In ZiB2Ex-Parlaments-Vizepräsidentin gegen Anerkennung der Taliban-Regierung

Bisherige Vizepräsidentin des afghanischen Parlaments fordert Westen aber auf, über humanitäre Hilfe zu verhandeln.

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Koofi war die erste Frau in Afghanistan, die den Posten der stellvertretenden Parlamentssprecherin innehatte
Koofi war die erste Frau in Afghanistan, die den Posten der stellvertretenden Parlamentssprecherin innehatte © Screenshot
 

Die afghanische Frauenrechtlerin und bis dato Vizepräsidentin des afghanischen Parlaments Fawzia Koofi hat am Donnerstagabend in der ZiB2 die Ex-Regierung unter Präsident Ashraf Ghani und die USA für die schnelle Niederlage gegen die Taliban verantwortlich gemacht. Sicherheitskräfte hätten ihr gesagt, sie seien seit Monaten nicht bezahlt worden und hätten nichts zu essen, so Koofi. Eine Anerkennung der Taliban-Regierung durch den Westen könne sie sich nicht vorstellen.

Über humanitäre Hilfe solle der Westen aber mit den militanten Islamisten verhandeln. An die westlichen Staaten appellierte sie: "Helft uns wieder eine Demokratie in Afghanistan zu errichten." Durch die von den USA initiierten Verhandlungen seien die Taliban gestärkt worden, ebenso wie durch die weitverbreitete Korruption, so Koofi. "Ich sehe eine Nation entsetzt von der Tatsache, dass sie alles so schnell verloren hat".

Überlebte Attentat

Koofi war eine der vier Frauen im 21-köpfigen Verhandlungsteams der afghanischen Regierung bei den von den USA initiierten innerafghanischen Friedensgesprächen mit den Taliban in Katar. Im August 2020 wurde sie bei einem Schussangriff am Arm verletzt. Bereits 2010 hatte sie ein Attentat überlebt. Damals hatten bewaffnete Männer auf sie gefeuert, als sie nach einer Veranstaltung zum Internationalen Frauentag nach Kabul zurückkehrte.

Koofi war die erste Frau in Afghanistan, die den Posten der stellvertretenden Parlamentssprecherin innehatte. Sie ist eine bekannte Kritikerin der Taliban, dennoch befürwortete sie den Dialog mit den Jihadisten.

Kommentare (1)
argus13
0
1
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Es

ist sehr nett, von Fr. Koofi den Westen aufzufordern Hilfe zu leisten. Sie sollte sich lieber an die islamistischen Bruderstaaten wenden, die ihre Mrd $ für andere Dinge ausgeben, als Gesinnungsgenossen zu helfen. Afghanen hatten jahrelang Zeit etwas aus der Möglichkeit zu machen. UND gegen die Machtübernahme der Taliban haben sie NICHTS getan, also waren sie damit einverstanden. Das Volk ist nicht reif für eine Demokratie! Die Steinzeitmentalität sieht man an vielen afghanischen Flüchtlingen., die bei uns Verbrechen begehen.