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ImpfstoffstreitKritik an Kurz: "Wir haben uns vollkommen ins Aus manövriert. Bravo!"

Scharfe Kritik an der Haltung von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im EU-Streit um die Verteilung von Corona-Impfstoffen kommt von SPÖ und NEOS.

© APA (Roland Schlager)
 

"Wir haben uns vollkommen ins Aus manövriert. Bravo!", schrieb die NEOS-Europaabgeordnete Claudia Gamon am Freitag auf "Twitter". Der stellvertretende SPÖ-Klubvorsitzende Jörg Leichtfried sieht ein "schweres Versagen von Kurz am EU-Parkett".

Kurz sei "am EU-Parkett nicht nur ausgerutscht, er ist schwer gestürzt", sagte Leichtfried laut Aussendung vom Freitag. Die Regierung Kurz habe zuerst auf 1,5 Mio. Dosen von Johnson & Johnson-Impfstoffe freiwillig verzichtet. Damit hätten, so Leichtfried, im Juni 1,5 Mio. Menschen in Österreich geimpft werden können. Dieser Verzicht sei grob fahrlässig gewesen. "Dann schlägt Kurz wild um sich, um Schuldige für das Impf-Chaos in Österreich zu suchen, attackiert die EU und fordert mehr Impfstoffe. Das Ergebnis dieses völlig undiplomatischen Vorgehens ist: Österreich bekommt keine einzige Dose mehr als vorgesehen", so Leichtfried. Dass sich Österreich nun auch nicht einmal mehr am Solidaritätsmechanismus beteilige, zeige "wie plan- und ziellos Kurz auch in der EU agiere", so Leichtfried. "Österreich hat es nicht verdient, einen Kanzler zu haben, der unser Land ins internationale Abseits stellt."

SPÖ-Delegationsleiter Andreas Schieder bemängelte: "Zuerst hat sich Bundeskanzler Kurz als Aufdecker und Sprecher gegen Ungerechtigkeit inszeniert, sobald es aber darum geht, diese vermeintlichen Ungerechtigkeiten abzustellen, will man nichts mehr davon wissen. Wie vorhergesagt ging es eben nie um gerechte Verteilung oder Solidarität mit bisher benachteiligten Mitgliedstaaten, sondern immer nur um den eigenen Vorteil." Nach Einschätzung von Schieder "wurde an allen Fronten das Schlechteste erreicht: Österreich bekommt nicht mehr Impfstoff als ohnehin vorgesehen und die EU-PartnerInnen sind brüskiert. Das türkis-grüne Impfchaos setzt sich auf allen Ebenen fort."

Gamon kritisierte, dass Österreich die bedürftigen Länder nicht mit eigenen Impfdosen unterstützt habe: "Österreich nimmt an dieser solidarischen Verteilung gar nicht Teil. Das offizielle Österreich lässt andere EU-Staaten im Stich."

Kommentare (5)
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Isidor9
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Blödsinn

Kurz hat völlig richtig gehandelt. Die Versager in der EU angeprangert und Flagge gezeigt. Bravo! Ihn für seinen Mut.und seine Courage zu tadeln ist ein grober Blödsinn.

alsoalso
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7
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Ja die "Össis"

Österreich hat mit seinem Spitznamen die "Össis" schon länger keinen guten Ruf in der EU-Zentrale Brüssel. Das berichten einige mir bekannte Personen, die dort schon länger ihren Arbeitsplatz mit Insiderwissen haben. Und KURZ setzt jetzt noch eines drauf. Der BK hat wenig Erfahrung und Gefühl und benimmt sich fast wie ein Halbstarker. Der BK beherrscht hervorragend die Ellbogentechnik und war deshalb bisher in Österreich erfolgreich. Ein Umstand der teilweise auch auf mangelnder (starker) politischer Konkurrenz in Österreich zurück zu führen ist.

SoundofThunder
0
9
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Wenig Erfahrung?

Er war Außenminister und EU-Ratspräsident. Der sollte mehr als genug Erfahrung haben. Aber der ist eher Unfähig!

gRADsFan
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Kurz ist dem Amt nicht gewachsen

Kurz fordert, Kurz kündigt an, usw usf. ... Kurz liefert aber nie!

offensichtlich kann er nur Marketing und hintertriebene Spielchen, schafft es aber nicht größer zu denken, geschweige denn mal ein Konzept zu verfolgen

Frohsinnig
18
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Logisch Denken, Frau Gamon

Die EU ist ua gegenüber Großbritannien und den USA zum Schlusslicht bei den Impfungen geworden. Was wäre so schwierig gewesen von Anfang an Impfstoff nach dem Bevökerungsschlüssel zuzuteilen. Aber unsere EU-Vertreter in Brüssel (eigentlich EU-Anbeter) sind Argumenten eh nicht zugänglich.