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Wenn die Macht Abbitte leistetVon Canossa bis Bill Clinton: Nicht jedem ging das öffentliche "Sorry" leicht über die Lippen

Angela Merkels Entschuldigung wird wohl in die Geschichte der großen Demutsgesten eingehen. Doch nicht alle erwiesen sich als Meister in der Kunst der politischen Entschuldigung.

Als Gang nach Canossa bezeichnet man den Bitt- und Bußgang des römisch-deutschen Königs Heinrich IV.  zu Papst Gregor VII. zur Burg Canossa
Als Gang nach Canossa bezeichnet man den Bitt- und Bußgang des römisch-deutschen Königs Heinrich IV. zu Papst Gregor VII. zur Burg Canossa © Universal Images Group via Getty
 

In Sack und Asche kam sie nicht, ihr Büßerhemd war nicht aus Ziegenhaar, wie einst das „Cilicium“ der frühchristlichen Asketen. Und doch legte Angela Merkel am Mittwoch eine Entschuldigung hin, die manche schon „historisch“ nennen. „Um es klipp und klar zu sagen: Dieser Fehler ist einzig und allein mein Fehler,“ sagte Merkel vor der Weltpresse. Gemeint war ihr Rückzieher vom Osterruhe-Erlass.

Merkel ist nicht die erste Politikerin, die sich entschuldigt. Eigentlich tat sie nur das, was die meisten Eltern versuchen, ihren Kindern beizubringen. Dass ihre Demutsgeste vor dem Bürger für so viel Aufsehen sorgt, macht deutlich, dass es hier um mehr geht: Wenn die Macht Abbitte leistet, tritt sie runter vom Sockel. Das deuten die einen als Erniedrigung, die anderen als große Geste: „Ich bin auch nur Mensch“, ist die eigentliche Botschaft.

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