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Nach VergiftungNawalny will am Sonntag nach Russland zurückkehren

Der berühmteste russische Oppositionspolitiker hat via Twitter überraschend für kommenden Sonntag seine Heimkehr nach Moskau angekündigt.

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Riskante Rückkehr in die Höhle des Löwen: Alexej Nawalny
Riskante Rückkehr in die Höhle des Löwen: Alexej Nawalny © (c) AFP (DIMITAR DILKOFF)
 

Der Kremlgegner Alexej Nawalny will nach seiner Vergiftung an diesem Sonntag nach Moskau zurückkehren. Er lande am 17. Jänner mit einer Maschine der russischen Fluggesellschaft Pobeda, teilte er im Kurznachrichtendienst Twitter am Mittwoch mit. Er hält sich nach dem Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok seit August zur Heilung in Deutschland auf.

In Russland war der Druck auf Nawalny, schnell in seine Heimat zurückzukehren, zuletzt gewachsen. "Jeder Bürger der Russischen Föderation kann in sein Land zurückkehren", hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow in der Hauptstadt Moskau der Agentur Interfax zufolge erklärt. Dabei dürfte es keine Einschränkungen geben.

Ultimatum der Behörden

Zuvor hatte die russische Strafvollzugsbehörde dem Oppositionellen ein Ultimatum gestellt, Auflagen einer früheren Bewährungsstrafe zu erfüllen und sich bei den russischen Behörden zu melden. Ansonsten drohe eine Inhaftierung.

Nach Angaben von Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch hätte der Oppositionelle  persönlich in Moskau erscheinen sollen. "Und noch einmal: Die ganze Welt weiß, dass sich Nawalny in Deutschland rehabilitiert", schrieb Jarmysch im Kurznachrichtendienst Twitter. Es sei deshalb nicht möglich, zurück nach Moskau zu fliegen. In dem Fall geht es um eine Verurteilung aus dem Jahr 2014.

Putin scheint hysterisch zu sein.

Alexej Nawalny

Das russische Ermittlungskomitee hatte mitgeteilt, es werde gegen Nawalny wegen Betrugs ermittelt. Er solle mit anderen Personen Spenden in Höhe von umgerechnet 3,9 Millionen Euro an seinen Fonds zur Bekämpfung von Korruption für "persönliche Zwecke" verwendet haben - etwa für den Kauf von Eigentum und die Finanzierung von Urlaub. Nawalny schrieb dazu: "Putin scheint hysterisch zu sein." Sein Fonds könne nur mithilfe von Spenden arbeiten, sagte er.

Der Kremlkritiker macht für den Giftanschlag mit einem chemischen Kampfstoff der Nowitschok-Gruppe ein unter dem Befehl von Kremlchef Wladimir Putin agierendes "Killerkommando" des Inlandsgeheimdienstes FSB verantwortlich. Russland bestreitet eine Verwicklung in den Fall. Nawalny hatte den Mitschnitt eines Telefonats mit einem mutmaßlichen Agenten veröffentlicht. Darin erzählt der Mann, dass das Gift in der Unterhose Nawalnys angebracht worden sei.

Kommentare (1)
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voit60
2
2
Lesenswert?

Wahnsinn

der Mann hat wirklich Mut.