Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Gespräche in Wien Iran-Atomverhandlungen: Teheran droht mit Abbruch

Araqchi: Wenn andere Seite verzögern will oder andere Ziele verfolgt. Deutschland beurteilt die Gespräche jedoch positiv.

Die Gespräche begannen am Dienstag
Die Gespräche begannen am Dienstag © APA/LARS TERNES
 

Teheran werde die Verhandlungen über das Atomabkommen abbrechen, sollte die andere Seite diese in die Länge ziehen wollen oder andere Ziele verfolgen. Das sagte der stellvertretende iranische Außenminister Abbas Araqchi am Mittwoch, wie die russische Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf die Agentur NOURNEWS berichtete.

Der iranische Chef-Verhandler bei den am Dienstag begonnen Gesprächen betonte, dass die Änderungen, die auf dem Treffen in Wien erzielt worden seien, als Fortschritt bezeichnet werden könnten, aber eine Reihe von Aspekten müssten noch berücksichtigt werden.

Wie laufen die Verhandlungen ab?

"Die Verhandlungen, die wir geführt haben, laufen nach der 4 + 1-Formel (Russland, Großbritannien, China, Frankreich und Deutschland, Anm.) ab, aber wir werden keinen Dialog mit den Vereinigten Staaten führen." Der Rahmen für die Gespräche sei in diesem Format festgelegt. Dann würden die anderen Teilnehmer die mit den Amerikanern aufgeworfenen Fragen besprechen.

Deutschland beurteilt Gespräche positiv

Die deutsche Bundesregierung äußerte sich unterdessen zufrieden mit der ersten Runde der Atomgespräche mit Iran in Wien. Die Verhandlungen seien "konstruktiv" gewesen", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. Alle Beteiligten seien für eine vollständige Rückkehr zum Atomabkommen (JCPOA) gewesen. Dafür müsse nun der Iran seine Auflagen aus dem Atomabkommen wieder vollumfänglich umsetzen. Die USA müssten ihrerseits ihre Sanktionen gegen Teheran abbauen, sagte der Sprecher. Mit dem Atomabkommen wollen vor allem westliche Staaten verhindern, dass der Iran eine Atombombe baut.

Man rede nun über den möglichen Umfang und die genaue Schrittfolge, sagte der Sprecher. Wichtig sei, dass keiner der beteiligten Staaten die Lage erneut eskaliere. "Alle Delegationen haben sich konstruktiv verhalten", sagte der Sprecher. Es gebe eine "reale Chance", das Atomabkommen zu bewahren. Maximalforderung würden niemanden weiterbringen.

Auch der Iran hatte sich nach der ersten Runde der neuen Atomgespräche positiv geäußert. Die Gespräche über eine Wiederbelebung des Abkommens aus dem Jahr 2015 waren zuvor in Wien unter Beteiligung der USA wieder aufgenommen worden. Der neue US-Präsident Joe Biden hat eine Rückkehr seines Landes in Aussicht gestellt, nachdem sein Vorgänger Donald Trump den Vertrag 2018 einseitig gekündigt hatte. Direkte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sind zunächst nicht geplant.

Nach einem persönlichen Treffen wurden zwei Expertengruppen - zur Aufhebung der US-Sanktionen gegen den Iran und zur Einhaltung der Verpflichtungen Teherans im Nuklearbereich - angewiesen, spezifische Maßnahmen festzulegen, die die Vereinigten Staaten und der Iran ergreifen müssten, um die Einhaltung des gemeinsamen umfassenden Aktionsplans wieder herzustellen.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.