Rechtliche BedenkenMilliardenschwere EU-Hilfen für Polen und Ungarn blockiert

"Wir schauen uns auch das Problem der Vorrangigkeit von EU-Recht an und seine potenziellen Auswirkungen für den polnischen Aufbauplan", so EU-Kommissar Valdis Dombrovskis.

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Ungarns Staatschef Viktor Orban
Ungarns Staatschef Viktor Orban © (c) AP (John Thys)
 

Milliardenschwere EU-Corona-Hilfen für Polen und Ungarn werden wegen Rechtsstaatlichkeitsbedenken aufgehalten. Dies bestätigte der zuständige EU-Kommissar Valdis Dombrovskis in einer Pressekonferenz am Montag. Es gebe immer noch Punkte in Polens Aufbauplan, die angegangen werden müssten.

"Wir schauen uns auch das Problem der Vorrangigkeit von EU-Recht an und seine potenziellen Auswirkungen für den polnischen Aufbauplan", sagte Dombrovskis. Man sei mit der polnischen Regierung in Kontakt, fügte er hinzu.

In Polen läuft derzeit vor dem Verfassungsgericht ein Verfahren darum, ob polnisches Recht Vorrang vor EU-Recht hat. Kritiker werfen der polnischen Regierung außerdem vor, durch Reformen in den letzten Jahren die Unabhängigkeit der Justiz untergraben zu haben. Die EU-Kommission hat bereits mehrere Vertragsverletzungsverfahren gegen die Regierung eröffnet und Klagen beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) eingereicht. Dombrovskis bestätigte nun, dass diese Bedenken auch Teil der Diskussionen um die polnischen Corona-Hilfen seien.

Auch im Fall von Ungarn werden die Corona-Hilfen aufgehalten. "Natürlich schauen wir uns auch Rechtsstaatlichkeitsbedenken an, die im Fall von Ungarn identifiziert wurden", sagte Dombrovskis. Die genauen Herausforderungen nannte er nicht. Aus EU-Kreisen hieß es zuletzt, dass es um Vorkehrungen gegen den möglichen Missbrauch der Gelder geht. Die Regierung in Budapest wirft der Kommission allerdings vor, die Zustimmung der Hilfen von der Abschaffung eines umstrittenen Gesetzes abhängig zu machen. Das Gesetz verbietet es, Kinder über nicht-heterosexuelle Lebensweisen zu informieren.

Warschau und Budapest hatten ihre Corona-Aufbaupläne im Mai eingereicht. Um Gelder aus der sogenannte Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF) der EU zu erhalten, müssen Mitgliedsstaaten einen Plan mit konkreten Investitions- und Reformvorhaben vorlegen, der eigentlich innerhalb von zwei Monaten von der Kommission beurteilt wird. Die Genehmigung der Pläne von Polen und Ungarn wurde allerdings verschoben. Nach derzeitigen Berechnungen soll Ungarn rund 7,2 Milliarden Euro an Zuschüssen bekommen und Polen insgesamt 40 Milliarden Euro an Zuschüssen und Krediten.

Am Montag billigte der Rat der Finanz- und Wirtschaftsminister, der den Aufbauplänen abschließend zustimmt, die Programme von Irland und Tschechien.

Kommentare (5)
Eagle67
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Ungarn und Polen Bashing!

Ungarn und Polen...

....haben demokratisch gewählte Regierugen.
... fühlen sich haupsächlich den Interessen und Anliegen ihrer Staatsbürger verpflichtet.
... sprechen sich für Asyl aber klar aber die illegal geduldete Massenimmigration aus!
... helfen verfolgten Christen auf anderen Kontinenten.
... fördern Presse und Medien, die ihre Ziele kommunizieren (wie hierzulande).
... wollen keine öffentliche Darstellung von Homosexualität (vor allem an Schulen)

... und werden deswegen von vielen Postern gehasst und von den anderen EU Mitgliedern mit Sanktionen belegt? Eigenartig?

heri13
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Nicht nur blockieren

Sondern für Jahre einstellen.

Peterkarl Moscher
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Wahrheit tut weh !

Ganz richtig, Geld für Alt Stalinisten sicher nicht zu diesen Ländern sind die Grenzen
einfach dicht zu machen. Armut ohne Ende aber sich in der EU nicht benehmen!

JohannAmbros
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Genau Richtig!!

Ohne Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte kein Geld aus Brüssel.

100Hallo
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Wahrheit

Wo ist in der EU Rechtsstaatlichkeit?