebens für eine gute Sache. Der Alternative Nobelpreis will sie ins Rampenlicht heben.

Es gibt viele Menschen, die ihn verdienen würden - von den mutigen Frauen, die in Afghanistan auf die Straße gehen, um von den Taliban ihre Rechte einzufordern, bis zu den Menschenrechtskämpfern in Myanmar, die trotz der brutalen Repression durch das Militärregime weiter für Demokratie eintreten.

Preiswürdig wären auf alle Fälle auch die zahlreichen Umweltaktivisten im Amazonas- oder anderen Gebieten gewesen: Im vergangenen Jahr wurden weltweit 227 Umweltschützer getötet. Das waren mehr als vier Morde pro Woche und mehr als jemals zuvor. Drei Viertel der tödlichen Angriffe wurden in Lateinamerika registriert. Hinter den Gewalttaten stecken der Organisation "Global Witness" zufolge meist Unternehmen, Bauern und teilweise auch staatliche Akteure sowie kriminelle Banden, paramilitärische Gruppen und Rebellen.

Im Vorjahr gingen die Alternativen Nobelpreise an die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh, den US-Bürgerrechtsanwalt Bryan Stevenson, die Aktivistin Lottie Cunningham Wren aus Nicaragua sowie den belarussischen Demokratie-Aktivisten Ales Beljazki und das von ihm gegründete Menschenrechtszentrum Wesna (Viasna).

Der "klassische" Friedensnobelpreis wird heuer am 8. Oktober verkündet.

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