10 Jahre Breivik-TerrorGlocken läuten landesweit: Norwegen gedenkt der Opfer der Anschläge

Reportage. Heute vor zehn Jahren schoss Anders Breivik fast 70 Jugendliche auf Norwegens Insel Utøya nieder. Die Politik tut sich schwer, das Thema zu berühren.

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Trauer um die getöteten Jugendlichen
Trauer um die getöteten Jugendlichen © AP
 

Wechselweise mit Grauen und einem Gefühl der Unwirklichkeit blicken Miriam Einangshaug und Jorid Nordmellan auf den schrecklichsten Tag ihres Lebens zurück – den 22. Juli vor zehn Jahren. Der Rechtsextreme Anders Breivik hatte zunächst eine 960-Kilo-Bombe im Regierungsviertel der norwegischen Hauptstadt Oslo explodieren lassen. Acht Menschen starben. Anschließend fuhr er als Polizist verkleidet mit der kleinen Fähre auf die Ferieninsel Utøya. Es begannen regelrechte Hinrichtungen. Systematisch wie ein Roboter tötete Breivik insgesamt 69 meist junge Menschen.

Miriam und Jorid hatten wie sie am Sommercamp der Arbeiterpartei (AUF) teilgenommen. Die damals 20-jährige Jorid und ihre 16-jährige Freundin Miriam verbarrikadierten sich in einer Schlafhütte. Doch der Mörder versuchte hineinzukommen, schoss durch die Wand. Beide waren sich sicher, dass sie im nächsten Moment sterben würden. So lagen die Mädchen mit anderen zusammengezogen wie Embryos unter den Betten. Sie hielten einander an den Händen, so fest, „dass es fast schmerzte“, erzählt Jorid. Aber der Mörder ließ vom Schlafsaal ab, das ständige Knallen wurde etwas leiser, genauso wie die letzten Schmerzensschreie ihrer Freunde draußen.

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Danke für Ihr Verständnis.

hfg
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An diesem Bericht kann man

Erkennen - wohin es führt wenn man viel zu liberal ist. So einem „Menschen“ wurde ich sämtliche Menschenrechte aberkennen und unter schärfsten Bedingungen völlig abgeschirmt „verwahren“.
Kein Kontakt zu irgendjemanden. Es ist ein Hohn und zusätzlicher Schmerz für die Angehörigen der ermordeten Personen von dieser Bestie zu hören.

gehtso
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obwohl ich

ein strikter Gegner der Todesstafre bin, da gibt es zu viele Fehlurteile, muss man sich in solchen Fällen wirklich fragen, ob es dazu auch nicht Ausnahmen geben kann.
Solche Typen sollten, wie auch "hfg" meint, ihre Bürgerechte verlieren, vielleicht sollte man die gute alte Idee von Alcatraz aufgreifen und eine international betriebene "Auslagerungsstätte", weit ab jeder Zivilisation und ohne Komunikationsmöglichkeiten, für solche Auswüchse der Evolution schaffen.