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''Iron Dome''Wie sich Israel mit "Eiserner Kuppel" gegen Raketenangriffe schützt

Hunderte aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen werden seit Wochenbeginn durch den sogenannten "Iron Dome" abgefangen. Doch wie funktioniert das?

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Der "Iron Dome" in Aktion bei der Abwehr einer Rakete © AFP
 

Mit "Iron Dome" (Eiserne Kuppel) schützt sich Israel seit zehn Jahren gegen Raketenangriffe. Seit der neuerlichen Gewalteskalation in Nahost Anfang der Woche fing das mobile Abwehrsystem nach israelischen Angaben Hunderte aus dem Gazastreifen abgefeuerte Geschosse ab.

Die erste Iron-Dome-Batterie wurde im März 2011 nahe Beersheba in der Negev-Wüste installiert. Inzwischen wurden neun weitere Einheiten in Betrieb genommen, sie befinden sich unter anderem in der Nähe der Küstenstädte Ashkelon und Ashdod, südlich von Tel Aviv und nahe der 20 Kilometer vom Gazastreifen entfernten südisraelischen Stadt Netivot. Zur Abdeckung des gesamten israelischen Territoriums wären 13 Batterien erforderlich.

Wie funktioniert das?

Das Abwehrsystem wurde mit finanzieller Unterstützung der USA vom staatlichen israelischen Rüstungsunternehmen Rafael Defense Systems mit Sitz in Haifa entwickelt. Die "Eiserne Kuppel" kann Mörsergeschosse und Kurzstreckenraketen mit einer Reichweite von bis zu 70 Kilometern abfangen.

Israel: Luft- und Raketenangriffe erschüttern Gaza und Israel

Die Gewalt in Nahost hat binnen weniger Tage das schlimmste Ausmaß seit Jahren erreicht. Radikalislamische Palästinenser feuerten bis Mittwochfrüh rund 1.000 Raketen auf Israel, dessen Militär Hunderte Ziele im Gazastreifen aus der Luft angriff.

(c) AFP (MAHMUD HAMS)

Die Zahl der Toten in dem Küstengebiet stieg nach palästinensischen Angaben auf mindestens 35, Israel meldete bisher fünf Tote.

(c) AFP (MOHAMMED ABED)

Der bewaffnete Flügel der Hamas feuerte nach eigenen Angaben 210 Raketen in Richtung Tel Aviv und Beerscheba.

(c) AFP (MAHMUD HAMS)

Sirenengeheul warnte die Bevölkerung, die in Deckung ging, während Abfangraketen aufstiegen. Rund ein Drittel der Geschoße aus Gaza schaffte es nach israelischen Angaben nicht über das Gebiet des Küstenstreifens hinaus. 

(c) AFP (GIL COHEN-MAGEN)

Doch in Rishon LeZion, einem Vorort von Tel Aviv, traf eine Rakete ein Gebäude, wodurch eine 50-Jährige ums Leben kam. Zwei weitere Frauen seien zudem bei Einschlägen in Ashkelon getötet worden. In dem arabisch-jüdischen Ort Lod bei Tel Aviv starben zwei Menschen, als eine Rakete ein Fahrzeug traf. Mehr als 200 Israelis sollen bisher verletzt worden sein.

(c) AFP (AHMAD GHARABLI)

In Lod selbst war es am Dienstagabend zu schweren Ausschreitungen zwischen Juden und Arabern gekommen. Nach Medienberichten schändeten arabische Einwohner eine Synagoge und setzten sie in Brand. 

(c) AFP (MAHMUD HAMS)

Insgesamt haben radikale Palästinenser im Gazastreifen nach Angaben der israelischen Armee bisher mehr als 1.000 Raketen auf Israel abgefeuert. Rund 850 Raketen seien abgefangen worden oder in Israel niedergegangen, etwa 200 weitere seien noch im Gazastreifen niedergegangen.

(c) AFP (SAID KHATIB)

Israel wiederum nahm zahlreiche Hamas-Ziele ins Visier. 80 Kampfjets waren nach Angaben des israelischen Militärs an den Angriffen beteiligt. Außerdem seien Infanterieeinheiten zur Verstärkung der bereits an der Grenze zum Gazastreifen postierten Panzer entsandt worden.

(c) AFP (MAHMUD HAMS)

Büros der militanten Gruppe und Häuser von Hamas-Anführern seien ebenso angegriffen worden wie Raketenstellungen. Die israelische Armee teilte auch mit, dass bei den Angriffen auch der Chef des militärischen Geheimdienstes der Hamas, Hassan Kaogi, und sein Vize Wail Issa "neutralisiert" - also getötet - worden seien.

(c) AFP (MOHAMMED ABED)

Auch ein 13-stöckiger Wohn- und Bürokomplex wurde bombardiert. Videoaufnahmen zeigten dicke schwarze Rauchwolken, die von dem Gebäude aufstiegen. Wenig später stürzte es ein. Bewohner des Blocks und in der Umgebung waren nach Angaben von Augenzeugen und des Militärs vor dem Angriff gewarnt worden, sich in Sicherheit zu bringen. Auch ein anderes Gebäude in dem Viertel wurde schwer beschädigt. Bewohner und Journalisten, die dort arbeiteten, hatten das Haus zuvor verlassen.

(c) AFP (MOHAMMED ABED)
(c) AFP (GIDEON MARKOWICZ)
(c) AFP (MAHMUD HAMS)
(c) AFP (JACK GUEZ)
(c) AFP (JACK GUEZ)
(c) AFP (MOHAMMED ABED)
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(c) AFP (MOHAMMED ABED)
(c) AFP (ASHRAF AMRA)
(c) AFP (YOUSSEF MASSOUD)
(c) AFP (YOUSSEF MASSOUD)
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Die einzelnen Batterien bestehen aus einem Radar, einer Kontrolleinheit und drei Abschussvorrichtungen mit je 20 Abwehrraketen. Nach Medienberichten kostet jeder Schuss etwa 50.000 Dollar. 2019 kaufte die US-Armee zwei Iron-Dome-Batterien zur Verstärkung ihrer Raketenabwehr.

Bis Anfang des Jahres fing "Iron Dome" nach israelischen Angaben mehr als 2.400 Raketen ab. Seit Montag ist "Iron Dome" im Dauereinsatz. Bis Mittwoch wurden laut Armee mehr als tausend Raketen aus dem Gazastreifen Richtung Israel abgefeuert. Hunderte davon konnten demnach von dem Abwehrsystem unschädlich gemacht werden.

Wieder Zusammenstöße in Israel: Jerusalem

Nach Drohungen der islamistischen Hamas sind am Montag laut israelischen Medien in der Umgebung von Jerusalem Raketen eingeschlagen.

(c) AP (Ariel Schalit)

Nach heftigen Zusammenstößen in Jerusalem hatte der militärische Hamas-Flügel Israel zuvor ein Ultimatum gestellt.

(c) AFP (GIL COHEN-MAGEN)

Zudem wurden neun Tote bei israelischem Angriff in Gaza gemeldet.

(c) AP (Mahmoud Illean)

Auf dem Tempelberg in Jerusalems Altstadt war es am Montag davor erneut zu schweren Auseinandersetzungen gekommen.

(c) AFP (AHMAD GHARABLI)

 Vor der Al-Aqsa-Moschee setzten Polizisten Blendgranaten, Tränengas und Gummigeschoße gegen Steine werfende Palästinenser ein. Palästinensische Rettungskräfte sprachen von mehr als 300 Verletzten. Nach Polizei-Angaben wurden fast zwei Dutzend Beamte verletzt.

(c) AFP (AHMAD GHARABLI)

Der für Montag geplante Marsch durch die Jerusalemer Altstadt anlässlich des israelischen Feiertags "Jerusalem-Tag"wurde unterdessen wegen der jüngsten Zusammenstöße zwischen Palästinensern und der Polizei abgesagt. Am "Jerusalem-Tag" wird in Israel traditionell der israelischen Besetzung von Ost-Jerusalem im Sechs-Tage-Krieg 1967 gedacht.

(c) AFP (EMMANUEL DUNAND)

Die Palästinenser sehen Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates. Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee ist für Juden wie Muslime von herausragender Bedeutung. Es ist die drittheiligste Stätte im Islam. Zugleich standen dort früher zwei jüdische Tempel, von denen der letzte im Jahr 70 von den Römern zerstört wurde. Die Klagemauer ist ein Überrest jenes zerstörten Tempels und die heiligste Stätte der Juden.

(c) AFP (EMMANUEL DUNAND)

Die Lage im Westjordanland und im arabisch geprägten Ostteil Jerusalems ist seit Beginn des Fastenmonats Ramadan angespannt. Bei heftigen Zusammenstößen waren in Jerusalem schon seit Freitag rund 300 Palästinenser und rund 20 Polizisten verletzt worden.

(c) AFP (EMMANUEL DUNAND)

Die tagelangen Proteste hatten im Viertel Sheikh Jarrah, ihren Ausgang genommen, weil dort 30 Palästinenser mit der Zwangsräumung ihrer Wohnungen rechnen müssen. Ein für Montag geplanter Gerichtstermin zu den Zwangsräumungen wurde am Sonntag verschoben.

(c) AFP (GIL COHEN-MAGEN)
(c) AP (Ohad Zwigenberg)
(c) AP (Mahmoud Illean)
(c) AP (Bilal Hussein)
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Kommentare (7)
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ed
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boah...

...50000 x 2400 = 120 Mio USD

Isidor9
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Hart zurückschlagen

Wenn sich die Israelis das von den radikalen Islamisten gefallen lassen , dann bestärken sie diese. Iron dome hin oder her. Die Abschussrampen , die Raketenfabriken und die Terroristen gehören eliminiert. Es gehört viel härter zurückgeschlagen. Die Israelis sind viel zu zögerlich geworden.

SagServus
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Wie funktioniert das?

Also unter so einer Frage hätte ich ja ehrlich gesagt eher eine Erklärung erwartet, wie die feindlichen Raketen von Iron Dome detektiert und abgeschossen werden und nicht einfach nur die Beschreibung eines "Datenblatts" wie viele Raketen so ene Station hat.

FRED4712
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bin kein experte,

aber offensichtlich findet das radar eine rakete und schiesst dann diese mit einer eigenen rakete ab.....was die palästinenser damit bezwecken versteht ein normaler mensch nicht......anstatt das geld für diesen sündteuren unsinn (der eh nix bringt) auszugeben, sollten die lieber damit die lebensverhältnisse ihrer armen bevölkerung verbessern......mit etwas gutem willen wäre sicher mit israel ein für beide seiten akzetabler frieden zu erreichen, mit solchen aktionen sicher nicht....aber denken .......

SagServus
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aber offensichtlich findet das radar eine rakete und schiesst dann diese mit einer eigenen rakete ab

Das wäre dann aber wohl Aufgabe des Artikels das genauer zu erklären.

Vor allem eben, wenn man die Frage in den Raum stellt, wie das funktioniert.

"mit etwas gutem willen wäre sicher mit israel ein für beide seiten akzetabler frieden zu erreichen" - Die Hamas will aber keinen Frieden mit Israel.

Und so lange die Hamas dort entsprechend werkeln kann, wird sich dort auch nichts ändern. Israel spielt auf der Seite leider nur allzugerne mit. Dabei hätten sie es wohl am einfachsten in der Hand, die Hamas zu destabilisieren in dem sie der dortigen Bevölkerung entsprechende Hilfe zukommen lässt und somit einen Keil zwischen Hamas und Bevölkerung treiben könnte.

Nichts fürchtet ein Terrorregime mehr, als das die Bevölkerung plötzlich sieht, wie gut es einem doch gehen kann.

reschal
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@servus

... "am einfachsten in der Hand" So einfach ist es leider nicht. War 2020 11 Tage in Israel und habe einige Hintergründe gelernt. Wenn es "einfach" wäre, gäbe es schon längst Frieden. Nur ganz wenige in Israel wollen Destabilisierung und Krieg!

FRED4712
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alles vollkommen richtig

und bestätigt auch was ich sagen wollte