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Von Paris bis New YorkCorona-Briefe aus den Metropolen

Paris prahlt nicht mehr, New York strahlt nicht mehr, nur Madrid macht Party. Das berichten unsere Korrespondenten.

Die Pracht aber bleibt: Nur wenige Menschen stehen vor dem Mailänder Dom © 
 

Mailand
Dichter Nebel hängt über dem Domplatz der Zwei-Millionen-Metropole Mailand. Nur einige wenige Schattenfiguren in der gespenstisch anmutenden Stadt. Den morgendlichen Cappuccino Ecke Domplatz/Galleria muss man außerhalb des Lokals, stehend, trinken. „Wir sind noch lange nicht über dem Berg“, sagt Kellner Davide. Zum zweiten Mal wurde heuer über Mailand schon der Ausnahmezustand verhängt. Lokale wurden vor mehr als zwei Wochen geschlossen, Geschäfte gesperrt, Kinos und Konzerte stillgelegt. Mailand wies landesweit die höchsten Fallzahlen in der Coronakrise auf. Das Gesundheitssystem war überlastet. Nun hat sich die Situation ein wenig beruhigt, die Kurve steigt nicht mehr an. Dies ist primär auf die eiserne Disziplin der Mailänder zurückzuführen, die sich kaum ohne Schutzmaske aus dem Hause wagen und auf unnötige Spaziergänge verzichten. Selbst die Jugend trifft sich nicht mehr an ihrem Lieblingsort am Naviglio, sondern vergnügt sich „digital“. Kulturveranstaltungen boomen im Streaming-Verfahren.  Bürgermeister Giuseppe Sala befürchtet, „dass die Normalität im Alltagsleben nicht so schnell zurückkehren wird“. Und ich frage mich, was „Normalität“ künftig überhaupt heißt.
Thesy Kness-Bastaroli, Mailand

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